Bestiarium

Fantastisches aus Biologie, Paläontologie und Kryptozoologie

Bild des Tages: Rossia macrosoma

Eingetragen am 13. Februar 2011 von Markus Bühler

Und schon wieder gibt es einen Cephalopoden, diesmal eine nicht ganz so ungewöhnliche Art wie die letzten beiden Male. Dieses Mal zwei Exemplare von Rossia macrosoma aus dem Zoologischen Museum in Kiel.

Diese kleinen mit den Sepien verwandten Kalmare leben vor allem direkt am Meeresboden, und graben sich sogar im Sand ein.

Bild des Tages: Histioteuthis meleagroteuthis

Eingetragen am 12. Februar 2011 von Markus Bühler

In Anlehnung an das letzte Bild gibt es wieder einen Cephalopoden (und es ist mir völlig egal das ich heute schon mal ein “Bild des Tages” veröffentlicht habe), und wiederum einen den der eher ungewöhnlichen, die man wohl kaum jemals in einer Frutti di Mare-Mischung finden dürfte. Es handelt sich um den Tiefseekalmar Histioteuthis meleagroteuthis. Die Angehörigen der Gattung Histioteuthis zeigen einen der bemerkenswertesten Fälle von Assymetrie in der Tierwelt, denn das linke Auge is deutlich größer als das rechte, und dazu von teleskopartiger Form. Zudem steht es deutlich aus dem Kopf heraus, und ist im Gegensatz zum eher bläulichen linken Auge beim lebenden Kalmar gelblich grün. Allem Anschein nach liegt dier Sinn dieser Verschiedenartigkeit darin dass dieser Tiefseekalmar mit einem Auge nach unten und mit einem nach oben Richtung Oberfläche sieht.

Was von vorne betrachtet rechts am Kopf ein bisschen aussieht wie der Siphon, ist tatsächlich das linke Teleskopauge. Das Photo stammt aus dem Zoologischen Museum Hamburg.

Bild des Tages: Posthörnchen

Eingetragen am 12. Februar 2011 von Markus Bühler

Endlich gibt es mal wieder zumindest ein Bild des Tages, allerdings leider ohne viel Beschreibung. Bei dem Photo handelt es sich um die Schale eines Posthörnchens (Spirula spirula), einer der zweifellos bemerkenswertesten lebenden Cephalopoden:

Statt des für fast alle modernen Kopffüßer typischen Schulp besitzen Posthörnchen ein gewundenes Kalkgehäuse, das allerdings beim lebenden Tier praktisch nicht zu sehen ist, da es sich im Innern des Körpers befindet. Das Photo stammt übrigens aus dem außerordentlich zu empfehlenden Zoologischen Museum in Heidelberg.

Noch ein kleiner Buch-Tipp für Weihnachten

Eingetragen am 19. Dezember 2010 von Markus Bühler

Es ist ja schon fast Weihnachten, und vielleicht  sucht der eine oder andere noch etwas was er gerne verschenken würde, beziehungsweise sich selbst gerne schenken lassen würde. Wer schnell bestellt, kann jetzt noch vorraussichtlich bis Weihnachten ein Buch bekommen. Daher möchte ich noch mal kurz auf mein Anfang des Jahres erschienenes Buch “Die Insel des Grauens” hinweisen. Um was es darin geht, und wo man das Buch direkt bestellen kann, kann man hier nachlesen:

http://bestiarium.kryptozoologie.net/artikel/mein-neues-buch-die-insel-des-grauens/

 

Bild des Tages: Quastenflosser im Zoologischen Museum Kopenhagen

Eingetragen am 8. November 2010 von Markus Bühler

Nachdem ich gestern das Photo eines Baby-Quastenflosser gepostet habe, ist mir spontan die Idee gekommen, eine Miniserie über Quastenflosser zu machen. Ich hatte ja bereits früher schon mal ein paar Bilder des Quastenflossers im Naturhistorischen Museums in Wien gezeigt (http://bestiarium.kryptozoologie.net/artikel/bilder-des-tages-der-quastenflosser/), und wollte nun auch noch ein paar Photos des Exemplares zeigen, dass ich im Zoologischen Museum in Kopenhagen photographiert habe. Dieses Museum ist wirklich eines der besten und schönsten Naturkunde-Museen das ich kenne, und ich kan jedem der sich für so etwas interessiert, nur absolut raten es einmal zu besuchen wenn sich die Gelegenheit ergibt.

Wie man auf dem Photo sieht, fehlt diesem Exemplar die kleine “Flössel” am Ende der eigentlichen Schwanzflosse.

Hier ein Detail des Kopfes:

Und noch mal ein paar Details der Fleischflossen:

Bild des Tages: Baby-Quastenflosser

Eingetragen am 7. November 2010 von Markus Bühler

Ich war ja leider die letzten Wochen ziemlich inaktiv und habe schon ziemlich lange nichts mehr neues geschrieben. Ich möchte daher versuchen in nächster Zeit mal wieder etwas öfter zu bloggen. Da ich in aller Regel versuche hier Dinge zu zeigen, die man nicht in gleicher oder ähnlicher Form auch auf vielen anderen Seiten im Internet finden kann, habe ich auch heute mal wieder in meinem Photoarchiv gesucht, um etwas möglichst interessantes zu finden. Heute habe ich mich entschieden ein Photo eines Baby-Quastenflossers (Latimeria chalumnae) zu posten. Das Modell (wahrscheinlich ein Abguss eines Originals) befindet sich im Zoologischen Museum in Hamburg.

Man sieht auf dem Photo auch gut den Dottersack des Jungtieres. Quastenflosser sind ja wie allseits bekannt in beinahe jeder Hinsicht ziemlich ungewöhnlich, und da macht auch ihre Fortpflanzung keinen Unterschied. Im Körper der weiblichen Quastenflosser reifen zwei bis vier Dutzend Eier heran, aus denen die Jungtiere noch im Mutterleib schlüpfen, sprich Quastenflosser sind ovovivipar. Die Eier sind extrem groß, mit einem Durchmesser von etwa 9 cm und einem Gewicht von ca. 300 g. Das macht sie, wenn man mal die Eier der Walhaie (über deren Gewicht ich leider nichts herausfinden konnte) nicht mitzählt, zu den größten Eiern aller lebenden Fische.

Bild des Tages: Asiatische Zwergschweine

Eingetragen am 14. September 2010 von Markus Bühler

Wie auch die letzten Photos stammen auch die folgenden Bilder aus dem Esslinger Zoo. Sie zeigen zwei Hängebauchschweine.

 

Vielfach werden Haustiere in Zoos eher unbeachtet gelassen, aber teilweise können sie durchaus sehr interessant sein, wenn man sich näher mit ihnen befaßt, zumal wenn sie wie die im letzten Beitrag vorgestellten Hamburger Hühner ungewöhnliche anatomische Merkmale besitzen, die man bei ihren wilden Verwandten nicht findet. So zeigen beispielsweise Schweinerassen wie diese asiatischen Zwergschweine unter anderem eine extreme Kurzbeinigkeit,  in Verbindung mit einer sehr starken Verkürzung des Schädels und einem durchhängendem Rücken.

Auf dieser Aufahme sieht man auch ganz gut, wie breit der Schädel dieser Schweine im Vergleich zur Länge ist:

Die Verkürzung des Schädels hat auch Konsequenzen für die Zähne, denn dadurch dass die Eckzähne von Schweinen ein insbesondere bei den Ebern stark ausgeprägtes Dauerwachstum haben, führt ein Mangel an Abnutzung zu teilweise extremen Ausbildungen. Normalerweise schleifen sich die oberen und unteren Eckzähne gegenseitig ab, wobei sehr scharfe Kanten entstehen, welche sowohl bei innerartlichen Konfrontationen, als auch zur Verteidigung gegen Feinde benutzt werden. Wenn aber beispielsweise durch eine Verkürzung des Schädels die Zähne so stehen, dass sie sich nicht mehr gegenseitig abschleifen können, wachsen sie immer weiter und weiter, es sei denn sie brechen ab, was auch bei diesem Schwein auf der einen Seite passiert zu sein scheint.

Auf der anderen Seite dagegen ist der Zahn allerdigs schon ziemlich lang, und es fehlt nicht mehr viel, und er wächst in die Backe:

Hier noch mal eine Detailansicht des Kopfes welche ihn komplett zeigt:

Hier sieht man auch noch mal ganz gut die bei dieser Rasse teilweise (wohlgemerkt teilweise, nicht alle Exemplare zeigen dieses Merkmal in gleicher Ausprägung) sehr stark ausgebildeten Falten am Rücken und den Flanken. Interessanterweise zeigen die Falten an den Gliedmaßen zumindest bei diesem Exemplare ansatzweise Ähnlichkeiten zu der auf typische Weise sehr stark gefaltetene Haut von Panzernashörnern.

Noch eine Ansicht von oben:

Natürlich gehen alle diese ungewöhnlichen Merkmale mit einer entsprechenden Veränderung des Skelettes einher, also eine starke Verkürzung und Verbreiterung des Schädels mitsamt diversen Zahnfehlstellungen, massiv verkürzten Gliedmaßenknochen und einer durchhängenden Wirbelsäule. Leider habe ich bisher noch nirgends Zeichnungen oder Photos von Skeletten solcher Hängebauchschweine gesehen, geschweige denn eines in Original in einem Museum, sondern lediglich ein paar Photos von Schädeln.

Der bizarre Kamm der Hamburger Hühner

Eingetragen am 25. August 2010 von Markus Bühler

Vor kurzem war ich in dem kleinen Esslinger Zoo in der Nähe von Stuttgart. Der Zoo ist wirklich nur ziemlich klein, aber er bietet doch zumindest ein paar sehr interessante Bewohner, von denen ich einige bisher noch in keinem anderen Zoo irgendo sonst gesehen habe. Man findet dort zugegebenerweise nur eher wenige richtige Exoten, dafür aber auch eine Reihe von sehr interessanten Haustieren, darunter Hamburger Hühner. Diese trotz des etwas irreführenden Namens ursprünglich aus England kommende Hühnerrasse fällt vor allem durch einen ausgesprochen seltsamen Kamm auf. Statt des typischen Hahnenkammes besitzen sie eine breitflächige “Kappe” mit multiplen Reihen kleiner Zipfel und einem einzelnen langen nach hinten weisenden Zacken:

Es ist schon wirklich erstaunlich wie Mutationen und Selektion ein Organ wie den Kamm eines Hahnes derartig verändern können. Dies zeigt auch einmal wieder, dass man auch nicht nur bei Wildtieren, sondern auch bei Haustieren immerwieder sehr interessante Dinge entdecken kann.

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Schnabelfehlbildungen bei Vögeln

Eingetragen am 11. August 2010 von Markus Bühler

So, das wird der vorest mal letzte Post über Missbildungen, auch wenn ich natürlich schon noch eine Reihe von Photo auf Lager hätte. Aber ich möchte mal wieder über etwas anderes schreiben, zumal ich heute eine Reihe von neuen Zoophotos gemacht habe, von denen ich eigentlch auch einige auf dem Blog zeigen wollte. Also, heute vorerst zum letzten Mal, ein paar Abnormitäten aus dem Jagdmuseum Hørsholm.

Diesmal handelt es sich um Fehlbildungen bei Vogelschnäbeln. Die Schnäbel von Vögeln bestehen zum großen Teil aus Keratin, und wachsen zeitlebens weiter, teilweise sogar erstaunlich schnell. Die Hornscheiden des Ober-und des Unterkiefers schleifen sich dabei zu einem mehr oder weniger starken Grad gegenseitig ab, teilweise können auch Handlungen die zum Erlangen der Nahrung oder Bauen von Nistgelegenheiten zu einem erheblichen Verschleiß an Hornsubstanz führen, etwas bei Spechten. Die logische Folge davon ist, dass wie bei Säugetierzähnen mit Dauerwachstum fehlende Abnutzung zu ziemlich kuriosen Formen führen kann, etwa wenn Ober-und Unterkiefer durch Fehlbildungen oder Frakturen nicht mehr richtig aufeinanderpassen, und sich nicht gegenseitig abschleifen. Ein gutes Beispiel dafür ist etwa dieser Tannenhäher, bei dem der Schnabel überkreuzt ist:

Hier sieht man noch mal wie stark Ober-und Unterkiefer gegeneinander verschoben sind:

Bei diesen beiden Nebelkrähen sieht man ebenfalls recht absonderliche Schnabelformen:

Bei dem weiter oben sitzenden Vogel könnte eventuell durch eine verletztungsbedingte Verlagerung des Unterkiefers die Kreuzbildung entstanden sein, bei der anderen Nebelkrähe und auch bei dem Tannenhäher habe ich aber eher den Verdacht, dass eine Wachstumsstörung vorlag, bei welcher der rechte Teil des Schnabels schneller wuchs, und so der ganze Schnabel nach links verdreht wurde.

Noch mal ein paar Köpfe von Rabenvögeln, bei denen die fehlende Abnutzung der Schnabelspitzen zu einer sehr stark ausgeprägten Kreuzbildung führte:

Hier sieht man noch zwei Fasane bei denene die Schnäbel ebenfalls, man kann es sich sicher schon denken, nicht gerade normal sind:

 

Was in diesen Fällen genau dahintersteckt, vermag ich aber auch nicht genau zu sagen. Hier ist noch mal ein präparierter Schädel eines Fasans, welcher ebenfalls einen recht deutlichen Kreuzschnabel aufweist:

Ein paar Albinos

Eingetragen am 7. August 2010 von Markus Bühler

Die Reihe von Kurisitäten wird heute mit einigen albinotischen und teilalbinotischen Tieren fortgeführt. Dieses Reh ist besonders interessant wie ich finde, da die nur partielle Weißfärbung des Fells fast schon wie bei einem domestizierten Tier aussieht: