Bizarre Haie Teil 1: Der Viper-Dornhai

Nachdem die letzte Reihe mit den Chimären eine eher weniger bekannte Gruppe innerhalb der Knorpelfische behandelte, möchte ich mich nun den Haien widmen. Allerdings möchte ich hier ganz bewusst nicht die besonders großen oder besonders bekannten Arten behandeln, sondern vor allem ein paar der besonders ungewöhnlichen, obskuren und im allgemeinen eher unbekannten Arten.

Eine Art, welche jene Anforderungen aufs Vorzüglichste erfüllt, ist der Viper-Dornhai Trigonognathus kabeyai. Dieser kleine zu den Laternenhaien gehörende Hai ist die bisher einzige Art in seiner Gattung und wurde erst 1990 beschrieben, und über seine Biologie ist nach wie vor nur sehr wenig bekannt. Er erreicht eine Länge bis etwa 54 cm, bei einem Maximalgewicht von einem knappen Pfund. Leider habe ich lediglich die von Wikipedia verfügbaren Photos welche Kopfansichten und nicht den ganzen Körper zeigen.

Viper-Dornhaie tragen ihren Namen zu vollem Recht, denn ihre Zähne erinner tatsächlich an die langen Giftzähne von Vipern.

Trigonognathus_kabeyai_head_2

Außer dass vor allem die vorderen Zähne extrem dünn sind, fällt auch auf dass im vordersten Kieferabschnitt nur jeweils ein einziger, medial angeordneter Zahn liegt.

Das wirklich erstaunliche aber sind die extrem beweglichen Kiefer, welche wie beim bekannteren und viel größerem Koboldhai sehr weit nach vorne gestreckt werden können, wie man auf diesen Bildern von Fishbase sowie einer japanischen Website sieht:

Bild 1

Bild 2

Bild 3

Auch Koboldhaie haben sehr lange und dünne Zähne, sind aber nicht näher mit den Viper-Dornhaien verwandt.

Weiter unten sieht man noch zwei weitere Photos von Kopfansichten, welche wie das erste von Wikipedia stammen:

Trigonognathus_kabeyai_head_3

Wie andere Laternenhaie haben Viper-Dornhaie extrem große Augen, sowie Leuchtorgane an den Bauchseiten und am Schwanzstiel. Sie leben in Tiefen von etwa 330 bis 360 Metern, und wahrscheinlich spielen ihre Leuchtorgane eine Rolle beim Anlocken von Beutetieren.

Trigonognathus_kabeyai_head_1

Bisher hat man Viper-Dornhaie nur im Nordpazifk vor Japan sowie ein einziges Mal auch im Zentralpazifik vor Haiwaii gefangen (Verbreitungskarte von Wikipedia).

Trigonognathus_kabeyai_distmap

 

Quellen:

Wetherbee, B. & Katura, S. (2000) Occurrence of a Rare Squaloid Shark, Trigonognathus kabeyai, from the Hawaiian Islands. Pacific Science 54(4) 389–394

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Chimären Teil 4: Die fossile Seekatze Acanthorhina jaekeli

Chimären sind eine uralte Unterklasse innerhalb der Knorpelfische, welche sich bereits vor über 385 Millionen Jahren im Oberen Devon von den Vorfahren der heutigen Haie und Rochen abspalteten. Insofern ist es auch wenig verwunderlich, dass sie nur relativ wenig Ähnlichkeiten mit diesen aufweisen. Einstmals waren sie noch weitaus artenreicher und vielgestaltiger als heute, und umfassten zahlreiche verschiedene Ordnungen, von denen heute aber lediglich noch die Seekatzen (Chimaeriformes) existieren. Allerdings reichen auch diese bereits extrem weit in die Vergangeheit zurück, wie man sehr schön an diesem Fossil von Acanthorina jaekeli aus dem Posidonienschiefer Holzmadens im Museum für Naturkunde in Stuttgart sehen kann, welches sich kaum von den heutigen Arten unterscheidet:

Acanthorhina_jaekeli

Das Photo, sowie auch das weiter unten zu sehende, ist ein leicht abgewandeltes Photo von Wikipedia Commons, da jene die ich selbst vom ganzen Fossil aufgenommen habe, leider nicht so gut geworden sind. Hier habe ich die Rekonstruktionszeichnung von Acanthorina welche im Museum zu sehen ist, einmal mit dem Fossil auf etwa gleiche Größe zusammengeschnitten:

Acanthorhina jaekeli

Wie heutige Seekatzen hatte auch Acanthorhina einen sehr langen Flossenstachel an der Basis der ersten Rückenflosse, welcher vermutlich auch wie bei heutigen Arten mit einer Giftdrüse in Verbindung stand. Diese Flossenstacheln entsprechen nicht den aus Flossenstrahlen hervorgegangenen Giftstacheln die man bei manchen Knochenfischen wie etwa den Steinfischen findet, sondern wie die Stacheln von Dornhaien oder Stachelrochen sind dies ursprünglich zahnartige Gebilde der Haut, ähnlich den Dentikeln welche der Haut von Haien und Rochen eine so sandpapierartige Oberfläche verleihen.

Das Detailbild des Schädels von Acanthorhina ist mir glücklicherweise sehr gut gelungen, weshalb ich hier auf ein eigenes Photo zurückgreifen kann. Man sieht sehr schön die für viele Chimären typisch spitz ausgezogene Schnauzenspitze, das unterständige Maul und die großen Augen. Die Lebensweise dürfte sich kaum von jener der lebenden Arten unterschieden haben. Ob der Knorpel im Stirnbereich über den Augen tatsächlich dem Stirnanhängsel moderner männlicher Seekatzen entspricht, oder ob es sich hier nur um ein Artefakt durch ein verrutschtes Schädelfragment handelt, vermag ich allerdings nicht zu sagen. Ich vermute allerdings eher letzteres.

Acanthorina rtjaekeli Stuttga

 

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Chimären Teil 3: Die Seekatze Chimaera monstrosa

Die Seekatze Chimaera monstrosa ist nicht nur eine der bekannsten Chimären, sondern zweifellos auch jene Art mit dem klangvollsten wissenschaftlichen Namen. Dass auch der Name “Seekatze” nicht völlig aus der Luft gegriffen ist, kann man auch gut auf diesem Photo sehen (wie alle anderen in diesem Post von Wikipedia Commons):

Chimaera_monstrosa

Seekatzen sind wie ihre Verwandten primär Bodenbewohner und kommen bis in Tiefen von etwa 1000 m vor. Eine Anpassung an diesen Lebensraum sind die riesigen Augen, welche ähnlich wie die Augen von Katzen das Restlicht reflektieren.

Chimaera_monstrosa_NOAA

Seekatzen haben starke Kieferplatten, mit welchen sie die Schalen von Krebstieren, Mollusken und Stachelhäutern aufknacken.

Chimaera_monstrosa_head

Auf diesem Photo sieht man eine Seekatze in ihrem natürlichen Lebensraum:

Chimaera_monstrosa_deep_sea

 

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Chimären Teil 2: Die Australische Pflugnasenchimäre

In Anlehnung an die Seeratte auf dem letzten Bild des Tages gibt es heute eine Australische Pflugnasenchimäre (Callorhinchus milii) aus dem Aquarium von Melbourne, dieses Mal von Wikipedia:

Australische Pflugnasenchimäre (Callorhinchus milii) von Wikipedia

Pflugnasenchimären, welche im Englischen den kuriosen Namen “elephant-sharks” tragen, gehören ebenso wie die Seeratten zu den Knorpelfischen. Sie werden bis etwa 120 cm lang, bleiben aber normalerweise kleiner. Sie ernähren sich vor allem von verschiedenen im oder auf dem Bodensediment lebenden Wirbellosen, wobei ihnen ihre kurios geformte Schnauzenpartie hilft diese zu finden. Diese ist interessanterweise assymetrisch geformt und zur Seite gebogen, so dass sie tatsächlich einem Pfug in der Form ähnelt.

 

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Chimären Teil 1: Die Gefleckte Seeratte

Heute gibt es wieder einmal ein Kuriosum der Natur, die Gefleckte Seeratte (Hydrolagus colliei). Diese Art gehört zu den Kurznasenchimären, einer Familie von Knorpelfischen die sehr weitläufig mit Haien und Rochen verwandt ist. Chimären leben vor allem am Meeresboden, teilweise auch in großen Tiefen, und ernähren sich vor allem von hartschaligen Wirbellosen wie Krebstieren, Muscheln und Schnecken, teilweise aber auch Fischen.

Aus dem Jagd-und Fischerei-Museum München

Aus dem Deutschen Jagd-und Fischereimuseum München

Ich vermute dass es sich bei der gefleckten Seeratte auf dem Photo nicht um ein Präparat, sondern um einen Abguss handelt. Sie war neben vielen anderen hochinteressanten Exponaten letztes Jahr in einer Sonderausstellung über Haie und Rochen des Deutschen Jagd-und Fischereimuseums in München ausgestellt.

 

 

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Bild des Tages: Pakarana

In Weiterführung der Serie über ungewöhnliche und eher wenig bekannte Säuger gibt es heute ein Photo einer Pakarana (Dinomys branickii), eines großen südamerikanischen Nagetiers. Pakaranas gehören nach den Capybaras zu den größten noch lebenden südamerikanischen Nagetieren und erreichen Gewichte von 10-15 kg. Dieses Exemplar steht in der Zoologischen Schausammlung in Heidelberg.

Pakarana Zoologische SchausammlungHeidelberg

 

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Bild des Tages: Weißbauchschuppentier

Ich versuche gerade den Blog wieder etwas zu beleben und wieder wenigstens mehr Bildes des Tages zu veröffentlichen. Das ist trotz einer riesigen Menge potentiell verwendbarer Photos in meinen Archiven weitaus schwieriger als man denken könnte, denn vieles würde eigentlich einen recht umfangreichen Begleittext erfordern, was aber aus Zeitgründen in der Regel schlichtweg nicht möglich ist. Daher versuche ich zumindest nach Möglichkeit Photos von Tieren zu veröffentlichen, die allgemein eher unbekannt und nach Möglichkeit auch interessant sind. Aus diesem Grund gibt es im Anschluss an das Braunborsten-Gürteltier und den Strandgräber heute ein weiteres kurioses Säugetier, das Weißbauchschuppentier (Manis tricuspis, beziehungsweise Phataginus tricuspis), photographiert in der Zoologischen Schausammlung in Tübingen.

Weißbauch-Schuppentier

 

Es gibt so vieles über Schuppentiere auf dass es sich näher einzugehen lohnen würde, aber das würde bereits viel zu weit gehen, sowohl in Bezug auf ihre Evolution, ihr Verhalten als auch auf ihre wirklich sehr, sehr bizarre Anatomie.

 

 

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Bild des Tages: Strandgräber

Das heutige Bild des Tages ist ein Strandgräber (Bathyergus suillus) aus der Zoologischen Schausammlung in Tübingen.

Bathyergus suillus Zoologische Schausammlung Tübingen

Diese bis etwa 35 cm groß werdenden südafrikanischen Nagetiere leben vor allem unterirdisch, was sich auch stark in ihrem Körperbau wiederspiegelt. Ihr Körper ist kräftig und kompakt, mit großem Kopf und kurzen Beinen, feinem dichten Fell und kurzem Schwanz. Die Augen und Ohrmuscheln sind wie bei vielen anderen under der Erde lebenden Säugern sehr klein, dafür sind die Nagezähne stark vergrößert, da sie zum Graben benutzt werden. Die Lippen können auch bei geöffneten Kiefern geschlossen werden, so dass sie beim Graben keine Erde ins Maul bekommen.

Hier sieht man noch eine sehr schöne Zeichnung eines Strandgräber-Skeletts (von Wikipedia):

Bathyerggus suillus Skelett (von Wikipedia)

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Bild des Tages: Braunborsten-Gürteltier

Die Blogposts über meine Kreta-Reise haben sich bisher als sehr langwierig zu schreiben erwiesen, daher möchte ich zwischendurch wieder ein paar kürzere Artikel, beziehungsweise Bilder des Tages veröffentlichen, bis der nächste Teil fertig ist.

Das heutige Bild des Tages ist das Photo eines Brauborsten-Gürteltieres (Chaetophractus villosus) samt zugehörigem Schädel aus dem Rosenstein-Museum in Stuttgart:

Braunborsten Gürteltier Rosenstein-Museum

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Naturerkundung auf Kreta Teil 2: Am Kournas-See

Panorama

Eines der schönsten Ausflugsziele auf meiner Kretareise war der Kournas-See in derNähe von Georgioupolis. Der See ist das einzige größere natürliche Gewässer der Insel, und malerisch direkt vor hochaufragenden Berghängen gelegen. Er erstreckt sich auf einer Länge von etwa 1,5 km und ist bis circa 45 m tief, an den meisten Stellen aber erheblich flacher. Leider führt kein Weg um den ganzen See, sondern nur vom natürlichen Abfluss im Norden bis zu seinem südwestlichen Bereich. Der Rest ist größtenteils von dichtem Gestrüpp bewachsen, und praktisch unpassierbar.

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Eines der ersten Tiere das ich am See gesehen habe war dieser Kreta-Wasserfrosch (Pelophylax cretensis):

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Leider blieb er auch so ziemlich der einzige Frosch den ich am ganzen See gesehen habe.

Wenn man direkt vom Abfluss des Sees aus nach Osten läuft, findet man mehrere kleine Tümpel, welche mehr oder weniger direkt mit dem See verbrunden sind.

Es lohnt sich sehr diese Tümpel einmal genauer anzuschauen, da sich in ihnen eine Reihe interessanter Tiere finden. So entdeckte ich beispielsweise ein paar kleinere Kaspische Bachschildkröten (Mauremys caspica) zwischen den Ästen versunkener Bäume. Allerdings waren diese sehr scheu, und es war auch sehr schwer von ihnen Photos zu machen.

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Ein Blick über einen der tümpelartigen Seeausläufer in Richtung des Abflusses nach Norden.

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Was speziell in diesen kleinen Tümpeln auffällt, ist die riesige Menge an kleinen Fischen. Es handelt sich dabei um Koboldkärpflingen (Gambusia affinis), eine Art welche eigentlich aus dem südlichen Bereich des nordamerikanischen Kontinents stammt, und nahe mit den bekannten Guppys verwandt ist. Zur Bekämpfung von Moskitolarven wurden diese Fische aber in vielen Teilen der Welt ausgesetzt, und sind daher nun auch in weiten Gebieten des Mittelmeerraumes zu finden, wobei ihre Fähigkeit sowohl in Süßwasser als auch in Brackwasser zu leben sicherlich dazu beigetragen hat, auch eine Vielzahl unterschiedlicher Lebensräume zu besiedeln.

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Die kleinen Fische zu photographieren ist gar nicht so einfach, vor allem wegen der Lichtbrechung und der starken Sonneneinstrahlung.

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Wenn man genau hinschaut, sieht man teilweise außer den Koboldkärpflingen auch kleine durchsichtige Süßwassergarnelen.

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Um welche Garnelenart es sich hierbei handelt, kann ich aber leider nicht sagen.

Leider führt kein Weg zu den hinter dem See gelegenen Bergen.

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Hier einmal eine Sicht vom südlichsten Bereich des Sees den man noch erreichen kann. Man sieht im Hintergrund diverse Tavernen und Bootsverleihe. In diesem Bereich in welchem der See auch seine Quellen hat, ist er auch am tiefsten. Ich hatte leider keine Zeit auch noch eine Fahrt mit einem Tretboot zu machen, sonst hätte ich mir auch das Süd-und Westufer des Sees näher anschauen können.

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Neben einigen Bachschildkröten welche ich im dichten Gestrüpp nahe dem Ufer entdeckte, waren dies die ersten Exemplare von denen ich einigermaßer brauchbare Bilder machen konnte. Allerdings waren selbst diese Schildkröten extrem scheu, und sprangen von dem Ponton ins Wasser, obwohl ich mich noch in einer Entfernung von etwas 50 m befand.

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Während meines gesamten Urlaubes habe ich nach Gottesanbeterinnen Ausschau gehalten, aber leider konnte ich keine einzige entdeckten. Diese an einen Stein geklebt Oothek war der einzige Hinweis auf sie, den ich finden konnte.

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Vögel habe ich am See insgesamt nur recht wenige gesehen, insbesondere Wasservögel konnte ich fast keine entdecken, dafür aber immerhin einen wunderschönen Distelfink beim Trinken:

Distelfink

Neben den Koboldkärpflingen gibt es auch zahlreiche Goldfische im Kournas-See. Diese sind dort zweifellos schon vor längerer Zeit ausgesetzt worden, denn ihrer Anzahl und Größe nach haben sie sich dort inzwischen schon in mehreren Generationen vermehrt. Dabei fiel mir auch auf, dass unter den Goldfischen zahlreiche ungefärbte Exemplare waren. In der Goldfischzucht werden diese ausselektiert (was mich nicht davon abgehalten hat gerade einen wildfarbenen Shubukin für einen meiner Teiche zu kaufen), in der Natur ist aber tendenziell eher das Gegenteil der Fall. Auffallend war auch die Größe der Goldfische. Schon die auf dem Photo zu sehenden waren wohl schon etwa im 20-25 cm-Bereich, und deutlich größer als die meisten Teichgoldfische. Auch waren sie keineswegs verfettet, wie man das sonst oft sieht, sondern entsprachen in ihrer Körperform genau der Wildform, dem Giebel. Ich entdeckte dort auch den zweitgrößten Goldfisch den ich jemals gesehen habe, welcher eine Länge von etwa 35 cm hatte, und in seinen Dimensionen eher einem kleineren Kapfen entsprach. Der allergrößte den ich je gesehen habe schwimmt übrigens in einem der Teiche im Zoo Hellabrunn. Viele machen sich nicht bewusst, dass Goldfische durchaus das Potential haben erhebliche Größen zu erreichen. Dafür brauchen sie aber nicht nur einen entsprechenden Lebensraum, sondern auch Zeit, was ein Grund dafür ist, dass wirklich große Goldfische auch ziemlich teuer sind.

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Mit etwas Glück entdeckt man neben den schwer zu übersehenden Goldfischen auch dunkle Schlangen im oder am See. Hierbei handelt es sich um eine schwarze Form der Würfelnatter (Natrix tessellata). Diese sind für Menschen völlig ungefährlich und ernähren sich größtenteils von Fischen. Die über den Grund schwimmende Würfelnatter ist sehr schlecht zu sehen, daher habe ich sie einmal mit einem roten Kreis eingerahmt.

Würfelnatter

Auf meinem Rückweg zum Nordende des Sees entdeckte ich plötzlich im Gestüpp auf der Gegenseite eine Bewegung, die ich aber absolut nichts zuordnen konnte. Ich sah lediglich dass etwas orangenes ruckartig unter den Ästen zuckte. Ich stellte die Kamera auf maximale Vergrößerung und machte einfach mal auf Gutglück ein Bild. Erst am Abend konnte ich dann am Bildschirm des Laptop sehen, dass es sich um eine Würfelnatter gehandelt hat, welche einen Goldfisch gefangen und ans Ufer gezogen hat. Das hier zu sehende Photo ist nur ein Teilausschnitt des ursprünglichen Photos, entsprechend ist es leider etwas unscharf. Aber immerhin scheinen sich die eingeführten Goldfische, und vermutlich auch die Koboldkärpflinge, zumindest dahingehend positiv auszuwirken, als dass sie Beutetiere für die ansässigen Fischfresser sind.

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Im Kournas-See gibt es auch Süßwasserkrabben der Art Potamon potamios, welche teilweise auch im Uferbereich zu sehen sind. Leider konnte ich aber am See direkt keine einzige sehen, lediglich eine ihrer in den Uferschlamm gebauten Wohnhöhlen mit aufgeschichtem “Turm”.

Süßwasserkrabben-Burg

Erstaunlicherweise machte ich einige der schönsten Photos nicht am See selbst, sondern etwas entfernt auf dem Weg zurück Richtung Georgiopoulis an einer kleinen Brücke über einen schmalen Teil des Wassergrabens welcher vom See aus zum Meer fließt. Dort entdeckte ich insgesamt fünf Kaspische Bachschildkröten, welche im Gegensatz zu ihren Artgenossen am See alles andere als scheu waren, und sich von der Brücke aus sehr gut photographieren ließen.

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Eine der Schildkröten war noch sehr klein, mit einer Panzerlänge von weniger als 10 cm. Man sieht auch dass die am Hinterrand des Panzers gelegenen Zacken noch stärker ausgeprägt waren als bei dem erwachsenen Exemplar auf dem vorigen Photo.

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Bei einer der Schildkröten handelte es sich ganz offensichtlich um ein Männchen, welches ins offensichtlch amouröser Absicht ein Weibchen verfolgte. Unten links im Bild sieht man übrigens auch eine der in diesem Graben recht zahlreichen Meeräschen, welche von der Mündungs aus bis kurz vor den See geschwommen sind.

Bachschildkröten und Meeräsche

Zwischen den Schildkröten konnte ich auch die erste und einzige Süßwasserkrabbe entdeckten, aber leider war sie nur so kurz zu sehen, dass ich kein Photo von ihr machen konnte.

Auf der anderen Seit der Brücke entdeckte ich dann noch ein brütendes Teichhuhn.

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Als es nach einiger Zeit aufstand, konnte man auch sein  Gelege bewundern.

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Wer im Nordwesten Kretas Urlaub macht, dem sei unbedingt ein Ausflug zum Kournas-See empfohlen, denn er ist sicher einer der schönsten Orte auf der Insel.

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