Bestiarium

Fantastisches aus Biologie, Paläontologie und Kryptozoologie

Der Riesentausendfüßer Arthropleura – der größte Landarthropode aller Zeiten

Eingetragen am 23. August 2009 von Markus Bühler

Es gibt zahllose Horrorfilme- und Geschichten in denen riesigen Insekten, Monsterspinnen oder andere Arthropoden von gigantischer Größe vorkommen. Mit der Wirklichkeit haben diese aber praktisch gar nichts gemein, denn kein einziges lebendes Insekt oder ein anderer landbewohnender Gliederfüßer erreicht wirkliche Monsterdimensionen. In früheren Zeiten war das aber noch anders, denn es hat durchaus einige terrestrische Arthopoden gegeben, welche durchaus gut in einem Horrorfilm mitspielen könnten. Es gab Riesenlibellen wie Meganeura, welche mit einer Flügelspannweite von ca. 75 cm in etwa so groß war wie ein Turmfalke. In der BBC-Doku “Die Ahnen der Saurier” mußte das ganze natürlich völlig maßlos übertrieben werden, denn obwohl die richtige Spannweite angegeben wurde, behauptet der Sprecher selbstsicher dass diese Riesenlibelle so groß gewesen sei wie ein Adler…Hier sei angemerkt, dass selbst die allerkleinsten echten Adler wie etwa der Kanninchenadler Aquila morphnoides nicht so klein sind. Ein anderer Schnitzer war die Riesenspinne, welche als Mesothelae bezeichnet wurde, und munter auf die Jagd nach frühen Landtetrapoden ging. Tatsächlich gab es aber nie so großen Spinnen. Megarachne, welche als Vorlage für die Riesenspinne diente, hat sich nämlich im Nachhinein als ein im Wasser lebender Verwandter der Seeskorpione entpuppt. Es gab noch einen weiteren Riesenarthopoden welche in der Doku vorkam, und um welchen es in diesem Blogpost auch primär gehen soll, den Riesentausendfüßer Arthropleura. Unter allen bekannten landbewohnender Gliederfüßern erreichte Arthropleura die bei weitem gewaligsten Ausmaße, welche durchaus an die größten Meeresskorpione heranreichte, wenngleich auch die Masse mit Sicherheit viel geringer war. Die größten Exemplare von Arthropleura erreichten eine Länge von etwa 2,6 m, und das ist wirklich Monstergröße.

Arthropleura

Dieses schöne Modell stammt übrigens aus dem Naturkunde-Museum Karlsruhe. Hier noch mal eine andere Ansicht:

Arthropleura (2)

In der BBC-Doku wird Arthopleura dargestellt, wie sie sich zur Verteidigung kobraartig aufrichtete. Dass sie das tatsächlich getan haben, ist bei aller Medienwirksamkeit aber sehr sehr unwahrscheinlich. Zunächst einmal gibt es keinerlei Indizien dafür, das sie überhaupt so etwas gemacht haben. Zum Anderen halte ich es für beinahe unmöglich, dass sie rein anatomisch dazu in der Lage gewesen sein sollen. Der computeranimierte Riesentausendfüßer der BBC richtet sich etwa zur halben Körperhöhe auf, so dass er L-förmig gebogen ist. Aus rein statischen Gesichtspunkten ist das schon bei so einem Tier fast unmöglich. Wer sich das mal selbst ansieht (etwa bei Youtube, da kann man die einzelnen Folgen auch anwählen), merkt schnell wie unrealistisch das aussieht.  Selbst Schlangen können nur einen relativ geringen Teil ihres Vorderkörpers nach oben recken, und das obwohl sie fast nur aus Muskeln bestehen und über eine Wirbelsäule als Stütze verfügen, und keine völlig überdimensionierten Extremformen von Exoskelett-tragenden Wirbellosen sind. Irgendwie finde ich es schon ziemlich traurig, dass man zugunsten der Medienwirksamkeit immer solche Effekthascherei verwenden muss, zumal vielen Zuschauern vermittelt wird, dass es sich dabei um Tatsachen, und nicht nur reine Spekulationen handelt. Auch bei den anderen Dokumentationen dieser Art haben sich ja einige grobe Schnitzer ereignet, und auch die Rekonstruktionen sind leider teilweise nicht unbedingt wirklichkeitsnah. Nichtsdestotrotz sind diese Serien wirklich toll, zumal sich dabei oftmals ziemlich unbekannten Tieren gewidmet wird.

Arthropleura (3)

Arthropleura ist übrigens auch in Deutschland dokumentiert worden, etwa durch dieses Fossil der “nur” etwa einen Meter langen Art Arthropleura armata, welche im Saarland gefunden wurde, und ebenfalls in Karlsruhe ausgestellt ist:

Arthropleura armata Saarland

Man kennt aber auch Fossilien der deutlich größeren Formen von Arthropleura aus Deutschland. Ich denke ein Hauptgrund dafür, dass diese Tiere derartig riesig werden konnten, liegt in ihrem Körperbau. Die Anatomie der Arthropoden mit aus Chitin aufgebautem Exoskelett erlaubt nur einge gewisse Belastung. Daher hätten Rieseninsekten von den Ausmaßen Arthropleuras schon allein aufgrund der zierlichen Gliedmaßen enorme Probleme, da das ganze Gewicht auf nur sechs Beine verteilt würde. Bei Tausend-und Hundertfüßern sieht die Sache aber ganz anders aus. Dadurch dass das Körpergewicht auf mehrere Dutzend Beine verteilt wird, spielt das Gesamtgewicht nur noch eine untergeordnete Rolle, solange die Belastung jedes einzelnen Beinpaares nur nicht zu hoch wird. Nach dem gleichen Prinzip könnte man auch ein Auto auf eine Platte stellen, die nur von Streichhölzern gestützt wird, solange es derer nur genug sind. Interessanterweise kennt man sogar eine Reihe versteinerter Fußspuren dieser Tiere. Ich finde es auch dahingehend etwas seltsam, dass heute keine auch nur annährend so großen Hundert-und Tausenfüßer mehr gibt, selbst wenn einige Arten doch sehr beachtliche Ausmaße erreichen können (dazu irgendwann mal mehr). Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass es nur mit dem damals höhreren Sauerstoffgehalt der Atmosphäre zu tun hat, den um zu einer solchen gewaltigen Größe heranzuwachsen, waren bei Riesenarthropoden wie Meganeura und Arthropleura sicherlich immer noch massive Veränderungen der ursprünglichen Atmungsorgane nötig.

Ebenfalls nach wie vor mysteriös ist die Ernährung von Arthropleura. Während die einen davon ausgehen, dass sie ähnlich den meisten heutigen Tausendfüßern vor allem verrottendes Pflanzenmaterial gefressen haben, vermuten andere dass es sich bei ihnen um Apexprädatoren handelte, die selbst noch hundegroße Wirbeltiere erbeuteten, und damit eher den räuberischen Skolpendern geähndelt haben.

“Süßwasser-Schiffshalter”

Eingetragen am 21. August 2009 von Markus Bühler

Schiffshalter sind sicher den meisten bekannt. Diese kleinen bis mittelgroßen Fische halten sich mit Hilfe eines sehr komplexen Organes das sich aus einer ihrer Rückenflossen enwickelt hat, an größeren Wasserbewohnern wie großen Haien, Rochen oder Schildkröten fest, und lassen sich von ihnen mittragen. Dass es ein ähnliches Verhalten auch noch bei völlig anderen Fischen, und dazu obendrein noch im Süßwassser gibt, konnte ich im Berliner Tierpark sehen. Dort gibt es in der großen Halle in welcher auch die Innengehege der Elefanten untergebracht sind, ein großes Becken mit südamerikanischen Manatis. Neben diesen Seekühen (welche in voller Lebensgröße wirklich beeindruckend riesig sind) gibt es dort auch Heerscharen von Fischen, vor allem Lebendgebärende wie Guppys, Schwertträger und Platys, von denen einige auch wahrlich riesige Ausmaße habe. Interessant war auch, dass diese kleinen Fischen den langsamen Seekühen beim Schwimmen folgen, und an ihrer Haut herumfressen, beinahe wie Kühe auf einer Weide. Neben diesen immer noch recht kleinen Fischen waren auch einige recht beeindruckend große Harnischwelse von circa 40 cm Länge  mit im Becken, leider habe ich mir aber nicht den Artnamen gemerkt. Einer dieser großen Harnischwelse hatte sich dabei auf der Schwanzflosse eines Manatis festgesaugt, und ließ sich so durchs Becken chauffieren. Leider ist es extrem schwer durch die spiegelnden Scheiben Photos zu machen, zumal das Wasser recht trübe war, darum sind die Bilder die ich gemacht habe, auch nicht ganz optimal geworden:

Manati mit Wels

Da eine ganze Reihe von Harnisch-und Panzerwelsen auch in der Natur im gleichen Lebensraum mit Manatis vorkommt, frage ich mich inwieweit ein solches Verhalten auch unter natürlichen Bedingungen vorkommt. Manatis sind sehr große Tiere, genaugenommen sogar die größten Wildtiere des südamerikanischen Kontinents, außerdem fressen enorme Mengen an Wasserpflanzen. Das heißt dass sie nicht nur ihren Lebensraum dahingehend beeinflussen dass sie dem Wachstum von Wasserpflanzen Einhalt gebieten, und dadurch massiv mitgestalten, sondern auch gewaltige Mengen an Kot produziern, welcher als Nahrung für andere Tiere dient, und vor allem auch Nährstoffe für andere Pflanzen verfügbar machen. Hier noch mal ein anderes Bild:

Manati mit Wels (2)

Bilder des Tages: Urwalddingo

Eingetragen am 19. August 2009 von Markus Bühler

Der Tierpark in Berlin (nicht zu verwechseln mit dem ebenfalls in Berlin gelegenen Zoo Berlin, der weiter westlich ist) gibt es eine Vielzahl von Tieren, die man sonst kaum jemals zu Gesicht bekommt. Ein auf den ersten Blick vielleicht extrem unspektakulärer Bewohner, ist der aus Neuguinea stammende Urwalddingo. Er sieht im Prinzip nicht viel anders aus, als ein kleiner und relativ kurzfelliger Haushund, ein bisschen wie ein Husky oder ein anderer nordischer Hund wie der Laika. Es handelt sich dabei aber um eine gänzlich andere, sehr ursprüngliche und primitive Rasse, die vielfach verwildert lebt, und nur relativ wenige Domestikationszeichen trägt:

Urwald-dingo (3)

Diese Hunde sind auch nur ziemlich klein, bloß etwa 8-10 kg schwer. Sie sind auch etwas kleiner als die australischen Festlanddingos, die sich vermutlich aus ihnen entwickelt haben. Als Haushunde lassen sie sich trotz ihrer Zutraulichkeit nicht halten, doch halten sie sich häufig in der Nähe der Siedlungen der Ureinwohner auf, wo sie sich von verschiedensten Abfällen und Ratten ernähren. Manchmal helfen sie auch bei der Jagd. Interessant ist auch, dass sie nicht bellen, sondern “singt” eher, weshalb er im Englischen auch “singing dog” genannt wird.

Urwald-dingo (2)

Bild des Tages: Chamäleon-Skelett

Eingetragen am 18. August 2009 von Markus Bühler

Dieses wunderschöne Präparat eines Chamäleons (ich meine es war ein Jemenchamäleon) ist momentan in einer kleiner Sonderausstellung über verschiedene Tierpräparate im Naturhistorischen Museum Berlin zu sehen:

Chamäleon-Skelett Berlin

Mal abgesehen von der Leistung ein solcherlei fragiles Skelett in einer lebensechten Pose zu montieren, fallen auch wieder einiger der chamäleontypischen Merkwürdigkeiten auf, etwa der Kamm des Schädels, die stark modifizierten Füße sowie der Wickelschwanz.

Schon wieder Palmendiebe!

Eingetragen am 17. August 2009 von Markus Bühler

Ich hatte es ja schon mal über Palmendiebe, aber diese Tiere sind einfach dermaßen krass, dass ich kein Problem damit habe, schon wieder ein paar Photos dieser Riesenlandeinsiedlerkrebse zu bringen. Dieses hier stammt aus dem Zoo Berlin, wo man in einem großen Terrarium eines dieser Tiere bewundern kann, zumindest wenn man es findet (das ist zumindest als ich da gewesen bin, ziemlich vielen Leuten nicht gelungen):

Palmendieb Zoo Berlin

Zugegebenerweise sieht man auch hier nicht allzu viel, auch war dieses Exemplar noch ein gutes Stück von der Maximalgröße seiner Art entfernt. Dafür sieht man recht gut die intensive bläuliche Färbung, die bei Präparaten meistens nicht mehr zu sehen ist, es sei denn sie ist nachlackiert.

Hier noch ein paar Detailansichten eines präparierten Palmendiebes in der Darwin-Sonderausstellung des Naturhistorischen Museums Berlin:

Palmendieb

Und noch mal eines:

Palmendieb (2)

Man sieht dass der Hinterleib im Gegensatz zu anderen Einsiedlerkrebsen recht gut geschützt ist, und dicht an den Körper gepresst wird, und nicht in einem Schneckenhaus. Lediglich die jungen Palemdiebe verbergen ihren Hinterleib noch ganz in typischer Einsiedlermanier in Schneckenhäusern.

Bilder des Tages: Stiefelgeissbock mit ungewöhnlicher Hornform

Eingetragen am 16. August 2009 von Markus Bühler

Im weitläufigen Park um das Kreuzlinger Seemuseum (siehe letztes “Bild des Tages) sind auch einige Gehege und Volieren, in denen einige Wildvögel und seltene Haustierrassen zu sehen sind. Darunter sind auch einige Stiefelgeissen, eine alte Ziegenrasse aus der Schweiz. Dabei viel mir vor allem ein sehr großer und kräftiger Bock auf. Leider sieht man auf dem Photo schlecht wie groß er gewesen ist, denn selbst wenn man bedenkt dass er durch das lange Fell etwas massiger wirkt als er in Wirklichkeit ist, muss er immer noch gut 80 kg auf die Waage gebracht haben.

Stiefelgeiss Bock

Auf dem letzten Bild sieht man es nur schlecht, aber hier kann man gzt erkennen, dass die großen und dicken Hörner so eng beieinander stehen, dass sie beinahe wie ein einzelnes Horn aneinander entlang wachsen, bevor sie sich zur Seite biegen:

Stiefelgeiss extrem eng stehende Hörner

Hier noch mal von der Seite, wobei man noch besser sieht, wie die Hörner direkt aneinander anliegen:

Stiefelgeiss extrem eng stehende Hörner seitlich

Dass hörnertragende Haustiere wie Rinder, Schafe oder Ziegen zuweilen recht merkwürdige Ausbildungen der Form, Größe und Anzahl der Hörner hervorbringen, ist ja durchaus bekannt, doch diesen speziellen Fall fand ich doch kurios genug, um darüber zu bloggen. Auch unter den wildlebenden Arten findet man nichts entsprechendes, und selbst unter der vielgestaltigen Armada ausgestorbener Huftiere findet man kam etwas ähnliches. Hier noch ein kleines bisschen über die Stiefelgeiss:

Stiefelgeiss Information

Bilder des Tages: Partielle Blässhuhn-Albinos

Eingetragen am 3. August 2009 von Markus Bühler

Da es schon wieder Montag wird, noch ein paar Photos. War es beim letzten Mal ein Reh das zu Lebzeiten übermäßig viele Pigmente ausbildete, so kommt heute ein Photo zweier Blässhühner (Fulica atra), welche zu wenige Pigmente ausbildeten, und daher ein geschecktes Gefieder besaßen. Die beiden Präparate sind übrigens im Kreutzlinger Seemuseum, auf der Schweizer Seite des Bodensees, zu sehen. Dort gibt es auch noch diverse andere Präparate lokaler Vögel des Bodensees, einige interessante Informationen über die früheren Fischereimethoden, Nachzuchtprogramme und noch einige andere, aus zoologischer Sicht interessante Sachen.

Albino Blässhühner (3)

Albino Blässhühner

Albino Blässhühner (2)

Bild des Tages: hypermelanistisches Reh

Eingetragen am 30. Juli 2009 von Markus Bühler

Albinos kommen ja immer wieder bei allen möglichen Arten vor, auch beim Menschen, nämlich dann wenn der Körper zu wenig oder auch gar keine Pigmente bildet. Umgekehrt kann der Körper aber auch zu viele Pigmente bilden, ein Phänomen das besonders bei Jaguaren und Leoparden bekannt ist, und oft fälschlicherweise als “schwarze Panther” bezeichnet wird. Oft führen solche Mutationen zu einer verringerten Wahrscheinlichkeit zu überleben, etwa weil die Tarnung damit verhindert wird, aber es kann unter Umständen auch positive Folgen haben. Zum Einen können komplett schwarze Individuen teilweise durchaus in entsprechendem Lebensraum besonders gut getarnt sein, und zum anderen kann gerade in kalten Gebieten ein sehr dunkler Körper dabei helfen, die Körpertemperatur schneller zu erwärmen. Daher findet man etwa bei der Kreuzotter vor allem in höher gelegenen Regionen oft Schwärzlinge. Bei Säugern dürfte in aller Regel der Temperaturfaktor eine eher untergeordnete Rolle spielen, und eher die bessere Tarnung Schwärzlinge begünstigen. Es gibt etwa einige sumpfige Gegenden, wo man relativ häufig schwarze Rehe findet. Woher dieses spezielle Reh stammt, welches im Naturhistorischen Museum in Berlin ausgestellt ist, kan ich allerdings nicht sagen:

hypermelanistisches Reh

Einige interessante Missbildungen

Eingetragen am 27. Juli 2009 von Markus Bühler

Die Embryonalentwicklung ist eine ziemlich faszinierende und auch ziemlich komplizierte Sache. Aus einer einzigen befruchteten Eizelle bilden sich mehr und mehr Zellen, die sich immer weiter und weiter differenzieren, bis sie ganze Organe und Körperteile bilden, so dass letztendlich ein hochkomplexes Lebewesen aus einer Unzahl einzelner Zellen entstanden ist. Leider funktioniert das aber nicht immer so, wie es eigentlich sollte, denn während dieser Entwicklung ist der Organismus höchst anfällig für Störungen, und schon kleine Fehler in einem frühen Stadium können unter Umständen dramatische Auswirkungen haben. Besonders extreme Missbildungen können entstehen, wenn sich eineiige Zwillinge entwickeln, ohne dass sie sich komplett trennen. Dann können teilweise wahrhaft groteske Doppelbildungen enstehen. Ein paar solcher Fälle wollte ich heute vorstellen. Es handelt sich dabei um junge Ziegen mit verschiedenen ausgeprägten Doppelbildungen, die in einem kleinen Museum auf der Kanareninsel La Palma ausgestellt sind:

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Man muss sich aber vor Augen halten, dass es sich hierbei üblicherweise nicht um Mutationen handelt, auch wenn dies immer wieder fälschlich behauptet wird. Solche Missbildungen entstehen in der Regel durch äußere Reize welche zu einer Fehlleitung während der Embryonalentwicklung führt. Die DNA ist aber davon nicht betroffen, weshalb derartige Missbildungen auch nicht erblich sind. In sehr seltenen Fällen können auch einmal echte Mutationen für vergleichbare Ausbildungen sorgen, die dann auch tatsächlich erblich weiter gegeben werden können, etwa die gespaltene Wirbelsäule mit der doppelten Schwanzflosse die man bei einigen Zuchtformen des Goldfisches findet.

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Manchmal passiert es auch, dass ein Zwilling während der Embryonalentwicklung den anderen ganz oder teilweise resorbiert, was dann zuweilen zu ganz besonders bizarren Monstrositäten führt. Auch sind bei weitem nicht alle Fälle von teratologischen Zwillingsbildungen spiegelbildlich angeordnet, sondern teilweise auch spiegelverkehrt oder völlig ohne gegenseitige Orientierung.

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Bild des Tages: Iranischer Bachmolch

Eingetragen am 20. Juli 2009 von Markus Bühler

Heute gibt es leider nur ein Bild des Tages und nur ganz wenig Hintergrundinformationen, da ich zum Einen wenig Zei habe, und zum anderen wenig über das auf dem Photo zu sehende Tier weiß. Es handelt sich um einen wunderschön gefärbten Iranischen Bachmolch (Neurergus kaiseri), welcher auch Zagros Molch genannt wird. Dieses Exemplar bewohnt mit mehreren Artgenossen ein großes Aquaterrarium in der Ausstellung des Naturkundemuseums Karlsruhe:

Iranischer Bachmolch Neurergus kaiseri

Diese Art kommt nur in einem äußerst kleinen Gebiet in den iranischen Zagros-Bergen in Höhen von ca 500 bis 1430 m vor. Sie besiedeln dort vielfach unterirdisch gelegene Karstgewässer, da die dortige Gegend sehr trocken ist, und nur wenige typische Amphibienhabitate vorhanden sind.