Bestiarium

Fantastisches aus Biologie, Paläontologie und Kryptozoologie

Bild des Tages: Borneo-Bartschwein

Eingetragen am 6. September 2011 von Markus Bühler

Nachdem ich nun mit einer kurzen herpetologischen Unterbrechung vor allem diverse Nagetiere, beziehungsweise ihre Schädel vorgestellt habe, möchte ich nun eine kurze Reihe über Schweine bringen. Es gibt eine erstaunlich große Anzahl von teilweise kaum bekannten Schweinearten, vor allem im südasiatischen Raum. Diese sehen zuweilen äußerst kurios aus, wie etwa dieses Borneo-Bartschwein (Sus barbatus barbatus) aus dem Berliner Zoo. Woher der Name stammt ist offensichtlich, denn vor allem die Keiler tragen einen teilweise sehr stark ausgeprägten “Schnauzbart”.

In der Körperform einem Wildschwein gar nicht einmal unähnlich, fällt auch sofort auf dass das Fell ausgesprochen schüttern ist, und die Haut ähnlich wie beim Babirusa beinahe schon nackt ist. Gelegentlich wird ja fälschlicherweise behauptet der Mensch sei eines von nur ganz wenigen landlebenden Säugetieren überhaupt, das kein Fell hat, aber tatsächlich gibt es gar nicht einmal so wenige andere Säugetiere, deren Fell kaum stärker ausgeprägt ist als die menschliche Körperbehaarung.

Am Kopf tragen die Keiler vier bindegewebige Auswüchse, ganz ähnlich wie beim Warzenschwein, doch sind sie durch die vielen Haare des Bartes fast völlig verdeckt.

 

Bild des Tages: Nördlicher Bandmolch

Eingetragen am 4. September 2011 von Markus Bühler

Nachdem ich ziemlich lange in meinen Archiven nach einem passenden “Bild des Tages” gesucht habe, fand ich bei meinen Photos die ich vor einigen Jahren im Naturhistorischen Museum in Wien gemacht habe, dieses Alkoholpräparat zweier nördlicher Bandmolche der Spezies Triturus vittatus ophryticus:


Es handelt sich dabei um ein Männchen (oben) und ein Weibchen. Wie man sieht besitzen die Männchen einen äußerst spektakulären Kamm an Schwanz und Rücken, der bis zum Kopf reicht, und damit unseren heimischen Kammmolch deutlich übertrifft. Diese Art kommt um die Südküste des Schwarzen Meeres bis östlich in den Kaukasus zur aserbeidschanischen Grenze vor. Kurios ist die Tatsache dass dieser Molch zu allererst in England “entdeckt” und beschrieben wurde, genau genommen in einigen Parktümpeln in der Nähe Londons. Natürlich waren sie dort nicht von alleine hingekommen, sondern von einem frühen Terrarianer entweder ausgesetzt, oder sogar bewußt angesiedelt worden.

Bild des Tages: Schädel des Riesenbibers Castoroides ohioensis

Eingetragen am 28. August 2011 von Markus Bühler

Die bisher vorgestellten Schädel großer Nagetiere stammten alle von noch rezenten Arten, aber an dieser Stelle möchte ich auch noch eine -leider ausgestorbene – fossile Spezies vorstellen. Es handelt sich um Castoroides ohioensis, eine von mehreren Arten prähistorischer Riesenbiber. Die Größe von Casteroides wird oft als “so groß wie ein Schwarzbär” angegeben. Dieser Vegleich ist allerdings aus mehreren Gründen problematisch, unter anderem deswegen weil Schwarzbären abhängig von Geschlecht, Alter, Ernährung und lokaler Rasse ganz erheblich in ihrer Größe schwanken, und zwar im Extremfall im Faktor eins zu zehn. Zudem war Castoroides allem Anschein nach auch weniger schwer als die in früherer Zeit verbreiteten Schätzungen von bis zu 220 kg. Die teilweise angegebenen Schätzungen von 60-100 kg kommen mir allerdings zumindest im unteren Bereich als zu wenig vor, vor allem wenn man bedenkt dass schon ein normaler Biber leicht Gewichte zwischen 20 und 30 kg erreicht. Insgesamt erreichten sie eine Länge bis zu 2,5 m, wobei der Schwanz, welcher übrigens im Gegensatz zu den heutigen Bibern nicht paddelförmig abgeplattet war, relativ lang gewesen ist. Hier sieht man einen Schädel von C. ohioensis aus dem Naturkunde-Museum Berlin:

Die Schneidezähne von waren nicht nur in der absoluten Dimensions, sondern auch proportional noch größer als die von lebenden Biber, auch war der Kopf proportional zum Körper größer. Einen Vergleich in der Größe der Schädel sieht man auf diesem Photo aus dem Naturkunde-Museum Karlsruhe:

Die Zähne waren auch nicht nur proportional länger, sondern auch breiter als bei modernen Bibern, und deuten darauf hin dass sie sich weniger von Weichhölzern und Rinde, sondern vor allem ähnlich wie Capybaras als Weidetiere ernährten. Es gibt aber Hinweise darauf dass sie durchaus auch Dämme oder zumindest “Biberburgen” bauten.

Noch mal eine Ansicht welche schön die Zähne zeigt:

Anzumerken sei noch dass es sich sowohl bei Castoroides ohioensis, als auch der aus Florida bekannten verwandten Art Castoroides leiseyorum nicht um Biber im eigentlichen Sinne handelte, und sie sich außer in der Größe auch in vielen anderen Aspekten ihrer Anatomie und ihres Verhaltens unterschieden. Auch handelte es sich nicht wie gelegentlich fälschlich behauptet um die Vorfahren der heute lebenden nordamerikanischen Biber.

Bild des Tages: Biberschädel

Eingetragen am 28. August 2011 von Markus Bühler

Spricht etwas dagegen an einem Tag zweimal ein Bild des Tages zu veröffentlichen? Eigentlich nicht, und außerdem habe ich grade Lust noch mehr zu schreiben, weil ja auf dem Blog so wenig los ist. Daher gibt es jetzt in Weiterführung der Reihe von großen Nagetierschädeln ein Photo eines Biberschädels aus der Zoologischen Schausammlung Tübingen:

Wie man sieht wurde hier der Knochen freipräpariert um die großen mittleren Schneidezähne in ihrem Verlauf innerhalb der Kiefer darzustellen. Dabek sieht man auch wie lang die Wurzeln, insbesondere im Unterkiefer, im Vergleich zum tatsächlich sichtbaren Teil der Zähne sind. Beim Wachstum der Zähne wird an der Wurzelspitze neue Zahnhartsubstanz gebildet, und der Zahn schiebt sich langsam weiter nach vorne. Diese “offenen” Wurzeln findet man auch bei verschiedenen anderen Tiere, bei denen zeitlebens Zähne weiterwachsen, etwa bei den Stoßzähnen von Elefanten oder den Eckzähnen von Schweinen. Die äußere Schicht der Schneidezähne nutzt sich beim Nagen schneller ab als die innere, dadurch ensteht die typische Meiselform von Nagetierschneidezähnen, welche dafür sorgt dass sie immer scharf bleiben.

Bild des Tages: Stachelschweinschädel

Eingetragen am 28. August 2011 von Markus Bühler

Eigentlich würde ich ganz gerne mal wieder was anderes veröffentlichen, aber ich dachte es würde andererseits auch recht gut passen wenn ich noch ein paar Mal Schädel von großen Nagetieren zeige. Dieses Mal einer des Gewöhnlichen Stachelschweins , aus der Zoologischen Schausammlung Heidelberg:

Es gäbe mal wieder ziemlich viel das man über Stachelschweine schreiben könnte, aber dafür fehlt mir im Moment die Zeit und Lust. Auffällig ist auf jeden Fall die sehr starke Konvexität im Stirnbereich, welche beim lebenden Tier aufgrund des Fells und der Stacheln kaum auffällt. Interessant ist auch die Tatsache dass diese Art ziemlich groß werden kann, und Gewichte von mehr als 20 kg erreichen kann, was für ein Nagetier schon ausgesprochen schwer ist. Übrigens kommt das Gewöhnliche Stachelschwein auch in Süd-und Mittelitalien sowie Sizilien vor, allerdings beruhen diese Vorkommen auf vermutlich schon in der Römerzeit erfolgte Ansiedlungen.

Bild des Tages: Capybara-Schädel II

Eingetragen am 15. August 2011 von Markus Bühler

Heute gibt es noch mal ein Photo eines Capybaras, diesmal in Seitenansicht, wobei man die anatomischen Strukturen des Schädels und vor allem die Zähne besser erkennen kann. Das Photo habe ich übrigens in der äußerst interessanten Zoologischen Sammlung in Heidelberg gemacht.

Bild des Tages: Capybara-Schädel

Eingetragen am 14. August 2011 von Markus Bühler

Ich habe ja schon wieder sträflicherweise sehr lange nichts mehr geschrieben. Also endlich mal wieder eine kleine Rückmeldung, um zu zeigen dass der Blog noch lebt. Heute gibt es den Schädel eines Capybaras oder Wasserschweines , (Hydrochoerus hydrochaeris) und dazu im direkten Vergleich auch noch jenen einer Thomsongazelle (Eudorcas thomsonii). Diese beiden Schädel sind im Rosensteinmuseum in Stuttgart ausgestellt, und illustrieren sehr deutlich die völlig unterschiedlichen anantomischen Eigenheiten der beiden Tiere, sowie der durch der einigermaßen ähnlichen Lebensweisen als Grasfresser bedinten Ähnlichkeiten.

Man sieht recht gut die außerordentlich gut ausgeprägte Ansatzstelle des Musculus masseter im Kieferwinkel des Capybara-Schädels.

Bild des Tages: Albino-Klapperschlange

Eingetragen am 23. Juni 2011 von Markus Bühler

Eigentlich wollte ich ja mal wieder einen kurzen Artikel veröffentlichen, aber aus zeitlichen Gründen hat es bisher noch nicht geklappt ihn fertig zu stellen. Darum heute wieder nur ein Bild des Tages, eine sehr schöne Albino-Klapperschlange aus dem Zoo von San Diego:

Bild des Tages: Schädel eines Giraffenbullen

Eingetragen am 2. Juni 2011 von Markus Bühler

Giraffen gehören meiner Meinung nach zu den wunderbarsten und eindrucksvollsten lebenden Landsäugetieren. An ihrer Anatomie und Biologie ist so viel seltsames und ungewöhnliches, dass man sie eigentlich einfach schön finden muss. Inzwischen weiß man auch dass es sich bei “der” Giraffe, welche schon vorher in verschiedene Unterarten aufgeteilt wurde, in Wirklichkeit sogar teilweise um verschiedene Arten handelt. Die Schädel der Bullen sind außerordentlich eindrucksvoll, und werden mit zunehmendem Alter immer massiver und schwerer, wobei sich auch an den Hörnern auch stark granulierte Knochenoberflächen bilden können. Das sieht kann man auch sehr schön an diesem enormen Schädel eines alten Bullen erkennen, der ihm Zoologischen Museum in Hamburg ausgestellt ist:

Der  Schädel hat sogar etwas fast drachenartiges an sich wie ich finde. Früher gab es noch Giraffenartige mit weitaus komplexeren Hörnern und Schädelauswüchsen, welche teilweise sogar zu einem gewissen Grade an die Knochenkrägen von Ceratopsiern erinnerten. Irgendwann muss ich auch mal über diese faszinierenden und vielfach kaum bekannten fossilien Giraffen mehr schreiben.

 

 

Bild des Tages: Saigaantilopen-Kopf

Eingetragen am 1. Juni 2011 von Markus Bühler

Heute gibt es ein neues Bild des Tages, eine Kopftrophäe einer Saigaantilope (Saiga tatarica), welche im Treppenhaus der Zoologischen Schausammlung in Tübingen hängt:

Mir gefällt diese alte Trophäe irgendwie ganz besonders gut, nicht nur weil Saigas ohnehin unglaublich seltsam aussehen, sondern auch wegen der recht einfachen und altmodischen Ausführung dieses Präparates.