The war boar of Dáin Ironfoot – a zoological easter egg in The Hobbit: The Battle of the Five Armies

This post is a novel one, as it´s the first one written in (probably bad) English. So far all posts I wrote within the last 8 years on my blog were only in German, but I will give it a try to make at least on occasion also blog entries in English, especially when they deal with topics which could be interesting for a bigger audience. I hope I won´t do too many typos, misspellings and grammar errors, but I am sure that this will still happen.

I´ve been a very big Tolkien fan for decades, and „The Hobbit“ in particular is still among my all time favourite books. But I wasn´t really happy about the three movie adaptions by Peter Jackson, not only because they were full of ridiculous stunt scenes, totally senseless changes of the storyline and certain characters, but also because many of the designs just looked unfitting to say it at least. Especially the orcs in „The Hobbit: The Battle of the Five Armies“ looked simply awful, and many things in the movie looked much more like something from the Warhammer tabletop univerae than from Middle-earth.

There was however one case of artistic freedom which I really enjoyed, the monstrous war boar ridden by Dáin II Ironfoot. In the original book the dwarves have no riding animals at all, besides the ponies of Thorin and his entourage. But this coarse boar on which Dáin rides into battle was really a cool idea, because it was not simply the usual outsized wild boar which is often seen in certain fantasy worlds, but a really beefed up kunekune pig.

That´s especially funny, as this is a  rather small breed of quite docile nature. Kunekune pigs are among the smallest domestic pig breeds and are usually only between 70 and 100 kg in weight. They probably date back to pigs brought by whalers or traders in the early 19th century from Asia to New Zealand and share similarities with the better known pot-bellied pigs and are different from the long-snouted and still comparably wild boar-alike pigs from Oceania. Like pot-bellied pigs they have a very short and domed head with a quite short snout and short legs. Kunekunes are also quite variable in colouration and pattern, and can have all mixes of white, black, yellowish, brownish and orange.

Here is a photo of a black and whitish kunekune similar to the one ridden by Dáin:

Kunekune pig (source: Wikipedia)

Kunekunes were nearly extinct in the 1980ies, with only 50 remaining pure bred specimens. Luckily this unique pigs were saved from extinction by the attempts of breeders, so there are now again several thousands of them. Since some time there is also a pair at Wilhelma Zoo Stuttgart, where I have seen them for the very first time in real life.

 (2)

Kunekune Wilhelma Zoo Stuttgart

Kunekune have also another special trait which is otherwise rare in pigs, a pair of tassels in the throat area, which are called piri piri by the maori. You can see them somewhat better on this photo:

Kunekune Wilhelma Zoo Stuttgart (1)

Kunekune Wilhelma Zoo Stuttgart

Besides the mounted boar the likewise fictional Megaloceros ridden by Thranduil in the movie was also a really nice idea.

This was also not the first time that the designers of Weta Workshop included elements of New Zealand´s fauna into movies. The winged „fellbeast“ ridden by the Nazgûls in the Lord of the Rings-Movies had a nearly invisible anatomical detail borrowed from the New Zealand lesser short-tailed bat (Mystacina tuberculata). Among all extant bats (the similar but somewhat bigger species Mystacina robusta became sadly extinct some decades ago), the lesser short-tailed bat is the most terrestrial one, which spends a lot of time walking, hunting and even burrowing in leaf litter on the ground. Probably as an adaption for this terrestrial way of life, their claws have a unique small extra-talon at the base of each wing and foot claw, what was also inherrited for the fellbeasts in the movies.

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Paranogmius doederleini – ein unbekannter Riesenfisch aus der Bahariya-Formation Ägyptens

Die Bahariya-Formation Ägyptens ist vor allem durch einen ihrer einstmals größten und heutzutage wohl kontroversesten Bewohner bekannt, den riesigen und äußerst bizarren Spinosaurus. Dabei hatte dieses prähistorische Ökosystem eine ganze Menagerie von unglaublichen und vielfach nicht minder wunderlichen Arten zu bieten. Neben verschiedenen anderen großen bis sehr großen Arten, wie etwa gigantische Lungenfischen, Arapaima-großen Flösselhechten und gewaltigen Quastenflossern  lebten in den dortigen Gewässern auch Fische die keinerlei lebende Verwandte mehr haben. Etwa die Tselfatiiformes, eine einstmals außerordentlich erfolgreiche und vielgestaltige Ordnung innerhalb der Knochenfische.

Auch unter ihnen fanden sich einige Riesen, wie Paranogmius doederleini, dessen enorme Wirbel im frühen 20. Jahrhundert in der Bahariya-Formation gefunden wurden. Leider wurden aber keine weiteren Teile des Skeletts gefunden, und auch die von Ernst Stromer beschriebenen Wirbel sind mit vielen anderen der damals ausgegrabenen Fossilien während eines Bombenangriffs im Zweiten Weltkrieg zerstört worden.

Glücklicherweiswe hat man von der verwandten, und möglicherweise sogar mit Paranogmius identischen Art Concavotectum moroccensis einige sehr gut erhaltene Fossilien gefunden. Der außerordentlich komplett erhaltene Schädel zeigt auch gut die ungewöhnliche Kopfform dieser Fische. Joschua Knüppe hat basierend auf diesen Fossilien eine wunderbare Lebendrekonstruktionszeichnung von Paranogmius angefertigt.

 

 

Paranogmius doederleini

Paranogmius doederleini von Joschua Knüppe

Joschua hat ihn hier mit einer Länge von 3,5 m dargestellt, was der Größe von Concavotectum entspricht, wobei die von Ernst Stromer beschriebenen Wirbel sogar noch eher auf 4 m große Exemplare hindeuteten. Damit entsprachen diese Fische in ihrer Größe in etwa einem Roten Thun (Thunnus thynnus), einem der größten rezenten Knochenfische überhaupt.

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Der Neuguinea-Flossenfuß, eine echsenfressende Pseudoschlange unter den Geckoartigen

Weiter geht es mit einem wenig bekannten, aber dafür umso interessanteren Reptil, dem Neuguinea-Flossenfuß (Lialis burtonis). Flossenfüße kommen ausschließlich auf Australien und Tasmanien, sowie mit zwei Arten vertreten auch in Neuguinea vor. Sie zeichnen sich durch eine sehr langgezogene schlangenartige Gestalt aus, wobei die Vorderextremitäten völlig zurückgebildet, und die Hinterbeine lediglich noch in Form kleiner flossen-oder paddelförmiger Strukturen erhalten sind. Trotz dieser recht extremen Modifizierung des normalen Echsen-Bauplans sind die Flossenfüße nahe mit den Geckos verwandt, und stehen innerhalb der Geckoartigen (Gekkota) den Doppelfingergeckos (Diplodactylidae) Australiens, Neuseelands und Neukaledoniens am nächsten.

Einige Arten haben ungeachtet des schlangenartigen Körper noch Köpfe die sehr an normale Geckos erinnern, andere hingegen haben hochmodifizierte Schädelformen entwickelt, welche praktisch keine Verbindung mehr zu ihrer vierbeinigen Verwandtschaft erahnen lässt.

Einer der am stärksten spezialisierten Flossenfüße ist der Neuguinea-Flossenfuß, welcher übrigens ungeachtet seines Namens auch den Großteil Australiens besiedelt. Im Reptilienhaus des Zoos Hellabrunn in München hatte ich vor etwa drei Jahren die Gelegenheit diese hochinteressante Art einmal in natura zu sehen:

Neuguinea-Flossenfuß Lialis jicari (1)

Neuguinea-Flossenfuß (Lialis jicari) im Zoo Hellabrunn München

Mit Längen bis zu 75 cm ist der Neuguinea-Flossenfuß vergleichsweise riesig, und länger als jeder Gecko, inklusive des vermutlich ausgestorbenen circa 60 cm langen Delcourt´s Riesengecko Hoplodactylus delcourti, wenngleich natürlich auch nicht ganz so massig wie die größten echten Geckos. Wie enorm lang der Neuguinea-Flossenfuß ist, kann man hier ganz gut sehen, wobei – im Gegensatz zu Schlangen- der Schwanz um ein vielfaches Länger ist als der eigentliche Körper:

Neuguinea-Flossenfuß 2

Neuguinea-Flossenfuß (Lialis burtonis) im Zoo Hellabrunn

Das andere im Terrarium gehaltene Exemplar (auch gut unterscheidbar an der anderen Färbung) war erheblich kürzer, vermutlich hat es irgendwann einmal seinen Schwanz eingebüßt, welcher dann nicht mehr vollständig nachgewachsen ist.

Neuguinea-Flossenfuß (1)

Neuguinea-Flossenfuß (Lialis burtonis) im Zoo Hellabrunn

Der Neuguinea-Flossenfuß ist ein hochspezialisierter Echsenfresser, welcher sich vor allem von kleinen Skinken ernährt, wobei in seltenen Fällen auch andere Flossenfüße, Agamen, Geckos und sogar kleine Schlangen erbeutet werden. Als Anpassung an diese Beutetiere haben sie sehr lange schmale Kiefer, wobei die Knochen an verschiedenen Stellen des Schädels flexibel miteinander verbunden sind, und im hinteren Kieferbereich selbst bei komplett geschlossenem Maul noch eine weiten Abstand voneinander haben, so dass sie ihre Beutetiere wie mit einer Beißzange umschließen können. In dieser Position halten sie ihre Beute teilweise über eine Stunde lang fest, bis sie gefahrlos verschlungen werden kann. Dabei helfen auch die spitzen, nach hinten gekrümmten und leicht beweglichen Zähne die Beutetiere festzuhalten und am Entkommen zu hindern.

Neuguinea-Flossenfuß (Lialis burtonis) im Zoo Hellabrunn

Eine weitere Besonderheit ist die Art des Beuteerwerbs. Neuguinea-Flossenfüße gehören zu den wenigen Reptilien die, zumindest gelegentlich, Beutetiere mit Bewegungen ihres Schanzes anlocken. Dies geschieht vor allem dann wenn ein potentielles Beutetier beim ersten Angriff nicht sofort erwischt wurde, oder wenn der Flossenfuß schon länger nichts mehr gefressen hat.

Werden Neuguinea-Flossenfüße selbst angegriffen, haben sie die Möglichkeit zu versuchen sich durch Autotomie zu retten und ihren Schwanz abzuwerfen. Bevor sie eine derartig drastische Rettungsmaßnahme in Betracht ziehen, geben sie aber erst einmal Geräusche ab um potentielle Angreifer zu verwirren und abzuschrecken, übrigens ebenfalls ein Verhalten das sich bei vielen Geckos findet.

Eine weitere Gemeinsamkeit welche die nahe Verwandtschaft zu den Geckos nahe legt zeigt sich bei der Fortpflanzung. Genau wie Geckos haben Flossenfüße üblicherweise aus nur zwei Eiern bestehenden Gelege, wobei nicht selten mehrere Weibchen die gleichen Ei-Ablagestellen benutzen, so dass sich teilweise bis zu 20 Eier zusammen finden.

Hier sieht man noch einmal ein Detailphoto einer der beiden kleinen Hinter-„Flossen“:

Neuguinea-Flossenfuß (2)

Neuguinea-Flossenfuß (Lialis burtonis) Hinterextremität

Die Anzahl der ungewöhnlichen Verhaltensweisen oder seltsamer anatomischer Begebenheiten bei Flossenfüßen ist damit aber noch lange nicht abgedeckt. So verbleibt noch weitere Gelegenheit diese vielleicht irgendwann einmal in einem Beitrag über die zweite Unterfamilie innerhalb der Flossenfüße auszuführen, den Pygopodinae.

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Obskure Reptilien Teil 1: Die Rote Doppelschleiche

Unter den beinahe 10.000 bekannten lebenden Arten von Schuppenkriechtieren finden sich zahllose hochspezialisierte und im Allgemeinen kaum bekannte Linien, welche teilweise deutlich von der typischen Echsengestalt abweichen. Eine dieser Linien sind die Doppelschleichen (Amphibaenia), welche sich in recht extremer Weise an eine grabende Lebensweise angepasst haben. Mit Ausnahmen der Handwühlen haben alle Doppelschleichen keine äußeren Gliedmaßen mehr, dafür einen sehr stark verknöcherten massiven Schädel, verkümmerte Augen, assymmetrische Lungenflügel und segmentiert angeordnete kleine und besonders glatte Schuppen, alles Anpassungen an eine Fortbewegung im Boden.

Die meisten Arten sind recht klein und schlank, wobei die Rote Handwühle (Amphisbaena alba) mit Maximallängen von über 70 cm und einem sehr kompakten Körper eine recht respektable Größe erreicht.

Rote Doppelschleiche (Amphisbaena alba) Quelle Wikipedia

Rote Doppelschleiche (Amphisbaena alba)
Quelle Wikipedia

Die in Südamerika heimische Rote Handwühle ernährt sich vor allem von Insekten und legt auch häufig ihre Eier in die Nester staatenbildender Insekten wie Termiten und Ameisen, welche ebenfalls zu ihrer Hauptnahrung gehören.

Rote Doppelschleiche (Amphisbaena alba) Quelle Wikipedia

Rote Doppelschleiche (Amphisbaena alba)
Quelle Wikipedia

Rote Handwühlen können im Gegensatz zu vielen anderen Squamaten nicht mehr ihren Schwanz abwerfen, dafür ist ihr kurzer dicker Schwanz mit zähen Bündeln aus Kollagenfasern verstärkt. Fühlen sie sich angegriffen, recken sie ihren Schanz in die Höhe um dadurch von ihrem Kopf abzulenken

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Bild des Tages: Chinesischer Riesensalamander

Nach dem kleinen Bergmolch kommt jetzt ein ganz besonders großes Amphibium, ein Chinesischer Riesensalamander (Andrias davidianus) aus dem Vivarium des Naturkundemuseums Karlsruhe:

Chinesicher Riesensalamander Karlo im Vivarium Karlsruhe

Bei diesem Exemplar handelt es sich um Karlo, welcher auch das offizielle Maskottchen des Museums ist. Karlo ist inzwischen 37 Jahre alt, und etwa 1,5 m groß, womit er der größte Vertreter seiner Art in Deutschland ist.

Man sieht auf dem Photo auch ganz gut die beiden Erhebungen oben auf dem Kopf. Dabei handelt es sich um die gewaltigen Kiefermuskeln, welche es Riesensalamandern ermöglichen ziemlich kräftig zuzubeißen. Sie sind auch ein recht gutes Beispiel dafür dass gerade bei Amphibien die Form des Schädels sich auch recht deutlich vom lebenden Tier unterscheiden kann. Nicht nur durch die enormen Kiefermuskeln, sondern auch durch die fleischigen Lippen, welche die kleinen scharfen Zähne komplett verdecken. Selbst wenn man lebende Amphibien nicht in jeder Hinsicht mit ausgestorbenen Linien wie den Labyrinthodontiern vergleichen kann, sollte dies dennoch bei der Rekonstruktion bedacht werden. Eine ganze Reihe fossiler Amphibien etwa wurde fast mit Sicherheit viel zu „zahnig“ rekonstruiert.

Als Vergleich hier noch mal der Schädel eines Japanischen Riesensalamanders (Andrias japonicus) aus dem Zoologischen Schausammlung Heidelberg:

Japanischer Riesensalamander Schädel

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Bild des Tages: Bergmolch in Landtracht

Ein spontanes Bild des Tages, da ich gerade zufällig im Garten unter einem Stein einen Molch gefunden habe. Genau genommen handelt es sich um einen Bergmolch (Ichthyosaura alpestris), und um ganz genau zu sein, um ein Männchen (erkennbar am schwarz-gelben Rückenstreifen) in Landtracht.

Bergmolch 2

Ich schreibe diesen kurzen Blogpost auch deswegen, weil Molche in Landtracht teilweise gar nicht als solche identifiziert werden, vermutlich weil sie sich zu sehr von ihrer bekannteren aquatischen Form unterscheiden. Während des Sommers leben unsere heimischen Molche (derer es es vier Arten gibt, den schon genannten Bergmolch, den Teichmolch, den Fadenmolche sowie den Kammmolch) im Wasser, wo sie sich auch paaren und ihre Eier legen. In dieser Zeit tragen sie je nach Art und Geschlecht mehr oder weniger ausgeprägte Schwanz-und Rückensäume, welche insbesondere bei männlichen Kamm-und Teichmolchen sehr groß sein können. Außerdem ist die Haut im Wasser relativ glatt und geschmeidig.

Wenn sie aber am Ende des Sommers das Wasser wieder verlassen, sind Kämme und Flossensäume zurückgebildet, und die vorher so feuchte Haut trocken, runzelig und von zahlreichen kleinen Erhebungen bedeckt.

Bergmolch 3

Molche in Landtracht wirken deutlich „trockener“ als Salamander oder Frösche die schon länger nicht mehr im Wasser waren, weshalb sie zuweilen sogar für Reptilien gehalten werden, auch weil man sie teilweise recht weit entfernt vom nächsten Gewässer findet.

Zudem gibt es immer wieder Verwirrung über die Begriffe „Salamander“ und „Molch“. Beide sind keine starren Kategorisierungen, da es innerhalb der Schwanzlurche eine ganze Reihe von nicht näher verwandten Entwicklungslinien gibt, welche übergreifend sowohl „-molche“ als auch „-salamander“ behinhalten. Um es allerdings etwas zu verallgemeinern kann man sagen dass tendeziell primär landlebende Schwanzlurche als Salamander bezeichnet werden, und primär oder zumindest während eines Teils des Jahres im Wasser lebende als Molche. Aber auch hier gibt es Ausnahmen, wie die ausschließlich im Wasser lebenden Riesensalamander.

Man könnte die Sache noch weiter verkomplizieren, denn sowohl unsere heimischen Salamander als auch unsere Molche sind noch einigermaßen nahe miteinander verwandt und gehören beide zu den Echten Salamandern oder Salamandridae, welche sich wiederum abgrenzen von anderen Schwanzlurchen wie den Lungenlosen Salamandern (welche ebenfalls aquatische Arten behinhalten) oder den den rein aquatischen Armmolchen. Ein Kammmolch und ein Alpensalamander sind also näher miteinander verwandt als beispielsweise ein Fadenmolch und ein Gefleckter Furchenmolch (der zu den Olmen gehört) oder ein Feuersalamander und ein Tigersalamander, welcher wiederum zu den Querzahnmolchen zählt.

Einfacher dagegen ist es in der mitteleuropäischen Amphibienfauna, denn neben den bereits erwähnten vier Arten von Molchen gibt es lediglich noch zwei Arten von Schwanzlurchen, welche beide sowohl echte als auch Echte Salamander sind. Dies ist zum einen der recht bekannte Feuersalamander (Salamandra salamandra) sowie der weitaus weniger bekannte Alpensalamander (Salamandra atra). Beide Arten verbringen ihr gesamtes Erwachsenenleben an Land, und lediglich die Larven des Feuersalamanders leben im Wasser, während der Alpensalamander sogar komplett umgewandelte Jungtiere zur Welt bringt.

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Neues Video eines lebenden Koloss-Kalmars

Kürzlich tauchte im Internet ein von 2013 stammendes Video auf, welches einen lebenden Koloss-Kalmar (Mesonychoteuthis hamiltoni) zeigt. Der Kalmar hing an einem großen Fisch, allem Anschein nach einem Antarktischen Seehecht (Dissostichus mawsoni), welcher mit einer Langleine aus der Tiefe empor gezogen wurde. Der Koloss-Kalmar selbst hing nicht an einem Haken, und nachdem er eine Weile direkt an der Oberfläche verweilte, schwamm er langsam wieder in die Tiefe. Leider wird der Kalmar auf verschiedenen englischsprachigen Seiten irreführenderweise als „giant squid“ bezeichnet, weshalb er fälschlicherweise von vielen für einen Riesenkalmar (Architeuthis dux) gehalten wurde.

Im Jahr 2007 war schon mal ein sehr großer Koloss-Kalmar in der Antarktis auf die gleiche Weise mit einer Langleine an die Oberfläche gekommen, und konnte dann von der Bootsmannschaft auch gefangen werden und später untersucht werden.

Man sieht in dem Video sehr gut wie der Koloss-Kalmar von tiefroter Farbe ist als er direkt an die Oberfläche hochgezogen wird, wenig später nimmt er allerdings einen viel helleren weißlichen Ton an. Mit großer Wahrscheinlichkeit ist die rötliche Farbe primär eine Folge der Stressreaktion, ein Phänomen das man auch bei vielen anderen Kalmaren beobachten kann. Die zu Ende des Videos sichtbare weißliche Farbe ist sehr wahrscheinlich die normale Farbe des Kolosskalmars. Auch beim Riesenkalmar hatte sich ja ähnliches gezeigt, als man zum allerersten mal vor etwa zwei Jahren ein lebendes Exemplar in der Tiefe filmte, und es im Gegensatz zu den an der Oberfläche gefundenen Riesenkalmaren nicht dunkelrot, sondern fast metallisch glänzend weißlich war.

Dahingehend müsste ich auch die Illustration abändern, welche ich vor ein paar Jahren für The Encyclopaedia of New and Rediscovered Animals von Karl Shuker angefertigt habe, und das ganze eher hellrosa oder weißlich einfärben.

Mesonychoteuthis hamiltoni Scale 2m by Markus Bühler 2,5 m ML

Leider wird auch die Größe des Kolosskalmars häufig massiv übertrieben dargestellt, oft liest man von Mantellängen bis 4 m und Gesamtlängen von 10 , 14 und sogar noch mehr Metern. Die beiden größten bekannten Individuen (worunter auch das Exemplar von 2007 ist) hatten eine Mantellänge von etwa 2,5 m, wobei die Gesamtlänge mitsamt ausgestreckten Tentakeln bei ungefähr dem Doppelten liegt. Das lag auch daran dass die Größe des in der Antarktis gefangenen und bis zur endgültigen Untersuchung eingefrorenen Koloss-Kalmars anfangs auch deutlich überschätzt wurde.

Das 2007-Exemplar wog 495 kg und hatte eine Rostral-Länge des unteren Schnabelanteils von 42,5 mm, während die größten aus Pottwalmägen bekannten unteren Schnabelhälften eine Rostral-Länge von bis zu 49 mm haben. Vorrausgesetzt dass zumindest einigermaßen lineare Zusammenhänge zwischen der Mantellänge und der Schnabelgröße bestehen, würde dies auf eine Mantellänge von etwa 3 m für die größten bisher von physischen Überresten bekannten Vertreter von Mesonychoteuthis hindeuten. Ein Kolosskalmar dieser Größe würde vermutlich um die 700 kg wiegen, was mehr als das Doppelte der größten bekannten Riesenkalmare wäre.

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Bild des Tages: Albatros-Schädel

Das heutige Bild des Tages wurde vollkommen randomisiert aus meinem Photo-Archiv ausgesucht. Gefunden habe ich dabei diesen schönen Schädel eines Albatros der Gattung Diomedea aus der Zoologischen Schausammlung in Heidelberg:

Albatros-Schädel Heidelberg2

Innerhalb des Gattung Diomedea findet sich auch der Wanderalbatros (Diomedea exulans), welcher von allen lebenden Vögeln die größte Flügelspannweite erreicht. Wie groß genau diese allerdings werden kann, ist schwer zu sagen, da zwischen den wirklich gesicherten Angaben und den zweifellos völlig übertriebenen und erfundenen Angaben eine erhebliche Lück klafft. Spannweiten von mehr als 3 Metern sind eher durchschnittlich, doch Angaben von deutlich über 4 oder gar 5 Metern gehören definitiv ins Reich der Märchen. Anscheinend  sind Flügelspannweiten bis etwa 3,7 m auch nachgewiesen.

Interessant finde ich dabei die Angaben von Erich Dautert, welcher Anfang des 20. Jahrhunderts vor Südgeorgien Museums-Exemplare verschiedener Tiere sammelte. Er beschreibt in seinem Buch „Auf Walfang und Robbenjagd im Südatlantik“ dass sehr große Albatrosse in ausgestopfter Form beliebte Mitbringsel der Seeleute waren, da sich diese für gutes Geld verkaufen ließen, anscheinend vor allem als Dekorationen für Hafenkneipen. Er beschreibt wie er mit Seeleuten direkt in einer Brutkolonie von Albatrossen nach besonders großen Exemplaren suchten. Die Spannweiten wurden im Vorraus gemessen, wobei zwei Männer die Flügel hielten und zwei andere die Spannweite maßen. Nach Dauters wurden nur solche Albatrosse überhaupt mitgenommen, welche eine Spannweite von mindestens vier Metern hatten, wobei diese schon im Vorraus von verschiedenen Auftraggebern „bestellt“ wurden, wobei auch etliche Exemplare zusammen kamen.

Diese beschriebene Episode über die Albatross-Jagd erscheint schon etwas merkwürdig, denn wenn Exemplare mit Spannweiten von mehr als 4 Metern damals sogar auf Bestellung gefangen und präpariert wurden, verwundert es dass kein solcher Riesenvogel offiziell verifiziert wurde. Andererseit beschreibt Dautert in seinem Buch alles sehr präzise, egal ob Landschaft, Tierwelt oder Schiffe. Ich kann hier höchstens mutmaßen dass die Messmethode der Seeleute eventuell nur sehr grob gewesen ist, und zu überschätzen Spannweiten geführt haben könnte.

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Riesen, Zwerge und Nussknackergebisse – die diverse Welt fossiler Knochenhechte

Fossile Fische bekommen im Allgemeinen viel zu wenig Aufmerksamkeit, ungeachtet der zahllosen hochinteressanten und teilweise sogar wirklich spektakulären Arten die man kennt. Daher möchte ich heute ein bisschen über fossile Knochenhechte schreiben.

Den Anfang mache mit mit einem wirklich ausgesprochen schönem Fossil des Knochenhechts Atractosteus straussi aus der Grube Messel, welches in der paläontologischen Sammlung Tübingen ausgestellt ist. Es sei an dieser Stelle angemerkt dass A. straussi inzwischen teilweise als Atractosteus messelensis geführt wird, was bisher anscheinend aber noch keine weite Verbreitung gefunden hat. Der Einfachheit halber bleibe ich hier beim alten Namen.

Atractosteus straussi aus Messel in der Paläontologischen Sammlung Tübingen.

In der welberühmten Grube Messel bei Darmstadt fand man außerordentlich gut erhaltene Fossilien von Atractosteus straussi (bzw strausi oder straußi), einer relativ kleinen Art, welche anscheinend in der Regel nur zwischen 20 und 30 cm groß war. Einzelne Exemplare erreichten auch Längen von etwa 40 cm, wie etwa der komplett erhaltene Holotypus anhand dessen A. messelensis beschrieben wurde. Damit ist A. straussi recht klein im Vergleich zu den heutigen Arten gewesen, erst recht im Vergleich zum riesigen Alligatorhecht (Atractosteus spatula), welcher in Ausnahmefällen Längen bis etwa drei Metern erreichen kann.

Joschua Knüppe hat mit freundlicher Weise extra für diesen Betrag eine wirklich tolle Lebendrekonstruktion von Atractosteus straussi gezeichnet. An dieser Stelle noch mal herzlichen Dank an Joschua!

Atractosteus straussi Rekonstruktion von Joschua Knüppe

Heutzutage gibt es Knochenhechte nur noch im Teilen Nord-und Mittelamerikas, sowie den Gewässern einiger Inseln wie Cuba. Früher war ihr Verbreitungsgebiet allerdings erheblich größer, und umfasste nicht nur Teile Asiens und Afrikas, sondern auch Europas, wo sie einstmals mit vielen anderen Tieren vorkamen, deren nächste Verwandte heute eher in Nordamerika beheimatet sind.

In seinem Habitus dürfte A. straussi wohl eher dem Tropischen Knochenhecht (Atractosteus tropicus) entsprochen haben, welcher nicht mehr als 3 kg schwer wird. Diese kleinste lebenden Art der Gattung Atractosteus kommt vom Süden Mexikos bis Südamerikas vor, also in eher subtropischen Breiten, vergleichbar den klimatischen Zuständen welche vor 47 Millionen Jahren in Messel geherrscht haben.

Tropischer Knochenhecht (Atractosteus tropicus), Photo von Wikipedia

Auf diesem Photo eines weiteren Exemplars welches in Tübingen ausgestellt ist, sieht man neben den perfekt erhaltenen schmelzbedeckten Ganoidschuppen noch einmal die Schwanzflosse. Anders als bei fast allen anderen modernen Knochenfischen ist die Schwanzflosser heterozerk, also in ihrer Grundstruktur asymmetrisch. Die Wirbelsäule verläuft nicht zur Mitte der Schwanzflosse, sondern als fleischiger Lappen zu deren oberen Spitze. Die Schwanzflosse wird also ausschließlich von Flossenstrahlen gebildet, welche sich ursprünglich auf der Unterseite des Schwanzes befanden.

Atractosteus straussi, heterozerke Schwanzflosse

Zum besseren Vergleich hier noch mal das Photo eines Gefleckten Knochenhechts (Lepisosteus oculatus)  aus dem Tierpark Berlin:

Gefleckter Knochenhecht Tierpark Berlin

Die Schwanzflosse im Detail:

Gefleckter Knochenhecht Tierpark Berlin, Schwanzflosse

Atractosteus straussi war abgesehen von seiner geringen Körpergröße im großen und ganzen ein relativ typischer Knochenhecht, und wird sich vorrangig von Fischen ernährt haben. Insofern unterschied er sich nicht allzusehr von den heutigen Arten.

Die zweite Knochenhecht-Art welche in Messel gefunden wurde, hatte jedoch eine gänzlich andere Lebensweise, welche sich bei keiner der lebenden Arten findet. Masillosteus kelleri hatte eine für einen Knochenhecht ungewöhnlich kurze und kompakte Schnauze, und besaß große abgeflachte Zähne, welche allem Anschein nach dazu dienten die Panzer von hartschaligen Beutetieren wie Schnecken aufzubrechen. Damit hätte er eine gänzlich andere ökologische Nische eingenommen als A. straussi. Freundlicherweise hat Joschua exklusiv für diesen Artikel eine Lebendrekonstruktion von Masillosteus kelleri angefertig, auf welcher die beiden sympatrisch lebenden Arten noch mal zusammen zu sehen sind:

Masillosteus kelleri und A. straussi

Masillosteus kelleri und Atractosteus straussi von Joschua Knüppe

Masillosteus war ebenfalls eine eher kleine Art, anscheindend allerdings im Schnitt etwas größer als A. straussi. Wirkliche Riesen wie die modernen Alligatorhechte scheint es in Messel keine gegeben zu haben.

Ein anderer fossiler Knochenhecht konnte allerdings in Bezug auf die Größe durchaus mit dem neuweltlichen Alligatorhecht konkurrieren, der riesenhafte Atractosteus africanus, dessen Überreste in kreidezeitlichen Ablagerungen Afrikas und Europas gefunden wurden. Mit Längen bis etwa 3 m war er in einer ähnlichen Größenordnung wie einige der größten modernen Süßwasserfische. Auch von A. africanus hat Joschua eine tolle Lebendrekonstruktion gezeichnet:

Atractosteus africanus von Joschua Knüppe

Ein Knochenhecht dieser Größer spielt natürlich eine ganz andere Rolle in einem Ökosystem als der kleine A. straussi, und entspricht in seiner ökologischen Wertigkeit als Prädator eher einem mittelgroßen Krokodil. Dennoch könnte selbst ein solcher Gigant gelegentlich selbst zur Beute von noch größeren Räubern geworden sein, etwa großen Krokodilen oder Spinosauriden.

Noch ein paar Fossilien von A. africanus (von Wikipedia):

Atractosteus africanus Fossilien (Wikipedia)

Atractosteus africanus Fossilien (Wikipedia)

Zudem hat Joschua noch mal einen Größenvergleich zwischen A. africanus und A. straussi gemacht, welcher recht gut die Variationsbreite innerhalb der Knochenhechte verdeutlicht:

A. strausi und A. africanus von Joschua Knüppe

A. strausi und A. africanus von Joschua Knüppe

Gerade über Knochenhechte gäbe es wirklich sehr, sehr viel interessantes zu schreiben, etwa über die zahlreichen Besonderheiten ihrer Anatomie, aber dieser Artikel ist jetzt schon weitaus länger geworden, als ich es eigentlich beabsichtigt hatte.

 

 

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Riesen-Nothosaurier

Unter den mesozoischen marinen Reptilien stechen die Nothosaurier in der Regel nicht gerade mit besonderer Größe hervor. Das liegt einerseits daran dass sie weit im Schatten der Riesenformen innerhalb der Plesio-, Ichthyo- und Mosasaurier stehen, aber auch an dem Umstand dass die Mehrzahl der Arten tatsächlich nicht besonders groß waren.

Die meisten Nothosaurier lagen in ihrem Größenspektrum irgendwo zwischen einem Fischotter und einem Seehund, manche waren sogar noch kleiner. Einzelne Arten erreichten allerdings doch ziemlich beeindruckende Größen, wie etwa Nothosaurus giganteus, welcher Längen um etwa 6 m erreichte. Um sich ein Bild von den Dimensionen dieser Tiere machen zu können, habe ich hier ein Photo eines Schädels von N. giganteus aus dem Museum am Löwentor in Stuttgart. Links daneben ist der Schädel von Simosaurus gaillardoti, sowie als provisorischer Größenvergleich mein Rucksack mit etwa 47 cm Höhe:

Nothosaurus giganteus Schädel Stuttgart

Hier noch mal eine Detailansicht des Schädels, welcher im Oberen Muschelkalk bei Heimsheim gefunden wurde:

Nothosaurus giganteus Schädel Stuttgart 2

Simosaurus gaillardoti ist von recht guten Fossilien bekannt, und da Nothosaurier in ihrem Körperbau nicht allzu variabel waren, kann man sich anhand dieses Skelett ganz gut eine Vorstellung davon machen, wie auch N. giganteus zu Lebzeiten ungefähr ausgesehen haben dürfte.

Simosaurus gaillardoti im Museum am Löwentor in Stuttgart

Simosaurus gaillardoti im Museum am Löwentor in Stuttgart

Nun war N. giganteus allerdings vermutlich noch nicht einmal der größte bekannte Nothosaurier. Die kürzlich beschriebene Art Nothosaurus zhangi aus der mittleren Trias von China war sogar noch etwas größer. Der größte komplett erhaltene Schädel von N. giganteus hat eine Länge von 61 cm, während der größte komplett erhaltene Unterkiefer eine Länge von 59 cm hat. Beim Typus-Exemplar von N. zhangi ist der Unterkiefer volle 65 cm lang.

Abhängig vom tatsächlichen Verhältnis vom Schädel zum übrigen Körper lag die Gesamtlänge von N. zhangi bei ungefähr 5-7 m, also ungefähr vergleichbar mit einem großen Leistenkrokodil. Interessanterweise waren die beiden Riesenarten innerhalb der Nothosaurier nicht einmal näher miteinander verwandt, und haben unabhängig voneinander extreme Körpergrößen entwickelt.

Quelle:

A gigantic nothosaur (Reptilia: Sauropterygia) from the Middle Triassic of SW China and its implication for the Triassic biotic recovery Liu J, Hu S, Rieppel O, Jiang D, Benton M, Kelley N, Aitchison J, Zhou C, Wen W, Huang J, Xie T, Lv TScientific Reports 2014 4: 7142. doi:10.1038/srep07142

 

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