Bestiarium

Fantastisches aus Biologie, Paläontologie und Kryptozoologie

Röhrenaale – die vielleicht immobilsten Wirbeltiere der Welt

Eingetragen am 16. Juni 2009 von Cronos

Was sind Röhrenaale? Nun, der Name verrät ja schon etwas, Aale die in Röhren leben. Neben dieser wenig informativen Beschreibung möchte ich noch etwas näher ins Detail gehen, denn Röhrenaale sind wirklich etwas besonderes. Das allererste Mal habe ich über diese Tiere in einem Buch des berühmten Tauchpioniers Hans Hass gelesen, der diese Tiere in den 50 iger Jahren auch entdeckte. Selbst die ansäßigen Fischer hatte diese seltsamen Fische noch nie gesehen, und zu Ehren von Hans Hass wurde diese erste Art Heteroconger hassi genannt. Diese ausgesprochen hübschen Fische, welche den treffenden Trivialnamen Ohrfleckröhrenaale inne haben, kann man im Aquarium des Berliner Zoologischen Gartens bewundern:

ohrfleck-rohrenaal-heteroconger-hassi

Inzwischen kennt man noch 34 weitere Arten, die teilweise auch einer anderen Gattung zugeordnet werden konnten, etwa der ebenfalls sehr dekorativ gefärbten Prachtröhrenaal Gorgasia pleclara, welcher auch in Berlin zu sehen ist:

prachtrohrenaal-gorgasia-preclara

Was ist nun so besonders an den Röhrenaalen? Dass aalartige Fische sich gerne in verschiedensten Verstecken verbergen, und dabei teilweise auch regelrechte Stammplätze besetzen, ist durchaus nichts Ungewöhnliches. Aber die Röhrenaale treiben dies definitiv auf die Spitze, denn sie bewegen sich überhaupt nicht mehr vom Fleck, wenn sie erst mal ein passendes “Grundstück” gefunden haben. Diese Bezeichnung ist in diesem Fall durchaus nicht unzutreffend, denn Röhrenaale leben üblicherweise auf weiten ebenen Sandflächen in Kolonien, die mehrere tausend Individuen umfassen können. Sie graben sich mit der spitzen Schwanzspitze voran in den lockeren Sand ein, und schnappen nach vorbeikommenden Kleinlebewesen, ohne dabei aber ihre Wohnhöhle auch nur einen einzigen Zentimeter zu verlassen. Mit Hilfe von Hautdrüsen am Schwanzende sondern sie auch große Mengen von einem Sekret ab, das die Wänder der Röhren stabilisiert. Während der Nahrungsaufnahme bewegen sie sich durchaus, teilweise sogar sehr aktiv, um Kleinstlebewesen zu packen, aber nie rühren sie sich vom Fleck. Über die Paarung gibt es widersprüchliche Angaben, teils heißt es dass selbst diese nur zwischen benachbarten Tieren stattfindet, teils heißt es, dass die Männchen zu den Weibchen schwimmen. In Anbetracht der mindestens 35 Arten wäre es aber auch gut möglich, dass beider Fortpflanzungsmethoden existieren.

Mal wieder ein Albino-Maulwurf

Eingetragen am 6. Juni 2009 von Cronos

An sich nicht wirklich was besonderes, und vor langer langer Zeit hatte ich ja schon mal ein ähnliches Photo gepostet, aber ich dachte dieser hübsche Albino-Maulwurf aus dem Zoologischen Museum in Kiel würde sich ganz gut als Bild des Tages machen:

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Bild des Tages: Karpfen-Kadaver

Eingetragen am 5. Juni 2009 von Cronos

 So, ich denke mal das waren für´s Erste genug Fischknochen, darum heute die letzten Bilder aus der Reihe. Vor ein paar Wochen sah ich diesen Kadaver eines ziemlich großen Karpfens.

Toter Spiegelkarpfen

Zu Lebzeiten muss er mindestens 10 kg gewogen haben, vielleicht sogar noch etwas mehr. Das Ungewöhnliche daran war aber weniger die Größe, sondern viel mehr der Ort, an dem er gelegen hat, nämlich auf dem Ausstellungsgelände für Garagen einer Baufirma. Wie er dort hingekommen ist, läßt sich allerdings recht einfach erraten, wenn man weiß, dass er direkt neben einem Fuchsbau lag. Dieser Fuchsbau war direkt unter einer der ausgestellten Fertiggaragen, und wurde freigelegt, als diese mit dem Kran hochgehoben wurde. Das geschah mitten am Tag, und darunter waren mehrere kleine Füchse, aber das ist eine andere Geschichte. Wie man sieht ist der Kadaver auch am Bauch-und Schanzbereich angefressen, höchstwahrscheinlich von den Füchsen. Die Mutter muss den Kadaver von einem der in ein paar hundert Meter Entfernung gelegenen Baggerseen hergeschleppt haben, was in Anbetracht der Größe des Karpfens durchaus eine ziemliche Leistung ist. Wie man anhand der größtenteils nackten Haut mit den wenigen großen Schuppen erkennen kann, handelte es sich um einen Spiegelkarpfen, eine der drei (man unterscheidet primär mal nach Schuppen-, Spiegel- und Lederkarpfen, aber es gibt natürlich noch feinere Unterscheidungen) verbreiteten Zuchtrassen des Wildkarpfens. An was der Karpfen gestorben ist, ob er eines mehr oder minder natürlichen Todes starb, oder vielleicht von einem Angler gefangen, und dann außerhalb des Wassers liegen gelassen wurde, kann ich nicht sagen, sicherlich aber hat ihn nicht der Fuchs gefangen. Auf dem nächsten Photo sieht man sehr gut den ziemlich großen ersten Flossenstrahl der Rückenflosse, die eine deutliche Sägestruktur auf der Hinterseite aufweist. Ich glaube man macht sich in der Regel auch nicht so recht bewußt, dass auch Fische ziemlich große und massive einzelne Knochen aufweisen können.

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 Bei Kadavern in der freien Natur wird in der Regel als erstes der Kopf skelettiert, teilweise innerhalb kürzester Zeit, lange bevor der Rest des Kürpers äußerliche Beschädigungen aufweist. Besonders bei Fischen, die ja ohnehin nur sehr wenig Weichgewebe über ihren Schädelknochen haben, kann das sehr schnell gehen. Hier sind die einzelnen Knochen noch nicht vollständig frei gelegt, aber man bekommt schon mal einen Ahnung wie der Schädel aufgebaut ist. Die Verwesungsprozesse von Kadavern zu dokumentieren ist zwar nicht immer besonders appetitlich, aber es kann durchaus interessant sein, und auch wichtige Vergleichsdaten geben, wenn es um die Identifizierung von Kadavern unbekannten Ursprunges geht.

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Bild des Tages: Plattfisch-Skelette

Eingetragen am 4. Juni 2009 von Cronos

Plattfische gehören zu den allermerkwürdigsten Vertebraten die es überhaupt gibt, ihre Anatomie ist einfach vollkommen absonderlich. Man macht sich das auch oft nicht bewußt, da man mit einheimischen Schollen, Flundern, Seezungen und Kliesche vertraut ist, und wenn auch nur weil man sie mal im Vorbeigehen in irgend einer Fischtheke gesehen hat. Die Verlagerung der Körperachse um 90° ist schon merkwürdig, allerdings kommt dieses Verhalten zuweilen auch bei “normalen” Fischen wie etwa großen Drückerfischen oder dem auf seine Weise auch extrem bizarren Monfisch vor. Aber die komplette Anatomie, angefangen bei der Pigmentierung bis hin zur Lage der Augen auf eine um 90° gedrehte Lebensweise anzupassen, ist schon ein ziemlich massiver evolutionärer Schritt. Irgendwann muss ich näher auf Plattfische eingehen, aber heute gibt es nur wieder ein Bild des Tages, wie die vorigen auch im Archiv des Naturkunde-Museum Berlin aufgenommen:

Plattfisch-Skelette

Um was für Arten es sich hierbei genau handelt, kann ich leider nicht sagen, bei dem großen im Hintergrund könnte es sich aber durchaus um das eines Steinbuttes handeln.

Bild des Tages: Gotteslachs-Skelett

Eingetragen am 3. Juni 2009 von Cronos

Heute gibt es ein weiteres Bild in der kurzen Blogreihe “Fischskelette und -schädel”, und zwar das Skelett eines Gotteslaches, photographiert im Archiv des Berliner Museums für Naturkunde:

Gotteslachs Skelett

Trotz seines Names hat dieser Fisch mit Lachsen oder überhaupt irgendwelchen Salmoniden nichts zu tun. Der Name leitet sich ursprünglich von  ”gudlax” ab,  eine Bezeichnung die sich bereits in der altisländischen Edda. Anhand der Fässer im Hintergrund kann man schon einigermaßen erkennen, dass es sich um einen recht großen Fisch handelt, wobei diese Art noch erheblich größer werden soll. Es werden Maximallängen bis 2 m und ein Maximalgewicht von 270 kg angegeben. Mir erschien das erst zu viel, aber anhand der Proportionen eines 2003 vor Kroatien gefangenen subadulten Exemplares, das bei 98,3 cm schon stolze 25,57 kg gewogen hat, könnte das Gewicht hingkommen, vorausgesetzt natürlich, dass diese Art auch tatsächlich Rekordlängen von etwa 2m erreichen kann. Die Proportionen anderer genau vermessener Exemplare sind sehr ähnlich, allerdings waren diese auch allesamt noch relativ klein. Allerdings gibt es im Naturkunde-Museum von Genua ein präpariertes Exemplar von 1,8 m Länge. Das Gewicht wurde mit etwa 100 kg angegeben, allerdings scheint es sich dabei um eine bloße Schätzung zu handeln, wahrscheinlich war der Fisch zu Lebzeiten noch ein gutes Stück schwerer. Ausgehend von den bekannte Proportionen würde ich eher etwa 150 kg vermuten, wobei einzelne Exemplare natürlich auch mal für ihre Größe ungewöhnlich leicht sein können. In jedem Fall erreichen Gotteslachse für Knochenfische ausgesprochen imposante Größen, selbst wenn es sich dabei wirklich um Ausnahmeexemplare handelt.

Der Gotteslachs ist weltweit verbreitet, und hält sich in der Regel in Tiefen zwischen 100 und 400 m auf, und ernährt sich vor allem von Fischen, Kalmaren und zu einem gewissen Grad auch von pelagischen Krustentieren. Übrigens gibt es noch eine zweite Art der Gattung, den kleineren Südlcihen Gotteslachs Lampris immaculatus. Leider kann man an diesem Skelett die spektakulären Farben nicht mehr erkennen, die dieser Fisch zu Lebzeiten besessen hat, darum stelle ich hier mal noch ein Bild von Wikipedia rein. Allerding trifft auch dieses die Originalfarben nicht ganz, das Rot ist in der Regel weit weniger ausgeprägt und der Körper primär von einem silbrigen Stahlblau, daher sei dem Leser hier einfach eine kurze Google-Bildersuche empfohlen wenn ihn das Aussehen dieser Fische näher interessiert:

Bild des Tages: Lachsschädel mit Laichhaken

Eingetragen am 2. Juni 2009 von Cronos

Ein meiner Ansicht nach besonders interessanter Fischschädel ist dieser große Schädel eines Lachses, nicht nur weil er gut die multiplen Ansatzstellen von Zähnen zeigt, etwa am Gaumen und auch  auf der Zunge, sondern weil er einen sehr stark ausgeprägten Laichhaken aufweist. Das Bild stammt übrigens auch aus dem Archiv des Naturkunde-Museums Berlin:

Lachsschädel mit Laichhaken

Dieser Laichhaken wird während der Laichzeit zusammen mit verschiedenen anderen körperlichen Veränderung bei den männlichen Lachsen ausgebildet. Dabei kommt es auch zu einem Verlust der ursprünglichen Zähne, die dann später durch funktionslose neue Zähne ersetzt werden. Bei Arten die mehrmal im Leben in die Flüsse aufsteigen, verschwindet er wieder, während er bei Arten die nur einmal laichen und dann sterben, irreversibel ist. Manchmal findet man Laichhaken sogar bei großen männlichen Bachforellen und Seeforellen, zuweilen sogar in recht starker Ausprägung. Zu welcher Art der oben gezeigte Schädel gehört, weiß ich allerdings nicht, möglicherweise war es aber ein Königslachs.

Bild des Tages: Seewolf-Schädel

Eingetragen am 1. Juni 2009 von Cronos

Zugegeben, den Schädel eines Seewolfes (aus dem Naturhistorischen Museum Wien) habe ich schon mal gebracht, aber dieser ebenfalls sehr schöne Seewolf-Schädel aus dem Archiv des Naturkunde-Museums Berlin passt einfach zu gut in die vorherige Reihe:

Seewolf Schädel

Ich vermute mal, dass es sich hierbei um einen Schädel des Gestreiften Seewolfes Anarhichas lupus handelt. Man sieht sehr gut das stark heterodonte Gebiss, mit spitzen gekrümmten “Wolfszähnen”, um die Beute zu packen und ins Maul zu befördern, und die dahinter liegenden breiten Mahlzähne, um Schalen und Panzer diverser Invertebraten zu zermalmen.

Bild des Tages: Drückerfisch-Skelett

Eingetragen am 31. Mai 2009 von Cronos

Fischskelette können außerordentlich interessant sein, darum poste ich hier als Fortsetzung der beiden letzten Einträge, in denen ja auch Fischschädel gezeigt wurden, eine entsprechende Reihe von “Bildern des Tages”. Den Einstieg macht dabei das Skelett eines Drückerfisches, aufgenommen in der Darwin-Sonderausstellung im Naturkunde Museum Berlin:

Drückerfisch Skelett

Man sieht sehr gut den stark modifizierten aufrichtbaren ersten Strahl der Rückenflosse, mit dem sie sich zwischen Felsen und Korallen verkeilen können, sowie die meiselartigen Zähne, die sie zum Zertrümmern von hartschaligen Mollusken, Krebsen und Seeigeln benutzen. Entsprechend bietet der Schädel sehr starken Muskeln Platz und Ansätze, um die dafür nötige Kraft aufbringen zu können. Interessanterweise schwimmen Drückerfische oft leicht schräg, und große Exemplare schwimmen teilweise sogar komplett auf der Seite.

Der Riesenwels Pangasianodon sanitwongsei

Eingetragen am 29. Mai 2009 von Cronos

In den letzten Jahren wurde sogenannter “Pangasius” immer beliebter als Speisefisch, und ist inzwischen vielfach sogar zum festen Inventar der Tiefkühlfischtheken vieler Supermärkte geworden. Wie aber so ein Fisch, der primär für seine schmackhaften und obendrein auch noch grätenlosen Filets bekannt ist, im Lebendzustand aussieht, wissen wohl nur die wenigsten. Auch täuscht die Größe der Filets stark darüber hinweg, dass diese Tiere sehr erhebliche Größe erreichen können. Was uns üblicherweise als “Pangasius” verkauft wird, sind üblicherweise junge Exemplare von Pangasianodon hypophthalmus aus asiatischer Aquakultur. Da die Fische besonders für die Supermarktketten genormte Filetgrößen aufweisen müssen, werden sie schon sehr früh geschlachtet. In freier Natur lebende Exemplare können aber zuweilen durchaus Längen um 1,5 m erreichen, womit sie unter Süßwasserfischen schon in den oberen Ligen angesiedelt sind. Dem Pangasius sehr ähnlich, aber noch deutlich größer werdend, ist der gewaltige Pangasianodon sanitwongsei. Dieses Photo stammt aus dem Aquarium des Zoologischen Gartens Berlin, wo einige Exemplare zu sehen sind:

pangasianodon-sanitwongsei

Leider ist die Qualität der Photos nicht allzu gut, was nicht nur an der Scheibe lag, sondern auch daran, dass es nicht so einfach war, so einen großen Fisch immer ganz aufs Bild zu bekommen. Das größte Exemplar im Berliner Aquarium bringt es auf etwa 1,5 m.

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Diese Tiere lebend aus allernächster Nähe einmal zu sehen, ist wirklich beeindruckend. Dabei waren diese Exemplare sogar noch ein gutes Stück von der möglichen Endlänge dieser Art entfernt. Der nahe mit ihm verwandte Mekong-Riesenwels oder Pa beuk ( Pangasianodon gigas ) ist relativ bekannt, vor allem seit vor einigen Jahren ein Rekordexemplar von 2,7 m Länge und 293 kg gefangen wurde, einer der allergrößten jemals nachgewiesenen Süßwasserfische überhaupt. Sowohl der Mekong-Riesenwels als auch Pangasianodon sanitwongsei sind beide massiv überfischt, so dass nur noch ganz selten wirklich riesige Exemplare gefangen werden. Es scheint aber, dass Pangasianodon sanitwongsei einstmals ähnliche Größen erreichte wie Pangasianodon gigas. In Anbetracht des gewaltigen Exemplares in Berlin erscheint dies auch keineswegs unglaubhaft.

Die Mitglieder der Gattung Pangasianodon sind keine wirklichen Raubfische, auch wenn vor allem große Exemplare auch mal andere Fische fressen. Das macht sie auch gerade für Aquakulturen sehr interessant, da sie sich auch mit pflanzlichen Produkten mästen lassen. Der Kopf ist ausgesprochen massiv und verfügt über ein sehr breites Maul. Der kompakte Körper, die großen Flossen, der silbirge Körper und die für Welsverhältnisse völlig unterentwickelten Barteln führen dazu, dass sie oberflächlich durchaus eine gewisse Ähnlichkeit mit Haien haben, weshalb sie besonders in der Aquaristik auch vielfach als “Haiwelse” gehandelt werden. Eine Folge davon war ja auch dann der noch immer kursierende Internet-Hoax über einen angeblichen Menschen fressenden Riesenwels, der in einem asiatischen Wasserreservoir gefangen wurde. Tatsächlich handelte es sich dabei (wie ja schon in einem früheren Blogeintrag geschrieben) um einen jungen Walhai, und selbstverständlich hatte der weder Menschen gefressen, noch wurde er im Süßwasser gefangen, die ganze Geschichte wurde einfach um ein paar Photos eines ganz normal im Meer gefangenen Riesenhaies herumgesponnen. Zugegebenweise haben große Pangasianodon-Arten tatsächlich eine gewisse Ähnlichkeit mit Walhaien, aber dennoch ist es erschreckend mit was für einer Ignoranz viele Leute an die Geschichte glauben, selbst wenn ihnen Vergleichsbilder mit Walhaien gezeigt wurden.

Im Archiv des Naturkunde-Museums Berlin hatte ich auch die Gelegenheit einmal den präparierten Schädel eines solchen Riesenwels zu sehen:

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Leider ist kein geeigneter Größenvergleich vorhanden, aber der Schädel gehörte zweifellos einem Exemplar, das noch ein gutes Stück größer war als der größte Wels im Berliner Aquarium. Für einen Fischschädel ist der Kopf außerdem extrem massiv und kompakt gebaut.

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Wenn man also das nächste Mal einen Pangasius auf dem Teller hat, kann man sich ja noch mal vor Augen führen, um was für einen außerordentlichen Fisch mit noch außerordentlicherer Verwandtschaft es sich handelt.

Bild des Tages: Wolfssalmler

Eingetragen am 29. Mai 2009 von Cronos

Im Aquarium des Berliner Zoologischen Gartens gibt es ja eine ganze Menge hochinteressante Dinge zu sehen, so viele, dass man vieles davon leicht übersehen kann, weil einzele besonders spektakulärere Aquariumbewohner natürlich am meisten die Blicke auf sich ziehen. Einer der auf den ersten Blick vielleicht gar nicht mal so auffallenden Fische die man dort bewundern kann, ist der Wolfssalmler oder Payara (  Hydrolycus scomberoides):

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Dieser Payara war zwischen 40 und 50 cm groß, in ihrer Heimat, dem Amazonas und seinen großen Nebenflüssen, können sie aber ausnahmsweise auch mal Gewichte von etwa 20 kg erreichen. Warum man diesen Raubfisch im Englischen auch “Vampire Tetra” nennt, wird auf diesem Photo leider nicht ersichtlich. Glücklicherweise konnte ich in der Ausstellung des Museums für Naturkunde Berlin noch einen präparierten Schädel photographieren, der die Namensgebung leicht nachvollziehen läßt:

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Diese riesigen Fangzähne benutzen die Payaras vor allem um ihre Hauptbeute, vornehmlich Piranhas, regelrecht aufzuspießen.

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Die riesigen paarigen Zähne im Unterkiefer sind bei geschlossenem Maul nicht zu sehen, da sie in zwei passgenaue Höhlungen im Schnauzenbereich des Oberkiefers versteckt sind.