Bestiarium

Fantastisches aus Biologie, Paläontologie und Kryptozoologie

Lacertidae Teil 3: Waldeidechsen

Eingetragen am 7. April 2012 von Markus Bühler

Neben der relativ häufig zu sehenden Zauneidechse und der ursprünglich nur in sehr wenigen Gebieten natürlich vorkommenden Mauereidechse gibt es noch eine dritte, außerordentlich weit verbreitete Eidechsenart in Deutschland, die Waldeidechse (Zootoca vivipara), welche auch als Berg-oder Mooreidechse bekannt ist. Im Gegensatz zu Zaun-und Mauereidechsen ist die Waldeidechse weit weniger wärmebedürftig, und ist daher auch weit weniger an sonnenbeschienene Mauern oder Felsen gebunden. Bisher habe ich auch nur relativ wenige Waldeidechsen gesehen, wovon die meisten Jungtiere waren. Die meisten habe ich auf Waldwegen entdeckt, beziehungsweise auf Grünflächen oder Steinhalden neben Waldwegen.

Das Verbreitungsgebiet reicht im Norden bis nach Ostsibirien, der Barentsee und dem Polarkreis. Der Schlüssel zur Besiedlung dieser nicht gerade reptilienfreundlichen Klimagebieten dürfte unter anderem in ihrer Fortpflanzung zu finden sein, denn wie der Name Zootoca vivipara bereits andeutet, bekommen Waldeidechsen lebende Junge, aber dazu später mehr.

Waldeidechsen sind in der Regel sehr unauffällig bräunlich gefärbt, wobei hier auch kein wirklich auffälliger Unterschied zwischen den Geschlechtern vorhanden ist, abgesehen davon dass die Männchen zur Paarungszeit am Bauch orange oder rötlich gefärbt sein können. Interessanterweise kommen in einigen Gebieten wie etwa dem Großen Feldberg auch vermehrt hypermelanistische, also schwarz gefärbte Exemplare vor. Waldeidechsen sind teilweise recht schwer von Mauereidechsen und weiblichen Zauneidechsen zu unterscheiden, da sie in ihrer Färbung sehr ähnlich sein können. Durch einen glücklichen Zufall konnte ich eine Waldeidechse direkt neben einer weiblichen Zauneidechse photographieren. Abgesehen davon dass das Muster der Zauneidechse insgesamt etwas “gröber” ist, fallen vor allem die Unterschiede in den Proportionen auf. Zauneidechsen haben einen größeren und spitzeren Kopf, eine kürzeren Schwanz und kräftigere Beine, außerdem ist der Schwanz stärker vom Rumpf abgesetzt. Die Unterscheidung zu Mauereidechsen ist dagegen schon deutlich schwieriger. Ein typisches Merkmal der Waldeidechsen ist der lange und dabei ziemlich dicke Schwanz, wohingegen der Schwanz von Mauereidechsen auf ganzer Länge deutlich dünner ist.

Dieses subadulte Exemplar habe ich mitten im Laub neben einem Waldweg entdeckt.

Hier sieht man sehr schön den dicken Schwanz, der sich nur relativ geringfügig vom Rumpf absetzt.

Wie bereits geschrieben pflanzen sich Waldeidechsen vivipar fort, genaugenommen ovovivipar. Die Jungen sind bei der Geburt meistens noch von einer Eihaut umschlosse, aus der sie sich aber relativ schnell befreien, teilweise sogar schon vor der Geburt. Dadurch das Waldeidchsen ihre Eier nicht von der Sonne ausbrüten lassen müssen, sind sie in der Lage deutlich kühlrere Klimazonen zu besiedeln als eierlegende Arten, denn die Weibchen können aktiv sonnenbeschienene Gebiete aufsuchen und so ihre Körpertemperatur, und damit auch die in ihnen befindlichen Eier erwärmen. Allerdings sei hier bemerkt dass es in südlicheren Populationen auch tatsächlich normal eierlegende Waldeidechsen gibt.

Die Jungtiere sind noch deutlich dunkler als die Alttiere, und eher kupferfarben bis schwärzlich.

Hier noch ein anderes Exemplar…

…und noch eins:

 

Lacertidae Teil 2: Mauereidechsen

Eingetragen am 5. April 2012 von Markus Bühler

Heute der zweite Teil der Serie Lacertidae, dieses Mal über Mauereidechsen. Leider habe ich von diesen weitaus weniger Bildmaterial als von Zauneidechsen, daher gibt es nur drei Photos. Das obere Photo entstand an einer der Mauern um das Tübinger Schloss, und auch dieses Photo kommt mitten aus Tübingen, von einer Mauer vor einer kleinen Grünfläche:

Die Mauereidechse (Podarcis muralis) ist eine vor allem im südeuropäischen Raum ansässige Art, in Deutschland kam sie ursprünglich nur in klimatisch begünstigen Gebieten vor. Allerdings wurde sie in eine ganze Reihe von Gebieten verschleppt, beziehungsweise ausgesetzt. Bei den Tübinger Mauereidechsen handelt es sich um P. m. maculiventris, die ursprünglich aus Bozen stammen.Ursprünglich kamen sie primär an den Mauern um das Tübinger Schloss vor, im Jahre 1983 wurden allerdings wegen Renovierungsarbeiten 50 Eidechsen abgesammelt, und in einem geeigneten Gebiet nahe des alten botanischen Gartens ausgesetzt. Die Stelle an welchem ich das zweite Photo machte, ist nur etwa 300 Meter von diesem Aussetzungsort entfernt, und inzwischen haben sich die Mauereidechsen an den im alten Klinikbereich befindlichen Mauern recht gut vermehrt, und sind teilweise auch nur wenige Meter von der Hauptstraße zu sehen.

In manchen Gegenden kommen auch deutlich farbenprächtigere Unterarten der Mauereidechse vor, die aus dem südeuropäischen Gebiet ausgesetzt wurden. Allein im Raum Stuttgart gibt es mehrere verschiedene Unterarten, welche sich teilweise dort wo sich ihre Verbreitungsgebiete überschneiden, auch hybridisieren. Selbst auf anderen Kontinenten konnten sie sich inzwischen in einigen Gebieten erfolgreich ansiedeln, etwa in Nord-Kentucky und Cincinnati in Ohio. Die dortige Population geht auf zehn Individuen aus Norditalien zurück, die 1950 von einem Jungen aus dem Urlaub mitgebracht wurden. Auf Vancouver Island, Kanada, gibt es ebenfalls eine Population, die auf zwölf Eidechsen zurückgeht, welche 1970 von einem kleinen Privatzoo ausgesetzt wurden. Auch in Großbritannien gibt es mindestens 46 Populationen.

Die Mauereidechse ist in ihrem südeuropäischen Verbreitungsgebiet sehr variabel in der Färbung, die bei uns vorkommenden Populationen sind dagegen relativ einheitlich gräulich bis kupferfarben. Die Art ist seht anpassungsfähig, und kommt teilweise auch mitten in Siedlungsgebieten vor.

Mauereidechsen haben einen recht langen Schwanz, und sind auch insgesamt etwas weniger kompakt als Zauneidechsen.

Nach einigem Suchen habe ich dann doch noch ein weiteres brauchbares Photo einer Mauereidechse gefunden, welches ich letztes Jahr auf der im Bodensee befindlichen Insel Mainau gemacht habe:

Ich konnte damals nicht besonders viele Eidechsen sehen, geschweige denn photographieren, allerdings entdeckte ich später dass einige der dort ansässigen Männchen teilweise deutlich grüner gefärbt sind, als alle Exemplare die ich bisher in Tübingen gesehen habe, obwohl es sich ebenfalls um die Unterart P. m. maculiventris handelt.

 

Sehr ausführliche Informationen über die Mauereidechsen in Deutschland findet man auf http://lacerta.de/AS/MenuVerschleppung.php?Kind=4

 

Lacertidae Teil 1: Zauneidechsen

Eingetragen am 4. April 2012 von Markus Bühler

Aufgrund der Tatsache dass ich vor kurzem die ersten einheimischen Eidechsen dieses Jahres gesehen habe, und ich auch noch eine Menge Bildmaterial anderer Lacertiden haben, habe ich mich entschlossen eine kurze Reihe über diese Tiere zu machen. Ich fand Eidechsen schon immer ziemlich interessant, und war auch immer schon etwas enttäuscht darüber dass die mitteleuropäische Reptilienfauna so vergleichsweise armselig ist, aber wenn man sich etwas näher mit unseren Eidechsen auseinandersetzt, entdeckt man auch hier einige Überraschungen. Den Anfang der Serie macht die Zauneidechse (Lacerta agilis).

Hier mal ein Photo meines ersten Zauneidechsen-Männchens das ich dieses Jahr entdeckt habe:

Die Farbe von Zauneidechsen ist insbesondere bei den Männchen höchst variabel. Manche sind fast komplett braun oder oliv wie etwa dieses Exemplar:

Andere dagegen sind beinahe schon grellgrün, wobei man wirklich erstaunt ist wie intensiv gefärbt selbst unsere “langweiligen” deutschen Eidechsen sein können:

Man sieht auf dem obigen Bild auch sehr schön die relativ typische Zeichnung über dem Rücken, welche bei manchen Exemplaren auch einfarbig rostbraun sein kann, wobei ich das selbst leider noch nie gesehen habe. Bei manchen Männchen fehlt dieses Muster sogar fast komplett, so dass sie beinahe komplett grün sind, und eher wie Smaragdeidechsen aussehen:

Die Variabilität der Färbung und Muster ist umso erstaunlicher, wenn man bedenkt dass alle der  hier gezeigten Männchen aus der gleichen Population kommen, und teilweise “Mauer and Mauer” leben.

Bei jungen Männchen sind die Farben noch nicht so stark ausgeprägt, vor allem das intensive Grün entwickelt sich erst mit der Zeit. Man erkennt auch gewisse Unterschiede in den Proportionen des Kopfes im Vergleich zu den ausgewachsenen Männchen:

Die Weibchen sind in Bezug auf die Färbung weit weniger variabel, bei ihnen herrschen primär verschiedene Brauntöne vor, welche auch ins gräuliche oder rostfarbene gehen können:

Die Weibchen unterscheiden sich nicht nur in der Färbung von den Männchen, sondern auch in den Proportionen. Ihr Rumpf ist insgesamt etwas länger, dafür haben die Männchen einen etwas längeren Schwanz und auch einen größeren und kompakteren Kopf. Hier noch mal ein anderes Weibchen:

Zuletzt habe ich hier noch ein Photo eines jungen Männchens mit einem erst im frühen Stadium befndlichen Schwanzregenerat:

Bild des Tages: Südlicher Hornrabe

Eingetragen am 29. März 2012 von Markus Bühler

Heute gibt es ein Photo eines Südlichen Hornraben (Bucorvus leadbeateri) aus dem Heidelberger Zoo zu sehen:

Man sieht die bei Hornraben stark ausgeprägten Wimpern. Trotz ihres Namens und dem schwarzen Gefieder haben Hornraben nichts mit Raben zu tun, welche ja zu den Singvögeln gehören, sondern sie gehören zu den Nashornvögeln.

Bild des Tages: Blindschleiche mit blauen Punkten

Eingetragen am 25. März 2012 von Markus Bühler

Ich habe grade wie so oft nur sehr wenig Zeit, aber trotzdem gibt es heute mal wieder ein Bild des Tages. Vielleicht erinnert sich der eine oder andere an die beinahe weltrekordverdächtige tote Riesenblindschleiche die ich vor ein paar Jahren einmal gefunden habe ( http://bestiarium.kryptozoologie.net/artikel/riesenblindschleichen/ ). Damals lag nur wenige Meter neben dem “Monster”, welches möglicherweise durch Vergiftung verstorben ist, eine andere tote Blindschleiche, welche allem Anschein nach durch physische Gewalteinwirkung, vermutlich durch einen Fahrradfahrer, aus dem Leben geschieden ist. Das besondere an jener zweiten Blindschleiche waren die zahlreichen himmelblauen Schuppen auf ihrem Rücken.

Unter den vielen lebenden und toten Blindschleichen die ich bisher gesehen habe, hatten bisher nur zwei dieses seltene Merkmal in so ausgeprägter Weise, einmal besagtes Exemplar, sowie ein anderes und zum Glück noch lebendes, welches ich vor vielen Jahren einmal direkt vor der Burg Gössweinstein entdeckt habe. Ich müßte eigentlich auch noch irgendwo ein Photo haben, allerdings war das lange bevor digitale Kameras der Stand der Technik waren, und entsprechend wenig dürfte man darauf sehen.

Die blauen Punkte kommen fast ausschließlich bei Männchen vor, und dann auch vornehmlich bei sehr großen und alten Exemplaren. In Anbetracht der Größe der beiden mir bekannten Individuen, könnte das durchaus zutreffen. Die Blindschleiche auf dem Photo ist wie man sieht nur ziemlich kurz gewesen, da ihr Schwanz regeneriert war und nicht besonders lang wieder nachgewachsen ist. Dafür war sie in Bezug auf den Körperumfang allerdings ziemlich groß. Auch die über 45 cm lange Riesenblindschleiche hatte ein paar einzelne blaue Schuppen, allerdings in weit geringerer Anzahl als dieses Exemplar. Die blauen Punkte kommen in einem sehr großen Teil des Verbreitungsgebietes der Blindschleichen vor, wobei Untersuchungen in Norditalien gezeigt haben, dass dort gerade einmal 0,8% der Gesamtpopulation dieses Mermal zeigt. Wie es scheint besteht eine gegensätzliche Selektion zwischen sexueller und natürlicher Selektion, da die blaugepunkteten Blindschleichen ein höheres Risiko besitzen von Fressfeinden entdeckt zu werden, möglicherweise aber einen Vorteil bei der Konkurrenz der Männchen bei der Paarung bieten.

Bei der Östlichen Blindschleiche Anguis colchica kommen blaugepunktete Individuen teilweise öfter vor, sogar bei Weibchen. Es wurde sogar ein Exemplar dokumentiert, dessen kompletter Bauch hellblau war.

Referenzen:

The blue?spotted morph of the slow worm, Anguis fragilis: Colour polymorphism and predation risks

Massimo Capulaa, Luca Luisellia & Ernesto Capannaa

Italian Journal of Zoology

http://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/11250009709356188

Spot polymorphism in Anguis colchica Nordmann, 1840 (Reptilia: Anguidae): inter-size class variation

Tibor SOS
Milvus Group, Bird and Nature Protection Association,

Herpetology Notes, volume 3: 295-296 (2010) (published online on 13 November 2010)

http://www.fileden.com/files/2008/1/6/1683128/Nwjz/vol7/nwjz.111204.Sos.pdf

 

Blue colour of the ventral body part of Eastern Slow Worm Anguis colchica (Nordmann, 1840)
Daniel Jablonski1*and Petr Meduna

Herpetology Notes, volume 3: 295-296 (2010) (published online on 13 November 2010)

http://www.herpetologynotes.seh-herpetology.org/Volume3_PDFs/Jablonski&Meduna_Herpetology_Notes_Volume3_pages295-296.pdf

Bild des Tages: Waben-Schilderwels

Eingetragen am 18. März 2012 von Markus Bühler

Heute gibt es ein Photo eines Waben-Schilderwelses (Pterygoplichthys gibbiceps) aus dem Zoo in Esslingen:

 

Diese Welse finden sich relativ häufig im Aquarienhandel, wo sie in der Regel für wenig Geld als Jungtiere verkauft werden. Allerdings wachsen sie ziemlich schnell, und sind in der Regel schon bald viel zu groß für die meisten Heimaquarien, da diese Art Längen von 40-50 cm erreichen kann. Wer also einen solchen Fisch irgendwo zu kaufen sieht, und nicht gerade über ein wirklich großes Becken verfügt, sollte unbedingt darauf verzichten sich diese Art zuzulegen, und stattdessen lieber eine der vielen kleiner bleibenden Harnischwelse nehmen. Übrigens wird selbst der Waben-Schilderwels von einigen anderen Harnischwelsen noch deutlich an Größe und Masse übertroffen, wobei diese erheblich seltener in den Handel gelangen als sie sehr häufig zu findenden Waben-Schilderwelse.

Bild des Tages: Himmelblauer Zwergtaggecko

Eingetragen am 16. März 2012 von Markus Bühler

Reptilien, insbesondere jene aus tropischen Breiten, zeigen relativ häufig bunte Farben. Relativ viele Arten, selbst einige heimische Arten wie Smarageidechsen und Blindschleichen, können mehr oder weniger stark ausgeprägte blaue Anteile haben, doch nur sehr wenige Arten sind tatsächlich fast komplett blau. Eine dieser Arten ist der Himmelblaue Zwergtaggecko (Lygodactylus williamsi) aus Tansania, bei dem die Männchen eine sehr intensive blaue Färbung aufweisen können, wobei allerdings der Bauch orange ist. Diese Art ist ziemlich klein, und erreicht nur eine Kopf-Rumpf-Länge von 5-8 cm. Dieses Exemplar ist in der Stuttgarter Wilhelma zu bewundern:

Allerdings sind nicht alle männlichen Individuen derartig prachtvoll gefärbt, denn nur dominante Männchen bilden ein derartig intensives Blau aus, während rangniedere Männchen grünlich bleiben. Die Weibchen sind dagegen bräunlich oder oliv. Ich vermute mal dass dieses Exemplar eher ein nicht dominantes Männchen im Terrarium gewesen ist:

Bild des Tages: See-Elefanten-Schädel

Eingetragen am 23. Dezember 2011 von Markus Bühler

Heute gibt es zwei Photos eines See-Elefanten-Schädels, mal wieder aus dem Rosenstein-Musuem in Stuttgart. Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich nicht weiß ob es sich hier um einen Nördlichen Seeelefanten (Mirounga angustirostris) oder einen Südlichen See-Elefanten (Mirounga leonina) handelt.

Die Schädel von männlichen See-Elefanten sind unheimlich groß, und massiver als jeder Bärenschädel. Auch die Eckzähne sind wirklich riesig, und abgesehen von den Stoßzähnen der Walrosse größer als die jedes anderen lebenden Raubtieres (Carnivora). Im Gegensatz dazu sind die dahinter stehenden Molaren und Prämolaren recht klein. Es fällt auch auf dass das Nasenbein sehr weit hintern steht, und der komplette vordere Schnauzenbereich vom namensgebenden Rüssel bedeckt wird.

Bild des Tages: Klappmützen-Schädel

Eingetragen am 20. Dezember 2011 von Markus Bühler

Hier der Schädel einer Klappmütze (Cystophora cristata) aus dem Stuttgarter Rosensteinmuseum:

Die männlichen Klappmützen besitzen einen äußerst merkwürdig aussehenden Hautsack über der Schnauze, den sie zum Imponieren aufblasen können, nicht unähnlich dem Rüssel von Seeelefantenbullen. Zusätzlich können sie einen geradezu grotesk anmutenden  Schleimhautballon aus dem Bereich der Nasenscheidewand mit Luft aufblaßen und aus einem der Nasenlöcher hängen lassen. Zusätzlich entsteht ein sehr seltsames Geräusch wenn die Klappmützenbullen ihren “Nasenballon” schütteln, was sich ein bisschen anhört wie Schläge auf ein Stahlrohr. Wenn man sich ansieht wie unglaublich merkwürdig das aussieht (beziehungsweise anhört), und wie sich das entwickelt haben mag, kommt man schnell zu dem Schluss dass es sich bei diesen ansonsten nicht übermäßig spektakulär anmutenden Robben um eine der bizarrsten Arten mariner Raubsäuger handelt. Dem Schädel sieht man diese seltsamen Organe und Verhaltensweise nicht allzusehr an, doch fällt besonders im Vergleich zu den bereits vorgestellten Schädeln auf dass die Nasenöffnung sehr weit hinten am Schädel ansetzt, und das Nasenbein nicht weiter hervorragt als die Augenhöhle.

Was ebenfalls auffällt sind die sehr kurzen, kleinen Seitenzähne, die überdies noch ziemlich stumpf sind.

Bild des Tages: Mähnenrobben-Schädel

Eingetragen am 18. Dezember 2011 von Markus Bühler

Der Schädel einer Mähnenrobbe (Otaria flavescens),  aus dem Naturkunde-Museum in Karlsruhe:

Man sieht deutlich den Unterschied der Bezahnung im Vergleich zum Seeleoparden.