Bestiarium

Fantastisches aus Biologie, Paläontologie und Kryptozoologie

Archive for the ‘Amphibien’ Category

Bild des Tages: Iranischer Bachmolch

Montag, Juli 20th, 2009

Heute gibt es leider nur ein Bild des Tages und nur ganz wenig Hintergrundinformationen, da ich zum Einen wenig Zei habe, und zum anderen wenig über das auf dem Photo zu sehende Tier weiß. Es handelt sich um einen wunderschön gefärbten Iranischen Bachmolch (Neurergus kaiseri), welcher auch Zagros Molch genannt wird. Dieses Exemplar bewohnt mit mehreren Artgenossen ein großes Aquaterrarium in der Ausstellung des Naturkundemuseums Karlsruhe:

Iranischer Bachmolch Neurergus kaiseri

Diese Art kommt nur in einem äußerst kleinen Gebiet in den iranischen Zagros-Bergen in Höhen von ca 500 bis 1430 m vor. Sie besiedeln dort vielfach unterirdisch gelegene Karstgewässer, da die dortige Gegend sehr trocken ist, und nur wenige typische Amphibienhabitate vorhanden sind.

Bild des Tages: Kannibalismus bei Feuersalamanderlarven

Freitag, April 17th, 2009

Vor einigen Wochen hatte ich die Gelegenheit eine äußerst interessante Beobachtung zu machen, als ich ein kleines (eigentlich sogar sehr kleines) von einer Quelle gespeißtes Steinbecken untersuchte. In ihm geben Feuersalamanderweibchen ihre Jungen ab, und jedesmal, wenn ich dort vorbeikomme, schaue ich wie sich diese entwickeln. Leider hat das Becken einen Überlauf am Rand, und zahllose Larven werden gerade wenn es nach einem starken Regen stärkere Strömung gibt, darüber hinaus in einen Abflussschacht geschwemmt. Entweder landen sie sie dabei in einem Auffangbehälter, oder werden aber gleich durch die Ritzen weggespült. Darüber liegt ein Metallgitter, und ich habe dort über die Jahre sicher schon dutzende von Larven vorsichtig aufgesammelt, und wieder ins Becken gesetzt. Leider holen von den angrenzenden Grundstücken viele Leute mit Gießkannen Wasser aus der Quelle, wobei sicherlich auch viele Larven zusätzlich aus dem Becken herausgeschwemmt werden, wenn daraus abgeschöpft wird. Mir ist schon im Winter aufgefallen, dass dort immer noch einige Feuersalamanderlarven drin waren, allem Anschein nach haben sie es nicht geschafft während des vorangegangenen Sommers ihre Metamorphose zu beenden, und haben darum notgedrungen überwintert. Ein Grund für die langsame Entwicklung dürfte dabei neben den immer sehr niedrigen Temperaturen des Wassers auch der massive Nahrungsmangel sein, denn das Becken misst nur etwa 50 mal 50cm und abgesehen von Kleintieren die hineinfallen oder mit hineingespült werden, dürfte es dort kaum etwas zu fressen geben. Das habe ich dann auch gemerkt, als ich dort beim letzten Mal vorbeigekommen bin. Mit einem mit einer Lupe ausgestattetem Beobachtungsbehältnis habe ich vorsichtig eine besonders große Larve aus dem Becken geholt. Diese Larve hatte eine Länge von etwa 5,5cm und war schon sehr weit entwickelt, auch das typische schwarzgelbe, bzw orangegelbe Muster war schon andeutungsweise vorhande. Dabei sollte noch erwähnt werden, dass in diesem Gebiet sowohl der gestreifte Feuersalamander Salamandra salamandra terrestris als auch der gepunktete Feuersalamander Salamandra salamandra salamandra nebeneinander vorkommen, und auch dieses Quellbecken beide zum Absetzen ihrer Larven nutzen. Dabei kommen bei Salamandra salamandra salamandra auch Exemplare vor die leicht orangene statt gelber Flecken haben.

Als ich die Larve beobachtete, fiel mir auf dass ihr Kopf seltsam deformiert erschien, als habe er vorne eine Art Auswuchs, fast wie ein großes Geschwür. Erst bei ganz genauem Hinsehen, merkte ich auf einmal. dass der “Auswuchs” in Wirklichkeit ein Kof war, der zu Hälfte aus dem Maul der Larve herausschaute. Leider schaffte ich es nicht mehr, davon eine Aufnahme zu machen, denn plötzlich schüttelte sich der kleine Feuersalamander, und mit einem Mal waren statt einer zwei Larven im Glas:

feuersalamanderlarven-kannibalismus

Die andere Larve war dabei natürlich etwas kleiner als die große, und ich vermute dass es sich dabei vielleicht um eine diesjährige gehandelt haben könnte. Sie war schon tot, und ihre Schwanzspitze war schon deutlich angedaut, was auf den Photos allerding schlecht zu sehen ist. Ich finde es allerdings schon erstaunlich, was für einen sperrigen Brocken diese Larve fast vollständig heruntergewürgt hat. Dabei ist es auch interessant, dass sie vom Schwanz, und nicht vom Kopf aus gepackt wurde. Hier sieht man noch ein zweites Photo:

feuersalamanderlarven-kannibalismus-2

 An sich ist Kannibalismus unter Molch-und Salamanderlarven nichts ungewöhnliches, vor allem wenn das Futter knapp ist, und verschieden alte, bzw verschieden große Exemplare nebeneinander leben. So etwas einmal direkt dokumentieren zu können, ist allerdings nicht so häufig. Ich sollte vielleicht noch dazu erwähnen, dass ich die Feuersalamanderlarve selbstverständlich wieder in das Becken zurückgesetzt habe, und, quasi als Wiedergutmachung für die verlorene Mahlzeit mehrere Regenwürmer hineingeworfen habe, die ihn ihrer Größe der kleineren Larven gleichkamen.

Interessanterweise wurde das Verhalten des Larvenkannibalismus sogar schon bei ausgestorbenen Amphibien in fossiliertem Zustand dokumentiert, namentlich dem Temnospondylen Apateon gracilis. Näheres dazu findet man in diesem äußerst interessanten Artikel von Dr. Florian Witzmann vom Naturkundemuseum Berlin:

18. WITZMANN, F. (accepted): Cannibalism in a small growth stage of the branchiosaurid Apateon gracilis (Credner, 1881) from the Early Permian Döhlen Basin of Saxony. Fossil Record.

Bild des Tages: Schildkrötenfrosch

Montag, März 9th, 2009

Frösche gehören zu den Lebewesen, über die oft gerne etwas hinweggesehen wird, dabei gibt es unter ihnen eine ganze Reihe hochinteressanter Arten, die teilweise über wirklich bizarre Lebensweisen und Fähigkeiten verfügen. Beispielsweise der australische Schildkrötenfrosch (Myobatrachus gouldi).

turtle-frog-myobatrachus-gouldi

Das Photo stammt übrigens von hier: http://www.flickr.com/photos/liquidghoul/sets/72057594126869353/ (Thanks Evan!)

Diese Frösche verbringen einen großen Teil ihres Leben unterirdisch, vorwiegend in Sandboden. Sie quaken dort sogar während der Paarungszeit, und auch die Paarung erfolgt unterirdisch, wo sie dann auch ihre Eier in feuchtem Sand ablegen, aus denen bereits fertig metamorphierte winzige Frösche schlüpfen. Im Gegensatz zu vielen anderen Fröschen hat der Schildkrötenfrosch nur ein recht kleines Maul. Mit ihm fängt er vorwiegend Ameisen, die er nachts erbeutet. In der Trockenzeit graben sie sich sehr tief in den Boden ein, bis etwa 80cm, und halten eine Art “Winterschlaf”. Eine weitere Besonderheit bei diesen Tieren ist die Art wie sie graben, denn wie Maulwürfe graben sie mit dem Kopf voran, während viele andere Frösche beim Graben ihre muskulösen Hinterbeine verwenden und sich dabei rückwärts vorarbeiten.

Mastodonsaurus giganteus – eines der größten Amphibien aller Zeiten

Donnerstag, Oktober 18th, 2007

 

Heute möchte ich etwas über den Mastodonsaurus schreiben. Dieser gewaltige Panzerlurch war eines der spektakulärsten Amphibien aller Zeiten, mit Ausmaßen, welche man sich für ein Tier dessen nächste lebende Verwandte etwa Frösche oder Molche wären, kaum noch vorstellen kann. Gemeinhin wird Mastodonsaurus als das größte Amphibium bezeichnet, das je gelebt hat. Es gibt allerdings Hinweise darauf, dass manche Arten noch deutlich größer wurden, etwa der langschnäuzige Prionosuchus plummeri dessen Fossilien man aus Brasilien kennt, und der eventuell sogar Längen von 9m erreichte.  Aber unabhängig davon, ob es noch größere Amphibien gab oder nicht, Mastodonsaurus war in jedem Fall ein Gigant.

Mastodonsaurus ist vor allem aus dem deutschen Raum durch eine Reihe extrem gut erhaltenenr Fossilien bekannt, die teilweise fast vollständig sind. Selbst Fossilien von Mastodonsaurus-Larven sind bekannt. Mastodonsaurus giganteus erreichte eine Länge von mindestens 6m, fragmentarische Funde lassen aber sogar auf Tiere von 7m Länge schließen. Damit war Mastodonsaurus giganteus mindestens so lang wie die größten heutigen Krokodile. Da diese Tiere insgesamt aber etwas kompakter waren als Krokodile, dürften sie noch deutlich schwerer geworden sein, und Gewichte von mehr als 2 Tonnen erscheinen für die größten Exemplare keineswegs unrealistisch.  Noch eine andere Eigenschaft verband Mastodonsaurus mit diesen heutigen größten fleischfressenden Räubern des Süßwassers: Er hatte Knochenplatten unter der Haut, ähnlich den Panzerechsen. Eine solche Knochenplatte kann man hier sehen (das Photo stammt aus dem Naturhistorischen Museum in Wien):

Das von Burian stammende Rekonstruktionsbild zeigt die alte Vorstellung, dass diese Tiere eine sehr kompakten Körper, und einen extrem kurzen Schwanz hatten, eine Ansicht, die sich über viele Jahrzehnte gehalten hat. Neurere Rekonstruktionen zeigen aber, dass Mastodonsaurus sehr wohl einen gut entwickelten Schwanz hatte, und weniger kröten-als viel eher krokodilsgestaltig war.

So wurde auch etwa dieses, an sich sehr schöne Modell im Stuttgarter Museum am Löwentor mit einem überaus kurzem Körper und Schwanz rekonstruiert:

Mir war diese Darstellung schon seit jeher etwas seltsam vorgekommen, denn ein solches Tier hätte sich kaum effektiv fortbewegen können. Die Beine sind ziemlich schwach, und hätten beim Schwimmen keine große Hilfe geleistet, und ein derartig kurzer Schwanz hätte gar keinen Nutzen bei der Fortbewegung gehabt. Folglich hätte ein derartig proportioniertes Wesen darauf warten müssen, dass ihm seine Beutetiere schon beinahe ins Maul geschwommen wären.  Vor allem hätte auch eine Möglichkeit gefehlt, zumindest eine kurze Entfernung schnell zurücklegen zu können, wie es etwa Krokodile machen, wenn sie sich mit ihrem kräftigen Schwanz mehrere Meter hervorschnellen. Das in der aktuellen Ausstellung gezeigt Skelett, welches in extrem aufwendiger Arbeit mit Hilfe von per Hand aus Kupfer getriebenen Knochen rekonstruiert wurde, zeigt die tatsächlichen Proportionen dieses Tieres, welches nun deutlich krokodilähnlicher wirkt. Das Skelett darunter gehört übrigens Batrachotomus:

Das ganz oben zu sehende Bild zeigt eine Lebendrekonstruktion, welche auf diesen neuen Ergebnissen basiert, was man bei dieser Ansicht aber nicht sehen kann. Zugegebenerweise finde ich die Farbgebung etwas unstimming, zwar findet sich fast die gleiche Farbkombination bei Marmormolchen, aber irgendwie finde ich dass sie bei einem Tier wie Mastodonsaurus fehl am Platz wirkt. Naja, das ist eben die künsterlische Freiheit, und des ist ja nicht meine Rekonstruktion.  Interessant wäre auch zu wissen, ob sich die Panzerplatten unter der Haut abhoben, oder ob sie praktisch versteckt unter der Haut waren.

Mastodonsaurier waren Raubtiere, welche anderen Wirbeltieren nachstellten, vermutlich in ähnlicher Manier wie heutige Krokodile. Allerdings unterscheidet sich ihre Bezahnung beinahe grundlegend. Während Krokodile eine relativ geringe Variationsbreite von Zahngrößen besitzen, waren bei Mastodonsaurus zwei völlig unterschiedliche Zahnformen vorhanden. Der Großteil der Kiefer wurden von sehr kleinen Zähnen gesäumt, welche Ähnlchkeiten zu jenen heutiger Amphibien oder auch vieler Fische habe. Zusätzlich hatten sie aber auch drei Paar riesige Fangzähne, jeweils zwei im Ober-und eines im Unterkiefer. Die Fangzähne im Unterkiefer waren so lang, dass sie selbst bei geschlossenen Maul durch Löcher in der Schnauze nach außen ragten. Zweifellos waren diese Zähne außerst effektiv um große Beutetiere festzuhalten. Bei den größten Exemplaren konnten diese Fangzähne gut 15cm lang werden. Von diesen Zähnen leitet sich auch der Name der Tiere ab, denn Mastodonsaurus bedeutet “Zitzenzahnechse”, wobei hier der Begriff Echse natürlich völlig fehl am Platz ist. Im Querschnitt weisen diese Zähne eine äußerst ungewöhnliche Fältelung auf, welche unter anderem von Quastenflossern bekannt ist.

Einen etwas besseren Einblick in die Bezahnung bekommt man auf diesem Photo eines Mastodonsaurus-Schädels:

Gut erkennbar sind auch die mächtigen Kiefer, welche bis zu 90° aufgerissen werden konnten, und stark genug waren, um selbst bei größeren Beuteieren deutliche Spuren an den Knochen zu hinterlassen. Man kennt Zahnabdrücke an Knochen von Plagiosauriern, welche etwa 70cm lang wurden, aber auch von landbewohndenden Thekodontiern, welche bis zu 5m lang wurden. Allerdings ist mir hier nicht bekannt, wie groß die Exemplare waren, an denen die Spuren gefunden wurden. Interessant ist auch, dass diese verheilt waren, was bedeutet, dass sie von Mastodonsaurus in Krokodilmanier angegriffen worden sein müssen, und nicht etwa nur an einem im Wasser treibenden Kadaver herumgefressen haben.  Man kennt sogar Bissabdrücke dieser Tiere an anderen Mastodonsauriern, was bedeutet, dass es sich wahrscheinlich um nicht gerade sonderlich umgängliche Wesen gehandelt hat.

Mastodonsaurus verbrachte mit Sicherheit den größten Teil seines Lebens im Wasser, worauf auch die  Rinnen am Schädel deuten, welche einst nur im Wasser wirksame Seitenlinienorgane beherbergten. Allerdings sind auch Spuren bekannt, welche diese riesigen Panzerlurche an Land hinterlassen haben müssen, und zeigen, dass sie sich dort nur sehr schwerfällig fortbewegten.

Wer sich für dieses und ähnliche Themen interessiert, dem seien noch zwei Bücher ans Herz gelegt:

Rainer Schoch: Saurier – Expedition in die Urzeit

Ernst Probst: Deutschland in der Urzeit -  Von der Entstehung des Lebens bis zum Ende der Eiszeit

Beide Bücher behandeln vor allem Funde aus dem süddeutschen Raum, von denen auch viele in der Dauerausstellung des Stuttgarter Museums am Löwentor bestaunt werden können, aber es werden auch eine ganze Reihe von anderen Funden abgedeckt. Das Buch von Ernst Probst ist schon etwas älter, und enthält ein paar wenige Fehler, etwa ein noch froschartige Darstellung des Mastodonsaurus. Das Buch von Rainer Schoch ist auf dem neuesten Stand der Wissenschaft, und geht auch sehr detailliert auf die Evolution und Biologie der Dinosaurier ein, mit vielen Details und Entdeckungen, die ich bisher nur aus Internet und Fernsehen kenne, aber bisher noch nicht aus der Populärliteratur. Es enthält auch haufenweise Farbphotos der Rekonstruktionen, welche für die Sonderausstellung “Saurier – Erfolgsmodelle der Evolution” hergestellt wurden. Wer sich für Urzeit interessiert, sollte sich dieses Buch unbedingt kaufen.

Moderne Riesenamphibien

Freitag, Juli 6th, 2007

In der heutigen Zeit spielen die Amphibien in den meisten Ökosystemen keine übermäßig große Rolle mehr, und die Zeit in der sie als erste Landwirbeltiere die beherrschenden Arten auf der Erde hervorbrachten, unter ihnen zahlreiche Riesenformen, ist schon lange vorbei. Inzwischen gibt es nur noch wenige Arten, die man ihrer Körpergröße wegen wirklich als bemerkenswert bezeichnen könnte. Die zweifellos eindrucksvollsten Arten sind die beiden Riesensalamander-Arten, der Japanische Riesensalamander Andrias japonicus und der Chinesische Riesensalamander Andrias davidianus. Die erstere Art erreicht eine Länge von etwa 1,5m und kann bis zu 30kg wiegen. Über die Größe des Chinesischen Riesensalamanders herrschen widersprüchliche Angaben, teilweise heißt es er sei kleiner als der Japanische, dann heißt es wieder er sei die größte rezente Amphibien-Art und kann bis zu 1,80m erreichen. Da mir hier genauere Angaben und Hintergründe momentan fehlen, kann ich auch nicht genau sagen, was jetzt tatsächlich stimmt. Hier sieht man ein Alkohol-Präparat eines Japanischen Riesensalamanders im Naturhistorischen Museum Wien.

 Japanischer Riesensalamander (Andrias japonicus)

 Neben den Riesensalamander gibt es noch einige andere wenig bekannte Schwanzlurche, die sehr beachtliche Größen erreichen können, etwa der amerikanische Dreizehenaalmolch Amphiuma tridactylum, der eine Länge von einem Meter erreichen kann. Diese Amphibien haben nur noch winzige stark zurückgebildete Gliedmaßen mit reduzierter Zehenzahl, und leben praktisch  unvollständig metamorphiert praktisch ihr ganzes Leben im Wasser, ähnlich wie der Große Armmolch Siren lacertina, der ebenfalls in südlichen Teil Nordamerikas lebt. Er besitzt wie alle Armmolche nur zwei Vordergliedmaßen, und große büschellige äußere Kiemen. Auch er kann eine Länge von einem Meter erreichen, ist aber insgesamt kompakter gebaut als der Dreizehige Aalmolch. Auf diesem Bild sieht man rechts einen Dreizehigen Aalmolch und daneben einen Großen Armmolch.

Dreizehiger Aalmolch und Großer Armmolch

Aber auch unter den Froschlurchen gibt es einige sehr groß werdende Arten, allen voran der Goliathfrosch Conraua goliath (früher auch Gigantorana oder Rana goliath), der eine Länge von 40 cm erreichen kann, mit ausgestreckten Beinen sogar etwa das doppelte. Dabei kann er ein Gewicht von über 3kg haben. Ohne direkte Vergleichsmöglichkeiten ist es wirklich schwer sich ein Bild von der Größe dieser Tiere zu machen. Hier habe ich einmal ein Bild eines präparierten Exemplares, mit einem 1-Euro-Stück als Größenvergleich:

Goliathfrosch Gigantorana goliath

Leider ist die Qualität dieser Bilder nicht allzu gut, da es in dem Raum ziemlich dunkel gewesen ist, und außerdem durch Scheiben photographiert werden mußte.

Die grotesken Hornfrösche mit ihren überproportional großen Köpfen und dem riesigen Maul sehen beinahe aus wie Kreaturen aus Star Wars (etwa die Wesen das in Episode 6 vor Jabbas Palast in der Wüste sitzt). Die meisten Arten sind nicht besonders groß, auch wenn ihr Hunger und ihr Selbstvertrauen wahrscheinlich rekordverdächtig unter den Amphibien ist. Zwar können einige Arten doch recht beachtliche Größen und Gewicht erreichen, aber zugegebenerweise war ich doch etwas geschockt als ich in der Sammlung des Naturhistorischen Museums in Wien ein Exemplar von wirklich monströsen Ausmaßen sah. Laut dem Schild handelte es sich um einen Schild-Hornfrosch mit dem wissenschaftlichen Namen Ceratophrys dorsata. Allerdings scheint diese Art heutzutage eher unter dem Namen Ceratophrys cornuta behandelt zu werden. Die Weibchen dieser Art können bis zu 20 cm lang werden, durch ihr riesiges Maul sehen sie aber noch weitaus größer aus. Ein Euro-Stück als Größenvergleich ist dieses Mal zwar nicht dabei, aber die Zierleiste am unteren Rand der Vitrine war genauso hoch wie die auf dem Bild mit dem Goliath-Frosch, so dass man sich schon ganz gut vorstellen kann, wie großer dieser Hornfrosch war.

 Riesenhornfrosch (Certophrys cornata)

 Ein anderer Riese unter den Froschlurchen ist die berühmt-berüchtigte Agakröte Bufo marinus. Das größte bekannte Exemplar hatte eine Kopf-Rumpf-Länge von 38cm und wog 2,65kg. Zwar bleiben die meisten Exemplare deutlich kleiner, sind aber immer noch äußerst imposant. Besonders bemerkenswert ist die enorme Breite dieser Tiere, die beinahe so breit wie lang sind, und unglaublich dicke Giftdrüsen besitzen. Auf diesem Bild ist leider kein Größenvergleich dabei, aber diese Agakröte war mindestens so groß wie großer Kuchenteller.

Agakröte (Bufo marinus)

Eine andere Form von Gigantismus unter Amphibien findet man bei den kleinen Harlekinfrösche. Die Frösche selbst sind keineswegs bemerkenswert in ihrer Größe, sind sie doch nur etwa so groß wie heimische Laubfrösche. Dagegen sind ihre Kaulquappen echte Giganten, die bis zu 30 cm lang werden können. Während der Metarmorphose bildelt sich der Schwanz zurück, und große Mengen des Gewebes werden abgebaut, so dass aus einer gigantischen Kaulquappe ein kleiner Frosch wird. Besonder die Zwischenstadien, bei denen die Kaulquappen schon Gliedmaßen aufweisen, sehen ausgesprechend bizarr aus. Vor einiger Zeit wurde eine solche Riesenkaulquappe mit Beinen von südamerikanischen Fischern gefangen, und machte vor allem in Internet als angebliches Monster die Runde. Dass es hier wieder einmal hieß, das Wesen könne nicht identifiziert werden, sagt ziemlich viel über die Sensationslüsternheit der Boulevard-Presse aus, die Dinge bewußt mystifiziert, um eine interessante Story daraus zu machen. Dabei wäre es hier wie auch in vielen ähnlichen Fällen auch, ganz einfach gewesen das unidentifizierbare Wesen von einem Biologen oder sonst irgend jemanden der sich damit auskennt, als Harlekinfrosch-Kaulquappe zu identifizieren. Hier sieht man noch ein Präparat einer solchen, teilweise umgewandelten und daher auch schon eingeschrumpften Kaulquappe, zusammen mit dem ausgewachsenen Frosch zum Vergleich:

Harlekinfrosch-Kaulquappe