Bestiarium

Fantastisches aus Biologie, Paläontologie und Kryptozoologie

Archive for Juli, 2007

Einige interessante Fischskelette

Freitag, Juli 13th, 2007

In der Regel sieht man sich Tiere ja als ganzes an, vielleicht einmal abgesehen von den Skeletten ausgestorbener Tiere in Museen, aber auch die innere Anatomie kann äußerst interessant sein. Als ich vor einiger Zeit im Naturhistorischen Museum in Wien gewesen bin, habe ich dort auch einige sehr interessante Skelette und Schädel von Fischen gesehen. Bei Säugetieren bestehen zumindest bei ausgewachsenen Exemplaren die knöchernen Anteiles des Kopfes in der Regel aus nur zwei Hauptbestandteilen (wenn man mal die Gehörknöchelchen nicht mitzählt), dem eigentlichen Schädel mit dem Oberkiefer, und dem Unterkiefer. Tatsächlich besteht der Schädel aus einer ganzen Reihe verschiedener Knochen, die erst im Laufe des Lebens mehr oder weniger fest miteinander verwachsen. Bei Fischen sind die knöchernen Bestandteile des Kopfes dagegen weitaus vielfältiger, und teilweise auch extrem komplex. Die komplizierten Strukturen die etwa nötig um bestimmten Fischarten das Hervorstrecken des Maules zu ermöglichen, sind eigentlich erst am skelettierten Kopf zu erkennen.

Bei diesem Schädel eines Heilbuttes (Hippoglossus hippoglossus) kan man sehr gut die Vielzahl unterschiedlicher knöcherner Elemente erkennen:

Heilbutt-Schädel

Ebenfalls sehr interessant sind die schalenbrechenden Kiefer der Seewölfe, hier ein Gestreifter Seewolf und ein eher aalförmiger Pazifischer Seewolf, dazwischen das Skelett eines Trompetenfisches:

Seewolf-Skelette

Besonders eindrucksvoll fand ich das Skelett eines Seeteufels. Hier kann man sehr gut die einzelnen Strukturen erkennen, die es diesen Tieren ermöglichen im Bruchteil einer Sekunde ihr Maul aufzureißen, und dabei einen starken Sog zu erzeugen, der dann ihre Beute regelrecht einsaugt. Sehr schön sieht man auch die mehrfachen Zahnreihen, sowie die auf verschiedene isolierte Knochen verteilten Zahnfelder.

Seeteufel-Skelett

Ebenfalls sehr interessant ist das Skelett des Mondisches. Diese Tiere gehören zu den ungewöhnlichsten Fischen überhaupt, und zeichnen sich durch eine ganze Reihe anatomischer Sondermerkmale aus, etwa die massive Zurückbildung der Schwanzflosse. Wenn man sie betrachtet, würde man auf den ersten Blick auch kaum denken, dass ihre nächsten Verwandten die Kugelfische sind, denen sie während ihres Larvenstadiums aber noch weitaus mehr ähneln. Sehr eindrucksvoll ist auch die Größe, die einige Mondfische erreichen können, denn tatsächlich handelt es sich um die größten Knochenfische der Welt.

Hier ist mal ein direkter Vergleich eines Mondfisches (möglicherweise ein Modell oder Abguss) mit einem Skelett:

Mondfisch-Skelett

Rätsel des Tages Nr.1

Mittwoch, Juli 11th, 2007

Durch den Blog Tetrapodzoology von Darren Naish wurde ich angeregt, auf dieser Seite auch ab und zu ein zoologisches Rätsel zu stellen. Es hat sich gezeigt das Schädel, Skelett-Teile oder auch isoliert gezeigte Körperteile oft für eine Menge Verwirrung, und allerhand interessanter Spekulationen sorgen können, und ich wollte jetzt einfach mal wissen, wie das hier ankommt. Ich finde solche Rätsel sind auch dem kryptozoologisch interessiertem Leser durchaus entgegenkommend, da sie das systematische Analysieren von Bildmaterial schult.

Darum habe ich jetzt mal eine neue Kategorie hinzugefügt, das Rätsel des Tages. Dieses wird mit Sicherheit nicht jeden Tag kommen, sondern nur mal ab und zu als Abwechslung zum Bild des Tages. Als erstes habe ich ein Bild eines Tieres, das ich in einem Zoo photographiert habe, etwas zugeschnitten. Wer kann mit sagen um welches Körperteil und um welches Tier es sich hierbei handelt?

Was ist das?

Die Antwort und das ganze Bild folgen dann später.

Nachtrag:

So, hier ist das original Photo eines Großen Ameisenbären, den ich im Schönbrunner Zoo aufgenommen habe:

Großer Ameisenbär

Bild des Tages: Pandabären-Schädel

Dienstag, Juli 10th, 2007

Der Pandabär ist aufgrund einer ganzen Reihe von Merkmalen interessant, vor allem jene, die in Zusammenhang mit ihrer fast komplett aus Bambus bestehenden Nahrung zu tun haben. An diesem Schädel, aufgenommen im Pandabären-Haus des Schönbrunner Zoos, sieht man recht gut inwieweit der Schädel verkürzt und gleichzeitig verbreitert wurde, um ein den Umständen entsprechendes effektives Kauen zu ermöglichen.

Panda-Schädel

Pandabären können wie alle Raubtiere ihren Unterkiefer nicht zu Seite schwenken und so ausholenden Kaubewegungen ausführen, sondern ihr Maul nur scharnierartig schließen. Daher können sie ihre Nahrung nur wie mit einem Stößel zerkauen. Im Vergleich zu echten Raubtieren wie etwa Hunden sind ihre Seitenzähne praktisch ohne Scherleisten für das Zerschneiden von Haut, Fleisch oder Sehen, dafür sind die Kronen recht stark profiliert, um die Kaumechanik zu verbessern. Die typische Form des breiten Pandabärenkopfes wird vor allem durch den massiven Schläfenmuskel (Musculus temporalis) beprägt.

Hier sieht man noch mal einen lebenden Pandabären, ebenfalls aufgenommen im Zoo Schönbrunn:

Panda beim Fressen

Bild des Tages: Entelodon

Montag, Juli 9th, 2007

Bis vor kurzem waren inmitten der Stadt Reutlingen verschiedene lebensgroße Modelle ausgestorbener Tiere aus den letzten 65 Mio Jahren ausgestellt. Das ganze lief unter dem Namen “Die Erben der Dinos” war die Nachfolgeaktion einer ähnlichen Ausstellung lebensgroßer Urtiere aus der Zeit von vor 65 Millionen Jahren, die im Jahr zuvor stattfand. Klar dass ich da auch mal einen Blick darauf geworfen habe. Die Tiere waren im Großen und Ganzen recht ordentlich gemacht, wenngleich sie teilweise doch etwas groß ausgearbeitet waren. Leider läßt sich Fell mit solchen Glasfasermodellen nur relativ schlecht darstellen, und jene Modelle bei denen zusätzlich Kunstfell aufgeklebt war, sahen bis auf wenige Ausnahmen ein wenig aus, als kämen sie aus der Muppet-Show. Ein paar wenige Modelle waren wirklich häßlich, etwa die Neandertaler oder das Megatherium, aber ansonsten hat mir die Ausstellung, zumal sie ja mitten in der Stadt und größtenteils unter freiem Himmel stattfand, sehr beeindruckend, vor allem da man so die Möglichkeit hat, jene ausgestorbene Arten einmal in Lebensgröße vor sich zu sehen.

Eines der Modelle das mir persönlich am besten gefallen hat, war das Entelodon. Diese auch aus der BBC-Reihe “Die Erben der Dinosaurier” bekannten Tiere, waren wirklich wahre Monster. Nicht nur dass sie groteske Köpfe mit riesigen Zähnen und seltsamen Knochenauswüchsen hatten, sie waren auch ziemlich groß. Die hier gezeigte Art wurde nicht näher benannt, aber man sieht schon recht deutlich dass das Entelodon aus “Die Erben der Dinosaurier” in punkto Darstellung und Farbe eindeutig Pate gestanden hat.

Entelodon

Ich denke man kann auf dem Bild auch ganz gut die enorme Größe dieser etwa Rinder-großen Bestien sehen.  Vor allem die Größe und Breite des Kopfes wird erst wirklich bewußt, wenn man einmal ein originalgroße Rekonstruktion oder einen Schädel sieht.

Dann habe ich aber noch etwas gesehen, was mich zugegebenerweise geärgert hat:

Entelodon Tafel

Auf der Tafel zu diesem Modell stand, dass die verlängerten Dornfortsätze der Wirbel  ein deutliches Anzeichen für einen Fettbuckel sind. Das ist allerdings vollkommener Unsinn. In dem Spinosaurus-Artikel bin ich ja schon näher auf diese Sache eingegangen. Ein Fettbuckel, der ja ohnehin nur bei zwei rezenten Tiearten, dem Kamal und dem Dromedar vorkommt, benötigt keine Knochen als Stütze, genau genommen zeigt das Skelett dieser Tiere überhaupt keine Anzeichen darauf, dass überhaupt ein oder auch zwei Höcker existieren. Verlängerte Wirbelsäulenausläufer in der Schultergegend, welche denen der Entelodonten stark ähneln, findet man auch bei verschiedenen großen Rinder-Arten, bei Nashörnern, Elchen, den ausgestorbenen Riesenhirschen, Giraffen, und noch ein paar anderen Arten, also vor allem Tieren, welche einen schweren Kopf haben, und bei denen die Wirbelausläufer als Ansätze für Muskeln und Sehnen zur Stabilisierung des Kopfes und des Halses dienen. Ein Fettdepot findet sich dort nicht.

Bild des Tages: Liopleurodon ferox-Skelett

Sonntag, Juli 8th, 2007

Diese weltberühmte und außerordentlich gut erhaltene Skelett eines Lipleurodon ferox ist in der Schausammlung des Paläontologischen Museums in Tübingen ausgestellt. Dieses ursprünglich aus England stammende Skelett ist eines der weltweit besterhaltenen Skelette eines Pliosauriers, und auch in unzähligen Büchern abgebildet.

Liopleurodon ferox Skelett

Das Skelett ist insgesamt etwa 4,5m lang, stammte also von einem subadulten Exemplar. Die Größe des Liopleurodon wird oft mit bis zu 25m angegeben, in Wirklichkeit blieb diese Art aber deutlich kleiner. In dem zweiten Teil der BBC-Dokumentation Dinosaurier-im Reich der Giganten kam in der zweiten Folge ein gigantischer Liopleurodon vor, dessen Länge mit 25m angegeben wurde. Daraufhin wurde auf unzähligen Internet-Seiten, in Zeitschriften und auch in manchen Büchern geschrieben dass Liopleurodon ferox 25m wurde. Tatsächlich basiert diese Vorstellung aber auf einer falschen Basis. In den aus dem Jura stammenden Lehmablagerungen aus dem Bereich um Oxford, von wo auch das oben abgebildete Skelett stammt, wurden die fragmentarischen Reste einiger extrem großer Pliosaurier gefunden. Die größten Knochen ließen auf Pliosaurier von etwa 18m schließen, woraufhin die Macher von Dinosaurier-Im Reich der Giganten sich dachten, dass das größte jemals existierende Exemplar dieser Art mit Sicherheit noch größer war. Tatsächlich wird das in der Episode sogar tatsächlich erwähnt, nämlich dass es sich bei dem alten Liopleurodon-Männchen um das größte jemals existierende Exemplar seiner Art handeln soll. Einen physischen Beweis für derartig große Pliosaurier gab es bis dato aber überhaupt nicht, dazu kommt noch, dass jene Funde von Riesenpliosauriern allem Anschein nach überhaupt zu Liopleurodon ferox, sondern einer anderen, bisher unbeschriebenen Art angehören. Liopleurodons mit einer Länge von 25m haben also mit allergrößter Wahrscheinlichkeit niemals existiert, auch wenn diese Art mit Längen von wahrscheinlich bis zu 10m immerhin noch größer als ein großer Orca wurde.

Dass es wahrscheinlich dennoch Pliosaurier gab, welche deutlich über 20m werden konnte, wurde erst später entdeckt, aber dazu in einem späteren Post mehr.

Gefälschte Monster

Samstag, Juli 7th, 2007

Seit jeher findet der Mensch Gefallen am Kuriosen und Absonderlichen, und in den vorigen Jahrhunderten war es teilweise groß in Mode, sogenannte Wunderkammern einzurichten, in denen allerlei zoologische und auch teilweise anthropologische Schaustücke zusammengetragen wurden. Das große Interesse and ausgefallenen Objekten und Tieren brachte schon vor vielen Jahrhunderten findige Menschen dazu “Monster” aus normalen Tieren herzustellen. Mit am berühmtesten davon sind die Seejungfrauen, welche aus dem Oberkörper eines zurecht gerichteten Affen und dem Körper eines großesn Fisches hergestellt wurden. Ebenfalls sehr populär war es, aus Rochen Ungeheuer zu basteln, da dies auch besondern einfach geht. Da Rochen Knorpelfische sind, läßt sich ihr Körper auch recht leicht bearbeiten, und anschließend trocknen, ohne dass man allzu große Arbeitsspuren sieht. Auch das ohnehin schon ungewöhnliche Aussehen der Rochen bietet hierfür reichlich Anreize zum Experimentieren. Die Unterseite der Rochen ist, zumindest bei den bodenbewohnenden Arten, stark abgeplatte, und das recht kleine Maul liegt stark unterständig, ebenfalls wie die darüber liegenden Nasenlöcher, so dass das ganze fast ein bißchen wie ein schlecht aufgelegter Smiley aussieht. Vor einiger Zeit ging ja auch der Fang eines angeblichen Aliens durch russische Fischer groß durch die Presse. Abgesehen davon dass die zu den gezeigten Videoaufnahmen erfundene Geschichte nur frei erfunden war, und auf einem Youtube-Video basierte, war auch das seltsame Wesen im Prinzip ganz einfach als ein Rochen zu identifizieren, von dem nur die Unterseite gezeigt wurde. Das hat aber vielen Medien, nicht zuletzt die Bild-Zeitung, nicht davon abgehalten mal wieder eine große Story aus der Sache zu machen, und mal wieder zu behaupten, es handele sich um ein nicht identifizierbares Monster. 

Durch entsprechendes Zurechtstutzen und Montieren des Rochenkörpers läßt sich so auf recht einfache Weise ein groteskes Fabelwesen mit “Gesicht” herstellen. Ebenfalls sehr beliebt war es, den Kopf des Rochen von dem flach auslaufenden umliegenden Weichgewebe zu befreien, so dass sie aussahen, wie kleine geflügelte Drachen. Selbst heute noch fallen viele Leute auf solche Dinger herein, was sich nicht zuletzt darin zeigt, dass man Bilder davon immer noch auf manchen Internet-Seiten und in Boulevard-Blättern findet. Einmal wurde ein solcher bearbeiteter getrockneter Rochen sogar groß als Chupacabra präsentiert…

Hier sieht man ein solches “Mini-Rochenmonster” mit kleinen Glasaugen in den Nasenlöchern, das in der Sammlung des Naturhistorischen Museums in Wien ausgestellt ist. Selbstverständlich wurde hier einwandfrei darauf hingewiesen dass es sich nur um eine Fälschung handelt. Dieses Modell ist möglicherweise schon 400 Jahre alt, und wurde erst jüngst im Archiv des Naturkundesmusems gefunden. Weitere Informationen und Photos gibt es auch hier: http://www.nhm-wien.ac.at/Content.Node/wissenswertes/basilisken.html

Mini-Rochenmonster

Ein etwas ungewöhnlicheres Monster dass aus der Haut eines Rochen zurechtgebastelt wurde, sieht man hier:

Rochenhaut-Monster

Rechts darüber sieht man übrigens noch ein kleines, möglicherweise aus einem Hai gebasteltes Monster.

Moderne Riesenamphibien

Freitag, Juli 6th, 2007

In der heutigen Zeit spielen die Amphibien in den meisten Ökosystemen keine übermäßig große Rolle mehr, und die Zeit in der sie als erste Landwirbeltiere die beherrschenden Arten auf der Erde hervorbrachten, unter ihnen zahlreiche Riesenformen, ist schon lange vorbei. Inzwischen gibt es nur noch wenige Arten, die man ihrer Körpergröße wegen wirklich als bemerkenswert bezeichnen könnte. Die zweifellos eindrucksvollsten Arten sind die beiden Riesensalamander-Arten, der Japanische Riesensalamander Andrias japonicus und der Chinesische Riesensalamander Andrias davidianus. Die erstere Art erreicht eine Länge von etwa 1,5m und kann bis zu 30kg wiegen. Über die Größe des Chinesischen Riesensalamanders herrschen widersprüchliche Angaben, teilweise heißt es er sei kleiner als der Japanische, dann heißt es wieder er sei die größte rezente Amphibien-Art und kann bis zu 1,80m erreichen. Da mir hier genauere Angaben und Hintergründe momentan fehlen, kann ich auch nicht genau sagen, was jetzt tatsächlich stimmt. Hier sieht man ein Alkohol-Präparat eines Japanischen Riesensalamanders im Naturhistorischen Museum Wien.

 Japanischer Riesensalamander (Andrias japonicus)

 Neben den Riesensalamander gibt es noch einige andere wenig bekannte Schwanzlurche, die sehr beachtliche Größen erreichen können, etwa der amerikanische Dreizehenaalmolch Amphiuma tridactylum, der eine Länge von einem Meter erreichen kann. Diese Amphibien haben nur noch winzige stark zurückgebildete Gliedmaßen mit reduzierter Zehenzahl, und leben praktisch  unvollständig metamorphiert praktisch ihr ganzes Leben im Wasser, ähnlich wie der Große Armmolch Siren lacertina, der ebenfalls in südlichen Teil Nordamerikas lebt. Er besitzt wie alle Armmolche nur zwei Vordergliedmaßen, und große büschellige äußere Kiemen. Auch er kann eine Länge von einem Meter erreichen, ist aber insgesamt kompakter gebaut als der Dreizehige Aalmolch. Auf diesem Bild sieht man rechts einen Dreizehigen Aalmolch und daneben einen Großen Armmolch.

Dreizehiger Aalmolch und Großer Armmolch

Aber auch unter den Froschlurchen gibt es einige sehr groß werdende Arten, allen voran der Goliathfrosch Conraua goliath (früher auch Gigantorana oder Rana goliath), der eine Länge von 40 cm erreichen kann, mit ausgestreckten Beinen sogar etwa das doppelte. Dabei kann er ein Gewicht von über 3kg haben. Ohne direkte Vergleichsmöglichkeiten ist es wirklich schwer sich ein Bild von der Größe dieser Tiere zu machen. Hier habe ich einmal ein Bild eines präparierten Exemplares, mit einem 1-Euro-Stück als Größenvergleich:

Goliathfrosch Gigantorana goliath

Leider ist die Qualität dieser Bilder nicht allzu gut, da es in dem Raum ziemlich dunkel gewesen ist, und außerdem durch Scheiben photographiert werden mußte.

Die grotesken Hornfrösche mit ihren überproportional großen Köpfen und dem riesigen Maul sehen beinahe aus wie Kreaturen aus Star Wars (etwa die Wesen das in Episode 6 vor Jabbas Palast in der Wüste sitzt). Die meisten Arten sind nicht besonders groß, auch wenn ihr Hunger und ihr Selbstvertrauen wahrscheinlich rekordverdächtig unter den Amphibien ist. Zwar können einige Arten doch recht beachtliche Größen und Gewicht erreichen, aber zugegebenerweise war ich doch etwas geschockt als ich in der Sammlung des Naturhistorischen Museums in Wien ein Exemplar von wirklich monströsen Ausmaßen sah. Laut dem Schild handelte es sich um einen Schild-Hornfrosch mit dem wissenschaftlichen Namen Ceratophrys dorsata. Allerdings scheint diese Art heutzutage eher unter dem Namen Ceratophrys cornuta behandelt zu werden. Die Weibchen dieser Art können bis zu 20 cm lang werden, durch ihr riesiges Maul sehen sie aber noch weitaus größer aus. Ein Euro-Stück als Größenvergleich ist dieses Mal zwar nicht dabei, aber die Zierleiste am unteren Rand der Vitrine war genauso hoch wie die auf dem Bild mit dem Goliath-Frosch, so dass man sich schon ganz gut vorstellen kann, wie großer dieser Hornfrosch war.

 Riesenhornfrosch (Certophrys cornata)

 Ein anderer Riese unter den Froschlurchen ist die berühmt-berüchtigte Agakröte Bufo marinus. Das größte bekannte Exemplar hatte eine Kopf-Rumpf-Länge von 38cm und wog 2,65kg. Zwar bleiben die meisten Exemplare deutlich kleiner, sind aber immer noch äußerst imposant. Besonders bemerkenswert ist die enorme Breite dieser Tiere, die beinahe so breit wie lang sind, und unglaublich dicke Giftdrüsen besitzen. Auf diesem Bild ist leider kein Größenvergleich dabei, aber diese Agakröte war mindestens so groß wie großer Kuchenteller.

Agakröte (Bufo marinus)

Eine andere Form von Gigantismus unter Amphibien findet man bei den kleinen Harlekinfrösche. Die Frösche selbst sind keineswegs bemerkenswert in ihrer Größe, sind sie doch nur etwa so groß wie heimische Laubfrösche. Dagegen sind ihre Kaulquappen echte Giganten, die bis zu 30 cm lang werden können. Während der Metarmorphose bildelt sich der Schwanz zurück, und große Mengen des Gewebes werden abgebaut, so dass aus einer gigantischen Kaulquappe ein kleiner Frosch wird. Besonder die Zwischenstadien, bei denen die Kaulquappen schon Gliedmaßen aufweisen, sehen ausgesprechend bizarr aus. Vor einiger Zeit wurde eine solche Riesenkaulquappe mit Beinen von südamerikanischen Fischern gefangen, und machte vor allem in Internet als angebliches Monster die Runde. Dass es hier wieder einmal hieß, das Wesen könne nicht identifiziert werden, sagt ziemlich viel über die Sensationslüsternheit der Boulevard-Presse aus, die Dinge bewußt mystifiziert, um eine interessante Story daraus zu machen. Dabei wäre es hier wie auch in vielen ähnlichen Fällen auch, ganz einfach gewesen das unidentifizierbare Wesen von einem Biologen oder sonst irgend jemanden der sich damit auskennt, als Harlekinfrosch-Kaulquappe zu identifizieren. Hier sieht man noch ein Präparat einer solchen, teilweise umgewandelten und daher auch schon eingeschrumpften Kaulquappe, zusammen mit dem ausgewachsenen Frosch zum Vergleich:

Harlekinfrosch-Kaulquappe

Bild des Tages: Handwühle (Bipes biporus)

Donnerstag, Juli 5th, 2007

Eines der skurrilsten Reptilien ist zweifellos die fünffingrige Handwühle. Diese seltsamen kleinen Reptilien besitzen einen langgestreckten, beinahe gleichförmig dicken Leib, einen kompakten gepanzerten Kopf mit winzigen Augen, sowie zwei kleine Vorderbeine, die mit ihren langen Krallen an die eines Maulwurfes erinnern. Das kommt auch nicht von Ungefähr, denn Handwühlen leben vor allem unterirdisch, weshalb sie auch keine äußeren Ohröffnungen besitzen. Auch ihre Haut ist an diese Lebensweise angepaßt, denn sie ist relativ weich und verschieblich und von mosaikartigen kleinen Schuppen bedeckt. Außerdem sind sie vollkommen pigmentlos, und haben eine rosa-fleischige Farbe, ähnlich einer neugeborenen Maus, was auf dem Bild, welches ein entfärbtes Alkoholpräparat aus dem Naturhistorischen Museum Wien zeigt, nicht mehr zu sehen ist. Sie gehört zu den Zweifuß-Doppelschleichen (Bipedidae), denen auch die verwandten Arten Bipes canaliculatus und Bipes tridactylus angehören. Ihre nahen Verwandten unter den Doppelschleichen besitzen im Gegensatz zu ihnen keine Gliedmaßen.

Handwühle (Bipes biporus)

Vor einiger Zeit machte im Internet auch das Bild einer Handwühle die Runde, und sorgte für allerlei Spekulationen. Von vielen wurde das ganze sofort als Fälschung abgetan, andere wiederum meinten, es handele sich um einen Tatzelwurm. Mit dem Tatzelwurm haben diese kleinen, nur etwa 20cm lang werdenden Doppelschleichen, die obendrein nur relativ lokal begrenzt im südlichsten Teil Nordamerikas vorkommen, allerdings nichts zu tun.

Bild des Tages: Hybrid-Pfau

Mittwoch, Juli 4th, 2007

Da die längeren Artikel oft eine ganze Menge Arbeit und Recherche nötig machen, dachte ich dass der Blog etwas lebendiger wird, wenn ich zwischendurch mal ein paar interessante Bilder poste. Das ganze nenne ich mal ganz unkreativ “Photo des Tages”, auch wenn ich noch nicht weiß, ob ich jeden Tag dazu komme, ein neues Photo zu posten. Das erste Photo des Tages zeigt einen sehr interessanten Pfau den ich im Zoo Schönnbrunn (Wien) vor einiger Zeit gesehen habe. Pfauen sind ja seit jeher schon gerne in Volieren oder in Parks gehaltenen worden, und neben der Wildform gibt es auch eine komplett weiße Zuchform. Ehrlich gesagt finde ich diese weißen Pfaue ziemlich langweilig, außerdem sehen sie zuweilen ziemlich schmutzig aus, wenn sie auf dreckigen Boden laufen müssen. Eben jener photographierte Pfau war allerdings ein intermediärer Hybrid aus der Wildform und der weißen Zuchtform, und zeigt ein sehr interessantes geschecktes Muster aus weißen und naturfarbenen Federn.hybrid-pfau1.JPG

Hier sieht man noch mal ein zweites Bild, auf dem man auch gut die verschieden farbigen Schwanzfedern sieht.

Hybrid-Pfau2

Meine Megalania-Trophäe

Dienstag, Juli 3rd, 2007

Megalania-Kopf

Da ich micht nicht nur für alle mögliche lebende, ausgestorbene und auch fantastische Tiere interessiere, sondern auch ganz gerne mal zeichne oder vor allem auch modelliere, sind mit der Zeit auch ein paar Zeichnungen und Skulpturen zusammen gekommen, die vielleicht den einen oder anderen interessieren könnten. Eine dieser Skulpturen ist dieser Megalaniakopf, den ich im Stil einer Jagdtrophäe mal vor ein paar Jahren gemacht habe. Die Gesamtlänge beträgt etwa 45cm, die des Kopfes etwas über 30, so dass er etwa halb so groß ist wie der eines echten großen Megalanias. Der Kopf wurde auf ein Grundgerüst aus Hasenstalldraht mit Pappmaché modelliert, in das ich dann in einer viele Stunden dauernden Arbeit mit einem kleinen Metallröhrchen tausende von Schuppen eingedrück habe. Die Augen bestehen aus geschliefenen und mehrfach lackierten Korken. Das ganze habe ich dann mit Wasserfarben angemalt, und zum Schutz, sowie für eine gewisse Glanzwirkung der Schuppen mehrfach mit Sprühlack versiegelt. Bei der Farbe und dem Muster habe ich mich vor allem an den australischen Waranen aus dem Gould-komplex orientiert, vor allem an dem größten rezenten Waran Australiens, dem Riesenwaran Varanus giganteus, da ich nicht wie allgemein verbreitet, einfach eine größere Ausgabe eines Komodowaranes haben wollte. Im Nachhinein sind mir einige Fehler aufgefallen, der Kopf ist insgesamt zu schmal, und auch die Proportionen, die Größe der Augen und die gesamte Form stimmt nicht so recht, was ich allerdings erst später wirklich nachprüfen konnte, da mir kein Bild von einem tatsächlichen Megalania-Schädel als Vorlage zur Verfügung stand.

Hier sieht man das Innenleben des Kopfes. Mit entsprechend stark zerkleinertem Pappmaché habe ich zwei Holzstücke einmodelliert, was später extrem fest aushärtete. Zusätzlich habe ich auch noch ein Stück dünnes Sperrholz auf die Größe des Innenradius zugeschnitten und ebenfalls mit Pappmaché eingeklebt, so dass ich den Kopf später stabil mit Schrauben an dem Brett befestigen konnte.

Megalania-Kopf Innenansicht

Hier noch ein Bild vom Kopf im unbemalten Zustand:

Megalania-Kopf unangemalt