Bestiarium

Fantastisches aus Biologie, Paläontologie und Kryptozoologie

Archive for the ‘Vögel’ Category

Der Karolinasittich Conuropsis carolinensis

Samstag, März 1st, 2008

Viel Zeit habe ich ja nicht, aber da ich jetzt schon so lange praktisch nichts gebracht habe, dachte ich dass ich wenigstens mal ein paar interessante Photos posten kann. Ich wollte auch schon lange mal wieder etwas über ausgerottete Tiere schreiben, bin aber leider nicht dazu gekommen, daher habe ich mich entschlossen zumindest ein paar Photos aus meinem Fundus zu posten.  Darum hier mal ein paar Photos von präparierten Karolinasittichen, dem einzigen Papagei welcher Nordamerika bewohnte.

Ein besonders schönes Präparat aus dem Zoologischen Institut Tübingen:

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Aus dem Rosenstein-Museum Stuttgart:

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Wegen schlechter Lichverhältnisse leider nicht so schön aus dem Naturhistorischen Museum Wien:

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Bild des Tages: Lustige Hühner

Montag, Februar 4th, 2008

Da Zeit bei mir momentan eher Mangelware ist, komme ich leider wieder nicht dazu, mehr als nur ein Bild des Tages zu posten. Aber die Bilder einiger ausgesprochen skurriler Hühner (bzw Hähne), welche ich vor ein paar Wochen in den Volieren eines Kleintierzüchtervereins gesehen habe, wollte ich dann doch noch posten:

lustige-huhner.JPG

Ich kenne mich mit Hühner nicht sonderlich gut aus, und habe auch  keine Ahnung, um was für eine Rasse es sich genau handelt. Diese Tiere sind insofern ausgesprochen ungewöhnlich, als dass sie wie man unschwer erkennen kann, extrem verlängerte Beine haben, und ungewöhnlich aufgerichtet sind. Außerdem haben sie noch einen relativ langen Hals, was man allerdings bei den beiden Hähen im Vordergrund kaum vermuten würde, da sie ihn eingezogen hatten. Besonders die Exemplare im Hintergrund haben sogar eine gewisse Ähnlichkeit zu Sekretären.

Wie mir nachträglich mitgeteilt wurde, handelt es sich bei dieser Rasse um Kampfhühner.

Bild des Tages: Teilabinotische Amsel

Sonntag, Oktober 21st, 2007

Albinismus muss nicht immer den ganzen Körper betreffen, es kann auch durchaus vorkommen, dass nur in Teilen des Körpers kein Pigment gebildet wird, was dann oftmals ein gesprenkeltes oder geschecktes Aussehen zur Vogel hat. Ein Beispiel dafür wäre diese teilalbinotische Amsel aus der Sammlung des Zoologischen Institutes in Tübingen:

Beinahe ein echter Dinosaurier…

Freitag, Oktober 19th, 2007

Dass Vögel direkte Nachfahren der Dinosaurier sind ist inzwischen relativ weitläufig akzeptiert (abgesehen von Kreationisten, und den BANDits, die sich vor allem aus Ornithologen zusammensetzen, und davon ausgehen, dass Vögel und Dinosaurier von einem gemeinsamen, bisher noch unentdeckten Vorfahren abstammen. BAND steht übrigens für Birds Are Not Dinosaurs), aber irgendwie fällt es doch ziemlich schwer, die im Garten umherhuschenden Amseln oder die Gehsteige verunzierenden Tauben wirklich mit etwas in Verbindung zu bringen, das man in aller Regel eher als groß und schuppig ansieht. Seit einigen Jahren häufen sich teilweise spektakuläre Funde, welche beweisen dass schon eine ganze Reihe von kleineren Theropoden befiedert war, selbst beim berühmt-berüchtigten Velocraptor konnte kürzlich nachgewiesen werden, dass er Federn an den Armen trug. Das wirft natürlich viele bisherigen Vorstellungen und Rekonstruktionen völlig über den Haufen. Egal, mir haben die Jurassic-Parc-Raptoren auch ohne Federn gut gefallen, obwohl sie auch nur die grau-braune Einheitsfarbe aller Dinosaurier in diesem Meisterwerk der Filmkunst tragen. Bedebkt man, dass nun einige Theropoden befiedert waren, kann man sich schon viel eher vorstellen, wie ein lebender Dinosaurier gewirkt haben muss, vor allem wenn man Arten heranzieht, welche große Ähnlichkeiten in Größe und allgemeiner Morphologie haben. Als ich vor kurzem an den Volieren eines Kleintierzüchtervereins entlang ging, und auf eine Schar wunderschöner Truthähne stieß, war ich zugegebenerweise fasziniert, denn es gab einst einen Dinosaurier, welcher zu Lebzeiten fast genauso ausgesehen haben könnte. Diese Truthähne waren keine hässlichen weißen Fleischputen mit zerzausten Federn, wie sie üblicherweise gezüchtet werden, um den Fleischmarkt zu befriedigen, sondern wunderschöne Vögel mit dunklen gepflegten Gefieder:

Die kräftigen Beine und der nackte Hals und Kopf geben ihnen zusätzlich ein gewisses Dino-flair, außerdem erscheinen sie bei normal angelegten Gefieder auch viel schlanker, und damit dinosaurierähnlicher, als wenn sie sich, wie auf vielen Bildern zu sehen, aufplustern.

Ich hatte bei meinem Besuch im Museum am Löwentor vor ein paar Wochen die Gelegenheit zwei Skelettabgüsse des kleinen Theropoden Caudipteryx zu photographieren. Dieser kleine Theropode ist in Größe und Gestalt fast identisch mit einem Truthahn, nicht nur weil er Federn trug, sondern weil er auch einen extrem kurzen Schwanz, kleine flügelähnliche Arme und einen schnabelartigen Kiefer besaß. Beachtenswert sind auch die enorm langen Beine:

Und hier noch mal in der Fundsituation:

Ich denke es ist durchaus lohenswert selbst so ordinär erscheinende Tiere wie Puten einmal genauer zu betrachten, denn auch Tiere die jeden Tag millionenfach erbrütet, geschlachtet und gegessen werden, können erstaunlich interessant sein, sowohl in Bezug auf das Verhalten, als auch auf die Anatomie.

Bild des Tages: Albinos

Mittwoch, Oktober 10th, 2007

Diese schönen, wenngleich auch nicht schön photographierten Präparate von zwei albinotischen Maulwürfen und einem albinotischen Sperling stammen aus dem Rosenstein-Museum in Stuttgart:

Albinos

Bild des Tages: Rackelhahn

Sonntag, August 26th, 2007

Dieses Präparat zeigt das Produkt einer sehr seltenen Kreuzung, nämlich zwischen einem Auerhahn (Tetrao urogallus), und einem Birkhuhn (Lyrurus tetrix) . Das Ergebnis dieser Kreuzung ist ein sogenannter Rackelhahn. Er steht in seiner Größe und dem Aussehen in etwa zwischen Auerhahn und Birkhuhn. Interessant ist, dass die männlichen Hybriden sich an den Balzplätzen der normalen Birkhähne einfinden, und nicht alleine in ihrem Revier nach Weibchen rufen, wie es der Auerhahn macht. Früher gab es diese Tiere mit Sicherheit häufiger, aber da sowohl das Birkhuhn als auch der Auerhahn in vielen Gegenden schon lange ausgerottet wurden, sind auch die Hybriden entsprechend seltener geworden.

Rackelhahn

Dieses Präparat befindet sich in der Schausammlung des Zoologischen Instituts der Universität Tübingen.

War Ardea bennuides der Totenvogel Benu?

Montag, August 20th, 2007

Die mythologische Welt der alten Ägypter ist ganz besonders reich an zahlreichen Fabelwesen, unter denen die Sphinx oder tierköpfigen Gottheiten wie der Schakalgott Anubis zu den bekanntesten zählen. Die allermeisten von ihnen sind Chimären, zusammengesetzt aus Tieren und Menschen, oder auch wie im Falle des Seelenfressers Amemamit, welcher den Kopf eines Nilkrokodils, die Vorderseite eines Leoparden oder Geparden und das Hinterteil eines Nilpferdes besitzt, aus verschiedenen Tiere zusammengesetzt. All jene Mischwesen haben eines gemeinsam, nämlich dass die Abgrenzungen zwischen den einzelnen Wesen klar voneinander erkennbar sind, und es zu keiner willkührlichen Vermischung verschiedener Attribute kommt, wie es in vielen anderen Kulturen der Fall ist. Zudem sind sowohl die einzelnen Körperpartien wirklich existierender Lebewesen, als auch die zuweilen auch dargestellten Haus-und Wildtiere sowohl auf bildlichen als auch auf figürlichen Darstellungen oft von erstaunlicher Natürlichkeit, so dass man in aller Regel die verschiedenen Arten klar zuordnen kann. Zwar gibt es mannigfaltige, teilweise extrem bizarre Kombinationen, etwa Menschen mit Skorpionskörpern als Unterleib, oder Skarabäen mit Geierflügeln. Wirklich eigenständige Lebewesen, die nicht stückweise zusammengesetzt sind, findet man dagegen kaum. Eine der wenigen Ausnahmen ist das mysteriöse Seth-Tier. In aller Regel wird der Gott Seth als tierköpfiger Gott dargestellt, in einigen Fällen aber auch als ein schwer definierbarer Vierfüßer mit großen Tütenohren, einer langen, leicht nach unter gerichteter stumpfen Schnauze, einem windhundartigen Körper und einem senkrecht in die Höhe stehende dünnen Schwanz mit einer Quaste am Ende. Das Seth-tier wurde schon als Esel, Schakal, archaische Giraffe und sogar als Ameisenbär gedeutet, vielleicht handelt es sich aber auch hier um ein etwas freizügiger gestaltetes Mischwesen, dem unter anderem das Erdferkel, und das oft mit steil erhobenen Pinselschwanz laufende Warzenschwein als Vorbild dienten, beides Tiere, die einst auch in Ägypten vorkamen. Bisher hat man noch kein lebendes oder ausgestorbenes afrikanisches Tier entdeckt, das dem Wesen auf den alten Darstellungen ähnelt, und Seth bleibt nach wie vor rätselhaft. Bei einem anderen Mythentier aus dem Reich der Pharaonen sieht die Sache allerdings ganz anders aus. Lange Zeit wurde der Totenvogel Benu oder Bennu als reines Fantasiegeschöpf abgetan. Diesem als großer Reiher dargestellten Vogel wurde nachgesagt, dass er die Seelen der als würdig empfundenen Toten zum Gott Re brachte. Der Benu findet sich in vielen Darstellungen, sowohl auf Papyri, als auch auf Wandmalereien und Steingravuren.  Besonders viele Darstellungen findet man im Totenbuch des Schreibers Ani, ein Papyrus aus der Zeit um 1300 v. Chr. Hier sind einige Bilder des Benu aus diesem Totenbuch:

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Man achte auf die kleine Benu-Hyroglyphe vor dem linken Bein des Benu.

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Diese Darstellung ist besonders interessant, denn sie zeigt rechts möglicherweise einen Jungvogel, der noch keine Federfahnen am Kopf hatte.

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Hier sieht man auch einige seltsame Chimären mit dem Oberkörper eines Menschen und dem Unterkörper eines Benu.

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Dieses Bild stammt aus einer original getreu nachgebildeten Grabkammer des Kunsthandwerkers Sennedjem, der zur Zeit Sethos I. und Ramses II. lebte.

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Seinem Aussehen nach ist er als typischer Reiher zu erkennen, mit langen Stelzbeinen, einem langen, oft S-förmig gekrümmten Hals und einem langen Schnabel, am Hinterkopf zeigt er auch die beiden für viele Reiherarten typischen Federfahnen. Seine Größe variiert geringfügig, aber meist wurde er als ein recht großer Vogel dargestellt, der selbst mit in den Nacken gelegten Hals nur wenig kleiner als ein Mensch war. Zuweilen wurde ihm auch noch eine herrschaftliche Krone zugestanden, was allerdings wenig heißen muss, denn dies war manchmal sogar bei Fischen wie etwa dem bizarren Nilhecht der Fall. Die altägyptischen Tierdarstellungen lassen kaum einmal einen Zweifel an der Idendität der dargestellten Wesen, speziell bei Vögeln wie etwa wilden Gänsen oder Enten, sind Körperform, sowie Farbe und Musterung des Gefieders im Allgemeinen detailgetreu wiedergegeben. Unter den heutigen Reihern gibt es allerdings keinen, der dem Benu wirklich ähnlich sieht, und so wurde vermutet, dass es ihn niemals wirklich gegeben hat. Im Jahre 1979 aber entdeckte die Archäologin Dr. Ella Hoch von der Universität Kopenhagen unter den aus Kuwait und dem Oman stammenden Knochen, welche seit 1958 geborgen wurden, bis dato aber noch nicht weiter untersucht worden waren, die Überreste einer sehr großen unbekannten Reiherart. Den Knochen zufolge waren diese Vögel größer als die größten heutigen Reiher, die Goliath-Reiher (Ardea goliath), welche Höhen bis zu 1,40m erreichen. In Bezug auf die Größe würde dieser Vogel also durchaus den Darstellungen des Benu entsprechen. Man datierte die Knochen auf ein Alter von 3800 bis 4700 Jahren, was bedeutet dass zumindest die Künstler der ältesten Dynastien diesen Vögeln noch begegnet sein können. Vom Benu heißt es, dass er vom Osten her käme, was von der Lage Ägyptens aus auch mit den Fundorten auf der arabischen Halbinsel übereinstimmen würde. Da es sich bei dieser Reiherart mit großer Wahrscheinlichkeit um jenen Vogel handelte, der für den mythologisch verklärten Benu Modell stand, wurde er Ardea bennuides genannt. Nun stellt sich natürlich die Frage wann und warum dieser Vogel ausgestorben ist. Möglicherweise handelte es sich um einen Zugvogel, der nur zu bestimmten Zeiten das Nildelta aufsuchte, wo er von den frühen Dynastien auch von Künstlern gesehen und naturgetreu wiedergegeben wurde. Vielleicht starb er aufgrund von Nachstellungen oder auch durch die Vernichtung seiner Brutplätze auf der arabischen Halbinsel schon in der frühen Antike aus, so dass er in späteren Dynastien nur noch von Geschichten und Bilder bekannt war, was vielleicht auch den mythischen Status als Seelengeleiter erklären könnte. Die Darstellung des Benu ohne Federfahnen ist besonders interessant, denn sie deutet darauf hin, dass der damalige Maler noch einen lebenden Ardea bennuides als Vorlage für den Benu gesehen haben könnte.

Anmerkung:

Alle Photos stammen aus der Ausstellung “Tod am Nil” vom Museum Schloss Hohentübingen.

Bild des Tages: Diatryma gigantea

Freitag, August 10th, 2007

Hier sind noch zwei weitere Bilder aus der Urzeit-Ausstellung in Reutlingen: Diatrymas

Und noch mal eine Nahansicht:

Diatrymas 2

Bild des Tages: Seriema

Montag, Juli 30th, 2007

Diesen Seriema habe ich wie so vieles andere im Schönbrunner Zoo aufgenommen. Das dort lebende Paar kann sich praktisch frei bewegen, und hat ein Nest auf einem am Rande einer Außenanlage gelegenen Baumes, wohin auch die im Schnabel getragenen Äste gebracht wurden.

Seriema

 Die Seriemas (Cariamidae) sehen an sich nicht übermäßig spektakulär aus. Diese vorwiegend am Boden nach Kleintieren wie größeren Insekten und Reptilien jagenden Vögel, haben eine ähnliche ökologische Nische wie die afrikanischen Sekretäre, bleiben mit etwa 90cm Höhe aber kleiner als diese. Diese Vögel sind die nächsten lebenden Verwandten der berühmt-berüchtigten Terrorvögel oder Phorusrhaciden. Die größten Arten dieser flugunfähigen Fleischfresser erreichten Höhen von 3m, und Gewichte von etwa 400 kg.

Bild des Tages: Hybrid-Pfau

Mittwoch, Juli 4th, 2007

Da die längeren Artikel oft eine ganze Menge Arbeit und Recherche nötig machen, dachte ich dass der Blog etwas lebendiger wird, wenn ich zwischendurch mal ein paar interessante Bilder poste. Das ganze nenne ich mal ganz unkreativ “Photo des Tages”, auch wenn ich noch nicht weiß, ob ich jeden Tag dazu komme, ein neues Photo zu posten. Das erste Photo des Tages zeigt einen sehr interessanten Pfau den ich im Zoo Schönnbrunn (Wien) vor einiger Zeit gesehen habe. Pfauen sind ja seit jeher schon gerne in Volieren oder in Parks gehaltenen worden, und neben der Wildform gibt es auch eine komplett weiße Zuchform. Ehrlich gesagt finde ich diese weißen Pfaue ziemlich langweilig, außerdem sehen sie zuweilen ziemlich schmutzig aus, wenn sie auf dreckigen Boden laufen müssen. Eben jener photographierte Pfau war allerdings ein intermediärer Hybrid aus der Wildform und der weißen Zuchtform, und zeigt ein sehr interessantes geschecktes Muster aus weißen und naturfarbenen Federn.hybrid-pfau1.JPG

Hier sieht man noch mal ein zweites Bild, auf dem man auch gut die verschieden farbigen Schwanzfedern sieht.

Hybrid-Pfau2