Bestiarium

Fantastisches aus Biologie, Paläontologie und Kryptozoologie

Archive for the ‘Arthropoden’ Category

Der Riesentausendfüßer Arthropleura – der größte Landarthropode aller Zeiten

Sonntag, August 23rd, 2009

Es gibt zahllose Horrorfilme- und Geschichten in denen riesigen Insekten, Monsterspinnen oder andere Arthropoden von gigantischer Größe vorkommen. Mit der Wirklichkeit haben diese aber praktisch gar nichts gemein, denn kein einziges lebendes Insekt oder ein anderer landbewohnender Gliederfüßer erreicht wirkliche Monsterdimensionen. In früheren Zeiten war das aber noch anders, denn es hat durchaus einige terrestrische Arthopoden gegeben, welche durchaus gut in einem Horrorfilm mitspielen könnten. Es gab Riesenlibellen wie Meganeura, welche mit einer Flügelspannweite von ca. 75 cm in etwa so groß war wie ein Turmfalke. In der BBC-Doku “Die Ahnen der Saurier” mußte das ganze natürlich völlig maßlos übertrieben werden, denn obwohl die richtige Spannweite angegeben wurde, behauptet der Sprecher selbstsicher dass diese Riesenlibelle so groß gewesen sei wie ein Adler…Hier sei angemerkt, dass selbst die allerkleinsten echten Adler wie etwa der Kanninchenadler Aquila morphnoides nicht so klein sind. Ein anderer Schnitzer war die Riesenspinne, welche als Mesothelae bezeichnet wurde, und munter auf die Jagd nach frühen Landtetrapoden ging. Tatsächlich gab es aber nie so großen Spinnen. Megarachne, welche als Vorlage für die Riesenspinne diente, hat sich nämlich im Nachhinein als ein im Wasser lebender Verwandter der Seeskorpione entpuppt. Es gab noch einen weiteren Riesenarthopoden welche in der Doku vorkam, und um welchen es in diesem Blogpost auch primär gehen soll, den Riesentausendfüßer Arthropleura. Unter allen bekannten landbewohnender Gliederfüßern erreichte Arthropleura die bei weitem gewaligsten Ausmaße, welche durchaus an die größten Meeresskorpione heranreichte, wenngleich auch die Masse mit Sicherheit viel geringer war. Die größten Exemplare von Arthropleura erreichten eine Länge von etwa 2,6 m, und das ist wirklich Monstergröße.

Arthropleura

Dieses schöne Modell stammt übrigens aus dem Naturkunde-Museum Karlsruhe. Hier noch mal eine andere Ansicht:

Arthropleura (2)

In der BBC-Doku wird Arthopleura dargestellt, wie sie sich zur Verteidigung kobraartig aufrichtete. Dass sie das tatsächlich getan haben, ist bei aller Medienwirksamkeit aber sehr sehr unwahrscheinlich. Zunächst einmal gibt es keinerlei Indizien dafür, das sie überhaupt so etwas gemacht haben. Zum Anderen halte ich es für beinahe unmöglich, dass sie rein anatomisch dazu in der Lage gewesen sein sollen. Der computeranimierte Riesentausendfüßer der BBC richtet sich etwa zur halben Körperhöhe auf, so dass er L-förmig gebogen ist. Aus rein statischen Gesichtspunkten ist das schon bei so einem Tier fast unmöglich. Wer sich das mal selbst ansieht (etwa bei Youtube, da kann man die einzelnen Folgen auch anwählen), merkt schnell wie unrealistisch das aussieht.  Selbst Schlangen können nur einen relativ geringen Teil ihres Vorderkörpers nach oben recken, und das obwohl sie fast nur aus Muskeln bestehen und über eine Wirbelsäule als Stütze verfügen, und keine völlig überdimensionierten Extremformen von Exoskelett-tragenden Wirbellosen sind. Irgendwie finde ich es schon ziemlich traurig, dass man zugunsten der Medienwirksamkeit immer solche Effekthascherei verwenden muss, zumal vielen Zuschauern vermittelt wird, dass es sich dabei um Tatsachen, und nicht nur reine Spekulationen handelt. Auch bei den anderen Dokumentationen dieser Art haben sich ja einige grobe Schnitzer ereignet, und auch die Rekonstruktionen sind leider teilweise nicht unbedingt wirklichkeitsnah. Nichtsdestotrotz sind diese Serien wirklich toll, zumal sich dabei oftmals ziemlich unbekannten Tieren gewidmet wird.

Arthropleura (3)

Arthropleura ist übrigens auch in Deutschland dokumentiert worden, etwa durch dieses Fossil der “nur” etwa einen Meter langen Art Arthropleura armata, welche im Saarland gefunden wurde, und ebenfalls in Karlsruhe ausgestellt ist:

Arthropleura armata Saarland

Man kennt aber auch Fossilien der deutlich größeren Formen von Arthropleura aus Deutschland. Ich denke ein Hauptgrund dafür, dass diese Tiere derartig riesig werden konnten, liegt in ihrem Körperbau. Die Anatomie der Arthropoden mit aus Chitin aufgebautem Exoskelett erlaubt nur einge gewisse Belastung. Daher hätten Rieseninsekten von den Ausmaßen Arthropleuras schon allein aufgrund der zierlichen Gliedmaßen enorme Probleme, da das ganze Gewicht auf nur sechs Beine verteilt würde. Bei Tausend-und Hundertfüßern sieht die Sache aber ganz anders aus. Dadurch dass das Körpergewicht auf mehrere Dutzend Beine verteilt wird, spielt das Gesamtgewicht nur noch eine untergeordnete Rolle, solange die Belastung jedes einzelnen Beinpaares nur nicht zu hoch wird. Nach dem gleichen Prinzip könnte man auch ein Auto auf eine Platte stellen, die nur von Streichhölzern gestützt wird, solange es derer nur genug sind. Interessanterweise kennt man sogar eine Reihe versteinerter Fußspuren dieser Tiere. Ich finde es auch dahingehend etwas seltsam, dass heute keine auch nur annährend so großen Hundert-und Tausenfüßer mehr gibt, selbst wenn einige Arten doch sehr beachtliche Ausmaße erreichen können (dazu irgendwann mal mehr). Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass es nur mit dem damals höhreren Sauerstoffgehalt der Atmosphäre zu tun hat, den um zu einer solchen gewaltigen Größe heranzuwachsen, waren bei Riesenarthropoden wie Meganeura und Arthropleura sicherlich immer noch massive Veränderungen der ursprünglichen Atmungsorgane nötig.

Ebenfalls nach wie vor mysteriös ist die Ernährung von Arthropleura. Während die einen davon ausgehen, dass sie ähnlich den meisten heutigen Tausendfüßern vor allem verrottendes Pflanzenmaterial gefressen haben, vermuten andere dass es sich bei ihnen um Apexprädatoren handelte, die selbst noch hundegroße Wirbeltiere erbeuteten, und damit eher den räuberischen Skolpendern geähndelt haben.

Schon wieder Palmendiebe!

Montag, August 17th, 2009

Ich hatte es ja schon mal über Palmendiebe, aber diese Tiere sind einfach dermaßen krass, dass ich kein Problem damit habe, schon wieder ein paar Photos dieser Riesenlandeinsiedlerkrebse zu bringen. Dieses hier stammt aus dem Zoo Berlin, wo man in einem großen Terrarium eines dieser Tiere bewundern kann, zumindest wenn man es findet (das ist zumindest als ich da gewesen bin, ziemlich vielen Leuten nicht gelungen):

Palmendieb Zoo Berlin

Zugegebenerweise sieht man auch hier nicht allzu viel, auch war dieses Exemplar noch ein gutes Stück von der Maximalgröße seiner Art entfernt. Dafür sieht man recht gut die intensive bläuliche Färbung, die bei Präparaten meistens nicht mehr zu sehen ist, es sei denn sie ist nachlackiert.

Hier noch ein paar Detailansichten eines präparierten Palmendiebes in der Darwin-Sonderausstellung des Naturhistorischen Museums Berlin:

Palmendieb

Und noch mal eines:

Palmendieb (2)

Man sieht dass der Hinterleib im Gegensatz zu anderen Einsiedlerkrebsen recht gut geschützt ist, und dicht an den Körper gepresst wird, und nicht in einem Schneckenhaus. Lediglich die jungen Palemdiebe verbergen ihren Hinterleib noch ganz in typischer Einsiedlermanier in Schneckenhäusern.

Riesenhummer

Samstag, Juli 18th, 2009

Hummer können teilweise erhebliche Größen erreichen, aber wie gewaltig einzelne Exemplare werden, machen sich nur die wenigsten bewußt. Wir kennen vor allem den Europäischen Hummer (Homarus gammarus) und den größer werdende Amerikanische Hummer (Homarus americanus), daneben gibt es auch noch eine Reihe von kleineren, und meist weniger bekannten Hummerarten. Erwähnenswert wäre hier vielleicht noch der Norwegische Hummer oder Kaisergranat (Nephrops norvegicus), der sich auch großer kulinarischer Beliebtheit erfreut, aber nur ziemlich klein bleibt. Aufgrund ihres delikaten Geschmackes sind Hummer schon seit langem in den meisten Regionen massiv überfischt. Selbst vor Helgoland gab es einstmals eine florierende Hummerfischerei, die dann aber irgendwann praktisch zusammenbrach, weil es kaum noch etwas zu fangen gab. Durch die starke Überfischung sowie der Tatsache dass Hummer sehr alt werden können, und die wirklich großen Exemplare in der Regel schon viele Jahrzehnte auf dem dem gepanzerten Buckel haben, sind die wirklich großen ziemlich selten geworden. Hinzu kommt natürlich auch noch, dass nicht bloß das Alter, sondern natürlich auch die Nahrungsgrundlage und auch die genetischen Vorraussetzungen wichtig für das Heranwachsen zu überdurchschnittlich großen Exemplaren wichtig ist. Ein wirklich monströses Exemplar, bei dem es sich sicherlich um einen Amerikanischen Hummer handelt, ist im Museum für Naturkunde in Berlin ausgestellt, auf einer großen Biodiversitätswand, auf der alle möglichen Tiere, von Mollusken bis hin zu Vögeln und Säugern abgebildet sind. Leider war es wegen der Scheibe und der eher schlechten Belichtung im Raum nicht so leicht Photos zu machen, dafür ermöglichen die anderen Tiere eine recht gute Vorstellung der enormen Größe des Hummers:

Hummer

Man achte vor allem auf den Nebelparder rechts im Bild, welcher in etwa in der gleichen Gewichtsklasse liegen dürfte…

Das höchste mir bekannte Gewicht das für einen Hummer dokumentiert wurde, liegt bei 22 kg, also durchaus so viel wie die kleinste Großkatze (eigentlich ja Großkatzen, da kürzlich nachgewiesen wurde, dass es sich beim Nebelparder in Wirklichkeit um zwei Arten handelt) der Welt. Damit kommen solche Riesenexemplare durchaus in eine ähnliche Größenordnung wie die “kleineren” ausgestorbenen Riesenmeeresskorpione, zumal diese deutlich flacher gebaut waren.

Hier mal noch ein etwas besseres Photo, allerdings mit weniger gutem Größenvergleich:

Hummer (2)

Noch mal eine Detailaufnahme (oben links mit einem Greifstachler im Bild):

Hummer (3)

Bild des Tages: Ein äußerst bizarrer Taschenkrebs

Freitag, Juli 10th, 2009

Im Museum für Naturkunde Berlin ist ein äußerst merkwürdiges Exponat ausgestellt, ein Taschenkrebs dessen Rückenpanzer von Röhrenwurmern vollkommen überwuchert ist. Diesen bizarren Krebs wollte ich daher der Bestiarium-Leserschaft nicht vorenthalten:

Taschenkrebs mit aufgewachsenen Sandröhrenwürmern

Der Panzer dieses vermutlich aus der Nordsee stammenden Taschenkrebses ist von einer ganzen Kolonie von Sandröhrenwürmer regelrecht übertürmt worden. Es gibt ja durchaus verschiedene Krabben bei denen verschiedene andere Wirbellose regelmäßig dem Panzer aufsitzen, aber für einen Taschenkrebs ist ein solcher Bewuchs, zumal in so extremen Maße, schon ziemlich ungewöhnlich. Leider war es mir nicht möglich, gute Bilder zu machen, die den ganzen Taschenkrebs zeigen, daher muss ich hier auf ein etwas weniger gelungeres Photo verweisen:

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Großlibelle beim Ablegen von Eiern

Donnerstag, Juli 9th, 2009

Vor einigen Wochen gelangen mir an einem kleinen Teich im Botanischen Garten Tübingen einige, wie ich finde, sehr schöne Photos einer Großlibelle beim Ablegen ihrer Eier. Um was für eine Art es sich genau handelt, kann ich allerdings leider nicht sagen, da es innerhalb der zu den Großlibellen gehörenden Edellibellen eine Reihe von sehr ähnlich aussehenden Arten gibt, und ich gerade keine (was für eine Schande) entsprechende Literatur zu Hand habe, um eine genauere Identifizierung vorzunehmen. Libellen sind ohnehin schon aus einer ganzen Reihe von Gründen hochinteressante Insekten, aber gerade die Edellibellen erreichen zudem auch noch äußerst imposante Größen. Die großen Arten können durchaus mit vielen tropischen Rieseninsekten mithalten, und müssen sich auch in puncto Farben keineswegs verstecken. Oft ist es nicht ganz einfach, diese wunderschönen Tiere aus der Nähe zu beobachten, darum war ich auch äußerst froh, dass das Libellenweibchen sich bei der Eiablage nicht stören ließ, und ich einige Photos aus direkter Nähe machen konnte:

Libelle beim Ablegen ihrer Eier

Man sieht sehr schön, wie das Weibchen mit dem biegsamen Hinterleib die Eier direkt in das Seerosenblatt injiziert. Man achte auch auf den Wasserschlauch (Utricularia vulgaris) im Hintergrund unter der Wasseroberfläche.

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Da ich wirklich bis auf allernächste Nähe herankam, konnte ich auch einige Photos machen, die noch erstaunlich feine Details des Libellenkörpers zeigen.

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Besonders auffallend sind aber natürlich die riesigen Augen der Libellen, die zu den komplexesten und besten optischen Sinnesorganen im Insektenreich gehören:

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Bild des Tages: Chinesische Wollhandkrabbe

Samstag, März 7th, 2009

Als ich letztes einige Zeit in der Gegend von Hamburg verbracht habe, hatte ich dort nicht nur Gelegenheit einige großartige Museen und den Hagenbeck-Zoo zu besuchen, sondern auch einige interessante Naturbeobachtungen zu machen. Während einiger Spaziergänge an einem kleinen See in der Nähe von Hamburg konnte ich dabei außer einigen interessanten Vögeln, diverser Feldhasen und einer großen Wanderratte auch eine Chinesische Wollhandkrabbe entdecken. Ich lief gerade in einem bewaldeten Abschnitt der Strecke über eine Brücke unter der ein kleiner Wasserlauf in den See mündete, da entdeckte ich einige Meter unter mir einen seltsamen Schemen. Als ich dann hinunterkletterte, erkannte ich dass es tatsächlich eine Wollhandkrabbe war. Sie schien sich nicht selbst zu bewegen, abgesehen von einem leichten Hin-und Herschaukeln durch die Strömung. Daher nahm ich vorsichtig einen Ast, um sie zu berühren, und es stellte sich heraus dass sie tot war. Ich muss sagen dass ich mir nicht absolut 100%ig sicher bin, ob es nicht vielleicht ein abgestreifter Panzer einer gehäuteten Krabbe war, aber so weit ich mich erinnere, war der Panzer selbst nirgends aufgebrochen.

wollhandkrabbe

Nach einigen erfolglosen Versuchen gelang es mir dann auch noch, mit Hilfe eines Stockes die Krabbe aus dem Wasser zu ziehen, und auf dem Trockenen besser untersuchen zu können.

wollhandkrabbe-2

Dieses Exemplar war noch relativ klein, die Panzerlänge betrug vielleicht 5-6cm, aber diese Art kann noch deutlich größer werden. Nur wenig später hatte ich dann auch die Gelegenheit ein wirklich großes Exemplar im direkt an der Förde gelegenen Kieler Aquarium zu sehen. Die Chinesische Wollhandkrabbe (Eriocheir sinensis) ist wie man schon dem Namen erschließen kann keine heimische Art, sondern ein Neozoon, der schon Anfang des 20. Jahrhunderts mit dem Ballastwasser von Schiffen aus Asien eingeschleppt worden. Der Name leitet sich von dem haar-artigen Bewuchs ab, den die männlichen Tiere an den Scheren tragen, wie man auch vielleicht noch ein bisschen auf diesem Bild erkennen kann:

wollhandkrabbe-3

Wollhandkrabben mögen ja nicht sehr schmackhaft erscheinen, aber in ihrer Heimat stellen sie begehrte Leckerbissen dar, und selbst in Deutschland werden diese Tiere, vor allem als Beifang in Aalreusen, inzwischen teilweise für den Konsum weiterverwendet. Das schmutzige braun-gelb wird dabei während der Zubereitung in heißen Wasser oder Dampf zu einem sehr delikat aussehenden Rot (sehr zu empfehlen ist hier die entsprechende Wikipedia-Seite auf der es auch ein entsprechendes Photo gibt).

Bild des Tages: Königskrabbe

Freitag, März 6th, 2009

Ich hatte es ja schon einmal von Riesenarthropoden, allerdings primär von terrestrischen (die Rede war damals vom Palmendieb), aber das sollte nicht vergessen lassen, dass es im Meer sogar noch deutlich beeindruckendere Gliederfüßer gibt. Ein Beispiel hierfür wäre etwa die Königskrabbe  (Paralithodes camtschaticus), eine der größten Krabben überhaupt. Das hier gezeigte präparierte Exemplar aus dem Zoologischen Museum in Kiel hatte eine Beinspannweite von ungefähr einem Meter, und in der Stuttgarter Wilhelma kann man in dem Aquarium in dem jahrelang ein großer Hummer lebte, sogar eine lebende Königskrabbe bewundern.

Allerdings können diese Tiere sogar noch deutlich größer werden, und Beinspannweiten von mehr als 1,5m und Gewichte von etwa 10kg erreichen. Allerdings sind solche Größen recht selten, und die große Masse der Tiere bleibt darunter. Der eigentliche Körper ist dabei nicht einmal allzu groß, doch die enorme Länge der Beine läßt diese Tiere wirklich extrem groß erscheinen. Zweifellos würden sich diese Tiere auch  gut als Requisiten für einen Fantasy-oder Science-Fiction-Film eignen. Vor gar nicht allzu langer Zeit gingen ja diverse Sensationsmeldungen durch die Presse, dass sich diese Tiere immer weiter nach Süden ausbreiten würden, und wohl sogar die deutsche Küste erreichen würde, was allerdings mit großer Wahrscheinlichkeit Unsinn ist. Da wurden wieder mal bewußt Panikmeldungen gemacht, und die Fakten bewußt unter den Tisch gekehrt.

Im Übrigen sind Königskrabben trotz ihres nicht gerade attraktiven Aussehens durchaus sehr schmackhaft, und werden inzwischen sogar gezüchtet und teuer verkauft.

konigskrabbe

Die Gottesanbeterin Sphodromantis lineola

Samstag, Dezember 27th, 2008

 

Eigentlich habe ich ja noch bisher kaum Erfahrungen mit “richtigen” Haustieren, allerdings hatte ich schon mal diverse Mantiden-Arten. Der große Vorteil dieser Tiere ist, dass sie wenig Platz brauchen, und auch nicht allzu lange leben, so dass man hier nicht unbedingt langfristige Planungen machen muss. Zudem bekommt man durch den schnellen Entwicklungszyklus dieser Tiere einen beeindruckenden Einblick in ihre Natur. Aus diesem Grund entschied ich mich vor etwa zwei Jahren dazu, mir einige junge Nymphen der Art Sphodromantis lineola anzuschaffen. Diese Art ist recht robust was Temperatur und Luftfeuchtigkeit angeht, und wird dazu noch relativ groß. Hinzu kommt auch noch, dass sie eine ganze Anzahl unterschiedlicher Farbtönungen annehmen können, abhängig davon in was für einer Umgebung sie aufwachsen, aber dazu später mehr.

Da Gottesanbeterinnen in der Regel recht unverträglich untereinander sind, bekam jede der kleinen Nymphen ein eigenes Miniaturterraium aus einem Plastikgefäß, welches mit Gaze bedeckt war, und auch noch diverse Äste und Stöcke aufwies, sowie am Anfang auch noch einen Bodengrund, um die Luftfeuchtigkeit etwas höher zu halten. Da ich natürlich sehr daran interessiert war, möglichst unterschiedlich gefärbte Tiere zu bekommen, habe ich in jedes der neun kleinen Terrarien eine möglichst andersfarbige Dekoration eingebracht, um das natürliche Farbenrepertoire dieser Art (verschiedene Braun-,Gelb-,Grün-und auch Rottöne) möglichst auszunutzen. Allerdings muss ich sagen, dass es dann doch nicht ganz so geklappt hat, wie ich es mir gewünscht hätte. Von den am Anfang grünen Tieren, färbten sich mit der Zeit alle bis auf eines um, und nahmen teilweise über eher gelbliche Zwischenstadien ein helles grau-braunes Muster an.

Hier sieht man eine der Gottesanbeterinnen in einem noch sehr frühen Stadium:

sphodromantis-lineola2

Unter den acht Exemplaren welche bis ins adulte Stadium überlebten, war allerdings nur ein einziges Männchen, übrigens der einzige der ein sattes Grün hatte, und dieser zeigte sich was die Futteraufnahme anging, ausgesprochen unkoopoerativ, denn eigentlich fraß er so gut wie gar nichts. Bei Gottesanbeterinnen werden die Männchen etwas früher geschlechtsreif als die Weibchen, was etwas problematisch sein kann, da die Männchen im Zweifels sterben, bevor sie zu Paarung schreiten können. Mein Männchen (oder Bock) hatte allerdings ziemlich wenig Interesse am anderen Geschlecht, und selbst vollumgewandelte, mehrere Wochen alte Weibchen reizten ihn in keinster Weise, selbst wenn man ihn direkt von hinten an sie heranführte.

sphodromantis-lineola-3

Die Weibchen bauten zwar einige recht beachtliche Ootheken, doch aus diesen schlüpfte natürlich nie etwas, denn nur sehr wenige Mantiden sind in der Lage sich parthenogenetisch ohne Befruchtung durch die Männchen fortzupflanzen. So starben die Weibchen letztendlich leider ohne Nachkommen hinterlassen zu haben. Andererseits muss ich sagen, dass ich auch etwas erleichtert war. Gottesanbeterinnen zu füttern ist nämlich eine Menge Arbeit, und man muss nach Möglichkeit auch täglich, und natürlich immer mit Lebendfutter füttern. Für die kleinen Nymphen braucht man auch noch extra kleine Futtertiere wie Blattläuse oder Fruchfliegen, und bis sie in der Lage sind größere Fliegen zu erbeuten, kann das sehr sehr anstrengend sein sie zu füttern. Da ich keine flügellosen Drosophila hatte, war ich auf solche angewiesen, die fliegen konnten, und die in ein kleines Terrarium zu bringen, kan ziemlich schwierig werden. Als äußerst vorteilhaft hat es sich erwiesen, den Behälter mit den Drosophilas kurz (etwa zwei Minuten) in den Tiefkühlschrank zu stellen. Man darf sie weder zu kurz (dann sind sie immer noch beweglich) oder zu lang (dann sterben sie) darin lassen, aber im Optimalfall kann man sie dann sehr portionsgerecht wie Trockenfutter über die Kante des Behälters in die Mantidenterrarien geben, wo sie dann nach wenigen Minuten wieder aktiv werden, und gefressen werden können. Zugegebenerweise erscheint es teilweise äußerst grausam, wie gerade große Mantiden ihre Beutetiere bei lebendigen Leib auffressen. Andererseits hat es auch einen gewissen Reiz diese perfekten Jägern dabei zuzusehen, wie sie ihrer Beute auflauern und sich manchmal auch an sie heranschleichen, und auf jeder Bewegung achtend ihr Opfer ins Visier nehmen.

Hier mal ein Photo eines der Weibchen:

sphodromantis-lineola-41

Auf jeden Fall ist es äußerst interessant zumindest zeitweise solche Tiere zu halten, zu beobachen wie sie fressen, sich häuten und wachsen, und wenn man Glück hat sie sogar nachzüchten zu können. Hier muss man aber wirklich im Auge behalten, dass man für sie auch verantwortlich ist. Gerade das Füttern bei einer größeren Anzahl Mantiden kann sehr problematisch werden, da es nicht immer ganz einfach ist, genügend Futter zu bekommen. Ein ganz wichtiger Tipp sei hier noch genannt: Heimchen sind zwar gute Futtertiere, aber wenn sie im Terrarium bleiben, können sie frischgehäutete Mantiden anfressen und sogar töten! Meinem Männchen ist das leider passiert, zum Glück ist die Bissverletzung mit den späteren Häutungen fast gänzlich wieder ausgeheilt. Als zwar nicht sehr delikate, aber dafür praktische Futterquelle haben sich auch Maden erwiesen, wie man sie als Köder zum Angeln kaufen kann. Allerdings muss man auch hier darauf achten, dass man nicht auf einmal lauter Fliegen hat, da sie sich unter hohen Temperaturen sehr schnell verpuppen können.

Bild des Tages: Psalidognathus und Callichroma

Freitag, Februar 29th, 2008

Leider komme ich zur Zeit zu fast gar nichts, daher nur ein Bild des Tages, welches zwei wunderschöne tropische Bockkäfer aus dem Naturhistorischen Museum in Wien zeigt:

Psalidognathus und Callichroma

Bild des Tages: Gottesanbeterin aus Honduras

Mittwoch, Dezember 5th, 2007

mantis_02.gif

Da ich gerade nicht viel Zeit habe, mal wieder nur ein Bild des Tages. Dieses hier wurde von Rhett Butler aufgenommen, und ist auch auf der sehr zu empfehlenden Seite Mongobay.com zu sehen. Da ich mich sehr für Mantiden begeistere, und auch schon selbst ein paar Arten in Kultur hatte, muss ich natürlich auch mal von so etwas Bilder posten. Bei dieser kleinen Gottesanbeterin handelt es sich übrigens noch um eine Nymphe, was man daran erkennt, dass sie noch keine Flügel besitzt.