Bild des Tages: Psalidognathus und Callichroma
Freitag, Februar 29th, 2008Leider komme ich zur Zeit zu fast gar nichts, daher nur ein Bild des Tages, welches zwei wunderschöne tropische Bockkäfer aus dem Naturhistorischen Museum in Wien zeigt:
Leider komme ich zur Zeit zu fast gar nichts, daher nur ein Bild des Tages, welches zwei wunderschöne tropische Bockkäfer aus dem Naturhistorischen Museum in Wien zeigt:
Da ich gerade nicht viel Zeit habe, mal wieder nur ein Bild des Tages. Dieses hier wurde von Rhett Butler aufgenommen, und ist auch auf der sehr zu empfehlenden Seite Mongobay.com zu sehen. Da ich mich sehr für Mantiden begeistere, und auch schon selbst ein paar Arten in Kultur hatte, muss ich natürlich auch mal von so etwas Bilder posten. Bei dieser kleinen Gottesanbeterin handelt es sich übrigens noch um eine Nymphe, was man daran erkennt, dass sie noch keine Flügel besitzt.
Eine hübschesten und auch am stärksten bedrohten Phasmiden-Arten ist die erst vor kurzem entdeckte Peruphasma schultei. Besonders auffallend sind die hier leider nicht besonders gut zu sehenden dunkelroten Flügel, welche diesen Tieren zusammen mit den weißgeäderten dunklen Flügeldecken einen ganz besonderen Reiz verleihen. Diese Art kommt nur auf einer Gebietsfläche von 5 Hektar vor, und ist daher extrem gefährdet gegenüber der Vernichtung ihres Lebensraumes. Glücklicherweise wird diese Art inzwischen nachgezüchtet, und man kann sie unter verhältnismäßig einfachen Bedingungen auch zu Hause halten. Da ausschließlich Eier von gezüchteten Tieren des INIBICO NGO - Zuchtprojektes direkt aus Südamerika in den Handel kommen, unterstützt man mit dem Kauf einiger Eier sogar die Erhaltung dieser interessanten Art. Dieses Exemplar konnte ich im Zoo Schönbrunn photographieren:
Weitere Informationen und schöne Bilder findet man auf der sehr empfehlenswerten Seite Phasmatodea.com : http://www.phasmatodea.com/index.php?module=ContentExpress&func=display&ceid=238
Um ehrlich zu sein weiß ich praktisch gar nichts über diese Krabbe, aber ihre Größe und ihr bizarres Aussehen machten ein Photo auf jeden Fall wert:
Wenn man die heutigen Insekten, Spinnen und anderen Gliederfüßer ansieht, dann fällt vor allem eines auf: Alle sind relativ klein. Selbst die allergrößten Arten, die unter ihren Verwandten wahre Giganten darstellen, sind immer noch mehr oder weniger Kleinvieh. Die größten Käfer, Stab-und Gespensterheurschrecken, Vogelspinnen, Riesentausendfüßer oder Skolopender mögen zwar für uns teilweise erschreckend groß sein, aber es gibt einen landbewohnenden Arthropoden der diese alle bei weitem in den Schatten stellt.
Die Rede ist vom Palmendieb (Birgus latro), einem riesigen Landeinsiedlerkrebs. Im Gegensatz zu den meisten ihrer kleineren Verwanten verstecken sie ihren Hinterleib nicht in Schneckengehäusen, sondern tragen ihn unter dem Vorderleib gekrümmt. Nur die Jungtiere benutzen noch Schneckenhäuser. Erwachsene Palmendiebe können enorme Größen erreichen, mit Gewichten von 4 Kilogramm, einer Körperlänge von 40cm und einer Beinspannweite bis zu einem Meter. Das wäre bereits für eine ganz normale Krabbe ziemlich viel, aber für einen Landeinsiedlerkrebs ist es gigantisch. Selbst die anderen Landkrabben, die teilweise recht beachtliche Größen erreichen können, sehen winzig aus neben diesen Tieren. Es ist schon etwas befremdlich ein derartig großes Tier mit einem Exoskelett an Land herum laufen zu sehen. Wer diese Tiere noch nie im Museum oder im Fernsehen (oder gar lebend) gesehen hat, kann sich mit diesem Präparat aus dem Naturhistorischen Museum in Wien eine Vorstellung von ihrem Aussehen machen:
Um mir eine langatmige Beschreibung dieser Tiere zu sparen, verweise ich an dieser Stelle auf den ausgesprochen guten Wikipediaartikel: http://de.wikipedia.org/wiki/Palmendieb
Hier sieht man noch ein anderes Photo eines Palmendiebes, das ich im Stuttgarter Rosensteinmuseum gemacht habe:
Die Kokonuss täuscht übrigens über das Nahrungsspektrum dieser Tiere hinweg. Pflanzliche Nahrung ist nur ein Bestandteil ihres Speiseplans, denn sie fressen auch Aas und lebende Tiere. Vor kurzem sah ich in einer hochinteressanten Dokumentation über die Krabbenwanderung auf der Weihnachtsinsel, wie ein Palmendieb aus einem Versteck heraus eine Weihnachtsinsel-Krabbe (Gecarcoidea natalis) mit den Scheren packte, und in Stücke schnitt.
Vor ein paar Monaten habe ich beim Spazierengehen ein paar sehr seltsame Insekten auf einer an einem steilen Hang gelegenen Wiese gesehen, die mir bisher noch nie lebend unter die Augen gekommen sind. Das Aussehen dieser Insekten, das ein bißchen zwischen der eines Schmetterlings und einer Libelle lag, ließ allerdings keinen Zweifel daran, dass es sich um Schmetterlingshafte(libelloides longicornis) handelte. Diese zu den Netzflüglern gehörenden Tiere sind entfernt mit den weitaus häufigeren Florfliegen sowie den vor allem durch ihre gefräßige Larvenform bekannten Ameisenjungfern.
Nachdem ich eine ganze Weile lang erfolglos versuchte, ein vernünftiges Photo von den ständig hin-und her fliegenden Schmetterlingshaften zu schießen, gelang es mir dann noch ein paar sehr schöne Bilder von zwei aneinander hängenden Schmetterlingshaften zu machen, die auf einmal auf meiner Hose landeten und sich paarten (…):
Dass in der Tiefsee eine gane Reihe äußerst skurile und merkwürdige Wesen leben, ist ja allgemein bekannt. Allerdings handelt es sich bis auf wenigen Ausnahmen in aller Regel um sehr kleine Tiere, die in der Regel nur wenige Zentimeter messen, und nur ein paar Gramm auf die Waage bringen. Eine dieser Ausnahmen sind gewisse Tiefseeasseln der Bathynomus. Diese Tiere weisen eine kaum zu übersehende Ähnlichkeit mit den in praktisch jedem Garten heimischen Kellerasseln auf, und tatsächlich sind sie auch mit diesen verwandt. Aber einmal abgesehen davon dass es sich um Tiefseebewohner handelt, und gewisse äußerliche Differenzen in Bezug auf Gliedmaßen oder Augen bestehen, fällt vor allem der enorme Größenunterschied auf.
Man kennt insgesamt neun Bathynomus-Arten, von denen die größte Bathynomus giganteus. Bei diesem in der Schausammlung des Paläontologischen Institutes in Tübingen ausgestellten Exemplar, handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um diese Art. Diese Tiere können Längen bis 37cm erreichen, bei einem Gewicht von etwa 1,5kg. Dieses Exemplar hatte in etwa die Größe eines ausgewachsenen Igels. Hier sieht man noch einmal den Kopf etwas besser:
Lebende Exemplare sind von einem zarten Rosa, teilweise auch mit einem leichten Grau. Dieses Exemplar ist natürlich durch das Alter, und wahrscheinlich auch durch Konservierungsmittel praktisch vollkommen entfärbt. Bei diesen Tieren handelt es sich um Aasfresser, die am schlammigen Meeresboden in Tiefen von meistens 365-730m leben, und sich vor allem von herabsinkenden toten Tieren ernähren. Ob ihre enorme Größe aber, wie auf der Tafel am Präparat beschrieben, dazu entwickelt wurde, um lange Perioden ohne Nahrung auszukommen, wage ich einmal zu bezweifeln. Hier spielten sicher auch andere Faktoren eine Rolle. Zum Schluss noch mal eine (leider etwas verwackelte) Ansich welche auch die Unterseite zeigt:
Megarachne galt lange Zeit als die größte Spinne aller Zeiten, mit einer Beinspanne von einem halben Meter, und einem Körper so groß wie ein Meerschweinchen. Vor einiger Zeit stellte sich aber heraus, dass es sich bei diesem vor gut 300 Millionen Jahren lebenden Biest nicht um eine landbewohnende Spinne, sondern um einen Verwandten der Seeskorpione handelte, und wahrscheinlich auch im Wasser lebte. Unter den Seeskorpionen wäre sie noch nicht einmal besonders groß gewesen, denn einige dieser entfernt mit den heutigen Skorpionen verwandten Wasserbewohnern erreichten Längen von deutlich über 2m. Tatsächlich handelte es sich bei ihnen um die größten bekannten Athropoden aller Zeiten. Die Vorstellung einer reifengroßen Riesenspinne ist also (leider) überholt, aber nichts desto trotz wollte ich hier mal ein Photo einer wunderschön gearbeiteten Lebendrekonstruktion aus dem Naturhistorischen Museum Wien zeigen:
Hier sieht man noch den Abguss eines Originalfossils von Megarachne: