Bestiarium

Fantastisches aus Biologie, Paläontologie und Kryptozoologie

Archive for Oktober, 2007

Biber im Wurzacher Ried

Montag, Oktober 8th, 2007

Vor kurzem hatte ich die Möglichkeit das Wurzacher Ried in der Nähe von Ravensburg zu besuchen. Das Wurzacher Ried ist eines der größten noch intakten Hochmoorgebiete Mitteleuropas. Dort bekommt man auf kleinsten Raum ganz unterschiedliche und völlig faszinierende Landschaftsformen zu sehen, von urigen Wäldern, Heidelandschaften, Seen mit riesigen Riedfeldern und mit Torfmoos bewachsenen Mooren. Am Rande eines der kleinen Seen konnte ich einige frisch gefällte junge Bäume entdecken, die eigentlich nur von einem Biber angefresse sein können. Da Bilder oft mehr sagen können als tausend Worte, zeige ich hier einfach mal ein paar Bilder:

Die Form stammt keinesfalls von einer Axt, und auch die konisch zugespitzen Enden sehen ganz anders aus, als von Menschen gefällte Bäume. Wenn an genau hinsieht, kann man auch noch die kleinen Zahnspuren erkennen. Unter den Bäumen lagen kleine Holzhobel, die beim Abnagen entstanden sind.

Holzhobel

Ehrlich gesagt hegte ich eine Weile noch Zweifel ob das wirklich Biber gewesen sein können, und ich nicht vielleicht von irgend einem anderen Phänomen in die Irre geleitet wurde, aber nach einer Recherche im Internet konnte ich tatsächlich herausfinden, dass es im Wurzacher Ried Biber gibt. Ich denke mal die Chance diese Tiere zu sehen, ist relativ gering, aber ein Besuch dieses heutzutage außergewöhnlichen Landschaftstyps, ist auf jeden Fall zu empfehlen. Man sollte sich auch nicht von schlechten Wetter abschrecken lassen, aber auf jeden Fall genug Zeit mitbringen. Leider ist die Beschilderung und die spärlich vorhandenen Wegkarten dort teilweise wirklich katastrophal, und ich verdanke es eigentlich nur dem Zufall, dass ich rechtzeitig wieder einen Weg herausgefunden habe. Nichtsdestotrotz war das wirklich ein außergewöhnliches Erlebnis ein Stückchen intakes Moor zu sehen.

Hier sieht man noch Photos, die ich direkt bei den gefällten Bäumen vom Ried-bestandenen Seeufer gemacht habe:

Das Riesenfingertier Daubentonia robusta

Sonntag, Oktober 7th, 2007

Unter allen Lemuren ist das Fingertier oder Aye aye (Daubentonia madagascariensis) wohl am umgewöhnlichsten. Wegen seines seltsamen Gebisses, das sich unter anderem durch riesige, ständig nachwachsende mittlere Schneidezähne, und einer starken Reduktion der übrigen Zähne auszeichnet, gab es den früheren Taxonomen viele Rätsel auf, wurde es sogar schon zu den Eichhörnchen, den Springmäusen und den Kletterbeutlern gestellt. Auf diesem Bild eines Aye-aye aus dem Rostenstein-Museum in Stuttgart  kann man ganz gut sehen, weshalb die Zuordnung dieser Tiere so schwierig war. In Hintergrund rechts sieht man übrigens auch den Schädel.

Fingertier aus dem Rosenstein-Museum Stuttgart

Zeitweise stellte man sie sogar in eine eigene Säugetierordnung, bis der berühmte englische Anatom Sir Richard Owen anhand des noch primatentypischen Milchgebisses ihre Zuordnung klar darlegen konnte. Ihre verlängerten und extrem dünnen, namensgebenden Mittelfinger benutzen sie auf einzigartige Weise, indem sie mit ihnen Äste und Stämme abklopfen, um mit ihrem hochentwickelten Gehör nach den Gängen darunter versteckter Insektenlarven zu forschen, die sie dann nach Aufbeißen der Rinde wie mit einer Sonde aus ihren Gängen ziehen. Auch Kokosnüsse werden auf diesen Weg auf ihre Reife untersucht, an einer Stelle aufgemeißelt, und das nahrhafte Kokosmark heraus gekratzt, aber auch Nüsse und verschiedene andere Pflanzenteile werden nicht verschmäht. Eine Schönheit ist das Fingertier nicht gerade, die riesigen Ohren, die seltsamen Zähne und Spinnenfinger sowie das schwärzliche struppige Fell, mit den einzelnen dazwischen liegenden weißen Haaren lassen dieses völlig harmlose kleine Wesen eher wie einen kleinen Kobold erscheinen. Darum, und wohl auch wegen der befremdlichen Nutzung ihrer seltsamen Finger und der nächtlichen Lebensweise, ranken sich viele Legenden um diese Wesen. Einerseits gilt die Tötung dieser Tiere teilweise als unglücksbringed, und sie stehen unter einem Tabu, andererseits werden zuweilen auch die Aye-ayes selbst als Unglücksbringer angesehen und verfolgt, wahrscheinlich auch weil sie in gewissen Umfang Schaden in Kokosnusspflanzungen und Plantagen anrichten können.

Kaum bekannt ist, dass es noch bis vor sehr kurzer Zeit eine weitere Fingertierart gegeben hat, die inzwischen ausgestorben ist. Diese Art war deutlich größer als die rezente Art, und erhielt den Namen Daubentonia robusta . Man kennt nur wenige Reste des kräftig gebauten Riesenfingertieres, aber die gefundenen Zähne und Knochen deuten darauf hin, dass es dem Aye-aye ziemlich ähnlich sah, und wohl auch eine ähnliche Lebensweise führte, aber dieses an Größe um mindestens das dreifache übertraf. Das Fingertier wiegt im Mittel etwas über 2,5 kg, auch wenn einzelne Exemplare mehr erreichen können, das durchschnittliche Gewicht von Daubentonia robusta wird aber eher bei mindestens 8 kg gelegen haben, war also etwa so schwer wie eine große Wildkatze. Diese Art scheint erst vor sehr kurzer Zeit ausgerottet worden zu sein, und wurde noch bis in die zwanziger Jahre des 20. Jahrunderts gejagt, allem Anschein nach wurde das letzte Exemplar kurz nach 1930 im Osten Madagaskars getötet. Es ist gut möglich dass das Riesenfingertier im Gegensatz zu den allermeisten anderen ausgestorbenen Säugern Madagaskars  auch weniger dem Hunger, als viel mehr auch dem Aberglauben der Menschen zum Opfer gefallen sein könnte.

Bild des Tages: Gestreifter Schlangenkopffisch (Channa Striatus)

Samstag, Oktober 6th, 2007

Dieses Bild eines etwa 3kg schweren und damit relativ großen Gestreiften Schlangenkopffisches wurde mit freundlicherweise von Nathan Wardle zur Verfügung gestellt:

Gestreifter Schlangenkopffisch Channa Striatus

Schlangenkopffische gibt es in einer großen Breite von Größen und Farben, und sie sind in der Lage atmosphärischen Sauerstoff zu atmen, und teilweise sogar fähig kurze Strecken über Land zurückzulegen. In den USA ausgesetzte Schlangenköpfe haben sich teilweise sogar zu einer regelrechten Plage entwickelt, die nicht nur Konkurrenten gegenüber den dort heimischen Arten sind, sondern wie viele andere fleischfressende Bioinvasoren auch eine große Gefahr für viele kleinere Arten von Fischen und Amphibien darstellen. Diese Thematik war auch Grundlage zweier Horrorfilme über auf Monstergrößen angewachsene Riesenschlangenkopffische, nämlich “Snakehead Terror” und “Snakehead-der Schrecken aus dem See”.

Belemniten

Freitag, Oktober 5th, 2007

Vor einiger Zeit brachte ich ja beim Bild des Tages ein Photos eines Belemnitenfossils in meiner Fensterbank. Nun wollte ich etwas weiter auf das Aussehen dieser Tiere zu Lebzeiten eingehen. Glücklicherweise kennt man von Belemniten einige extrem gut erhaltene Fossilien, so dass man ihr Aussehen recht gut rekonstruieren kann. Den meisten Leuten würde es wahrscheinlich noch nicht einmal auffallen, wenn sie einen lebenden Belemniten vor sich hätten, denn diese Tiere ähnelten schon recht stark den modernen Kalmaren, und waren wohl auch in ihrer Lebensweise ähnlich. Ein recht gutes Modell eines Belemniten (und meines Wissens auch das einzige dass es überhaupt zu kaufen gibt) gibt es von Bullyland. Leider ist das Modell in einigen Details, etwa der Innenseite der Arme, etwas arg grob gearbeitet, und irgendwann werde ich mir sicher auch ein eigenes bauen. Nichtsdestotrotz ein recht gelungenes Modell:

belemnit-von-bullyland.JPG

Was man auf diesem Bild leider nicht besonders gut sehen kann, ist die Anordnung der Fangarme, denn diese bildeten nicht wie bei den modernen Kalmaren einen durchgehenden Kreis, sondern eher einen unten offenen Trichter, da zwischen den beiden untersten Fangarmen eine Lücke stand. Ebenfalls schlecht zu sehen auf diesem Photo sind die Chitinhaken, die Belemniten statt Saugnäpfen an ihren Fangarmen besaßen. Heute haben die meisten Kalmare nur noch Saugnäpfe, es gibt allerdings auch welche wie den Koloss-Kalmar Mesonychoteuthis hamiltoni, welche sowohl über Saugnäpfe als auch Chitinhaken verfügen. Glücklicherweise sind diese aus Chitin bestehenden Haken und Krallen bei einigen besonders gut erhaltenen Exemplaren fossil erhalten geblieben, so dass man zumindest für einige Arten ihr Aussehen sehr gut reonstruieren kann, denn man weiß wie viele Fangarme zu hatten, und auch wie lang diese waren, was etwa bei Ammoniten vollkommen unbekannt ist. An diesen Fossilien aus der Schausammlung des Paläontologischen Instituts in Tübingen kann man diese kleinen Haken sehr gut erkennen:

Belemniten-Fossil

 Belemniten-Fangarme

Belemniten-Chitinhaken

Interessant ist auch, dass es bei Belemniten allem Anschein nach einen Sexualdimorphismus in Bezug auf die Fangarme gegeben hat. Man kennt sowohl Fossilien, die 10 einstmals vollständig mit Haken besetzte Fangarme zeigen, als auch solche, bei denen ein Paar lediglich zwei riesige stark gekrümmte Haken aufweist. Diese Onychichten genannten Haken besitzen teilweise groteske Ausmaße, die auch kaum etwas mit der Nahrungsbeschaffung zu tun hatten, sondern viel eher dazu dienten, das Weibchen bei der Paarung zu umklammern.

Belemniten-Onychit

Ein Beispiel für die teilweise extreme Größe, welche die Onychiten bei manchen Belemnitenmännchen erreichen konnten, sieht ma bei diesem Fossil aus dem Löwentor-Museum in Stuttgart. Man achte auch auf die Anordnung der anderen Fanghaken, welche auf eine zu Lebzeiten enorme Dicke der Fangarme bei dieser Spezies hindeuten:

Ein Zwergzebu-Stier mit Auerochsenmerkmalen

Mittwoch, Oktober 3rd, 2007

Vor einiger Zeit entdeckte ich bei mir in der Nähe beim Spazierengehen eine Weide mit Zwergzebus. Es handelte sich um einen Stier und zwei Kühe. Diese Tiere hatten eine Schulterhöhe von nur etwas über einem Meter, manche Rassen von Zwergzebus bleiben sogar noch deutlich kleiner. Dass es sich um Zebus handelte, war anhand der typischen Merkmale wie Rückenhöcker (der übrigens nur aus dem stark vergrößerten Musculus rhomboideus besteht, und nicht von den Dornfortsätzen der Wirbelsäule getragen wird) und stark ausgeprägte Wamme klar erkennbar. Auch der restliche Körperbau mit relativ geringen Fleischansatz unterscheidet sich stark von den auf möglichst viel Fleischertrag gezüchteten Rassen, die bei uns normalerweise auf den Teller kommen.

Zwergzebu-Stier mit Auerochsenzeichnung

 Was mir nun auffiel, war die äußerst interessante Farbe dieses Stieres, denn sie entspricht praktisch 100% der eines Auerochsen. Dazu muss man sagen, dass die Farbe von Auerochsen in ihrem einst riesigen Verbreitungsgebiet, welches Europa, Nordafrika, den Nahen Osten sowie große Teile Nordasiens und Russlands umfaßte eine Reihe unterschiedlicher Farbvarianten entwickelte, und auch die Kühe von einer anderen Farbe waren als die Stiere. Dieser wunderschöne kleine Stier hat mit seinem schwarzbraunen Fell fast genau die Grundfarbe von mitteleuropäischen Auerochsen, mit einem hellen Maul, und vor allem dem für Auerochsenstiere typischen, und bei den meisten modernen Rindern verlorengegangenen hellen Aalstrich auf dem Rücken. Es ist wirklich interessant, wie sich solche archaischen Merkmale der Vorfahren unserer Nutzrinder gerade in einer solchen Rasse erhalten haben, wobei ich dazu sagen muss, dass ich eine solche Färbung noch bei keinem anderen Zebu gesehen habe, in so ausgeprägter Form noch nicht einmal bei einem Heckrind.

Sollte zufällig jemand genaueres über diese Zebus wissen, etwa woher sie genau stammen, und ob eventuell noch andere Rassen bei ihnen eingekreuzt wurden, würde much das sehr interessieren.

Cameroceras, der größte Nautiloide aller Zeiten

Montag, Oktober 1st, 2007

Sicherlich hat der eine oder andere die BBC-Dokumentation “Monster der Tiefe” , welches in der Originalversion “Sea Monsters” hieß. Mir persönlich war das ganze mit der Schiffscrew um Nigel Marvin, die in der Zeit umher reist, viel zu populistisch und effekthaschend. Natürlich ist es toll diese Tiere mal im direkten Vergleich mit Menschen zu sehen, aber eigentlich ist es wirklich unnötig. Die “Walking with Dinosaurs”-Trilogie war da deutlich besser, auch wenn das ganze mit der Konstruktion persönlicher Schicksale von ausgestorbenen Tieren einen ziemlich starken Disney-Touch hatte. Naja, um genug Leute zu erreichen, und genug Geld für eine solche Produktion bewilligt zu bekommen, muss man wohl solche Zugeständnisse machen…

In der “Monster der Tiefe”-Doku wurden alle möglichen ausgestorbenen Meerestiere gezeigt, darunter einige äußerst ungewöhnliche Arten wie Odobenocetops oder auch Leedsichthys. Eines dieser Seemonster war ein gigantischer archaischer Cephalopode. Sein Name wurde nicht genannt, aber im Buch zur Doku wurde er als Cameroceras beschrieben (zumindest in der englischen Ausgabe fälschlich als Cameraceras). Cameroceras war ein Nautiloide mit einem langgestreckten, konischen Gehäuse und lebte im späten Ordovizium bis zum frühen Silur vor etwa 470-440 Millionen Jahren. Das Gehäuße hatte eine Länge von etwa 9m, mit Kopf und Tentakeln dürften diese Tiere sogar noch ein gutes Stück länger gewesen sein, und war damit zu seiner Zeit wahrscheinlich das größte Tier das die Welt bis dahin gesehen hat. Wie dieser vordere weiche Teil aber ausgesehen hat, ist praktisch völlig unbekannt. Überhaupt bereitet die Rekonstruktion von Weichgewebe bei Nautiloiden eine ganze Menge Probleme, und es ist gut denkbar, dass über 99% aller bisherigen Rekonstruktion falsch sind. Leider gibt es bei Nautiloiden im Gegensatz zu Belemniten und einigen anderen ausgestorbenen Kopffüßer keinerlei fossile Hinweise durch erhalten gebliebene Abdrücke von Weichgewebe. Man weiß nicht wie viele Arme sie hatten, wie lang diese waren, wie die Augen ausgesehen haben und vieles mehr. Das macht die Rekonstruktion ihrer Lebensweise auch nicht gerade einfach. Cameroceras war sicherlich kein schnelles und auch kein wendiges Tier, und möglicherweise fing er seine Beute in Form von verschiedenen meeresbewohnenden Gliederfüßern, Weichtieren und anderen Cephalopoden vor allem am Meeresboden. Es gibt aber andererseits gute Hinweise darauf, dass Nautiloiden überhaupt keine Jäger gewesen sind, und vielleicht war Cameroceras sogar eher das ordivizische Pendant zu heutigen Riesen-oder Walhaien.

Die Macher von “Monster der Tiefe” haben den als “Giant Orthocone” bezeichneten Riesen mit einer Reihe von Merkmalen ausgestattet, welche an den heutigen Nautilus erinnern, etwa mit einer stark strukturierten Kappe auf dem Kopf, und sehr primitiven Augen nach dem Prinzip einer Lochkameral. Die Haut wurde anders als bei heutigen Kalmaren nicht glatt, sondern eher runzelig wie bei einem Oktopus dargstellt, was auch gut zu einem solchen Giganten passen würde, auch wenn es natürlich alles reine Mutmaßung ist.

Das Design diese riesigen Nautiloiden gefiel mir ausgesprochen gut, und daher dachte ich mir, dass ich so etwas gerne als Modell haben würde. Nachdem ich ja schon gewisse Erfahrungen mit der Modellation von Nautiloiden gemacht habe ( http://bestiarium.kryptozoologie.net/artikel/mein-erstes-nautiloiden-modell/ ), wagte ich mich hier auch gleich an ein ziemlich großes Modell heran, das größte was ich bisher aus Fimo gemacht habe. Als Vorlage diente der “Giant Orthocone” der BBC, von dem ein ausgedrucktes Bild in der richtigen Größe als Vorlage diente. Das Originalvorbild kann man hier sehen: http://www.bbc.co.uk/science/seamonsters/factfiles/closeup.shtml?giantorthocone

Wegen der Größe und um zusätzliche Stabilität zu gewährleisten, habe ich erstmal eine Art Wirbelsäule aus dicken gedrehten Draht hergestellt, und zur Materialersparnis teilweise mit Aluminiumfolie bedeckt. Darüber kam dann das Fimo, das dann in Vorm des Gehäuses modelliert und mit einer entsprechenden Oberflächenstruktur versehen wurde. Das ganze wurde dann erst mal vorgehärtet, denn dann besteht nachher nicht mehr die Gefahr dass man irgendetwas beim Ausmodellieren des Rest beschädigt, außerdem kann man das Modell dann geschickt an der Schale halten wenn man den Kopf modelliert. Als nächstes modellierte ich dann die Mundwerkzeuge. Ich habe in Grizmeks Tierleben glücklicherweise ein Bild einer Nautilusradula gefunden, und habe diese mal samt Schnabel nachmodelliert, was man aber am Modell nur sieht wenn man genau hinsieht. Mit großer Wahrscheinlichkeit hatten Nautiloiden ganz andere Mundwerkzeuge, was auch ein Grund dafür ist, dass sie möglicherweise auch ganz anders aussahen, als man es normalerweise sehen kann, aber darüber ein ander mal mehr…

Jedenfalls habe ich dann den fertig gehärteten Schnabel samt Radula in den Kopf einmolliert, die Tentakel separat modelliert und noch weich angefügt, und die restlichen Einzeilheiten wie die Augen oder den Siphon gemacht. Das ganze kam dann noch mal in den Ofen, und zum Schluss kam noch die Kappe auf den Kopf, so dass das ganze nach dem Härten etwa so aussah:

Cameroceras 1

Für dieses Modell habe ich etwa sieben Stunden gebraucht, was in Anbetracht seiner Größe eigentlich nicht besonders viel ist. Das Modell ist etwa 25cm, und wenn man es direkt mit der Vorlage vergleicht, merkt man dass ich es leider nicht geschaft habe, es genau zu koppieren. Der Kopf ist etwas zu groß geworden, und die Kappe wurde etwas zu wulstig. Dafür ist die Oberflächenstruktur sehr schön herausgekommen, was man auf den beiden nächsten Bilder ganz gut sieht:

Cameroceras 2

Cameroceras 3

Sollte ich mir irgendwann ein Airbrushgerät zulegen, wird das ganze natürlich noch angemalt. Leider ist das Modell zu groß und wegen der Stellung der Fangarme auch etwas zu komplex geworden, um Abgüsse davon machen zu können, aber dafür habe ich vor kurzem ein etwas kleineres Modell in einem etwas anderen Design gemacht, von dem ich demnächst einmal Abgüsse machen wollte.

Bilder des Tages: Der Quastenflosser

Montag, Oktober 1st, 2007

Der Quasterflosser Latimeria chalumnae ist zweifellos einer der faszinierendsten Fische der Welt.

Dieses Exemplar ist im Naturhistorischen Museum Wien ausgestellt. Durch das Formalin hat er praktisch vollständig seine Farben verloren, und auch viele Schuppen fehlen schon am Körper. Aber gerade dadurch dass er nun ausgesprochen aufgehellt ist, kann man gewisse Details der Körperstruktierung sogar viel besser sehen, als es bei einem Quastenflosser der Fall wäre, der noch dunkel wäre.

Quastenflosser in Formalin (Naturhistorisches Museum Wien)

 Quastenflosser

Quastenflosser Kopf-Detail

Auch wenn die Schuppen schon gesträubt sind und teilweise ganz fehlen, und auch die Flosse selbst notdürftig zusammengenährt wurde, kann man doch sehr gut erkennen wie lang der fleischige Stiel der Brustflossen tatsächlich ist. Auch wenn die ersten Landwirbeltiere nicht direkt von den Quastenflossern abstammten, werden die Gliedmaßen unserer frühesten noch im Wasser lebenden Tetrapoden-Vorfahren dennoch ganz ähnlich ausgesehen haben wie die Brust-und Bauchflossen dieses Quastenflossers.

Quastenflosser Brustflossen-Detail

Gut zu erkennen ist die fleischige Schwanzflosse und die kleine abgesetzte Extraschwanzflosse:

Quastenflosser, Schwanzflosse

Hier sieht man mehrere Quastenflossermodelle in einem Diorama, welches sie in ihrer natürlichen Umgebung der Lavafelsen vor den Komoren zeigt. Man achte auch auf den Quastenflosser ganz links, der kopfüber im Wasser steht, und sich dabei durch Bewegegungen der Flossen ausbalanciert:

Quastenflosser Diorama