Bestiarium

Fantastisches aus Biologie, Paläontologie und Kryptozoologie

Archive for the ‘Skulpturen’ Category

Wie man eine Lebendrekonstruktion von Megaladapis macht: Über die Hintergründe des Covers von “Die Insel des Grauens”

Mittwoch, März 17th, 2010

Ich dachte vielleicht würde es den einen oder anderen interessieren, was sich eigentlich genau hinter dem Cover von “Die Insel des Grauens” verbirgt. Wie in den Kommentaren zum letzten Post bereits verraten, handelt es sich um eine Rekonstruktion des Riesenlemuren Megaladapis, welche ich extra für das Titelbild angefertigt habe. Vielleicht zunächst einmal ein bisschen über Megaladapis selbst, was genau war das für ein Tier? Wenn man es genau nimmt, handelte es sich gar nicht um eine einzelne Art, sondern um eine ganze Gattung mit bisher drei bekannten Arten, nämlich Megaladapis edwardsiMegaladapis grandidieri und  Megaladapis madagascariensis. Sie unterschieden sich vor allem in der Größe, wobei der auch auf dem Titelbild abgebildete Megalapis edwardsi die größte Art war, und etwa so groß wie ein sehr großer Schimpanse war. Die Megaladapidae waren nicht nur aufgrund ihrer im Vergleich zu den lebenden Lemurenarten enormen Größen bemerkenswert, sondern auch aufgrund einer Reihe anatomischer Besonderheiten, vor allem im Bereich des Schädels. Dieser war, zunächst einmal, wahrlich riesig. Die größten Megaladapis-Schädel die man kennt, sind größer als jene von Gorillas, und entsprechen in ihrer Größe und den Proportionen eher einem mittelgroßen Eselschädel, wobei dazu gesagt werden muss, dass bei Megaladapis der Kopf im Verhältnis zum übrigen Körper ausgesprochen groß war. In seiner Form, aber teilweise auch in bestimmten Merkmalen der Bezahnung, ähnelte der Schädel tatsächlich eher einem wiederkäuendem Huftier wie etwa einem Rind oder einer Ziege. Ich möchte jetzt gar nicht sehr viel weiter in die anatomischen und biologischen Hintergründe eingehen, sondern vor allem einmal zeigen, wie ich das Modell gemacht habe.

Es gibt nicht allzu viele Rekonstruktionen von Megaladapis, und ich muss gestehen, dass mir die meisten nicht sonderlich gut gefallen, vor allem die bei diesen Tieren wirklich ungewöhnliche Nasenregion, wird vielfach einfach “unterschlagen”. Darum wollte ich nicht einfach den Kopf als solchen modellieren, sondern erst einmal den Schädel, um von diesem ausgehend, den eigentlichen Kopf zu rekonstruieren. Dafür habe ich eine Minuaturversion des Schädels samt Unterkiefers hergestellt. Natürlich habe ich mich hierbei nicht in allen Einzelheiten an das Original gehalten, das wäre nur mit einem extremen Zeitaufwand möglich gewesen, abgesehen davon, war ja ohnehin klar, dass er übermodelliert werden würde. Wichtig war vor allem, dass die Proportionen und die Form des Schädels stimmten, vor allem an jenen Bereichen, an denen viel Weichgewebe aufmodelliert werden musste. Ich habe mich dabei möglichst genau an verschiedenen Originalschädeln orientiert, damit die Form möglichst naturgetreu wird. Zur Stabilisierung des Schädels habe ich ein feines Metallgeflecht genommen, das sich für solche Sachen prima eignet, da man es sehr leicht verformen kann, und des trotzdem sehr stabil bleibt, denn Fimo allein hätte da nicht genug Halt.

Der Schädel stimmt nicht 100%, beispielsweise sieht das Kiefergelenk und der Jochbeinbereich in Wirklichkeit anders aus, außerdem habe ich peinlcherweise im Eifer des Gefechtes nur zwei statt drei Prämolaren pro Kieferquadrant modelliert, weil ich mich unglücklicherweise bei der Bezahnung an einem Schädel orientiert habe, bei dem man das schlecht gesehen hat…Mit viel Aufwand habe ich die Prämolaren dann wieder teilweise abradiert, und aus zwei Prämolaren jeweils drei gemacht. Als nächstes habe ich dann verschiedene Möglichkeiten durchprobiert, wie weit das Maul beim fertigen Modell geöffnet sein sollte, und habe die gewünschte Endposition dann mit Fimo fixiert, und gehärtet, außerdem war zu diesem Zeitpunkt auch schon der Gaumen und die Zunge ausgearbeitet. Zudem habe ich aus etwas Metallgitter eine Unterkonstruktion für den Hals gemacht, vor allem um das Modell besser halten zu können. Danach habe ich mal provisorisch etwas Masse auf dem Schädel aufgebaut:

Besonders wichtig waren dabei die beiden großen Kaumuskeln, der an Schläfe und Scheitel ansetzende Musculus temporalis und der an der Außenseite des Unterkiefers ansitzende Musculus masseter. Diese Muskeln waren bei Megaladapis sehr gut ausgeprägt, und hatten einen entscheidenden Anteil an der Form des Kopfes. Bei uns sind diese Muskeln, vor allem der M. temporalis, relativ klein, und tragen nur einen vergleichweise kleinen Teil zur äußeren Form von Kopf und Gesicht bei. Man sieht auch, dass ich das Jochbein, welches beim Modellschädel noch zu klein war, noch etwas weiter ausgearbeitet habe. Den Hals habe ich mal ganz bewußt nur relativ grob vormodelliert, da dieser bei Lemuren ohnehin üblicherweise von voluminösem Fell bedeckt ist, das beinahe jegliche anatomischen Einzelheiten der darunter liegenden Muskulatur verdeckt. Wie man sieht sind auch die vorgehärteten Augen bereits eingesetzt, und die darum liegenden Muskulatur (wie der Musculus orbicularis oculi) angedeutet.

Danach habe ich den teilweise mit Muskulatur aufgebauten, und teilweise noch nackten Schädel weiter mit einer dünnen Schicht aufgebaut, wobei mir die mit zahlreichen schrittweisen Rekonstruktionen ausgestatteten Illustrationen von Mauricio Anton in verschiedenen Büchern von Alan Turner sehr hilfreich waren (einige habe ich bereits auch auf dem Blog rezensiert). Die Gesichtsmuskulatur ist zum Glück be Lemuren nicht übermäßig ausgebildet, weshalb es hier nur sehr bedingt nötig war, den genauen Verlauf nachzubilden. Wichtig waren hierbei primär die Lippen, welche auch teilweise die Zähne verdecken. Selbst die ziemlich eindrucksvollen oberen Schneidezähne wirken nun deutlich kürzer. Besonders schwierig war die Nasenregion, denn diese war bei Megaladapis anders als bei jedem anderen Lemuren, was eine Rekonstruktion mangels Vergleichsmöglichkeiten deutlich erschwert. Das Nasenbein ist extrem nach vorne verlagert, so dass auch der knorpelige Anteil der Nase teilweise nach unten gekippt gewesen sein muss. Möglicherweise hat Megaladapis mit seiner Nase auch Blätter ins Maul gezogen, ähnlich wie Spitzmaulnashörner. Ich habe mich primär mal entschieden, eine moderat konservative Rekonstruktion zu machen, und habe die Nase nicht als großen, mit der Oberlippe verschmolzenen Zipfel modelliert, sondern nur leicht überhängend. Der ganze Schädel war nun jeweils der Lage entsprechend mit einer Schicht Fimo überzogen, und rein provisorisch zum besseren Abschätzen ein Ohr angefügt. Damit hätte man nun ungefähr das Bild, eines völlig haarlosen Megaladapis.

Da aber gerade Lemuren oftmals ein relativ langes und voluminöses Fell besitzen, musste teilweise noch erheblich zusätzliche Masse aufgebaut werden. Die typische “flauschige” Struktur von Lemurenfell läßt sich fast nicht als Modell umsetzen. Ich habe mich darum um einen Kompromiss bemüht, und an den Stellen an denen das Fell lang und voluminös sein sollte, also vor allem am Hals, eine neue Technik versucht, um die besondere Fellstruktur wiederzugeben. Außerdem wollte ich noch eine leichte Hals-oder Backenkrause anmodellieren, wie man sie auch bei vielen der lebenden Lemuren findet, welche wieder eine andere Haarstruktur hat, während die Haut am restlichen Teil des Kopfes nur von einem sehr dünnen und feinen Fell bedeckt sein sollte.

Die Kotletten waren zu diesem Zeitpunkt wie die Ohren nur provisorisch angefügt. Ich mache so etwas häufig, um das Endergebnis besser abschätzen zu können, auch wenn klar ist, dass die Details erst zu einem viel späteren Zeitpunkt ausgearbeitet werden können. Ich war mit den Kotletten in dieser Form auch nicht so ganz zufrieden, darum habe ich sie einfach umgedreht, mit dem voluminöseren Anteil nach oben:

Der bisher noch ziemlich formlose Hals wurde jetzt auch weiter ausgearbeitet, und eine Schulterpartie leicht angedeutet. Zudem habe ich am Hals dicke Falten anmodelliert, welche als Grundform für das voluminöse Fell dienen sollten. Das Modell war selbst zu diesem Zeitpunkt schon extrem viel Arbeit, doch das Fell ist wirklich eine Katastrophe gewesen. Obwohl das Modell ja nun wirklich nicht besonders groß ist, der Zeitaufwand allein für die paar Quadradzentimeter das Fell zu modellieren war enorm. Ich habe die Zeit die ich für dieses Modell gebraucht habe nicht gezählt, aber es war zweifellos das bisher aufwändigste das ich gemacht habe. Um das Fell herauszuarbeiten, bin ich wirklich tagelang an praktisch nichts anderem gewesen, als winzige Härchen zu modellieren. Wenn man einmal ansieht wie viel, bzw wie wenig Platz eine Fläche von 10 x 10 Härchen einnimmt, kann man sich ja ungefähr denken dass es schon einige tausend geworden sind. Allerdings finde ich auch dass sich der Aufwand gelohnt hat. Hier sieht man einen weiteren Zwischenschritt, die linke Seite ist schon größtenteils fertigmodelliert, das Ohr ist aber nach wie vor nur provisorisch, außerdem sind die Augenlieder und die Nasenpartie noch weiter ausgearbeitet.

 

Wenn man tagelang nichts weiter gemacht hat, als Fell zu modellieren (und das ist wirklich ziemlich schnell langweilig), kann es einen schon fast wahnsinnig machen, wenn man dann sieht dass man auf der anderen Seite grade noch mal das gleiche machen darf…

Einzelne Details wie etwa der Übergang der Nasenpartie zum Gaumen waren auch mangels Vergleiche nur schwer zu modellieren. Megaladapis hatte wie viele Huftiere keine oberen Schneidezähne, sondern einen harten hornigen Gaumen. Diese spezielle Partie zu modellieren, war daher auch etwas spekulativ. Glücklicherweise hat mich mein guter Bekannter Carl Buell, der schon seit mehreren Jahrzehnten hauptberuflich augestorbene Tiere illustriert (ich bin sicher beinahe jeder der das hier liest hat schon Bilder von ihm gesehen), und ein enormes Wissen über Tieranatomie besitzt, bei einzelnen Punkten beraten können.

Ich habe dann den Kopf zu ca. 95% fertig gestellt und gehärtet, nur die Ohren haben noch gefehlt. Diese habe ich dann extra modelliert, was ebenfalls ein nicht ganz unerheblicher Aufwand gewesen ist. Herausgekommen ist dann das:

Ich war selbst etwas überrascht wie es dann im Endeffekt herausgekommen ist, denn es ist einfach etwas anderes ein Tier dreidimensional vom Schädel aus zu rekonstruieren, anstatt nur auf Papier. Hätte ich einfach nur den Kopf frei anhand zeichnerischer Rekonstruktionen modelliert, wäre er wahrscheinlich auch nicht so herausgekommen. Auf dieser Ansicht von oben kann man noch mal sehr gut sehen, inwiefern die Form des Kopfes der markanten Schädelform von Megaladapis entspricht:

Das fertige Modell habe ich dann noch koloriert und photographiert, damit es für das Cover des Buches weiterbearbeitet werden konnte. Es gibt gewisse Hinweise darauf, dass Megaladapis ein relativ wolliges helles Fell mit einigen dunklen Partien hatte, weshalb ich mich bei der Bemalung auch an dieser Vorlage orientiert habe. Durch das Photographieren, und dadurch dass das Cover ja eine nächtliche Szenerie zeigt, wirkt das Modell aber im Endeffekt deutlich dunkler. Da mir von vorneherein klar war, dass ich das Auge auf dem Modell niemals wirklich realistisch bemalen könnte, ist an dieser Stelle einfach digital das Auge eines echten Lemuren (Danke an Sven für das tolle Photo!) eingefügt worden.

Wer nun etwas mehr über Megaladapis erfahren möchte, etwa weitere Hintergründe über sein Aussehen und seine Biologie, oder welche Wesen der madagasischen Mythologie und Folklore höchstwahrscheinlich auf ihn zurückgehen, der kann das in “Die Insel des Grauens” nachlesen. An dieser Stelle noch mal ein großes Dankeschön an alle die sich das Buch bisher gekauft haben.

Mein neues Buch: Die Insel des Grauens

Sonntag, Januar 10th, 2010

Nach langer langer Arbeit habe ich es nun endlich geschafft mein erstes eigenes Buch zu veröffentlichen, “Die Insel des Grauens”. Es handelt sich dabei um zwei Kurzgeschichten mit größtenteils kryptozoologischen Hintergründen. Allerdings habe ich mich dabei sehr bemüht, so weit wie möglich auf echte historische Ereignisse und gesicherte Daten als Vorlage zurückzugreifen, und nicht allzu sehr ins Fantastische abzudriften. Genau genommen kommt in dem ganzen Buch auch kein einziges erfundenes Wesen vor, sondern lediglich lebende Arten (vielleicht abgesehen von einer einzigen, sehr kleinen Spezies die bisher noch nicht entdeckt wurde…), beziehungsweise solche, die es noch bis vor relativ kurzer Zeit gegeben hat. Dabei habe ich versucht möglichst realistische Verhaltensweisen zu beschreiben, auch wenn ich mir aus dramaturgischen Gründen natürlich eine gewisse “künstlerische Freiheit” vorbehalten habe. Wem meine erste Geschichte “Der Herr der Tiefe” gefallen hat, könnte auch an den beiden neuen Gefallen finden, wobei diese aber auch ein gutes Stück länger sind. Außerdem beschränkt sich das Buch nicht auf reine Erzählungen, sondern besteht in etwa zur Hälfte aus einem Fachteil, in welchem auf die Hintergründe der Geschichten eingegangen wird, sowohl auf die geschichtlichen, als auch auf die zoologischen und kryptozoologischen. Dabei gehe ich etwa beispielsweise auf die Biologie der behandelten Tiere ein, ihre Entdeckung, wie sie in Mythologie und Folklore Einfluss gehalten haben, und zumindest auch bei einigen, wie sie ausgestorben sind. Außerdem wird vor allem in den Hintergründen der zweiten Geschichte auf eine Reihe von populären Irrtümern eingegangen. Ich möchte mal nicht allzu sehr auf den Inhalt der Geschichten eingehen, um nicht zuviel über die Handlung im Voraus zu verraten. Was ich immerhin sagen kann, ist dass das Tier auf dem Cover auch in einer der beiden Geschichten vorkommt. Es war eine ziemliche Arbeit dieses Modell anzufertigen, und ich habe auch mehrere Wochen dafür gebraucht, um es auf einen im verkleinerten Maßstab modellierten Schädel so realistisch wie möglich zu modellieren. Dabei hat mich auch mein Freund Carl Buell, der im Rekonstruieren ausgestorbener Tiere jahrzehntelange Erfahrung hat, vom Beginn an beraten. Kann jemand erraten um was für ein Tier es sich handelt?

Um aber den Inhalt der Geschichten nicht völlig im Dunkeln zu lassen, verweise ich hier auch noch einmal auf das Backcover:

Wer neugierig geworden ist, kann das Buch bei praktisch allen Internet-Anbieter für Bücher bestellen. “Die Insel des Grauens” gibt es ab jetzt übrigens auch über amazon.com, so dass man das Buch auch für die Vereinigten Staaten und Großbritannien bestellen kann.

Wem das Buch gefallen sollte, dürfte wahrscheinlich auch daran interessiert sein, dass ein ähnliches Buch mit neuen Geschichten auch in absehbarer Zeit veröffentlicht werden wird.

Orthoceras-Modell

Montag, März 2nd, 2009
 Seit kurzem habe ich endlich mal wieder sowas wie Ferien, darum werde ich jetzt versuchen wieder öfter mal was zu schreiben. Beim letzen Mal hat das leider nicht funktioniert, was primär daran lag dass bei mir das Internet fast den kompletten Januar und Februar nicht funktioniert hat. Ich habe die bisherige Freizeit der ersten Ferientage auch gleich mal genutzt um mal wieder ein neues Modell zu machen. Zugegeben, nicht unbedingt etwas spektakuläres, “nur” wieder ein neuer Nautiloide. Als Vorlage habe ich Orthoceras benutzt, einen Nautiloiden den man aus Schichten des Ordovozium bis zur Trias kennt (höchstwahrscheinlich hat es sich bei diesem langen Zeitraum aber nicht immer um die gleiche Art gehandelt). Diese Tiere konnten teilweise Längen von etwa 2m erreichen, womit sie aber immer noch weit unter der Größe von Arten wie Cameroceras blieben, die ein Vielfaches davon erreichten. Dieses neue Modell ist ziemlich klein, was man auch ganz gut am Vergleich mit dem provisorischen Sockel aus einem halben Korken sehen kann:

Orthoceras Modell

Aufgrund der geringen Größe gestaltete sich die Modellation auch nicht gerade als einfach, vor allem an den Fangarmen, da diese extrem wenig Eigenstabilität besitzen, und ich auch keinen Draht als Stütze benutzt habe. Wie bei den anderen Nautiloiden die ich bisher modelliert habe, habe ich zuerst das Gehäuse modelliert und gehärtet, wobei ich an das Kopfende eine verdrehte Drahtschlinge anmodelliert habe. Das vorgehärtete Gehäuse kann man so gut in die Hand nehmen, was die weiteren Arbeitsschritte extrem erleichtert. Die Drahtschlinge dient dabei um einen besseren Halt des anmodellierten Kopfteiles zu gewährleisten. Eidentlich wollte ich den Nautiloiden erst mit geschlossenen Fangarmen darstellen, wofür die Größe auch gut gereicht hätte, aber als ich zum Spaß mal ein Probemodell mit geöffneten Fangarmen gemacht habe, hat mir dieses letztendlich so gut gefallen, dass ich beschlossen habe es für die endgültige Version weiter zu verwenden.

Insgesamt habe ich grob geschätzt etwa sieben Stunden für das Modell gebraucht, vielleicht auch etwas mehr oder weniger. Besonders die kleinen Details wie die Ansätze der Fangarme und vor allem die dünne Haut die sich zwischen ihnen spannt, sind eben ziemlich arbeitsaufwändig. Ich habe mich dieses Mal auf dafür entschieden, die Augen relativ klein zu modellieren, da das Modell so eher aussieht, als wäre es im Original deutlich größer. Zugegeben, auch unter den heutigen Kopffüßern findet man keineswegs eine Tendenz dass die großen Arten verhältnismäßig kleine Augen haben, man denke hier nur an die Riesen-und Kolosskalmare die beide riesige Augen habe. Aber schließlich weiß man ja ohnehin nicht wie diese Nautiloiden zu Lebzeiten wirklich ausgesehen haben, insofern könnten sie vielleicht auch nur relativ kleine Augen gehabt haben, vergleichbar dem heutigen Nautilus. Ich habe dieses Mal auch bewußt darauf vezichtet einen Schnabel zu modellieren, da das tatsächliche Aussehen und vor allem die Lage der Fresswerkzeuge bei Nautiloiden ziemlich kontrovers ist.

Orthoceras Kopf-Detail

Hier ist auch mal ein Vergleich des Modells mit einem originalen Orthoceras-Fossil aus Marokko, das zufällig beinahe die gleiche Größe hat:

Orthoceras Original und Modell

Orthoceras Original und Modell

Tsuchinoko-Modell in Zinn gegossen

Freitag, Dezember 7th, 2007

Lange Zeit hatte ich mir ja schon vorgenommen von einigen meiner Modelle Abgüsse herzustellen, aber irgendwie habe ich das dann nie auf die Reihe gekriegt, und auch der schon vor geraumer Zeit gekaufte Silikonkautschuk harrte lange seiner Verwendung. Aber gestern habe ich dann endlich einmal die Zeit gefunden mit den schon länger gemachten Silikonkautschukformen ein paar erste Gussversuche zu starten. Nach ein paar Fehlgüssen hat es dann durch zusätzliche Guss-und Luftkanäle doch noch geklappt ein paar annehmbare Modelle zu machen. Als Modell habe ich mir bewußt ein sehr einfach gehaltenes und kleines herausgesucht, dass auch in einer möglichst einfachen Form gegossen werden kann. Daher habe ich mich für mein Tsuchinoko-Modell entschieden. Für alle die nicht wissen was eine Tsuchinoko (oder manchmal auch Tzuchinoko geschrieben) ist, empfehle ich kurzes googlen. Zur Schnellerklärung reicht es eigentlich, dass es sich dabei um eine mythologisch-kryptozoologische kleine Schlange aus Japan handelt, die einen ungewöhnlich kurzen und breiten Körper mit beinahe dreieckigen Querschnitt handelt, und auch einen sehr breiten Kopf und einen extrem kurzen Schwanz besitzt. In gewisser Hinsicht eine Art japanischer Tatzelwurm, der auch angelich immer mal wieder gesehen wird. Auf jeden Fall eine interessante Vorlage für ein Krypto-Modell. Bei der Gestaltung habe ich mich stark an alten japanischen Tuschezeichnungen orientiert, außerdem habe ich extra Bilder von vergleichbaren Schlangen herangezogen, um eine möglichst naturnahe Anordnung der Schuppen am Kopf sowie die korrekte Darstellung der Nasenlöcher und Grubenorgane (mit denen können gewisse Schlangen beinahe wie mit Augen Wärem wahrnehmen) zu gewährleisten. Natürlich geht bei dem kleinen Maßstab nicht allzu viel Detailarbeit, aber ich habe versucht mein möglichstes zu machen, ohne dabei einen unrealistischen Zeitrahmen zu überschreiten, das Modell war ja auch so schon genug Arbeit.

tsuchinoko-zinnabguss-5.JPG

 Jedenfalls habe ich dieses kleine Modell jetzt auch als Zinnduplikat. Da ich reines Zinn verwendet habe, ist die Detailschärfe geringfügig schlechter als wenn ich spezielles Gußzinn verwendet hätte, aber dafür ist dieses Material nicht bleihaltig, und daher auch nicht giftig. Natürlich kann man die Modelle auch patinieren oder mit verdünntem dunklen Lack lackieren, wodurch die im blanken Zustand noch nicht so gut erkennbaren Detail viel besser zur Geltung kommen, und natürlich kann man sie auch anmalen. Das ich kann solche Abgüsse jetzt auch verkaufen. Ich weiß jetzt noch nicht für welchen Preis ich die Teile verkaufen würde, und wie ich das genau mit der Verkaufsabwicklung machen würde, aber prinzipiell steht dem nichts entgegen. Falls jemand prinzipielles Interesse haben sollte, kann er sich ja einfach mal hier melden. In absehbarer Zeit sind auch noch andere Modelle geplant, etwa ein Abuss meines kleinen Tatzelwurmmodells, und auch von der einen oder anderen Paläofigur könnte ich Abgüsse machen. Dadurch dass ich jetzt weiß wie es geht, könnte ich bei entsprechender Abnahme auch mal von einer speziellen Figur auf Wunsch Abgüsse machen.

Hier mal noch ein paar andere Bilder:

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Dieser Abuss ist übrigens noch nicht bearbeitet, das heißt es sind noch die Reste der Gusskanäle am Modell, und an ein paar Stellen würde noch einmal nachpoliert werden. Außerdem kommen bei dieser Größe und dem stark reflektierenden Material natülich auch die Details nicht so gut raus. Da es sich hier um handgemachte Abgüsse handelt, ist natürlich auch jeder etwas individuell und auch nicht absolut 100%ig perfekt, aber dafür kann man sich sicher sein, auch etwas wirklich besonderes zu besitzen, was man auch sonst nirgends kaufen kann, und auch keine industrielle Massenware aus irgendeinem Dritteweltland ist. Und gerade in der Kryptozoologie gibt es ja so gut wie gar keine Modelle zu kaufen.

Bild des Tages: C´thulhuoid

Sonntag, November 25th, 2007

Die bisher gezeigten Figuren waren ja eigentlich allesamt mehr oder weniger wissenschaftlich, und haben ausgestorbene, lebende oder hypothetische Tiere gezeigt. Aber tatsächlich mache ich manchmal (okay, nur sehr selten) auch was anderes. Es ist schon geraume Zeit her, da habe ich eine uralte Zeichnung gefunden, welche eine Art Mutanten mit einem mehr oder weniger humanoiden Körper, aber ohne Arme und dem Kopf eines Kalmars gefunden, und die Fangarme des Kopfes genutzt wurden, um diverse nautisch anmutende Waffen zu halten. Das ganze sieht schon etwas trashig aus, und könnte gut aus einer 80iger Jahre Comic-Serie sein. Aber irgendwie fand ich es auch ziemlich interessant, und dachte dass man  so was ja auch mal als Modell machen könnte. Was dabei herausgekommen ist, sieht man hier:

C´thulhuoid

Der eigentliche Körper und der Kopf ist etwa 5cm hoch, und die Figur war wirklich eine Menge Arbeit, hat andererseits aber auch eine Menge Spaß gemacht, da ich nicht ständig an irgendwelchen Vorlagen aus Büchern oder Artikeln nachschauen mußte, damit auch alles möglichst naturgetreu aussieht. Lediglich bei den Augen hat es eine Weile gebraucht, bis ich einigermaßen brauchbare Bilder als Vorlagen gefunden habe. In Anlehnung an den Krakenköpfigen Aliengott C´thulhu aus dem H.P. Lovecraft-Universum, habe ich die Figur mal vorläufig C´thulhuoid genannt, auch wenn eigentlich kein direkter Bezug besteht. Aber um noch wenigstens ein bißchen Wissenschaft, oder zumindest Pseudowissenschaft hier reinzubringen, zeigt dieses Modell ganz gut, dass ein intelligentes Wesen, das in der Lage wäre auch seine Umwelt zu gestalten und Gegenstände zu manipulieren, sich keineswegs in die typische Humanoiden-Gestalt entwickeln müßte, in der ja auch üblicherweise die allermeisten Alien-oder Fantasygestalten in Büchern und Filmen portraytiert werden (gut, das liegt sicher an der einfacheren Umsetzung in Bezug auf Kostüme…).

Hier noch mal ein Bild aus einer anderen Perspektive:

C´thulhuoid

Bei den Waffen habe ich mich mehr oder weniger an die ursprüngliche Vorlage gehalten, und versucht sie aussehen zu lassen, als hätten sie einen organischen Ursprüng und beständen aus Knochen oder etwas ähnlichen. Die extrem feine Zähnung an der Klinge des Messers und der Lanzenklinge, welche an jene von Haizähnen erinnert, sieht man auf den Bildern allerdings nicht so gut.

Janjucetus hunderi – der scharfzähnige Uronkel der Bartenwale

Mittwoch, November 21st, 2007

 Janjucetus hunderi Modell (bearbeitet)

Mitte August letzten Jahres wurde der Öffentlichkeit ein neuer fossiler Wal mit einem Alter von etwa 25 Millionen Jahren beschrieben, welcher in der Gesamtheit seiner Merkmale und seiner entwicklungsgeschichtlicher Stellung bisher absolut einzigartig ist, Janjucetus hunderi. Der Ende der 90iger Jahre entdeckte und von Erich Fitzgerald beschriebene Wal war mit einer Gesamtlänge von etwa 3,5m nicht einmal besonders groß, also vergleichbar den großwüchsigen Offshore-Populationen des Großen Tümmlers. Was war also so besonders an Janjucetus? Nun, primär die Tatsache dass er sehr gut ausgebildete, noch heterodonte Zähne in seinen kräftigen Kiefern besaß, aber einer Linie angehört, aus der auch die heutigen Bartenwale hervorgegangen sind. Ungewöhnlich waren auch die extrem großen Augen dieser Tiere, die proportional größten, die man von einem Meeressäuger kennt. Da Janjucetus allem Anschein nach über keine Echoortung verfügte, mußte er sich unter Wasser mit den Augen orientieren. Und das hatten sie auch nötig, denn anders als ihre modernen Verwandten, welche für das Fangen von Krill, Schwarmfischen oder Kleinlebewesen keine besonders scharfen Sinne besaßen, war Janjucetus ein echtes Raubtier. Bei den modernen Walen spielen die Augen keine größere Rolle, Arten wie der Pottwal welche ohnehin gewohnt sind sich per Echolot in der Tiefsee zu orientieren, sind sogar in der Lage gänzlich ohne ihr Augenlicht auszukommen, was durch die Funde von gänzlich blinden, aber dennoch wohlgenährten Exemplaren bewiesen ist. Der einzige bekannte Wal mit wirklich großen Augen, welche jenen von Janjucetus nahe kommen, ist der extrem bizarre Odobenocetops peruvianus. Diese entfernt mit den Narwalen verwandte Art besaß ursprünglich ein Echolot, welches dann aber aufgrund einer extrem bodenorientierten Lebensweise zugunster besserer Sehleistung zurückgebildet wurde.

 Der in der Aufsicht beinahe wie ein Dreieck aussehende Schädel war extrem kompakt und bot sehr starken Kiefermuskeln Platz und Ansätze. Auch die Kiefer selbst waren ziemlich kräftig, und die Zähne griffen wie bei Schwertwalen dicht ineinander, so dass sie Scherkanten entwickelten, mit denen sie ihre Beute regelrecht zerstückeln konnten. Moderne Zahnwale haben in der Regel ziemlich homodonte, mehr oder weniger kegelförmige Zähne, welche bei den meisten Arten primär zum Festhalten der Beute dienen. Im Falle von Janjucetus waren (je Kieferhälfte) die drei Schneidezähne, der Eckzahn sowie der erste Prämolar ähnlich wie bei modernen Zahnwalen auch eher kegelförmig und leicht nach hinten gebogen, außerdem besaßen sie lange Wurzel, und diente zum Festhalten, die dahinter liegenden drei Prämolaren und die zwei Molaren waren allerdings wie bei den Archeoceti, welche vor allem durch Arten wie Basilosaurus oder Dorudon bekannt sind, tief eingekerbt und ähnelten Haizähnen. Solche mit Sägekanten versehenen Zähne waren außerordentlich gut dazu geeignet, Beutetiere regelrecht in Stücke zu reißen.

Diese Anpassung deutet auch eher auf große Beutetiere hin, als nicht nur auf kleine Fische oder Kalmare, wie sie die meisten heutigen Zahnwale bevorzugen. Auch weisen die Zähne Abnutzungsspuren auf, welche nicht unbedingt nur auf weiche Nahrung hinweisen. In seiner ökologischen Nische dürften diese Tiere wahrscheinlich einem kleinen Schwertwal oder einem Seeleoparden vergleichbar gewesen sein, das heißt dass eine relativ große Bandbreite von Beutetieren gejagt wurde, sowohl kleinere Fische und Kopffüßer, aber wahrscheinlich auch größere Fische, und vielleicht auch Wasservögel und womöglich auch kleinere Robben oder Wale. Interessanterweise ähnelt die Morphologie des Schädels und die Anordnung der vorderen Zähne jener bestimmter Pliosaurier, welche sich ebenfalls auf relativ große Beutetiere spezialisiert hatten, aber auch mit dem Seeleoparden finden sich verschiedene Übereinstimmungen.

Janjucetus bietet einen interessanten Einblick in die Evolution der Bartenwale, allerdings kann er nicht als Vorfahre der heutigen Arten angesehen werden, da auch ältere Arten wie Eomysticeuts bekannt sind,  welche Barten statt Zähnen besaßen und auch schon schwarmlebende Beutetiere jagten. Folglich war Janjucetus eher ein langausdauernder spezialisierter Seitenzweig aus der frühen Entwicklungsphase jener Urwale, aus welchen die modernen Bartenwale hervorgegangen sind.

Die Entwicklung von eines fischfressenden Zahnwales zu einem filterten Bartenwal ist in vieler Hinsicht nicht leicht nachzuvollziehen, was unter anderem in einem nicht gerade übermäßig vollständigen Fossilrekord liegt. Allerdings weiß ich aus vertraulicher Quelle, dass einige hochinteressante neue Entdeckungen bezüglich der Evolution des Filter-Fressens gemacht wurden, und in absehbarer Zeit veröffentlicht werden. Einige dieser Zwischenformen besaßen sowohl kammartige Zähne, als auch primitive Barten, und wahrscheinlich gingen sie aus Vorfahren hervor, welche wie Krabbenfresserrobben anfangs ihre Zähne benutzten, um schwarmlebende Beutetiere wie kleine Fische oder Krill aus dem Wasser zu seihen. Die massive Größe der meisten lebenden Bartenwale täuscht darüber hinweg dass es einst eine ganze Reihe ziemlich kleiner Arten gegeben hat, welche noch nicht einmal an die beiden kleinsten heutigen Arten heranreichten, den Zwergglattwal und den Zwergminkwal. Überhaupt hat die Fossilgeschichte der Wale noch einiges zu bieten, und ich habe von neuen Funden gehört, an die ich nicht einmal im Traum gedacht habe, so ungewöhnlich sind sie. Leider finden solche Tiere in Büchern über ausgestorbene Tiere sie gut wie keine Erwähnung, was wirklich schade ist, denn allein mit den bisher bekannten fossilen Walen ließen sich bändeweise Bücher füllen. Darum versuche ich ja auch immer mal wieder gerade ein paar dieser kaum bekannten, aber defür umso interessanteren Wale vorzustellen.

Das Bild oben zeigt übrigens ein Modell des Janjucetus das ich vor kurzem fertig gestellt habe. Ich habe es digital etwas bearbeitet und auch noch mit Paint ein Auge drauf gemalt, damit es etwas natürlicher aussieht. Im Gegensatz zu der im Internet verbreiteten Darstellung habe ich den Kopf nicht glatt nach dem Schädel rekonstruiert, sondern die Nasenregion mit erhöhten Nasenlöchern modelliert, da bei Janjucetus sicherlich wie bei modernen Bartenwalen auch knorpelige und muskuläre Anteile die Nasenregion sicherlich voluminöser machten, als die Schädel auf den ersten Blick erkennen lassen.

Im Nachhinein ist mir aufgefallen, dass der Kopf wahrscheinlich etwas zu groß geraten ist. Ich habe mich bei der Vorlage vor allem an Rekonstruktionen des mit Janjucetus entfernt verwandten Mammalodon orientiert, welche meistens einen recht großen Kopf haben, aber ich vermute mal, dass er in Wirklichkeit etwas kleiner war. Leider lag mir für Janjucetus nur der Schädel als Rekonstruktionsvorlage zur Hand, und keine Komplettrekonstruktion, welche den ganzen Körper gezeigt hätte. Außerdem wurde der Schädel während des Modellierprozesses deutlich größer, da mir vor der Vorlage des Artikels von Erich Fitzgerald nicht bewußt war, wie enorm breit der Schädel von Janjucetus tatsächlich gewesen ist. Als Folge davon wurde er dann auch etwas länger und naja…die Proportionen ähneln jetzt eher denen eines Orca. Aber da von Janjucetus sowieso nur der Schädel bekannt ist, kann man bisher auch nicht genau sagen, wie groß der Kopf im Verhältnis zum Körper tatsächlich gewesen ist. Erich Fitzgerald meinte auch dass der Hals etwas länger sein müßte, war ansonsten mit der Rekonstruktion aber sehr zufrieden.

Hier sieht man nochmal das Modell in unbearbeiter Ansicht, bei dem man auch gut die Gestalung der Nasenregion erkennt:

Janjucetus Modell

Noch eine Bemerkung zur Darstellung archaischer zähnetragender Bartenwalvorläufer: Tiere wie Mammalodon oder Aetiocetus werden oft mit Kehlfurchen dargestellt. Es ist allerdings ziemlich unwahrscheinlich, dass sie tatsächlich welche besaßen. Die modernen Bartenwale werden in zwei große Hauptgruppen unterteilt, die Furchenwale wie etwa den Blauwal, und die Glattwale, zu denen beispielsweise der Nordkapper zählt. Zwischen diesen beiden steht irgendwo noch der Grauwal, dem eine eigene Gattung zugesprochen wurde, da er sowohl Merkmale besitzt, welche den Furchen-und den Glattwalen entsprechen, als auch eine Reihe von Sondermerkmalen in Anatomie und Verhalten zeigt, welche nur bei ihm vorkommen. Nichtsdestotrotz dürfte er im Aussehen den frühen Bartenwalen noch am ähnlichsten kommen, wobei wahrscheinlich auch der kaum bekannte Zwergglattwal diesen Formen im Aussehen wohl noch sehr nahe steht, vor allem in Form und Größe des Körpers und der Flossen. Es ist sehr wahrscheinlich dass die frühen Bartenwale wie der Grauwal noch keine Kehlfurchen besaßen, und diese sich erst bei den Vorläufern der Furchenwale entwickelten. Die Darstellung von frühen, noch zähnetragenden Bartenwalvorläufern soll wohl eher die Verbindung dieser Tiere mit heutigen Bartenwalen nahebringen, denn mit ihren großen Köpfen, und den teilweise mit sehr großen Zähnen ausgestatteten Kiefern, wirken diese Wale noch weitaus räuberischer und gefährlicher als die meisten heutigen Zahnwale.

Literatur:

Fitzgerald, E.M.G. (2006). “A bizarre new toothed mysticete (Cetacea) from Australia and the early evolution of baleen whales.”

Cameroceras, der größte Nautiloide aller Zeiten

Montag, Oktober 1st, 2007

Sicherlich hat der eine oder andere die BBC-Dokumentation “Monster der Tiefe” , welches in der Originalversion “Sea Monsters” hieß. Mir persönlich war das ganze mit der Schiffscrew um Nigel Marvin, die in der Zeit umher reist, viel zu populistisch und effekthaschend. Natürlich ist es toll diese Tiere mal im direkten Vergleich mit Menschen zu sehen, aber eigentlich ist es wirklich unnötig. Die “Walking with Dinosaurs”-Trilogie war da deutlich besser, auch wenn das ganze mit der Konstruktion persönlicher Schicksale von ausgestorbenen Tieren einen ziemlich starken Disney-Touch hatte. Naja, um genug Leute zu erreichen, und genug Geld für eine solche Produktion bewilligt zu bekommen, muss man wohl solche Zugeständnisse machen…

In der “Monster der Tiefe”-Doku wurden alle möglichen ausgestorbenen Meerestiere gezeigt, darunter einige äußerst ungewöhnliche Arten wie Odobenocetops oder auch Leedsichthys. Eines dieser Seemonster war ein gigantischer archaischer Cephalopode. Sein Name wurde nicht genannt, aber im Buch zur Doku wurde er als Cameroceras beschrieben (zumindest in der englischen Ausgabe fälschlich als Cameraceras). Cameroceras war ein Nautiloide mit einem langgestreckten, konischen Gehäuse und lebte im späten Ordovizium bis zum frühen Silur vor etwa 470-440 Millionen Jahren. Das Gehäuße hatte eine Länge von etwa 9m, mit Kopf und Tentakeln dürften diese Tiere sogar noch ein gutes Stück länger gewesen sein, und war damit zu seiner Zeit wahrscheinlich das größte Tier das die Welt bis dahin gesehen hat. Wie dieser vordere weiche Teil aber ausgesehen hat, ist praktisch völlig unbekannt. Überhaupt bereitet die Rekonstruktion von Weichgewebe bei Nautiloiden eine ganze Menge Probleme, und es ist gut denkbar, dass über 99% aller bisherigen Rekonstruktion falsch sind. Leider gibt es bei Nautiloiden im Gegensatz zu Belemniten und einigen anderen ausgestorbenen Kopffüßer keinerlei fossile Hinweise durch erhalten gebliebene Abdrücke von Weichgewebe. Man weiß nicht wie viele Arme sie hatten, wie lang diese waren, wie die Augen ausgesehen haben und vieles mehr. Das macht die Rekonstruktion ihrer Lebensweise auch nicht gerade einfach. Cameroceras war sicherlich kein schnelles und auch kein wendiges Tier, und möglicherweise fing er seine Beute in Form von verschiedenen meeresbewohnenden Gliederfüßern, Weichtieren und anderen Cephalopoden vor allem am Meeresboden. Es gibt aber andererseits gute Hinweise darauf, dass Nautiloiden überhaupt keine Jäger gewesen sind, und vielleicht war Cameroceras sogar eher das ordivizische Pendant zu heutigen Riesen-oder Walhaien.

Die Macher von “Monster der Tiefe” haben den als “Giant Orthocone” bezeichneten Riesen mit einer Reihe von Merkmalen ausgestattet, welche an den heutigen Nautilus erinnern, etwa mit einer stark strukturierten Kappe auf dem Kopf, und sehr primitiven Augen nach dem Prinzip einer Lochkameral. Die Haut wurde anders als bei heutigen Kalmaren nicht glatt, sondern eher runzelig wie bei einem Oktopus dargstellt, was auch gut zu einem solchen Giganten passen würde, auch wenn es natürlich alles reine Mutmaßung ist.

Das Design diese riesigen Nautiloiden gefiel mir ausgesprochen gut, und daher dachte ich mir, dass ich so etwas gerne als Modell haben würde. Nachdem ich ja schon gewisse Erfahrungen mit der Modellation von Nautiloiden gemacht habe ( http://bestiarium.kryptozoologie.net/artikel/mein-erstes-nautiloiden-modell/ ), wagte ich mich hier auch gleich an ein ziemlich großes Modell heran, das größte was ich bisher aus Fimo gemacht habe. Als Vorlage diente der “Giant Orthocone” der BBC, von dem ein ausgedrucktes Bild in der richtigen Größe als Vorlage diente. Das Originalvorbild kann man hier sehen: http://www.bbc.co.uk/science/seamonsters/factfiles/closeup.shtml?giantorthocone

Wegen der Größe und um zusätzliche Stabilität zu gewährleisten, habe ich erstmal eine Art Wirbelsäule aus dicken gedrehten Draht hergestellt, und zur Materialersparnis teilweise mit Aluminiumfolie bedeckt. Darüber kam dann das Fimo, das dann in Vorm des Gehäuses modelliert und mit einer entsprechenden Oberflächenstruktur versehen wurde. Das ganze wurde dann erst mal vorgehärtet, denn dann besteht nachher nicht mehr die Gefahr dass man irgendetwas beim Ausmodellieren des Rest beschädigt, außerdem kann man das Modell dann geschickt an der Schale halten wenn man den Kopf modelliert. Als nächstes modellierte ich dann die Mundwerkzeuge. Ich habe in Grizmeks Tierleben glücklicherweise ein Bild einer Nautilusradula gefunden, und habe diese mal samt Schnabel nachmodelliert, was man aber am Modell nur sieht wenn man genau hinsieht. Mit großer Wahrscheinlichkeit hatten Nautiloiden ganz andere Mundwerkzeuge, was auch ein Grund dafür ist, dass sie möglicherweise auch ganz anders aussahen, als man es normalerweise sehen kann, aber darüber ein ander mal mehr…

Jedenfalls habe ich dann den fertig gehärteten Schnabel samt Radula in den Kopf einmolliert, die Tentakel separat modelliert und noch weich angefügt, und die restlichen Einzeilheiten wie die Augen oder den Siphon gemacht. Das ganze kam dann noch mal in den Ofen, und zum Schluss kam noch die Kappe auf den Kopf, so dass das ganze nach dem Härten etwa so aussah:

Cameroceras 1

Für dieses Modell habe ich etwa sieben Stunden gebraucht, was in Anbetracht seiner Größe eigentlich nicht besonders viel ist. Das Modell ist etwa 25cm, und wenn man es direkt mit der Vorlage vergleicht, merkt man dass ich es leider nicht geschaft habe, es genau zu koppieren. Der Kopf ist etwas zu groß geworden, und die Kappe wurde etwas zu wulstig. Dafür ist die Oberflächenstruktur sehr schön herausgekommen, was man auf den beiden nächsten Bilder ganz gut sieht:

Cameroceras 2

Cameroceras 3

Sollte ich mir irgendwann ein Airbrushgerät zulegen, wird das ganze natürlich noch angemalt. Leider ist das Modell zu groß und wegen der Stellung der Fangarme auch etwas zu komplex geworden, um Abgüsse davon machen zu können, aber dafür habe ich vor kurzem ein etwas kleineres Modell in einem etwas anderen Design gemacht, von dem ich demnächst einmal Abgüsse machen wollte.

Der Blainville-Schnabelwal (Mesoplodon densirostris)

Donnerstag, September 20th, 2007

Vor ein paar Monaten wollte ich mal abends praktisch “nebenher” ein neues Modell bauen. Es benötigte schon geraume Zeit, sich für das Motiv zu entscheiden. Ich wollte einen Meeressäuger machen, da diese weniger Arbeit machen, als ein normales Landsäuger. Es sollte nicht gerade ein 0815- Modell von einem Schwertwal oder einem Seelöwen sein, wie es schon ungezählte gibt, sondern nach Möglichkeit etwas ungewöhnliches, von dem es vielleicht sogar noch überhaupt kein Modell gibt. Ich entschied mich dann für einen Blainville-Schnabelwal, einem der ungewöhnlichsten Vertreter der in der Tiefsee jagenden Schnabelwale. Trotz ihrer zum Teil enormen Größe (der Baird-Schnabelwal kann so groß werden wie ein Grauwal, und ist der zweitgrößte Zahnwal überhaupt) und ihrer teilweise extrem bizarren Anatomie werden diese Tiere meist ziemlich stiefmütterlich behandelt. Das mag zum Einen daran liegen, dass sie eine sehr versteckte Lebensweise führen, und auf See kaum zu beobachten, geschweige denn zu filmen sind. Über die Lebensweise vieler Arten ist nach wie vor so gut wie nichts bekannt. Bei den Schnabelwalen ist das Gebiss bei fast allen Arten massiv reduziert, da diese vor allem Fische und Kalmare fressenden Wale ihr Beute dadurch fangen, dass sie mit Hilfe ihres Zungenbeines einen Unterdruck im Maul erzeugen, und sich ihre Beute so wie mit einem Staubsauger einverleiben können. Dafür tragen die Männchen teilweise sehr seltsame Hauer im Unterkiefer, die dazu dienen andere Männchen bei innerartilichen Konfrontationen zu verletzten. Die Haut dieser Tiere ist darum häufig von einzelnen, teilweise aber auch doppelt oder sogar vierfach parallel verlaufenden Narben bedeckt. Der vermutlich zweitkurioseste Schnabelwal ist Blainvilles Schnabelwal. Es handelt sich um eine für Schnabelwalverhältnisse eher mittelgroße bis kleine Art, die Längen von etwa 4,5 bis maximal 6m erreichen, bei einem Gewicht von 0,7-1.0 Tonnen. Die Männchen dieesr Arten besitzen einen äußerst ungewöhnlichen Unterkiefer. Die hintere Hälfte des Kieferkammes ist sehr stark erhöht, und überragt annäherungsweise halbkreisförmig dern Oberkiefer. Auf diesem seltsamen Kiefergrat, der fast ein bisschen so aussieht wie die Mäuler von Glattwalen (bei denen das hochgewölbte Maul aber aus Muskeln und nicht aus Knochen besteht), sitzt ein großer Zahn, der ein bisschen so aussieht, wie die spitz zulaufende Hälfte eines geschälten Sonnenblumenkerns. Da dieser auch bei geschlossenen Maul den Oberkiefer deutlich überragt, können sich die Männchen dieser Art auch besonders tiefe Wunden zufügen. Die Wirkung der Zähne kann sogar noch verstärkt werden, denn manchmal siedeln sich auf ihnen Seepocken an, deren scharfkantige Schalen die Wirkungsfläche der Zähne noch vergrößern.

Interessant sieht es auch aus, wenn diese Tiere ihr Maul öffnen. Da der hintere Teil des Kiefers so stark erhöht ist, bleibt die hintere Hälfte des Maules auch bei geöffneten Kiefern praktisch zu, und bildet so eine Art Röhre. Ob dies allerdings irgendeinen Vorteil bei der Jagd bedeutet, oder ob sich die diese seltsame Kieferform entwickelte, um den Männchen einen Vorteil bei Rivalenkämpfen zu bieten, ist nicht bekannt. Vielleicht trifft auch beides zu. Jedenfalls hatte ich mich dann irgendwann dazu entschieden einen männlichen Blainville-Schnabelwal zu modellieren. Wie alle anderen Modelle auch, besteht es aus Fimo, wobei ich eine Mischung aus weißen und schwarzen Fimo classic und etwas weißen Fimo soft benutzt habe, um ein möglichst gut zu bearbeitendes Material zu haben. Wenn man weiß und schwarz zusammenknetet, hat man den Vorteil dass man sieht, wann man es lange genug geknetet hat, denn man sieht ziemlich lange noch schwarze und weiße Streifen. Darum muss man ziemlich lange kneten um eine wirklich homogene graue Masse zu bekommen, bei der Fimo soft und classic verbunden sind. Früher gab es noch das großartig zu verarbeitende Fimo medium, das perfekte Eigenschaften hatte, und nich gemischt werden mußte. Leider gibt es das nicht mehr zu kaufen. Aus Stabilitätsgründen habe ich einen doppelt gedrehten Draht sozusagen als Wirbelsäule eingearbeitet, und darum etwas verknüllte Alufolie eingefügt, um Material zu sparen. Darüber habe ich dann den Körper modelliert. Und es kam natürlich wie es kommen mußte, aus dem nebenher wurden einige Stunden mehr, und irgendwann hatte ich keine Lust mehr. Also habe ich ihn eingepackt und erst mal liegen gelassen. Nach ein paar halbherzigen Versuchen ihn fertig auszumodellieren, habe ich mich nach mehreren Monaten jetzt endlich dazu entschieden, ihn fertig zu machen. Augen, Zähne und Flossen habe ich vorgehärtet und anmodelliert. Das Anmodellieren der Schwanzflosse war ziemlich kompliziert, aber da Walflossen so dünn sind, haben sie nicht genügend Eigenstabilität, weshalb es einfacher ist, sie auf einer flachen oder leicht geschwungenen Fläche vorzuhärten. Vor allem die korrekte Ausmodellation des Kopfes hat sehr viel Zeit benötigt, immer wieder merkte ich dass etwas nicht stimmte, und selbst jetzt ist sie nicht ganz zufriedenstellend. Andererseits muss man eben manchmal mit Kompromissen leben. Das Modell habe ich dann etwa 40 Minuten bei etwa 110°C im Backofen gehärtet, und ich finde es kann sich durchaus sehen lassen:

mesoplodon-densirostris-3.JPG

Die Form der Zähne stimmt leider nicht ganz, und ich muss sie wahrscheinlich noch mit einer Rasierklinge noch etwas nachbearbeiten. Auf dem nächsten Bild sieht man recht gut die vielen aufmodellierten Narben. Bei den runden Dellen handelt es sich um die Bissspuren von Cookie-cutter-Haien, die sich diese Wale in der Tiefsee oft einfangen. Leider sind immer noch Fingerabdrücke auf dem Modell, aber die bekomme ich mit feiner Stahlwolle wahrscheinlich noch weg:

mesoplodon-densirostris-2.JPG

Noch eine Ansicht von oben:

mesoplodon-densirostris-4.JPG

Als Vorlage dienten mir übrigens die hervorragenden Illustrationen von Bratt Jarrett aus Hadoram Shirihais “Whales Dolphins and Seals. A Field Guide to the Marine Mammals of the World” dem wahrscheinlich besten und umfangreichsten Bestimmungsbuch für Meeressäuger, das es auf der Welt gibt. Irgendwann muss ich eine Rezession für dieses Buch schreiben, da es einfach unglaublich ist.

Hier sieht man einmal den direkten Vergleich (und die Fehler bei der Modellation) von Modell und Vorlage:

mesoplodon-densirostris.JPG

Einige Dinge konnte ich nicht hundertprozentig nachmodellieren, beispielsweise sind die Flippen und der Schwanzstiel von Walen so dünn, dass man sie bei dieser Modellgröße und aus diesem Material fast nicht wiedergeben kann.

Das Originalbild kann man übrigens auch hier auf Brett Jarretts Homepage sehen: http://www.brettjarrett.com/images/wds036.jpg

Mein erstes Nautiloiden-Modell

Samstag, September 1st, 2007

Es gibt ja alle möglichen Figuren von ausgestorbenen Tieren zu kaufen, aber wenn man sie sich mal genau ansieht, dann fällt einem ziemlich schnell auf, dass es zwar eine riesige Anzahl von Tyrannosauriern, Triceratopsen, Sauropoden und auch mal Tiere wie Mammuts gibt, aber von einer ganzen Anzahl interessanter Arten (wobei das natürlich Ansichtssache ist…) gibt es kaum oder gar keine Modelle. Bei Cephalopoden etwa. Zwar findet man ohne Probleme Oktopusse aus Gummie oder Plastik, was aber andere Vertreter der Kopffüßer darstellen soll, kann man beinahe an einer Hand abzählen. Auch von ausgestorbenen Belemniten, Ammoniten und anderen Nautiloiden gibt es weltweit nur eine Handvoll Modelle. Da ich vor einiger Zeit begann, mich auch für diese Tiere zu interessieren, war es naheliegend, einfach mal nach dem Motto “Selbst ist der Mann” ein paar Figuren zu modellieren. Also habe ich etwas Fimo genommen, und mir ein paar Nautiloiden modelliert. Im Nachhinein muss ich sagen, dass ich sie ziemlich hässlich finde, und wenn ich die aktuellen Erkenntnisse und Kontroversen über die Lebenddarstellung von Nautiloiden ansehe, dann halte ich es für eher unwahrscheinlich, dass es wirklich einmal so aussehende Cephalopoden gegeben hat. Das kommt eben wenn man anfängt zu arbeiten, ohne sich darauf vorzubereiten. In jedes der Modelle habe ich nur etwa eine halbe Stunde Modellierarbeit gesteckt, und das sieht man leider auch. Jedenfalls sind diese Modelle jetzt da, und da gestern wieder mal einer der Freitage gewesen ist, an denen überhaupt nichts los ist, habe ich mir eines dieser Modelle gepackt, und angemalt. Ich muss im Voraus sagen, dass sie nicht nur hässlich modelliert, sondern auch hässlich angemalt sind, was u.a. daran liegt, dass sich mit Wasserfarben auf Fimo nicht wirklich gut malen läßt. Bei diesem ersten Modell das ich gemacht habe, habe ich mich stark an dem “giant orthocone”, also einem riesigen Nautiloiden mit langgestreckten Gehäuse aus der BBC-Doku “Monster der Tiefe” orientiert, und letztendlich auch was die Bemalung angeht. Sowohl Form als auch Farbe zeigen sehr viele Ähnlichkeiten zu dem rezenten Nautilus oder Perlboot. Nach dem Bemalen mit Wasserfarben habe ich das ganze noch lackiert, und um es etwas stimmiger zu machen, noch ein paar Aufnahme vor einem passenden Hintergrund (welcher aus einem sehr empfehlenswerten Urzeit-Buch namens “Das Leben im Meer” stammt) photographiert:

Nautiloid Diorama

Noch mal sozusagen als Photomontage mit einer Schnecke in den Fangarmen:

Nautiloid mit Schnecke

Noch ein bißchen zur Entstehungsgeschichte des Modells. Als erstes habe ich das Gehäuse modelliert, wobei ich ein gebogenes und in sich verdrehtes Stück Draht vorne eingefügt habe. So hatte man nach dem Härten ein fest Stück in den Hand, von dem aus man weitermodellieren konnte, ohne Gefahr zu laufen, dass man wieder irgend etwas kaputt mach. Dann habe ich den ebenfalls vorher gehärteten Schnabel eingesetzt, und das ganze noch mal in den Ofen geschoben.

Hier sieht man noch mal das Modell wie es ursprünglich ausgesehen hat, und daneben die beiden anderen. Ich frage mich heute noch warum ich die Augen so wulstig modelliert habe. 

Nautiloiden unangemalt

Hier noch mal eine Seitenansicht vor dem Lackieren:

Nautiloid unlackiert

Und noch das fertig bemalte und lackierte Modell auf einer kleinen Basis mit Schwämmen und Korallen, deren Modellation ein Vielfaches der Zeit des Nautiloiden benötigt hat:

Nautiloid auf Basis 1

Und noch mal schräg von oben:

Nautiloid auf Basis 2

Inzwischen habe ich ein deutlich besseres und weitaus aufwändigeres Modell gemacht, bei dem ich mich möglichst detailgetreu (auch wenn die Vorlage wahrscheinlich auch nicht authentisch ist, aber eben gut aussieht) an dem Riesennautiloiden der BBC orientiert habe. Allerdings wird diese unangemalt bleiben, bis ich die Möglichkeit habe, Airbrush dafür zu benutzen, denn mit den bisher benutzten Farben würde ich ihn nur verhuntzen.

Aulophyseter rionegrensis-Modell

Dienstag, August 14th, 2007

Da ich mich ja besonders für diverse kaum bekannte prähistorische Wale interessiere, habe ich schon vor geraumer Zeit einmal angefangen, einen primitiven Pottwal zu modellieren. Allerdings hatte ich die Vorlage nicht dabei, und mußte daher aus dem Gedächtnis heraus modellieren, und außer einem selbst hergestellten, ziemlich groben Modellierwerkzeug aus einem krummen Nagel, hatte ich auch keine weiteren Materialien. Letztes Wochenende habe ich dann dank meines Laptops eine geeignete Vorlage vor Ort gehabt, und konnte die entsprechenden Korrekturen vornehmen. Bei dem Wal handelt es sich um Aulophyseter rionegrensis. Ehrlich gesagt weiß ich so gut wie überhaupt nichts über diesen Wal, da Informationen über prähistorische Wale abseits von Basilosaurus und Dorudon nur extrem spärlich sind. Jedenfalls habe ich ein sehr hübsches, am Computer gemaltes Bild auf einer japanischen Seite gefunden, an dem ich mich sehr stark orientiert habe, wobei ich mir gewisse Modifikationen vorbehalten habe. Das als Vorlage dienende Bild kann man hier sehen: http://www.gem.hi-ho.ne.jp/aquaheart/aulophyseter.gif

Als Modell wählte ich dem kleinen Maßstab wegen Fimo, und da es sich um eine sehr kompakte Form handelte, die genügend Eigenstabilität hat und auch keine langen Hebelansätze für die Schwerkraft bietet, habe ich auf stützende Metallelemente im Innern verzichtet. Man sieht recht gut dass es sich auch nur um ein sehr kleines Modell handelt, nicht viel größer als der Korken, auf dem es befestigt ist:

Aulophyseter rionegrensis

Man kann selbst auf einem solchen Maßstab mit Fimo noch erstaunlich gute Modelle herstellen, auch wenn viele kleine Details mit der Digitalkamera leider nicht zu erkennen sind. Zugegebenerweise sieht dieses Modell vielleicht auch nach nicht allzu viel aus, was mit daran liegt, dass es nicht angemalt ist. Nichtsdestotrotz stecken mehrere Stunden Arbeit in diesem Modell. Man merkt beim Modellieren immer wieder, dass man oft wirklich sehr schnell etwas machen kann, was in etwa so aussieht, wie es aussehen soll, aber was wirklich Zeit-raubend ist, sind die ganzen Adaptionen und Anpassungen, um möglichst die Proportionen der Vorlage zu erreichen. Ich habe die Grundform der Vorlage beibehalten, aber noch einige Änderungen gemacht. Etwa habe ich die Rückenflosse noch größer gemacht, ähnlich wie bei Zwergpottwalen, aber schon leicht die Rückenbuckel moderner Pottwale angedeutet. Dafür habe ich auf die für heutige Pottwale typischen Längsrunzeln verzichtet, um nicht allzu starke Assoziationen mit der modernen Art hervorzurufen. Außerdem habe ich die Brustflossen, die auf dem Bild wirklich sehr ungewöhnlich aussahen, eher wie die von modernen Pottwalen modelliert, diese Sicherlform erschien mir einfach zu unwahrscheinlich. Am Kopf habe ich dann noch ein wie bei modernen Pottwalen leicht erhabenes, deutlich seitliches Blasloch modelliert. Was auf den Photos leider beinahe nicht zu sehen ist, sind die zahlreichen Narben, die ich aufmodelliert habe. Pottwalbullen zeigen häufig derartige Narben aus Konfrontationen mit anderen Bullen, und daher dachte ich, dass das hier sicher auch nicht schlecht aussähe. Außerdem machen solche kleine Details ein Modell gleich viel lebendiger.

Aulophyseter rionegrensis

Vielleicht werde ich irgendwann noch mal einen Abguss machen, und diesen dann anmalen, was dann auch gleich viel interessanter aussieht. Für die Zukunft ist auch noch ein größeres Modell des Killer-Pottwales Zygophyseter varolai geplant. Hier noch mal eine Ansich von vorne:

Aulophyseter rionegrensis