Rostgänse gesichtet

In der Winterzeit passiert es immer wieder, dass ich hier sonst nicht ansässige Zugvögel sehe, etwa Silberreiher, und mit ganz viel Glück auch mal Seidenschwänze. Teilweise sind darunter aber auch Vögel, welche ich nur schwer, und leider manchmal auch gar nicht bestimmen kann, wie etwa die beiden äußerst hübsch gefiederten Exemplare, welche ich heute Mittag vom Schreibtisch aus in einem Baum beobachten konnte.

Anfang Januar letzten Jahres konnte ich während eines Spaziergangs in der Nähe von Wendelsheim (Landkreis Tübingen) drei Gänse beobachten, wie ich sie hier noch nie gesehen habe. Allerdings war ich mir zu diesem Zeitpunkt nicht sicher, ob es sich bei ihnen um selten zu sehende Zugvögel handelte, oder um nichteinheimische Exoten, wie etwa die in Teilen Deutschlands verbreitete Nilgans.

Rostgänse bei Wendelsheim

Glücklicherweise konnte ich mit meiner Kamera ein paar Photos der in recht großer Entfernung über einem Acker kreisenden Gänse machen, so dass es mir – zugegebenerweise erst sehr viel später – möglich war sie zu identifizieren. Das rostrote Gefieder am Körper, der helle Kopf sowie die weißen Flügel mit den schwarzen Schwungfedern zeigen eindeutig dass es sich hier um Rostgänse (Tadorna ferruginea) gehandelt hat.

Rostgänse

Der Vergleich mit diesem deutlich besserem Photo von der englischen Wikipediaseite zeigt das ganz gut:

Rostgans Ruddy_Shelduck_In_Flight

Die Rostgans stammt eigentlich aus Zentral-und Südost-Asien, wobei einzelne Brutpopulationen auch in Südosten Europas und sogar im Nordwesten Afrikas vorkommen. Sie bewohnen vor allem flache, teiweise salzhaltige Seen und Lagunen in Steppen und Halbwüsten Innerasiens. Während des Sommers ziehen viele von ihnen nach Zentralsibirien, und überwintern dann während der kalten Jahreszeit in südlicheren Gegenden, vor allem in Indien, aber auch Bangladesch, Korea, Taiwan, Süd-und Ostchina.

Die Populationen welche in Deutschland vorkommen, stammen von Gefangenschaftsflüchtlingen ab, wenngleich in seltenen Fällen auch Rostgänse aus Asien bis nach Mitteleuropa fliegen. In der Schweiz gibt es größere Menge von sich sehr erfolgreich vermehrenden Populationen, während es in Deutschland nur sehr kleine Brutpopulationen gibt. Möglicherweise stammen die von mir gesehenen drei Exemplare von einer größeren Population, welche am Bodensee ansässig ist.

Weitere Informationen über die Bestandsentwicklung der Rostgans in Deutschland findet man hier.

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