Der älteste präparierte Hirsch der Welt?
Eingetragen am 25. September 2009 von Markus Bühler
An sich hat dieser kurze Blogpost nur bedingt mit den letzten zu tun, da es hier nicht um irgendwelche zoologische oder paläontologische Aspekte gehen soll. Aber da es sich beim Objekt um welches es sich dreht, um einen Hirsch handelt, habe ich ihn jetzt doch noch der vorangegangenen Reihe angefügt. Es handelt sich dabei wieder um etwas das ich im Jagd-und Forstmuseum im dänischen Hørsholm gesehen habe (und da werden noch eine ganze Reihe anderer interessanter Sachen folgen). Um ehrlich zu sein, habe ich den Begleitschildern nur sehr wenig entnehmen können, da fast ausnahmslos alles auf dänisch war, doch allem Anschein nach handelte es sich bei dem Exponat, ein etwas steif und dürr aussehender ausgestopfter Hirsch, um das älteste erhaltene Stück seiner Art:

Allem Anschein nach stammt dieser spezielle Hirsch noch aus dem späten 17. Jahrhundert. Der damals noch nicht besonders eleganten Kunst des Ausstopfens, damals war der Name wirklich noch Programm, hat der Hirsch es zu verdanken, dass er nicht mehr unbedingt in der natürlichsten Pose und Figur für die Nachwelt erhalten wurde.

Falls zufällig einer der Leser des dänischen mächtig ist, kann er gerne schreiben was auf den von mir abphotographierten Begleittafeln geschrieben steht:

Besonders interessant fand ich die aus zahlreichen Einzelbildern zusammengestellte Röntgenaufnahme des Hirschpräparates, welche sicherlich in viel Arbeit (ja, röntgen kann echt nervig sein) gemacht hat. Darauf sieht man praktisch das Innenleben des Präparates, und es gibt einiges darüber preis, wie die alten Taxidermisten früher gearbeitet haben. Der hohen Röntgendichte nach zu urteilen, steckt in dem alten Hirsch wohl ein Untergerüst aus Eisen oder Stahl (korrekt müßte man hier wohl sagen, wenn es sich um einen medizinischen Befund handeln würde: metalldichte Verschattungen in Sinne tragender Metallarmierungen…), welche sich vor allem in Kopf und Gliedmaßen deutlich abzeichnen. Deszweiteren sieht man unzählige Nägel und Nadeln, wobei hier der Übergang in Größe und Form fließend zu sein scheint:

Auch wenn dieser alte Hirsch sicherlich keine Schönheit ist, so ist es doch erstaunlich, dass er mehrere Jahrhunderte überstanden hat, und uns so heute interessante Erkenntnisse über die Arbeit früherer Präparatoren liefern kann.


28. September 2009 um 10:41 Uhr
hey,
ohne hier werbung machen zu wollen: die seite http://translate.google.com ist bei sowas übrigens ziemlich hilfreich, die englische übersetzung ist meistens recht sinnvoll.
viele grüße,
daniel
28. September 2009 um 13:15 Uhr
Danke Daniel, bei Gelegenheit werde ich es vielleicht mal übersetzen lassen.