Bild des Tages: Schon wieder ein Tukanschädel

Da ich kürzlich mal wieder die beiden Zweigstellen des Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart besucht habe, nämlich Schloss Rosenstein und das Museum am Löwentor, möchte ich heute einerseits ein Photo aus einem dieser Museen als Bild des Tages verwenden, und gleichzeitig die Reihe der Vogelschädel und -Skelette erst einmal beenden.

Das Photo zeigt auf besonders schöne Weise den doppelten Aufbau des Vogelschnabels aus dem inneren Knochenanteil des Schädels, und den darüber liegenden Hornscheiden. Leider stand nicht dabei um was für eine Spezies es sich handelt, doch erkennt man vor allem anhand der gezackten Schnabelinnenkanten dass es sich um eine der kleineren Tukanarten handelt.

Tukanschädel

Wenn man genau hinsieht, kann man parallel der knöchernen Schnabelkanten kleine Löcher erkennen. Durch diese Foramina verlaufen unter anderem Blutgefäße, welche für das Wachstum der Hornsubstanz verantwortlich sind. Das Keratin selbst ist ein totes Material und kann nicht direkt wachsen, sondern nur von unten her neu gebildet werden. Dies hat viele Vorteile, denn das Keratin ist sehr hart und robust un dennoch flexibel, es kann nachgebildet werden um Abnutzung auszugleichen und es ist relativ leicht. Allerdings begrenzt die Art der Bildung auch die Form eines Schnabels oder auch eines Horns, da komplizierte Oberflächenstrukturen nur ganz zu Beginn der Hornbildung entstehen können, danach aber nur noch von unten her nachgeschoben werden kann, was wiederum auch die Komplexizität der Gesamtform einschränkt.

Dies ist wohl auch der Grund dass die Schnäbel von Vögeln trotz ihrer großen Verschiedenheit und der enormen Anzahl an Vogelarten sich letztendlich alle noch verhältnismäßig ähnlich sehen, da sie schlichtweg nicht die Formenfülle entwickeln können, welche bei bezahnten Kiefern ohne Hornschnabel möglich ist. Ähnlich verhält es sich übrigens auch bei Hörnern und Geweihen, aber das ist ein anderes Thema, auf das ein anderes mal eingegangen werden soll.

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