„Süßwasser-Schiffshalter“

Schiffshalter sind sicher den meisten bekannt. Diese kleinen bis mittelgroßen Fische halten sich mit Hilfe eines sehr komplexen Organes das sich aus einer ihrer Rückenflossen enwickelt hat, an größeren Wasserbewohnern wie großen Haien, Rochen oder Schildkröten fest, und lassen sich von ihnen mittragen. Dass es ein ähnliches Verhalten auch noch bei völlig anderen Fischen, und dazu obendrein noch im Süßwassser gibt, konnte ich im Berliner Tierpark sehen. Dort gibt es in der großen Halle in welcher auch die Innengehege der Elefanten untergebracht sind, ein großes Becken mit südamerikanischen Manatis. Neben diesen Seekühen (welche in voller Lebensgröße wirklich beeindruckend riesig sind) gibt es dort auch Heerscharen von Fischen, vor allem Lebendgebärende wie Guppys, Schwertträger und Platys, von denen einige auch wahrlich riesige Ausmaße habe. Interessant war auch, dass diese kleinen Fischen den langsamen Seekühen beim Schwimmen folgen, und an ihrer Haut herumfressen, beinahe wie Kühe auf einer Weide. Neben diesen immer noch recht kleinen Fischen waren auch einige recht beeindruckend große Harnischwelse von circa 40 cm Länge  mit im Becken, leider habe ich mir aber nicht den Artnamen gemerkt. Einer dieser großen Harnischwelse hatte sich dabei auf der Schwanzflosse eines Manatis festgesaugt, und ließ sich so durchs Becken chauffieren. Leider ist es extrem schwer durch die spiegelnden Scheiben Photos zu machen, zumal das Wasser recht trübe war, darum sind die Bilder die ich gemacht habe, auch nicht ganz optimal geworden:

Manati mit Wels

Da eine ganze Reihe von Harnisch-und Panzerwelsen auch in der Natur im gleichen Lebensraum mit Manatis vorkommt, frage ich mich inwieweit ein solches Verhalten auch unter natürlichen Bedingungen vorkommt. Manatis sind sehr große Tiere, genaugenommen sogar die größten Wildtiere des südamerikanischen Kontinents, außerdem fressen enorme Mengen an Wasserpflanzen. Das heißt dass sie nicht nur ihren Lebensraum dahingehend beeinflussen dass sie dem Wachstum von Wasserpflanzen Einhalt gebieten, und dadurch massiv mitgestalten, sondern auch gewaltige Mengen an Kot produziern, welcher als Nahrung für andere Tiere dient, und vor allem auch Nährstoffe für andere Pflanzen verfügbar machen. Hier noch mal ein anderes Bild:

Manati mit Wels (2)

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5 Kommentare zu „Süßwasser-Schiffshalter“

  1. BlackSun sagt:

    Hallo,

    bei dem Harnischwels handelt es sich warscheinlich um Glyptoperichthys gibbiceps, den Wabenschilderwels. Es ist trotz der Maximalgröße von bis zu 40 cm ein beliebter Aquarienfisch.

    mfg BlackSun

  2. Cronos sagt:

    Wo Du es erwähnst, ich glaube das stand auch auf dem Becken-Infoschild. Leider habe ich es nicht ganz so mit den ganzen Panzer-und Harnischwelsen, eigentlich wäre es mal höchste Zeit sich mit diesen wirklich faszinierenden Fischen näher zu beschäftigen.

  3. Yoult sagt:

    Schönen guten Morgen!
    Bei den abgebildeten Welsen handelt es sich wohl um eine Hypostomus-Art, ist immer etwas schwer zu identifizieren, aber Wabenschilderwelse sehen anders aus.
    Über die Frage, die im Blog auftaucht gibt es eine interessante wissenschaftliche Arbeit (auf englisch):
    http://fl.biology.usgs.gov/pdf/ansrp-v09-1%28LR%29.pdf
    Ein Bild von Manatis und Harnischwelsen ist auf Seite 24 zu sehen. Hier handelt es sich zwar um eingeführte Fische, aber auch in ihrem Ursprungsbiotop gibt es Seekühe, also scheint dieses Verhalten vollkommen normal zu sein. Harnischwelse raspeln sowieso alles ab,w as fressbar wirkt und für die Manatis ist das sicher eine willkommene Körperpflege.

  4. Yoult sagt:

    Hallo,
    ich habe heute morgen hier einen Kommentar geschrieben. Wo ist der hin?

  5. Cronos sagt:

    Das ist wirklich sehr interessant, vielen Dank für den Link! Ist auch sehr interessant dass sich auch unter diesen Welsen einzelne Arten als Neozoen in neuen Habitaten ausbreiten. Das mit dem Kommentar ist übrigens ganz normal, die müssen erst von mir frei gegeben werden, bevor sie angezeigt werden, weil ich in den Vergangenheit teilweise massive Probleme mit Spambots hatte.

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