Indischer Elephantenbulle aus dem Hagenbeck Zoo

Auf diesem Blog ist ja ziemlich lange nichts mehr los gewesen, was zum Einen daran lag, dass ich zeitlich extrem eingespannt war, und ich außerdem auch ziemliche Probleme mit der damaligen Version des Blogs hatte, da vor allem das Hochladen von Bildern einfach nicht richtig funktioniert hat. Jetzt habe ich endlich mal wieder etwas Zeit, und die aktuelle Version spinnt auch nicht mehr, darum wollte ich auch mal wieder ein bisschen was schreiben. Ich hoffe auch, vielleicht in nächster Zeit immer mal wieder zumindest interessante Bilder posten zu können, denn es hat sich in diesem Jahr eine wahre Unzahl von (wie zumindest ich finde) interessanten Photos zusammen gesammelt, sowohl aus verschiedenen Museen und Zoos, als auch verschiedene Wildtiere und anderes.

Nach der langen Blogabstinenz wollte ich als erstes zwei sehr schöne Photos zeigen, welche ich im Sommer im Hamburger Hagenbeck Zoo gemacht habe. Normalerweise sieht man in Zoos nur ziemlich selten die Elefantenbullen, weil diese oft getrennt von den Kühen gehalten werden. In Hamburg aber waren sie zumindest zu diesem Zeitpunkt alle zusammen im Gehege. Bei diesem speziellen Bullen handelte es sich wirklich um ein echtes Prachtexemplar. Die anderen Elefanten wirkten geradezu winzig und grazil im Vergleich zu diesem Behemoth, der nicht nur ausgesprochen groß, sondern auch erstaunlich muskulös war. Es hat schon etwas faszinierendes, dem Muskelspiel bei den Bewegungen eines so riesigen Tieres zu folgen.

Die Stoßzähne waren noch nicht einmal so groß, denn selbst wenn diese bei Indischen Elefanten in der Regel nicht so groß werden wie bei den afrikanischen Steppenelefanten, erreichen sie bei einzelnen Bullen doch recht respektable Ausmaße. Besonders auffallend waren bei jenen Exemplar aber weit weniger die Stoßzähne, als viel mehr die sehr stark ausgeprägten Höcker auf dem Kopf, welche ihm ein sehr ungewöhnliches Profil verliehen, das sich sehr stark von dem unterscheidet, was man eigentlich gewohnt ist (das liegt eben auch primär daran, dass man meistens Kühe und junge Bullen sieht). Derartige Höcker auf dem Kopf hatten bei zwei besonders großen Indischen Elefanten sogar zu der Spekulation geführt, es handle sich um eine Reliktpopulation von Stegodonten. Tatsächlich haben aber an Kot durchgeführte DNA-Analysen zweifelsfrei ergeben, dass es sich um Angehörige der Art Elephas maximus handelt, und die ungewöhnliche Körpergröße und Form des Schädels einfach arteigene Merkmale waren, welche bei diesen Individuen besonders stark ausgeprägt waren.

Hier mal ein Photo des Bullen: huge-asian-elephant-bull1

Und noch mal eine interessante Ansicht, auf der man sehr gut die erstaunliche Beweglichkeit erkennen kann, welche man einem so riesigen Tier kaum zutrauen würde:

huge-asian-elephant-bull-1

Dieser Beitrag wurde unter Bild des Tages, Säugetiere veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

9 Kommentare zu Indischer Elephantenbulle aus dem Hagenbeck Zoo

  1. Allosaurus sagt:

    Hallo, schön das es nun wieder neue Beiträge gibt! Ich hatte nämlich schon befürchtet, dass du das Bestiarium aufgegeben hast. Ich habe im Sommer übrigens auch Photos von dem Elefanten gemacht, ebenfalls bei dieser Aktion. Toller Beitrag!

    LG

  2. Cronos sagt:

    Hallo Allosaurus, schön so schnell eine Reaktion auf das Wiederaufleben des Blogs zu bekommen! Eigentlich wollte ich ja schon viel früher mal wieder schreiben, aber die damalige Version hat ständig mit dem Hochladen von Bildern gesponnen, und außerdem hatte ich wirklich so gut wie gar keine Zeit, aber ich habe mir vorgenommen, in nächster Zeit nach Möglichkeit täglich etwas zu posten.
    Übrigens habe ich vor einiger Zeit auch Darren Naish die Photos von dem Elefantenbullen aus Hamburg geschickt, und er hat einen sehr interessanten Beitrag darüber geschrieben, vor allem in Bezug auf die angeblichen Stegodonten in Indien, schau einfach mal bei TetZoo nach.

  3. Allosaurus sagt:

    Ja, den Beitrag auf TetZoo kenne ich, denn TetZoo ist auch eines meiner (so gut wie) täglich frequentierten Lesezeichen 😉

    LG

  4. Sven sagt:

    Yay, es geht wieder weiter hier 🙂

    Nur zwei Sachen: Hussein (der Bulle) lebt NICHT bei den Kühen sondern zusammen mit der Kuh Mala in einem extragehege ganz links 😉 Auf die große Anlage darf er nicht, da würde er rausklettern.
    Und am rande: Hättest auch mal bescheid sagen können, hättest du eine führung bekommen!

  5. Cronos sagt:

    Hallo Sven! Schön dass du auch so schnell wieder auf meinen Blog gefunden hast. An dem Tag als ich dort gewesen bin, sind aber tatsächlich alle Elefanten, inklusive die Jungtiere im gleichen Gehege gewesen (ich meine höchstens dass vielleicht eine Kuh in einem extra Gehege gewesen ist, aber sicher bin ich mir da auch nicht mehr, ist ja schon fast ein halbes Jahr her seit ich da gewesen bin). An dem Tag in den Hagenbeck zu gehen, war eigentlich auch eher etwas kurzentschlossen, außerdem bin ich dort ohnehin mit Verwandten gewesen, ansonsten hätte ich vielleicht doch noch mal bei dir nachgefragt. Eine Führung hinter die Kulissen wäre echt klasse gewesen. Falls ich mal wieder nach Hamburg komme, gebe ich vorher Bescheid.

  6. Moretti sagt:

    Ich finde es superklasse, dass es wieder neue Einträge auf deinem Blog gibt!

  7. Sven sagt:

    Sorry, aber nein. Kannst auch gerne die Kollegen fragen die bei den Elefanten arbeiten. Hussein darf nicht zur Herde und die Herde nicht auf seine Anlage.

  8. Sven sagt:

    Ich habe mir mal die mühe gemacht 🙂
    Wie gedacht haben mir die Kollegen bestätigt, dass Hussein nur auf seiner Anlage (ganz links) stand seit 1998. Und seither steht immer nur eine Kuh bei ihm, seit Sommer nur die von dir abgelichtete Mala. Auch der Graben auf deinen Bildern ist der der Bullenanlage 🙂

    LG Sven

  9. Cronos sagt:

    Vielen Dank Sven, dann habe ich da damals wirklich nicht richtig hingeschaut, ich dachte die beiden Anlagen wären durchgängig. Aber alles in allem wirklich ein verdammt eindrucksvoller Bulle, es ist wirklich schade dass man sonst immer nur diese kleinen Kühe zu sehen bekommt, da weiß man am Ende gar nicht mehr, wie groß ein Elefant überhaupt sein kann.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.