Fische mit Händen und Füßen Teil 2 – die Anglerfische

Die nächsten Fische mit Händen und Füßen sind bereits im Anmarsch, dieses mal die Familie der Angler-oder Fühlerfische (Antennariidae). Aufgrund ihres plumpen Körperbaus und den beinartigen Brust-und Bauchflossen werden sie teilweise auch Froschfische genannt, welche man aber nicht mit der nicht näher verwandten Gattung der Froschfische (Batrachoididae) verwechseln darf. Ich habe in diesem Beitrag eine größere Anzahl von Bildquellen verwendet, um einen möglichst guten Überblick über die Diversität der Anglerfische zu erreichen. Sämtliche Bilder stammen von Wikipedia, da ich selbst so gut wie keine Photos von Anglerfischen besitze, und die wenigen leider nicht besonders gut geworden sind.

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Commerson’s frogfish (Antennarius commerson)

Während die im letzten Beitrag vorgestellten Handfische nur eine sehr lokal begrenzte Verbreitung haben, und eine recht niedrige Anzahl an Arten vorweisen können, sind die Anglerfische in praktisch allen warmen Meeren der Welt verbreitet und auch weitaus artenreicher. Der weiter unten noch näher beschriebene Sargassum-Anglerfisch kommt auch in kälteren Gebieten vor, und wird teilweise sogar bis vor den Küsten Nordnorwegens gefunden. Ein weiteres Kuriosum ist der Brackwasser-Anglerfisch (Antennarius biocellatus), welcher auch ins Süßwasser vordringt.

Das Hauptverbreitungsgebiet der Anglerfische (Karte von Wikipedia):

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In ihrer Gestalt sind sich alle Anglerfische sehr ähnlich, sind sind extrem kompakt und hochrückig, mit einem großen schrägstehendem Maul, einer schuppenlosen Haut und natürlich den Armflossen. Zudem besitzen sie die namensgebende Angel, ganz ähnlich wie die Seeteufel, allerdings ist sie bei ihnen üblicherewise kürzer.

Die Angel besteht hierbei aus zwei Teilen, einmal dem Illicium genannten umbebildeten ersten Flossenstrahl sowie der Esca, jenem Hautanhängsel welcher den Köder bildet. Die Esca hat je nach Art teilweise recht unterschiedliche Formen. Bei manchen Arten ist es nur ein recht amorpher Fetzen, aber bei anderen wiederum hat die Esca die Gestalt eines Borstenwurms, einer Garnele oder einem kleinen Fisch.

Antennarius pictus

Antennarius pictus

Das vielleicht auffälligste Merkmal der Anglerfisch ist ihre Unauffälligkeit, denn viele Arten sind extrem gut getarnt. Dabei hilft nicht nur die unförmige Gestalt die Konturen zu verwischen, sondern auch die je nach Art sehr unterschiedlichen Hautanhängsel in Gestalt von kleinen Fetzen oder Tentakeln, deren Länge von weniger als einem Millimeter bis zu mehreren Zentimetern reichen kann, und die mehr oder weniger stark verzweigt sein können. Manche Arten wiederum haben eine fast glatte Haut, oder nur einzelne warzenartige Hautvorsprünge. Auch die Färbung ist extrem variabel, selbst innerhalb einer Art, zudem sind Anglerfische in der Lage über einen gewissen Zeitraum hinweg ihre Farbe heller oder dunkler werden zu lassen.

Momentan sind 48 Arten von Anglerfischen bekannt, jedoch kann man davon ausgehen, dass in den nächsten Jahren noch weitere Arten beschrieben werden. Ihre extrem gute Tarnung und ihre teilweise nur sehr geringe Körpergröße von nur wenigen Zentimetern bei manchen Arten lässt sie sehr leicht übersehen werden. Der nur wenig mehr als 6 cm groß werdende Tiefwasser-Anglerfisch Nudiantennarius subteres etwa ist seit seiner Beschreibung 1912 von gerade einmal vier Exemplaren bekannt.

Hier folgt nun eine Reihe von Photos verschiedener Arten, welche den Farb-und Formenreichtum der Anglerfische zumindest ansatzweise zeigen soll:

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Fowlerichthys ocellatus

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Fowlerichthys ocellatus

Die Art Antennarius striatus  trägt im Deutschen den eher unpassenden Namen „Gestreifter Anglerfisch“, während die englische Bezeichnung „hairy frogfish“ das Aussehen zweifellos besser beschreibt.

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Antennarius striatus

Bei Jungtieren sind die Anhängsel allerdings noch weitaus weniger lang und verzweigt. Man könnte sogar mutmaßen, dass hier ein Seeigel-Mimikry besteht. Schön zu sehen ist auch die gegabelte Esca in Form eines Wurmes.

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Antennarius_striatus

Eine besonders spektakulär gefärbte und erst 2009 beschriebene Art, der Psychedelische Anglerfisch Histiophryne psychedelica:

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Frontalansicht des Kopfes:

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In Ruhestellung wird das Illicium nach hinten geklappt, was man hier gut sehen kann:

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Wie die Handfische benutzen auch die Anglerfische ihre Bauch-und Brustflossen sehr geschickt wie Arme und Beine, um damit auf dem Grund zu laufen oder auch zu klettern.

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Antennarius maculatus

Die gelenkigen Armflossen sind hier gut in Aktion zu sehen:

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Antennarius commersoni

Die meisten Arten sind nur recht klein, und nur wenige Arten wie Commersons Anglerfisch erreichen Längen bis etwa 38 cm.

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Antennarius commerson

Das Mal sieht im geschlossenen Zustand gar nicht einmal besonders groß aus, tatsächlich aber kann es enorm weit aufgerissen werden, so dass Anglerfische Beutetiere verschlingen können, die ähnlich groß sind wie sie selbst.

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Gemalte Anglerfisch (Antennarius pictus)

Hier ist noch ein Link zu einem sehr schönen Video, in welchem man verschiedene Anglerfische unterwasser sehen kann:

Der bereits zu Anfang erwähnte Sargassofisch (Histrio histro) nimmt innerhalb der Anglerfische eine Sonderstellung ein. Als einziger Vertreter der Anglerfische lebt er nicht am Meeresboden, sondern in treibenden Tanggeflechten. Dabei dienen ihm wie den bodenbewohnenden Anglerfischen die Armflossen dabei sich innerhalb der Tangmassen fortzubewegen oder festzuhalten.

Histrio_histrio_by_A._H._Baldwin

Die Färbung und die Form der Hautauswüchse bei den Sargassofischen ist dabei in besonders starkem Maße an die von ihnen bewohnten Braunalgen angepasst.

Histrio_histrio

Wie die Sargassofische sich im treibenden Tang fortbewegen, jagen und fressen, kann man in diesem Video von National Geographic sehen:

Das war nun der erst einmal längste Beitrag innerhalb der Reihe „Fische mit Händen und Füßen“. Die nächsten werden dann wieder etwas kürzer.

Zum Schluss noch ein Link zu einer äußerst interessanten Seite über Anglerische, mit jeder Menge Photos und zusätzlichen Informationen:

Anglerfische.ch

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