Der Riesenpanzerfisch Dunkleosteus
Eingetragen am 7. April 2008 von Cronos
Er war einer der größten Fische die es jemals gegeben hat, und zu seiner Zeit das größte Lebewesen auf der ganzen Welt. Die Rede ist von Dunkleosteus terrelli, einem der größten bekannten Knochenfische aller Zeiten. Diese bizarren Raubfische besaßen einen riesigen gepanzerten Kopf, und ständig nachwachsende scharfkantige Knochenplatten in ihren Kiefern, welche wie eine gewaltige Brechschere wirkten, und sicherlich hervorragend dazu geeignet war, Beutetiere wie etwa andere Panzerfische in Stücke zu beißen. Wie groß diese Tiere genau gewesen sind, läßt sich schwer sagen, da man eigentlich nur ihre fossilierten Schädelpanzer kennt, wie etwa dieses wunderschöne Exemplar aus dem Naturhistorischen Museum in Wien:
Ältere Darstellungen zeigen Dunkleosteus in der Regel mit einem relativ langgestreckten Körper und spitz auslaufendem protozerken Schwanz, anhand von Vergleichen mit bessererhaltenen verwandten Formen ist es aber wohl wahrscheinlcher, dass sie insgesamt etwas kürzer waren, und die Schwanzspitze nach oben geschwungen, und wie bei Haien eine heterozerke Schwanzflosse besaß. Dennoch dürften diese Riesen mindestens Längen von 6m erreicht haben, also etwa so viel wie ein sehr großer Weißer Hai. Eine weitere Parallele zu vielen Haien ist die verblüffende Feststellung, dass sich Dunkleosteus wahrscheinlich durch innere Befruchtung fortpflanzte. Zwar kennt man von Dunkleosteus selbst keine postkranialen Überreste, doch die Fossilien des verwandten Rhamphodopsis zeigen dass die Männchen wie Haie oder Rochen über sogenannte Klasper verfügten, also paarige Organe welche zur inneren Befruchtung benutzt werden, während die Weibchen breite basale Beckenplatten aufwiesen. Da man Knochenplatten dieser Art kennt, welche unverheilte Verletzungen aufweisen, kann man davon ausgehen, dass diese Tiere eine recht stark ausgeprägte innerartliche Aggressivität zeigten, und vielleicht sogar kannibalistisch waren.
Hier noch eine Frontalansicht:
Und noch eine selten gezeigte Innenansicht des Schädels:


12. April 2008 um 01:49 Uhr
Sehr interessant und sehr gut geschrieben bis auf “zu seiner Zeit das größte Lebewesen auf der ganzen Welt.” Das ist doch arg subjektiv
Man findet immer mal wieder größere 
12. April 2008 um 13:54 Uhr
Nun, in gewisser Weise hast du recht, und normalerweise schreibe ich bei solchen Sachen auch immer “größter bisher bekannter” oder so etwas dazu. Allerdings ist es durchaus wahrscheinlich, dass es wirklich keine größeren gab. Hinweise auf noch größere Raubfische fehlen genauso, wie Fossilien großer Planktivoren, wobei man hier natürlich auch nichts mit absoluter Sicherheit sagen kann.