Der Prinz-Alfred-Hirsch

Vor kurzem hatte ich die Gelegenheit im Landauer Zoo eine der seltensten Hirscharten der Welt zu sehen, den Prinz-Alfred-Hirsch (Rusa alfredi). Es gibt von diesen Tieren nur noch weniger als 300 freilebende Exemplare auf der Philippinen-Insel Negros, alle anderen Populationen welche ursprünglich auch auf anderen Inseln der Visaya-Inselgruppen vorkamen, sind inzwischen erloschen. Dazu kommen noch gerade einmal ungefähr 150 weitere Prinz-Alfred-Hirsche welche sich in Zoos  und Zuchtprogrammen befinden.

Prinz-Alfred-Hirsche Zoo Landau (2)

Umso erfreulicher ist es, dass sich die kleine Zuchtgruppe in Landau erfolgreich vermehrt, denn bei einer dermaßen reduzierten Gesamtpopulation ist jedes Exemplar enorm kostbar.

Prinz-Alfred-Hirsche Zoo Landau (3)

Der Prinz-Alfred-Hirsch ist ein naher Verwandter des sehr ähnlich aussehenden Philippinenhirsch (Rusa marianna), und auch mit dem deutlich größeren Sambar (Rusa unicolor) recht nahe verwandt. Prinz-Alfred-Hirsche und Philippinenhirsche haben sich in Gefangenschaft auch schon gekreuzt, und auch Philippinenhirsche und Sambars haben sich in Gegenden in denen sie als Jagdwild angesiedelt wurden, auch in der Wildnis gekreuzt, etwa in Teilen Australiens und Neuseelands.

Mit Gesamtlängen von etwa 125 cm, Schulterhöhen von 70-80 cm und Gewichten von 25-80 kg (letzteres nur für sehr große und schwere männliche Tiere) entsprechen sie etwa weiblichen Damhirschen (Dama dama). Wie diese tragen sie auch als Erwachsene noch ein auffälliges Muster aus hellen Flecken, allerdings ist dies kein Zeichen von naher Verwandtschaft, sondern eher aufgrund vergleichbarer Lebensweisen.

Prinz-Alfred-Hirsche Zoo Landau (1)

Das Geweih ist relativ klein und wenig verzweigt, und hat in der Regel nur zwei bis drei Spitzen, so ähnlich wie beim Reh (Capreolus capreolus). Allerdings sind die Geweihstangen selbst erheblich dicker, und entsprechen in ihren Proportionen an der Basis eher denen von Sambar oder Rothirsch.

Prinz-Alfred-Hirsche Zoo Landau (4)

Es bleibt zu hoffen dass diese wunderschönen kleinen Hirsche trotz aller widriger Umstände vielleicht doch noch auf lange Sicht überleben können. Dies ist aber letztendlich auch nur möglich wenn sie auch in Zoos und Zuchtprogrammen weiter vermehrt werden, denn aufgrund von Wilderei und Lebensraumzerstörung ist selbst bei vorgeblichen Schutzmaßnahmen ein Überleben in der Wildnis leider fraglich.

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Ein Kommentar zu Der Prinz-Alfred-Hirsch

  1. Christian sagt:

    Hallo.

    Toller Bericht zum wenig bekannten Prinz-Alfred-Hirsch. Eine kleine Anmerkung zur Verbreitung hätte ich: wie auch andere seltene Tiere der Western Visayas, z.B. dem Korallenschnabelhornvogel (Aceros waldeni), befinden sich die größten Populationen heute auf der Nachbarinsel Panay, die noch um die 8% Wald hat, davon auch Tieflandwald, im Gegensatz zu Negros, mit nur noch etwa 4% Montanwald. Negros wird zwar weiterhin häufig erwähnt und von diversen Naturschutzorganisationen promotet, aber die Zukunft in freier Wildbahn, so sie noch stattfinden sollte, gehört vor allem den Panay-Populationen.

    Toller Blog, lese ich regelmäßig. Gruß,
    C.

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