Bestiarium

Fantastisches aus Biologie, Paläontologie und Kryptozoologie

Archive for the ‘Vögel’ Category

Bild des Tages: Tukan-Schädel

Sonntag, Mai 24th, 2009

Heute gibt es nur ein Bild des Tages. Es handelt sich dabei um den Schädel einer nicht näher bestimmten Tukan-Spezies. Das Bild stammt übrigens aus der Darwin-Sonderausstellung des Humboldt-Museums in Berlin:

Tukan-Schädel

Wenn man genau hinsieht, kann man im vorderen Teil des Schnabels auch die nach vorne gerichteten Zacken der Hornschneiden sehen.

Der erstaunliche Helmkasuar

Freitag, Mai 15th, 2009

Als ich vor einiger Zeit im Zoologischen Garten in Berlin gewesen bin, hatte ich dort die Gelegenheit, einen Helmkasuar (Casuarius casuarius)einmal aus allernächster Nähe zu beobachten, als dieser sich gerade nahe des Zaunes im Außengehege befand. Vor einigen Jahren habe ich bereits einen im Zoo Schönbrunn bei Wien gesehen, allerdings war dieser ständig in Bewegung, und nur ganz kurz nahe des Zaunes, so dass ich auch keine guten Photos machen konnte. In Berlin dagegen war es mir dann zum Glück möglich einige Bilder zu machen, die größtenteils recht passabel sind, und einige interessante Details zeigen. Mit am Auffälligsten ist natürlich der namensgebende “Helm” auf dem Kopf. Üblicherweise kann man lesen, dass dieser im dichten Unterholz als Schutz für den Kopf dient, aber so weit ich weiß, handelt es sich dabei auch nur um eine populäre Vermutung, und keine erwiesene Tatsache. Vielleicht hat er aber auch tatsächlich primär einen dekorativen Zweck, vergleichbar den großen Schädelauswüchsen die man bei Nashornvögeln findet. Dazu würde auch der äußerst prächtig gefärbte Kopf und Hals passen.

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Ich habe hier extra mal noch ein Photo eingefügt, dass den Hals und Kopf noch von hinten zeigt. Wie man sieht verläuft im Nacken ein Streifen stark geblähter und gefalteter Haut. Hier werden zweifellos Parallelen zum Truthahn sichtbar (nachzulesen im vorigen Blogpost), allerdings unterscheiden sich Helmkasuare in dieser Merkmal vor allem insofern von Truthähnen, als dass bei ihnen beide Geschlechter die auffälligen Farben tragen, und sich auch sonst außer in der Größe äußerlich nicht unterscheiden.

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Über den Helmkasuar, wie auch die beiden anderen Kasuare, den Einlappenkasuar (Casuarius unappendiculatus) und den Bennett-Kasuar (Casuarius bennetti) gäbe es jede Menge zu schreiben, etwa über ihre teils recht seltsame Verbreitung, die damit in Zusammenhang steht, dass sie schon früh vom Menschen weiterverbreitet wurden. Oder über ihre Schwimmfähigkeit und die Fortpflanzung. Ich möchte hier aber primär nur auf einige besondere anatomische Details des Helmkasuars eingehen. Die Kasuare sind nach Strauß und Emu die größten rezenten Vögel der Erde, und erreichen Gewichte bis etwa 70kg. Ihre Flügel sind sehr stark zurückgebildet, aber sie zeigen doch einige interessante Merkmale. Während beim Strauß die Schwungfedern zu den bekannten großen buschigen Federn ausgebildet sind, die sowohl beim Imponieren als auch beim Rennen zum Balancieren dienen, sind sie bei dem näher mit den Kasuaren verwandten Emus zwischen dem restlichen Federkleid praktisch gar nicht zu sehen. Auch bei den Kasuaren sieht man nicht viel von den eigentlichen Flügeln, doch zwischen den glänzend schwarzen und fellartigen Federn ragen im Bereich der verkümmerten Schwingen einige merkwürdige Gebilde heraus, die wohl einzigartig innerhald der Vogelweld sind. Man kann es auf diesem, wie auch auf dem folgenden Bild eigentlich ganz gut sehen, es wachsen ein paar sehr lange, und vollkommen ungeschweifte Federkiele an den Flügeln der Kasuare. Ob diese irgendeinen praktischen Nutzen haben, oder auch nur “zur Dekoration” dienen, ist mir aber leider völlig unbekannt.

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Ebenfalls äußerst interessant sind die riesigen inneren Krallen welche die Kasuare an zwei ihrer Zehen tragen. Anders als die sichelförmigen und spitzen Krallen der Seriemas über die ich ein paar Einträge zuvor geschrieben habe, sind sie beim Kasuar nur sehr mäßig gekrümmt, und scheinen sich an der Spitze auch flach am Boden abzuschleifen. Kasuare benutzen diese Krallen als äußerst gefährliche Waffen, und sie sind durchaus in der Lage, damit einen Hund, ein Schwein oder sogar einen Menschen schwer zu verletzen oder gar zu töten. Aufgrund ihrer Gefährlichkeit werden von den papuanischen Eingeborenen die von kleinauf wie Haustiere großgezogenen Kasuare auch ab einer gewissen Größe in kleine Gehegen gehalten. Diese Vögel stellen teilweise immer noch enorme Prestigeobjekte dar, die ein äußerst hohes Wertpotential besitzen. Durch den hohen Handelswert ist es wohl auch zu erklären, dass diese Vögel auch in Gebieten zu finden sind, in denen ihr Vorkommen aus rein biogeographischer Sicht nur schwer zu erklären ist.

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Wer einmal die Gelegenheit hat einen Kasuar in einem Zoo oder Vogelpark aus der Nähe zu betrachten, der sollte sich unbedingt die Zeit nehmen, und sich diese ebenso imposanten wie exotischen Vögel einmal genauer ansehen.

Interessanter als gedacht, der Haustruthahn

Montag, Mai 11th, 2009

Abgesehen von Hühnern kann man sich wohl kaum einen langweiligeren Vogel vorstelln als den Truthahn (Meleagris gallopavo), vielleicht noch abgesehen von Tauben und Spatzen. Wie bei den allermeisten anderen Lebewesen auch, stellt sich bei genauerer Betrachtung aber heraus, dass Truthähne keineswegs langweilig sind, sondern viel mehr in vieler Hinsicht äußerst spektakulär. Ungeachtet der Tatsache dass allein in Deutschland täglich tausende dieser Tiere geschlachtet werden, um dann auf mehr oder weniger delikate Weise zubereitet zu werden, handelt es sich um wirklich erstaunliche Tiere, die eine Menge Interessantes bereithalten. Viele Menschen haben im Zweifel noch nicht einmal einen richtigen Truthahn gesehen, sondern bestenfalls das oftmals vollkommen fade und relativ geschmacksneutrale Brustfleisch der domestizierten Haustruthähne auf den Teller bekommen (mal als kleiner Tipp nebenbei, die Keulen schmecken weitaus besser und interessanter als das trockene Brustfleisch). Da diese Tiere in regelrecht industriellem Maßstab hochgezüchtet werden, bekommt man sie auch kaum jemals zu sehen. Die auf maximalen Fleischertrag gezüchteten Sorten erreichen teilweise Gewichte von bis zu 25kg, womit sie zu den größten Vögeln überhaupt zählen. Allerdings werden die allermeisten von ihnen niemals so schwer, da sie noch während ihrer Jugendzeit geschlachtet werden, um die Futterverwertung und den Fleischgewinn möglichst wirtschaftlich zu nutzen. Bei manchen dieser Hochleistungssorten ist der Brustbereich so groß gezüchtet worden, dass die Männchen Schwierigkeiten bei der Paarung haben, und daher Paarungen nur noch durch künstliche Befruchtung möglich sind. Neben diesen üblicherweise komplett weiß befiederten Hochzuchtrassen gibt es aber auch noch eine ganze Reihe anderer Zuchtlinien, die sich vor allem in der Färbung des Gefieders, aber auch der Größe unterscheiden. Diesen schwärzlich schimmernden männliche Truthahn habe ich im Gehege eines Kleintierzüchtervereins photographiert.

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truthahn

Was neben den seltsam breiten, und beihan wie Dachziegel wirkenden Federn besonders auffällt, ist der völlig unbefiederte Hals und Kopf. Die grell gefärbte Haut ist aufgetrieben und faltig, ganz ähnlich wie bei Kasuaren. Besonders seltsam ist der schon beinahe rüsselartig verlängerte Hautlappen der Hähne, der vom Schnabelansatz aus nach unten hängt.

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Bei den Hennen sind Hals und Kopf ebenfalls unbefiedert, allerdings in weit weniger spektakulärem Maße auffällig, denn sie besitzen weder die bunten Farben der Hähne, noch die massiv ausgeprägten Hautlappen und -blasen.

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Wie bereits erwähnt, erreichen einige Hochzuchtrassen Gewichte bis zu einem halben Zentner, aber auch bei den ursprünglicheren Schlägen sind 10kg durchaus nicht ungewöhnlich. Unter den tausenden von Vogelarten erreichen nur sehr wenige eine vergleichbare Masse. Besonders wenn die Hähne ihre Federn sträuben,  wirken wirklich riesig. Der Truthahn war auch eines der wenigen Tiere, die in Südamerika domestiziert, und auch in Europa eingeführt wurden. Meerschweinchen wurden dagegen bekanntlich bei uns fast ausschließlich zu echten Heimtieren (abgesehen von jenen die das Pech haben als Labor-oder Futtertiere gezüchtet worden zu sein), während Lamas auch primär nur von Liebhabern gehalten, und nur extrem lokal als echtes Nutztier gezüchtet werden. Lediglich die Moschusente, welche die Stammform der Warzenente ist (in der Gastronomie als Flug-oder Barbarie-Ente vertrieben), erlebte eine ähnliche Verbreitung, wenngleich sie auch nicht in den riesigen Massen gezüchtet wird wie Truthähne.

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 Die Haustruthähne sind in der Regel relativ unauffällig in Bezug auf die Farbe, die Hochzuchtrassen sind in der Regel weiß, andere entweder wie im obigen Beispiel schwärzlich, oder haben ein aus Braun-, Schwarz- und Weißtönen bestehendes Gefieder. Teilweise zeigen die Federn dabei noch einen gewissen metallischen Glanz, vielfach ist dieser aber völlig verloren. Man würde daher kaum vermuten, wie enorm farbenprächtig wilde Truthähne sind. Dabei stehen sie selbst vielen Fasanen nur unwesentlich nach, wie man auf den beiden folgenden, von Wikipedia stammenden, Photos sieht.

Interessant ist auch der auffällige lange “Schweif” an der Brust von wilden Truthähnen. Er kommt promär bei den Männchen vor, aber auch bei etwa 10% der weiblichen Tiere. Übrigens gab es durchaus schon Versuche, wilde Truthähne in Europa anzusiedeln, allerdings waren diese Auswilderungen kaum erfolgreich.

Der “normale” Truthahn ist aber keineswegs der einzige, und trotz seiner erstaunlichen Farbenpracht noch nicht einmal der auffälligste Vertreter seiner Gattung. Der im Gebiet der mittelamerikanischen Halbinsel Yucatan lebende Pfauentruthahn Meleagris ocellata bleibt deutlich kleiner als sein nördlicher Vetter, ist aber dafür sogar noch bunter und schimmernder. Die beiden Arten wurden einmal in zwei verschiedene Gattungen gestellt, allerdings können Truthahn und Pfauentruthahn fruchtbaren Nachwuchs miteinander hervorbringen, was klar zeigt, dass sie relativ eng miteinander verwandt sind. Das erste Bild stammt aus dem Zoologischen Garten in Berlin, während das zweite von Wikipedia ist.

pfauentruthahn

Bild des Tages: Die Killerkrallen der Seriemas

Donnerstag, April 16th, 2009

Ein Seriema, genaugenommen ein Rotfuß-Seriema (Cariama cristata ) ist ja schon mal als Bild des Tages gepostet worden, damals handelte es sich um ein Exemplar aus dem Zoo Schönbrunn nahe Wien. Ich möchte hier jetzt auch gar nicht näher auf die Stammesgeschichte und verwandtschaftlichen Beziehungen (nur für alle die es nicht wissen, Seriemas sind vermutlich die nächsten lebenden Verwandten der räuberischen Phorusrhaciden) eingehen. Diese neuen Bilder stammen übrigens aus dem Zoologischen Garten Berlin:seriema-kopf

Dieses Mal möchte ich aber etwas näher auf ein besonderes anatomisches Detail eingehen, nämlich die Zehenkrallen der Seriemas. Diese Vögel leben ja ganz ähnlich wie Sekretäre vorwiegend in offenen Landschaften, und gehen zu Fuß auf Jagd nach kleinen Echsen, Schlangen, Nagern und größeren Insekten, manchmal auch kleinen Vögeln. Zwischen dem Sekretär und dem Seriema bestehen eine ganze Reihe sehr interessante Parallelen von Körperbau und Verhalten, etwa auffällige Federn am Kopf. Was mir aber erst auffiel, als ich einen Seriema aus nächster Nähe durch das Gitter seiner Voliere beobachten konnte, sind die ungewöhnlichen Zehen. Während der Sekretär mit allen seinen Zehen auftritt, inklusive der bei ihm für einen Greifvogel extrem verkürzten hinteren Kralle, läuft der Seriema primär nur auf zwei, oder vielleicht besser ausgedrückt zweieinhalb Zehen.

Dabei ist weniger auffällig dass die hintere Kralle soweit oben angesetzt ist, dass sie den Boden nicht berührt, sondern dass der erste innere Zeh stark verkürzt ist. Und im Gegensatz zu den beiden anderen vorderen Zehen trägt er auch keine kurzen, stumpfen Krallen, die ständig am Boden abgeschliffen werden, sondern eine recht große gebogene Sichelkralle, die so nach oben gestellt ist, dass sie keinen Bodenkontakt hat.

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Diese Ausbildung der Zehen und Krallen erinnert verblüffend an jene bei den Dromeosauriern, zu deren berühmtesten Vertretern zweifellos der Velociraptor gehört (dank Jurassic Park wurde dieser Räuber, der ja gerade mal so groß war wie ein großer Truthahn, weltweit als brutale Killermaschiche bekannt). In den Krallenproportionen kommen die Krallen des Seriemas zwar nicht an jene der großen Dromeosaurier wie Deinonychus, Dromeosaurus oder gar des riesigen Utharaptor heran, sondern entspricht eher jener des kleinen Troodon, aber in jedem Fall ist sie bemerkenswert. Die Beweglichkeit der Kralle und vielleicht auch ihr Einsatz unterscheiden sich möglicherweise von jenen der erstgenannten großen Räuber, aber der nicht gerade waffenstarke Troodon könnte seine Krallen bei der Jagd auf Kleintiere durchaus ähnlich eingesetzt haben, wie die lebenden Seriemas. Wie genau diese das tun, weiß ich allerdings auch nicht, aber es wäre sich einmal interessant, das Jagdverhalten unter spezieller Berücksichtung der Sichelkrallen zu untersuchen.

Bild des Tages: Kalifornien-Kondor

Freitag, März 20th, 2009



calcondor

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Leider hat es auch heute nur wieder für ein “Bild des Tages” gereicht, diesmal ein Kalifornien-Kondor (Gymnogyps californianus). Diese Tiere gehörten noch vor gar nicht allzu langer Zeit noch zu den seltensten Vogelarten der Erde, und war in Freiheit bereits völlig ausgestorben, Ende der 80iger Jahre gab es gerade einmal noch 27 Exemplare. Alle noch verbliebenen Individuen die nicht sowieso schon in Gefangenschaft waren, wurden eingefangen und Zuchtprogramme gestartet, so dass es heute wieder einen gewissen Hoffnungsschimmer gibt, dass diese Art vielleicht doch noch auf Dauer überleben könnte. In Anbetracht des sehr massiv begrenzten Genpools der Gründerpopulation bestehen hier aber immer noch schwer kalkulierbare Risiken.
Der Kalifornien-Kondor gehört nebem seinem nächsten Verwandten, dem Andenkondor, zu den größten flugfähigen Vögeln der Welt. Sie erreichen teilweise Spannweiten bis 3m und Gewichte von mehr als 10kg. Damit erreichen sie ähnliche Größen wie der erst vor wenigen Jahrhunderten ausgestorbene (bzw ausgerottete) neuseeländische Riesenadler Harpagornis moorei. Im Gegensatz zu diesem sind Kondore aber insgesamt weitaus “schwächlicher” gebaut, da sie sich zum größten Teil von Aas ernähren. Das erkennt man nicht nur an dem unbefiederten Hals und dem langgestreckten Schädel, der darauf ausgelegt ist, Kadaver großer Tiere auszuweiden (Tatsächlich wies der Schädel von Harpagornis eine sehr ähnlich Form auf, da er ebenfalls häufig große Kadaver ausweidete, allerdings von selbst erbeuteten Tieren wie Moas). Besonders augenfällig ist das an den Füßen, denn diese sind im Gegensatz zu jenen von Greifvögeln relativ schlank und schwach, ohne die breiten Ansatzstellen für Sehnen und Muskeln, und auch ohne die gewaltigen gekrümmten Klauen mit denen große Greifvögel teilweise sogar die Knochen ihrer Beute durchschlagen können. Es fällt auch auf, dass die Krallen teilweise ziemlich stumpf sind:




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Originally uploaded by WLA


Einstmals gab es auf dem amerikanischen Kontinent noch Vögel, die selbst einen so gewaltigen Vogel wie den Kondor wie einen Zwerg erscheinen ließen, die Teratorne. Diese Riesenvögel, deren größter Vertreter Argentavis magnificiens eine Flügelspannweite von über 7m erreichte, werden in aller Regel mit Geiern, bzw Neuweltgeiern wie dem Kondor verglichen, und üblicherweise als riesige Aasfresser portraitriert. Tatsächlich unterschieden sie sich aber in einer Anzahl wichtiger Merkmale von typischen Geiern, etwa dem Schnabel der viel eher jenem von Raubvögeln glich, und es ist anzunehmen dass zumindest hinter einigen dieser gewaltigen Vögeln mehr steckte als bloße Riesenversionen von Kondoren, aber dazu ein ander mal mehr.

Noch mal vielen Dank auch an Wayne für die freundliche Genehmigung seine Photos zu benutzen.

Der Karolinasittich Conuropsis carolinensis

Samstag, März 1st, 2008

Viel Zeit habe ich ja nicht, aber da ich jetzt schon so lange praktisch nichts gebracht habe, dachte ich dass ich wenigstens mal ein paar interessante Photos posten kann. Ich wollte auch schon lange mal wieder etwas über ausgerottete Tiere schreiben, bin aber leider nicht dazu gekommen, daher habe ich mich entschlossen zumindest ein paar Photos aus meinem Fundus zu posten.  Darum hier mal ein paar Photos von präparierten Karolinasittichen, dem einzigen Papagei welcher Nordamerika bewohnte.

Ein besonders schönes Präparat aus dem Zoologischen Institut Tübingen:

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Aus dem Rosenstein-Museum Stuttgart:

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Wegen schlechter Lichverhältnisse leider nicht so schön aus dem Naturhistorischen Museum Wien:

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Bild des Tages: Lustige Hühner

Montag, Februar 4th, 2008

Da Zeit bei mir momentan eher Mangelware ist, komme ich leider wieder nicht dazu, mehr als nur ein Bild des Tages zu posten. Aber die Bilder einiger ausgesprochen skurriler Hühner (bzw Hähne), welche ich vor ein paar Wochen in den Volieren eines Kleintierzüchtervereins gesehen habe, wollte ich dann doch noch posten:

lustige-huhner.JPG

Ich kenne mich mit Hühner nicht sonderlich gut aus, und habe auch  keine Ahnung, um was für eine Rasse es sich genau handelt. Diese Tiere sind insofern ausgesprochen ungewöhnlich, als dass sie wie man unschwer erkennen kann, extrem verlängerte Beine haben, und ungewöhnlich aufgerichtet sind. Außerdem haben sie noch einen relativ langen Hals, was man allerdings bei den beiden Hähen im Vordergrund kaum vermuten würde, da sie ihn eingezogen hatten. Besonders die Exemplare im Hintergrund haben sogar eine gewisse Ähnlichkeit zu Sekretären.

Wie mir nachträglich mitgeteilt wurde, handelt es sich bei dieser Rasse um Kampfhühner.

Bild des Tages: Teilabinotische Amsel

Sonntag, Oktober 21st, 2007

Albinismus muss nicht immer den ganzen Körper betreffen, es kann auch durchaus vorkommen, dass nur in Teilen des Körpers kein Pigment gebildet wird, was dann oftmals ein gesprenkeltes oder geschecktes Aussehen zur Folge hat. Ein Beispiel dafür wäre diese teilalbinotische Amsel aus der Sammlung des Zoologischen Institutes in Tübingen:

Beinahe ein echter Dinosaurier…

Freitag, Oktober 19th, 2007

Dass Vögel direkte Nachfahren der Dinosaurier sind ist inzwischen relativ weitläufig akzeptiert (abgesehen von Kreationisten, und den BANDits, die sich vor allem aus Ornithologen zusammensetzen, und davon ausgehen, dass Vögel und Dinosaurier von einem gemeinsamen, bisher noch unentdeckten Vorfahren abstammen. BAND steht übrigens für Birds Are Not Dinosaurs), aber irgendwie fällt es doch ziemlich schwer, die im Garten umherhuschenden Amseln oder die Gehsteige verunzierenden Tauben wirklich mit etwas in Verbindung zu bringen, das man in aller Regel eher als groß und schuppig ansieht. Seit einigen Jahren häufen sich teilweise spektakuläre Funde, welche beweisen dass schon eine ganze Reihe von kleineren Theropoden befiedert war, selbst beim berühmt-berüchtigten Velocraptor konnte kürzlich nachgewiesen werden, dass er Federn an den Armen trug. Das wirft natürlich viele bisherigen Vorstellungen und Rekonstruktionen völlig über den Haufen. Egal, mir haben die Jurassic-Parc-Raptoren auch ohne Federn gut gefallen, obwohl sie auch nur die grau-braune Einheitsfarbe aller Dinosaurier in diesem Meisterwerk der Filmkunst tragen. Bedebkt man, dass nun einige Theropoden befiedert waren, kann man sich schon viel eher vorstellen, wie ein lebender Dinosaurier gewirkt haben muss, vor allem wenn man Arten heranzieht, welche große Ähnlichkeiten in Größe und allgemeiner Morphologie haben. Als ich vor kurzem an den Volieren eines Kleintierzüchtervereins entlang ging, und auf eine Schar wunderschöner Truthähne stieß, war ich zugegebenerweise fasziniert, denn es gab einst einen Dinosaurier, welcher zu Lebzeiten fast genauso ausgesehen haben könnte. Diese Truthähne waren keine hässlichen weißen Fleischputen mit zerzausten Federn, wie sie üblicherweise gezüchtet werden, um den Fleischmarkt zu befriedigen, sondern wunderschöne Vögel mit dunklen gepflegten Gefieder:

Die kräftigen Beine und der nackte Hals und Kopf geben ihnen zusätzlich ein gewisses Dino-flair, außerdem erscheinen sie bei normal angelegten Gefieder auch viel schlanker, und damit dinosaurierähnlicher, als wenn sie sich, wie auf vielen Bildern zu sehen, aufplustern.

Ich hatte bei meinem Besuch im Museum am Löwentor vor ein paar Wochen die Gelegenheit zwei Skelettabgüsse des kleinen Theropoden Caudipteryx zu photographieren. Dieser kleine Theropode ist in Größe und Gestalt fast identisch mit einem Truthahn, nicht nur weil er Federn trug, sondern weil er auch einen extrem kurzen Schwanz, kleine flügelähnliche Arme und einen schnabelartigen Kiefer besaß. Beachtenswert sind auch die enorm langen Beine:

Und hier noch mal in der Fundsituation:

Ich denke es ist durchaus lohenswert selbst so ordinär erscheinende Tiere wie Puten einmal genauer zu betrachten, denn auch Tiere die jeden Tag millionenfach erbrütet, geschlachtet und gegessen werden, können erstaunlich interessant sein, sowohl in Bezug auf das Verhalten, als auch auf die Anatomie.

Bild des Tages: Albinos

Mittwoch, Oktober 10th, 2007

Diese schönen, wenngleich auch nicht schön photographierten Präparate von zwei albinotischen Maulwürfen und einem albinotischen Sperling stammen aus dem Rosenstein-Museum in Stuttgart:

Albinos