Bestiarium

Fantastisches aus Biologie, Paläontologie und Kryptozoologie

Archive for the ‘Fische’ Category

Bild des Tages: Drückerfisch-Skelett

Sonntag, Mai 31st, 2009

Fischskelette können außerordentlich interessant sein, darum poste ich hier als Fortsetzung der beiden letzten Einträge, in denen ja auch Fischschädel gezeigt wurden, eine entsprechende Reihe von “Bildern des Tages”. Den Einstieg macht dabei das Skelett eines Drückerfisches, aufgenommen in der Darwin-Sonderausstellung im Naturkunde Museum Berlin:

Drückerfisch Skelett

Man sieht sehr gut den stark modifizierten aufrichtbaren ersten Strahl der Rückenflosse, mit dem sie sich zwischen Felsen und Korallen verkeilen können, sowie die meiselartigen Zähne, die sie zum Zertrümmern von hartschaligen Mollusken, Krebsen und Seeigeln benutzen. Entsprechend bietet der Schädel sehr starken Muskeln Platz und Ansätze, um die dafür nötige Kraft aufbringen zu können. Interessanterweise schwimmen Drückerfische oft leicht schräg, und große Exemplare schwimmen teilweise sogar komplett auf der Seite.

Der Riesenwels Pangasianodon sanitwongsei

Freitag, Mai 29th, 2009

In den letzten Jahren wurde sogenannter “Pangasius” immer beliebter als Speisefisch, und ist inzwischen vielfach sogar zum festen Inventar der Tiefkühlfischtheken vieler Supermärkte geworden. Wie aber so ein Fisch, der primär für seine schmackhaften und obendrein auch noch grätenlosen Filets bekannt ist, im Lebendzustand aussieht, wissen wohl nur die wenigsten. Auch täuscht die Größe der Filets stark darüber hinweg, dass diese Tiere sehr erhebliche Größe erreichen können. Was uns üblicherweise als “Pangasius” verkauft wird, sind üblicherweise junge Exemplare von Pangasianodon hypophthalmus aus asiatischer Aquakultur. Da die Fische besonders für die Supermarktketten genormte Filetgrößen aufweisen müssen, werden sie schon sehr früh geschlachtet. In freier Natur lebende Exemplare können aber zuweilen durchaus Längen um 1,5 m erreichen, womit sie unter Süßwasserfischen schon in den oberen Ligen angesiedelt sind. Dem Pangasius sehr ähnlich, aber noch deutlich größer werdend, ist der gewaltige Pangasianodon sanitwongsei. Dieses Photo stammt aus dem Aquarium des Zoologischen Gartens Berlin, wo einige Exemplare zu sehen sind:

pangasianodon-sanitwongsei

Leider ist die Qualität der Photos nicht allzu gut, was nicht nur an der Scheibe lag, sondern auch daran, dass es nicht so einfach war, so einen großen Fisch immer ganz aufs Bild zu bekommen. Das größte Exemplar im Berliner Aquarium bringt es auf etwa 1,5 m.

pangasianodon-sanitwongsei-berlin

Diese Tiere lebend aus allernächster Nähe einmal zu sehen, ist wirklich beeindruckend. Dabei waren diese Exemplare sogar noch ein gutes Stück von der möglichen Endlänge dieser Art entfernt. Der nahe mit ihm verwandte Mekong-Riesenwels oder Pa beuk ( Pangasianodon gigas ) ist relativ bekannt, vor allem seit vor einigen Jahren ein Rekordexemplar von 2,7 m Länge und 293 kg gefangen wurde, einer der allergrößten jemals nachgewiesenen Süßwasserfische überhaupt. Sowohl der Mekong-Riesenwels als auch Pangasianodon sanitwongsei sind beide massiv überfischt, so dass nur noch ganz selten wirklich riesige Exemplare gefangen werden. Es scheint aber, dass Pangasianodon sanitwongsei einstmals ähnliche Größen erreichte wie Pangasianodon gigas. In Anbetracht des gewaltigen Exemplares in Berlin erscheint dies auch keineswegs unglaubhaft.

Die Mitglieder der Gattung Pangasianodon sind keine wirklichen Raubfische, auch wenn vor allem große Exemplare auch mal andere Fische fressen. Das macht sie auch gerade für Aquakulturen sehr interessant, da sie sich auch mit pflanzlichen Produkten mästen lassen. Der Kopf ist ausgesprochen massiv und verfügt über ein sehr breites Maul. Der kompakte Körper, die großen Flossen, der silbirge Körper und die für Welsverhältnisse völlig unterentwickelten Barteln führen dazu, dass sie oberflächlich durchaus eine gewisse Ähnlichkeit mit Haien haben, weshalb sie besonders in der Aquaristik auch vielfach als “Haiwelse” gehandelt werden. Eine Folge davon war ja auch dann der noch immer kursierende Internet-Hoax über einen angeblichen Menschen fressenden Riesenwels, der in einem asiatischen Wasserreservoir gefangen wurde. Tatsächlich handelte es sich dabei (wie ja schon in einem früheren Blogeintrag geschrieben) um einen jungen Walhai, und selbstverständlich hatte der weder Menschen gefressen, noch wurde er im Süßwasser gefangen, die ganze Geschichte wurde einfach um ein paar Photos eines ganz normal im Meer gefangenen Riesenhaies herumgesponnen. Zugegebenweise haben große Pangasianodon-Arten tatsächlich eine gewisse Ähnlichkeit mit Walhaien, aber dennoch ist es erschreckend mit was für einer Ignoranz viele Leute an die Geschichte glauben, selbst wenn ihnen Vergleichsbilder mit Walhaien gezeigt wurden.

Im Archiv des Naturkunde-Museums Berlin hatte ich auch die Gelegenheit einmal den präparierten Schädel eines solchen Riesenwels zu sehen:

pangasianodon-sanitwongsei-2

Leider ist kein geeigneter Größenvergleich vorhanden, aber der Schädel gehörte zweifellos einem Exemplar, das noch ein gutes Stück größer war als der größte Wels im Berliner Aquarium. Für einen Fischschädel ist der Kopf außerdem extrem massiv und kompakt gebaut.

pangasianodon-sanitwongsei-3

Wenn man also das nächste Mal einen Pangasius auf dem Teller hat, kann man sich ja noch mal vor Augen führen, um was für einen außerordentlichen Fisch mit noch außerordentlicherer Verwandtschaft es sich handelt.

Bild des Tages: Wolfssalmler

Freitag, Mai 29th, 2009

Im Aquarium des Berliner Zoologischen Gartens gibt es ja eine ganze Menge hochinteressante Dinge zu sehen, so viele, dass man vieles davon leicht übersehen kann, weil einzele besonders spektakulärere Aquariumbewohner natürlich am meisten die Blicke auf sich ziehen. Einer der auf den ersten Blick vielleicht gar nicht mal so auffallenden Fische die man dort bewundern kann, ist der Wolfssalmler oder Payara (  Hydrolycus scomberoides):

hydrolycus-scomberoides

Dieser Payara war zwischen 40 und 50 cm groß, in ihrer Heimat, dem Amazonas und seinen großen Nebenflüssen, können sie aber ausnahmsweise auch mal Gewichte von etwa 20 kg erreichen. Warum man diesen Raubfisch im Englischen auch “Vampire Tetra” nennt, wird auf diesem Photo leider nicht ersichtlich. Glücklicherweise konnte ich in der Ausstellung des Museums für Naturkunde Berlin noch einen präparierten Schädel photographieren, der die Namensgebung leicht nachvollziehen läßt:

hydrolycus-scomberoides-3

Diese riesigen Fangzähne benutzen die Payaras vor allem um ihre Hauptbeute, vornehmlich Piranhas, regelrecht aufzuspießen.

hydrolycus-scomberoides-4

Die riesigen paarigen Zähne im Unterkiefer sind bei geschlossenem Maul nicht zu sehen, da sie in zwei passgenaue Höhlungen im Schnauzenbereich des Oberkiefers versteckt sind.

Buchrezension: Seeungeheuer – Mythen, Fabeln und Fakten

Samstag, Januar 3rd, 2009

Wenn man von Seeungeheuern spricht stellt man sich zumeist fantastische Monstren vor, etwa die große Seeschlange oder gewaltige Schiffe versenkende Kraken. In diesem Buch werden zahlreiche "Ungeheuer" vorgestellt, sowohl solche die tatsächlich existieren als auch solche, von denen man stark annehmen muss dass ihre Existenz zumindest stark zweifelhaft ist wie zum Beispiel das Ungeheuer von Loch Ness. Das Hauptthema dieses mit 388 Seiten ziemlich umfangreichen Werkes sind jene Meereslebewesen die von jeher den Menschen in seinen Bann ziehen und vielfach mystifiziert oder sogar dämonisiert wurden, aber auch die echten Ungeheuer der Kryptozoologie kommen keineswegs zu kurz. Da dieses Buch erst 1997 erschien, sind die darin erhaltenen wissenschaftlichen Daten auf ziemlich aktuellem Stand da der Autor sich stark bemühte veraltete Vorstellungen und unnötige, aber leider weit verbreitete Fehldarstellungen zu vermeiden, was ihm auch mit Bravour gelungen ist. Es werden viele Wesen vorgestellt, die an sich schon faszinierend genug sind, etwa Tiefseekalmare oder Seekühe, gleichzeitig wird auf viele erst relativ neu entdeckte oder nur sehr unzureichende Meeresbewohner eingegangen. Zudem räumt der Autor mit vielen alten Märchen und Mythen auf, die leider auch in vielen kryptozoologischen und wissenschaftlichen Veröffentlichungen seit Jahrzehnten ungeprüft übernommen werden, etwa der tatsächlichen Größe des Megalodon oder der wirklichen Größe von Saugnäpfen des Riesenkalmar, die entgegen unzähliger Bücher keineswegs tellergroß sind. Besonders interessant ist auch die Geschichte der Entdeckung des Riesenkalmars und dessen Biologie, aber auch die vielfältigen und in der Regel gut nachvollziehbaren Erklärungsversuche von Seeungeheuer durch bereits bekannte Lebewesen oder optische Phänome. Es wird sogar auf Literatur und Filme eingegangen, die tatsächliche oder erfundene Monster zum Inhalt haben, wie etwa "Moby Dick" oder "Der Weiße Hai", sowie kurze Ausschnitte aus Romanen oder Geschichten, die vielfach aus dem Blickwinkel der Wissenschaft betrachtet und nach Notwendigkeit ins rechte Licht gerückt werden. Die zahlreichen Bilder sind zwar leider nur in schwarz-weiß, dafür aber in der Regel sehr interessant und ansonsten selten zu finden, wie etwa ein Photo eines 6m langen Mesonychoteuthis oder alten Darstellungen und Steckbriefe des Riesenkalmar. Der Inhalt ist recht weit gefächert und in 14 Kapitel unterteilt, so dass hier wirklich nur ein sehr kleiner Einblick wiedergegeben werden kann.

  1. Kapitel: Seeungeheuer-eine Einfürung: Hier wird auf die Darstellung von Seeungeheuern in der Geschichte eingegangen, sowie zoologischen Neuentdeckungen wie dem Riesenmaulhai
  2. Kapitel: Das Ungeheuer von Loch Ness: Der Name sagt eigentlich schon alles, wobei der Autor u.a. gut zeigt was im biologischen Sinn möglich wäre und was alles nicht
  3. Kapitel: Seeschlangen: Hier werden zahlreiche Berichte von Seeungeheuern vorgestellt, die ins Seeschlangen-Schema passen, sowie Lebewesen die dahinter stecken könnten
  4. Kapitel: Seejungfrauen und Seekühe: Hier werden alte Fälschungen aus Rochen oder anderen Fischen gezeigt, die zu vermeintlichen Meerjungfrauen oder Drachen umgestaltet wurden, zudem die Biologie der Seekühe unter besonderer Berücksichtigung der Stellerschen Seekuh.
  5. Kapitel: Der Krake: Wissenschaftliche Erkenntnisse über den Riesenkalmaren sowie dessen Enteckungsgeschichte
  6. Kapitel: Die Biologie des Kalmaren: Hier werden verschiedene Tiefseekalmare, allgemein unbekanntere Riesenkalmare und ihre Biologie im Allgemeinen behandelt
  7. Kapitel: Leviathan oder der Wal: Hier geht es vor allem um den Pottwal
  8. Kapitel: Levianthan versus Krake: Die Jagdstrategien des Pottwales und das gar nicht so dramatische Zusammentreffen von Riesenkalmar und Pottwal
  9. Kapitel: Der Oktopus als Monster: Der Oktopus in Geschichte, Film, Literatur und Wirklichkeit
  10. Kapitel: Biologie des Oktopus: Lebensweise und Biologie des achtarmigen Kraken
  11. Kapitel: Blobs und Globster: Hier werden seltsame und schwer zu identifizierende Fleischklumpen behandelt, die seit Jahrzehnten immer wieder an Küsten angespült werden
  12. Kapitel: Der Hai: Biologie und Verhalten von Haien, besonders des Großen Weißen, sowie neueste Erkenntnisse über den Megalodon
  13. Kapitel: Die neue Mythologie der Monster: Hier werden zahlreiche Erklärungsmöglichkeiten für verschiedene Seeungeheuer vorgestellt
  14. Kapitel: Fragebogen der Linné-Gesellschaft: Als kleiner Gag wird hier ein ernsthafter Fragebogen für eine Seeungeheuer-Sichtung gezeigt.

Dieses Buch sollte wirklich jeder haben der sich auch nur ein bisschen für Seeungheuer und die Biologie von Kalmaren interessiert. Der Kauf lohnt sich alle mal, zumal dieses Buch inzwischen in einigen Versandkatalogen oder auch unter Amazon teilweise für einen absolut ungerechtfertigten Spottpreis zu haben ist. Mein Tipp: Kaufen solange dieses wunderbare Buch noch erhältlich ist.

Buchrezession: Haie im Mittelmeer: Alle 49 Arten

Donnerstag, Januar 1st, 2009



Bücher über Haie gibt es ja zugegebenerweise viele, und glücklicherweise sind viele davon auch recht gut. Ein ganz besonders empfehlenswertes Werk ist allerdings “Haie im Mittelmeer: Alle 49 Arten” von Alessandro DeMaddalena und Harald Bänsch. Die der Titel schon klar zeigt, handelt es sich um ein recht spezifisches Buch über Haie, da eben nur jene Arten abgehandelt werden, welche auch im Mittelmeer vorkommen. Was sich auf den ersten Blick vielleicht etwas langweilig anhört, da dies ja bedeutet dass man über viele Spezies in diesem Buch überhaupt nichts finden wird, stellt sich aber in diesem Fall als große Stärke heraus. Denn in diesem wunderbaren Fachbuch findet man eben auch viele Arten, über die man in anderen Haibüchern bestenfalls in Fußnoten oder Listen stolpert. So findet man nicht nur die altbekannten Arten wie den Riesenhai, den Tigerhai oder den Blauhai, sondern auch so obskur benannte und unbekannte Arten wie den Milchhai, den Düsteren Hai oder den Seestraßenhai.
Zudem finden sich eine große Zahl schöner Photos (allerdings nicht zu jeder einzelnen Art, einige wenige wurden nur gezeichnet), sowie unzählige anschauliche Schwarzweißzeichnungen, welche anatomische Details oder bestimmte Verhaltensweisen hervorheben.
Neben den einzelnen Artenportraits befindet sich auch eine recht ausführliche Einführung über die allgemeine Biologie der Haie, sowie ihrer Erforschung, natürlich vor allem auf die Arten des Mittelmeeres bezogen. Wer sich für Haie interessiert, dem sei dieses Buch absolut empfohlen, zumal es den großen Vorteil hat, auch in deutscher Sprache geschrieben zu sein.

Der Riesenpanzerfisch Dunkleosteus

Montag, April 7th, 2008

Er war einer der größten Fische die es jemals gegeben hat, und zu seiner Zeit das größte Lebewesen auf der ganzen Welt. Die Rede ist von Dunkleosteus terrelli, einem der größten bekannten Knochenfische aller Zeiten. Diese bizarren Raubfische besaßen einen riesigen gepanzerten Kopf, und ständig nachwachsende scharfkantige Knochenplatten in ihren Kiefern, welche wie eine gewaltige Brechschere wirkten, und sicherlich hervorragend dazu geeignet war, Beutetiere wie etwa andere Panzerfische in Stücke zu beißen. Wie groß diese Tiere genau gewesen sind, läßt sich schwer sagen, da man eigentlich nur ihre fossilierten Schädelpanzer kennt, wie etwa dieses wunderschöne Exemplar aus dem Naturhistorischen Museum in Wien:

Dunkleosteus-Schädel Seitenansicht

Ältere Darstellungen zeigen Dunkleosteus in der Regel mit einem relativ langgestreckten Körper und spitz auslaufendem protozerken Schwanz, anhand von Vergleichen mit bessererhaltenen verwandten Formen ist es aber wohl wahrscheinlcher, dass sie insgesamt etwas kürzer waren, und die Schwanzspitze nach oben geschwungen, und wie bei Haien eine heterozerke Schwanzflosse besaß. Dennoch dürften diese Riesen mindestens Längen von 6m erreicht haben, also etwa so viel wie ein sehr großer Weißer Hai. Eine weitere Parallele zu vielen Haien ist die verblüffende Feststellung, dass sich Dunkleosteus wahrscheinlich durch innere Befruchtung fortpflanzte. Zwar kennt man von Dunkleosteus selbst keine postkranialen Überreste, doch die Fossilien des verwandten   Rhamphodopsis zeigen dass die Männchen wie Haie oder Rochen über sogenannte Klasper verfügten, also paarige Organe welche zur inneren Befruchtung benutzt werden, während die Weibchen breite basale Beckenplatten aufwiesen. Da man Knochenplatten dieser Art kennt, welche unverheilte Verletzungen aufweisen, kann man davon ausgehen, dass diese Tiere eine recht stark ausgeprägte innerartliche Aggressivität zeigten, und vielleicht sogar kannibalistisch waren.

Hier noch eine Frontalansicht:  Dunkleosteus-Schädel Frontalansicht

Und noch eine selten gezeigte Innenansicht des Schädels:

Dunkleosteus-Schädel Innenansicht

Bild des Tages: Saurichthys

Samstag, Oktober 20th, 2007

Da ich heute zu sonst nichts gekommen bin, poste ich mal wieder das Bild des Tages. Diesmal das Photo einer Saurichthys-Rekonstruktion, aus dem Museum am Löwentor in Stuttgart:

Saurichthys

Dieser vergleichsweise kleiner Raubfisch der Trias. Mit einer Länge von etwa einem Meter  muss er mit seinem langgestreckten Körper und der spitzen Schnauze ganz ähnlich wie ein großer Hornhecht ausgesehen haben.  Trotz ihrer recht geringen Größe vergingen sich diese Fische teilweise an vergleichsweise sperriger Beute, wie man von einem fossilen Speiballen dieser Tiere weiß, welcher die Reste des kleinen Pterosauriers Preondactylus enthält. Hier noch mal eine Kopfansicht:

Bild des Tages: Gestreifter Schlangenkopffisch (Channa Striatus)

Samstag, Oktober 6th, 2007

Dieses Bild eines etwa 3kg schweren und damit relativ großen Gestreiften Schlangenkopffisches wurde mit freundlicherweise von Nathan Wardle zur Verfügung gestellt:

Gestreifter Schlangenkopffisch Channa Striatus

Schlangenkopffische gibt es in einer großen Breite von Größen und Farben, und sie sind in der Lage atmosphärischen Sauerstoff zu atmen, und teilweise sogar fähig kurze Strecken über Land zurückzulegen. In den USA ausgesetzte Schlangenköpfe haben sich teilweise sogar zu einer regelrechten Plage entwickelt, die nicht nur Konkurrenten gegenüber den dort heimischen Arten sind, sondern wie viele andere fleischfressende Bioinvasoren auch eine große Gefahr für viele kleinere Arten von Fischen und Amphibien darstellen. Diese Thematik war auch Grundlage zweier Horrorfilme über auf Monstergrößen angewachsene Riesenschlangenkopffische, nämlich “Snakehead Terror” und “Snakehead-der Schrecken aus dem See”.

Bilder des Tages: Der Quastenflosser

Montag, Oktober 1st, 2007

Der Quasterflosser Latimeria chalumnae ist zweifellos einer der faszinierendsten Fische der Welt.

Dieses Exemplar ist im Naturhistorischen Museum Wien ausgestellt. Durch das Formalin hat er praktisch vollständig seine Farben verloren, und auch viele Schuppen fehlen schon am Körper. Aber gerade dadurch dass er nun ausgesprochen aufgehellt ist, kann man gewisse Details der Körperstruktierung sogar viel besser sehen, als es bei einem Quastenflosser der Fall wäre, der noch dunkel wäre.

Quastenflosser in Formalin (Naturhistorisches Museum Wien)

 Quastenflosser

Quastenflosser Kopf-Detail

Auch wenn die Schuppen schon gesträubt sind und teilweise ganz fehlen, und auch die Flosse selbst notdürftig zusammengenährt wurde, kann man doch sehr gut erkennen wie lang der fleischige Stiel der Brustflossen tatsächlich ist. Auch wenn die ersten Landwirbeltiere nicht direkt von den Quastenflossern abstammten, werden die Gliedmaßen unserer frühesten noch im Wasser lebenden Tetrapoden-Vorfahren dennoch ganz ähnlich ausgesehen haben wie die Brust-und Bauchflossen dieses Quastenflossers.

Quastenflosser Brustflossen-Detail

Gut zu erkennen ist die fleischige Schwanzflosse und die kleine abgesetzte Extraschwanzflosse:

Quastenflosser, Schwanzflosse

Hier sieht man mehrere Quastenflossermodelle in einem Diorama, welches sie in ihrer natürlichen Umgebung der Lavafelsen vor den Komoren zeigt. Man achte auch auf den Quastenflosser ganz links, der kopfüber im Wasser steht, und sich dabei durch Bewegegungen der Flossen ausbalanciert:

Quastenflosser Diorama

Der menschenfressende Riesenwels, ein Fallbeispiel eines Internet-Hoaxes

Montag, September 10th, 2007

Das Internet ist eine wunderbare Sache um an alle möglichen Arten von Informationen heranzukommen, leider ist es aber auch so, dass man im Internet jede Menge Müll lesen kann. Manche Leute machen sich sogar bewußt einen Spaß daraus (gut, die BILD macht das jeden Tag, und die Leute verdienen sogar damit), Geschichten zu erfinden, und diese im Internet als wahre Begebenheiten zu verbreiten. Besonders beliebt ist es, echte Photos zu verwenden, und eine Story dazu herum zu erfinden, damit das ganze glaubhafter wirkt. Solche Sachen werden dann auch nicht selten direkt mit E-mail-Verteilern in die ganze Welt geschickt.

Vor kurzem machte wieder einmal einer dieser Internet-Hoaxes die Runde, und da es sich um ein Thema handelt, das gut zum Inhalt des Bestiarium paßt, und das ich hier kurz vorstellen wollte. Es geht um folgendende Geschichte: Im Huadu´s Furong Wasser-reservoir sollen jedes Jahr ein paar Leute auf mysteriöse Weise ertrunken sein, und erst kürzlich sollen dort beim Schwimmen zwei Personen ertrunken sein.  Als der Grund dieser Unfälle wird ein 3m langer Riesenwels präsentiert, dessen Kopf alleine schon einen Meter breit sein soll, und der die Leute gefressen haben soll. Im Magen dieses Riesenwelses, sollen sogar die Überreste eines Menschen gefunden worden sein. Zusätzlich zu der Geschichte werden jede Menge Photos gezeigt, die mehrere Asiaten zeigen, die sich um einen abgesperrten Bereich drängeln, in dem mehrere Männer und ein riesiger Fisch liegen. Spätere Photos zeigen dann wie der Fisch aufgeschnitten und zerlegt wird.

Das war jetzt die Geschichte, und nun kommen die Fakten. Zunächst gibt es weder in Asien noch sonstwo einen Wels der in der Lage wäre einen erwachsenen Menschen zu fressen. Außerdem handelt es sich bei dem gezeigten Fisch gar nicht um einen Wels. Der Fisch zeigt zwar für einen mit diesen Tieren nicht vertrauten Betrachter mit dem breiten endständigen Maul eine gewisse Ähnlichkeiten mit Welsen wie dem asiatischen Mekong-Riesenwels Pangasianodon gigas, der tatsächlich in Ausnahmefällen Längen von beinahe 3m erreichen kann (aber ein harmloser Algen-und Kleintierfresser ist) , aber es handelt sich bei diesem Fisch ohne jeden Zweifel um einen jungen Walhai (Rhyncodon typus). In den Kommentaren zu der Story wird das mehrfach auch schon gesagt, aber manche Leute versuchen mit den abstrusesten Gegenargumenten zu konntern, etwa wie der Walhai ins Süßwasser gekommen sein soll, oder warum er getötet wurde, obwohl sie vom Aussterben bedroht sind. Nun ist es vielen Ländern, vor allem in Asien, herzlich egal ob eine Tierart vom Aussterben bedroht ist oder nicht, solange sie Profit bringt, wird sie gejagt. Und gerade in Asien kann man mit Fleisch und Flossen von Walhaien eine ganze Menge Profit machen. Die ganze Geschichte vom Riesenwels im Wasser-reservoir ist natürlich nur erfunden, hier wurden einfach Photos, die irgendwo in der Nähe eines Hafens gemacht wurden, in eine Monster-Story integriert. Leider sind viele Leute allzu Bereit solchen Mist zu glauben.

Das ganze kann man hier nachlesen:

http://shanghaiist.com/2007/08/11/amazingly_huge.php