Bestiarium

Fantastisches aus Biologie, Paläontologie und Kryptozoologie

Archive for the ‘Bild des Tages’ Category

Bild des Tages: Libellen-Schmetterlingshafte

Freitag, August 17th, 2007

Vor ein paar Monaten habe ich beim Spazierengehen ein paar sehr seltsame Insekten auf einer an einem steilen Hang gelegenen Wiese gesehen, die mir bisher noch nie lebend unter die Augen gekommen sind. Das Aussehen dieser Insekten, das ein bißchen zwischen der eines Schmetterlings und einer Libelle lag, ließ allerdings keinen Zweifel daran, dass es sich um Schmetterlingshafte(libelloides longicornis) handelte. Diese zu den Netzflüglern gehörenden Tiere sind entfernt mit den weitaus häufigeren Florfliegen sowie den vor allem durch ihre gefräßige Larvenform bekannten Ameisenjungfern.

Nachdem ich eine ganze Weile lang erfolglos versuchte, ein vernünftiges Photo von den ständig hin-und her fliegenden Schmetterlingshaften zu schießen, gelang es mir dann noch ein paar sehr schöne Bilder von zwei aneinander hängenden Schmetterlingshaften zu machen, die auf einmal auf meiner Hose landeten und sich paarten (…):

Schmetterlingshafte

Bild des Tages: Riesen-Tiefseeasssel (Bathynomus giganteus)

Mittwoch, August 15th, 2007

Dass in der Tiefsee eine gane Reihe äußerst skurile und merkwürdige Wesen leben, ist ja allgemein bekannt. Allerdings handelt es sich bis auf wenigen Ausnahmen in aller Regel um sehr kleine Tiere, die in der Regel nur wenige Zentimeter messen, und nur ein paar Gramm auf die Waage bringen. Eine dieser Ausnahmen sind gewisse Tiefseeasseln der Bathynomus. Diese Tiere weisen eine kaum zu übersehende Ähnlichkeit mit den in praktisch jedem Garten heimischen Kellerasseln auf, und tatsächlich sind sie auch mit diesen verwandt. Aber einmal abgesehen davon dass es sich um Tiefseebewohner handelt, und gewisse äußerliche Differenzen in Bezug auf Gliedmaßen oder Augen bestehen, fällt vor allem der enorme Größenunterschied auf.

Bathynomus giganteus

Man kennt insgesamt neun Bathynomus-Arten, von denen die größte Bathynomus giganteus. Bei diesem in der Schausammlung des Paläontologischen Institutes in Tübingen ausgestellten Exemplar, handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um diese Art. Diese Tiere können Längen bis 37cm erreichen, bei einem Gewicht von etwa 1,5kg. Dieses Exemplar hatte in etwa die Größe eines ausgewachsenen Igels. Hier sieht man noch einmal den Kopf etwas besser:

Bathynomus giganteus

Lebende Exemplare sind von einem zarten Rosa, teilweise auch mit einem leichten Grau. Dieses Exemplar ist natürlich durch das Alter, und wahrscheinlich auch durch Konservierungsmittel praktisch vollkommen entfärbt. Bei diesen Tieren handelt es sich um Aasfresser, die am schlammigen Meeresboden in Tiefen von meistens 365-730m leben, und sich vor allem von herabsinkenden toten Tieren ernähren. Ob ihre enorme Größe aber, wie auf der Tafel am Präparat beschrieben, dazu entwickelt wurde, um lange Perioden ohne Nahrung auszukommen, wage ich einmal zu bezweifeln. Hier spielten sicher auch andere Faktoren eine Rolle. Zum Schluss noch mal eine (leider etwas verwackelte) Ansich welche auch die Unterseite zeigt:

Bathynomus giganteus

Bild des Tages: Diatryma gigantea

Freitag, August 10th, 2007

Hier sind noch zwei weitere Bilder aus der Urzeit-Ausstellung in Reutlingen: Diatrymas

Und noch mal eine Nahansicht:

Diatrymas 2

Bild des Tages: Gestreifte Kanarenskinke

Donnerstag, August 9th, 2007

Diese beiden wunderschönen Gestreiften Kanaren-Skinke ( Chalcides sexlineatus) habe ich letztes Jahr im Urlaub aufgenommen. Im Gegensatz zu den allgegenwärtigen Rieseneidechsen der Spezies Gallotia stehlini, die man fast überall sieht, bekommt man den Gestreiften Kanaren-Skink nur relativ selten zu Gesicht, und er ist auch ziemlich scheu, weshalb ich sehr froh bin wenigsten ein paar wenige gute Bilder dieser Tiere gemacht haben zu können:

Gestreifte Kanaren-Skinke (Chalcides sexlineatus)

Bild des Tages: “Anitquierte” Megarachne-Rekonstruktion

Dienstag, August 7th, 2007

Megarachne galt lange Zeit als die größte Spinne aller Zeiten, mit einer Beinspanne von einem halben Meter, und einem Körper so groß wie ein Meerschweinchen. Vor einiger Zeit stellte sich aber heraus, dass es sich bei diesem vor gut 300 Millionen Jahren lebenden Biest nicht um eine landbewohnende Spinne, sondern um einen Verwandten der Seeskorpione handelte, und wahrscheinlich auch im Wasser lebte. Unter den Seeskorpionen wäre sie noch nicht einmal besonders groß gewesen, denn einige dieser entfernt mit den heutigen Skorpionen verwandten Wasserbewohnern erreichten Längen von deutlich über 2m. Tatsächlich handelte es sich bei ihnen um die größten bekannten Athropoden aller Zeiten. Die Vorstellung einer reifengroßen Riesenspinne ist also (leider) überholt, aber nichts desto trotz wollte ich hier mal ein Photo einer wunderschön gearbeiteten Lebendrekonstruktion aus dem Naturhistorischen Museum Wien zeigen:

Megarachne

Hier sieht man noch den Abguss eines Originalfossils von Megarachne:

Megarachne-Fossil

Bild des Tages: Seriema

Montag, Juli 30th, 2007

Diesen Seriema habe ich wie so vieles andere im Schönbrunner Zoo aufgenommen. Das dort lebende Paar kann sich praktisch frei bewegen, und hat ein Nest auf einem am Rande einer Außenanlage gelegenen Baumes, wohin auch die im Schnabel getragenen Äste gebracht wurden.

Seriema

 Die Seriemas (Cariamidae) sehen an sich nicht übermäßig spektakulär aus. Diese vorwiegend am Boden nach Kleintieren wie größeren Insekten und Reptilien jagenden Vögel, haben eine ähnliche ökologische Nische wie die afrikanischen Sekretäre, bleiben mit etwa 90cm Höhe aber kleiner als diese. Diese Vögel sind die nächsten lebenden Verwandten der berühmt-berüchtigten Terrorvögel oder Phorusrhaciden. Die größten Arten dieser flugunfähigen Fleischfresser erreichten Höhen von 3m, und Gewichte von etwa 400 kg.

Bild des Tages: Höhlenbären-Skelett

Mittwoch, Juli 25th, 2007

Ein schönes Skelett eines Höhlenbären (Ursus spelaeus) in der Sammlung der Paläontologischen Instituts Tübingen:

Höhlenbären-Skelett

Gut zu sehen ist der im Vergleich zum Körper enorm große und kräftige Kopf, sowie der kompakte Körperbau.

Bild des Tages: Altägyptische Nilhecht-Bronzeplastik

Dienstag, Juli 24th, 2007

In letzter Zeit bin ich leider nicht dazu gekommen, ein neues Bild des Tages oder gar einen Artikel zu posten, da ich momentan ziemlich im Stress bin. Das wird auch noch eine ganze Weile anhalten, und in nächster Zeit werde ich den Blog leider nicht mehr täglich aktualisieren können. Trotzdem wollte ich mal wieder etwas neues posten, und habe mich dann für ein Bild entschieden, das ich vor einiger Zeit in der Ägypten-Sammlung des Museum Schloss Hohentübingen gemacht habe. Es handelt sich dabei um eine etwa 15cm große Bronzeplastik die einen Nilhecht (Gnathonemus petersi) zeigt. Dass so ein skuriler Fisch überhaupt in Bronze verewigt wurde, ist ja an sich schon interessant, aber dass er mit einer Art hutartigen Krone ausgestattet wurde, macht das ganze noch bizarrer:

Nilhecht-Bronzeplastik

Bild des Tages: Mein Tatzelwurm-Photo

Freitag, Juli 20th, 2007

Vor einiger Zeit gab es auf Kryptozoologie-Online einmal einen Wettbewerb, ein möglichst realistisches Fake-Bild eines Kryptiden  zu machen. Ziel davon war vor allem zu sehen, wie schwer oder einfach das ist, und an was man einen Fake erkennen kann. Ich hatte mich dann dazu entschlossen zwei Tatzelwurm-Modelle zu machen, da ich von Photoshop und digitaler Bildbearbeitung praktisch keine Ahnung habe. Außerdem bot sich der Tatzelwurm an, da man ein kleines Modell machen konnte, ohne dass dies sofort zu völlig falschen Größenverhältnissen kam, und dieser Kryptide vergleichsweise einfach zu modellieren ist. Ich habe mich dann stundenlang durch Bücher über Reptilien und das Internet gearbeitet, um geeignete Vorlagen-Bilder von Skinken zu bekommen, da ich vor allem am Kopf eine anatomisch möglichst korrekte Schuppen-Anordnung erreichen wollte. Dann habe ich aus Fimo den Kopf modelliert, und weil der so viel Arbeit gemacht hat, und auch gut genug aussah um noch andere Projekte damit machen zu können, machte ich einen Latexabguss um Zweitköpfe aus Gips gießen zu können. Einen dieser Gipsköpfe habe ich dann an einen Fimokörper anmodelliert, mit einem Netz ein leichtes Schuppenmuster auf diesen gemacht, und dann die Arme mit den vorgehärteten Krallen und Finger angefügt. Bilder vom Entstehungsprozess kann man auch hier sehen:

http://www.kryptozoologie-online.de/component/option,com_zoom/Itemid,159/catid,5/PageNo,2/offset,0/

http://www.kryptozoologie-online.de/component/option,com_zoom/Itemid,159/catid,5/

Das ganze habe ich dann im Backofen gehärtet und (nicht gerade übermäßig professionell…) mit Wasserfarben angemalt. Darüber kam noch eine Lackschicht und kurz darauf ging es zum Photoshooting:

Tatzelwurm

Ich habe bei dieser Version dann noch das Bild entfärbt, damit es aussieht wie ein altes Schwarzweiß-Photo. Zugegebenerweise sieht das mit einem möglichst realistisch gestaltete Photo ziemlich echt aus, und hätte man noch etwas mehr mit der Auflösung und dem Kontrast herumgespielt, könnte man womöglich wirklich nicht sagen, ob nicht vielleicht doch vor Jahrzehnten einmal ein Wanderer in den Alpen einen Tatzelwurm photographiert hat. Mit einer Bilderserie dieses und noch eines anderen Modells habe ich es dann sogar zweimal mit gleicher Wertung auf den ersten Platz des Wettbewerbes geschaft.

Bild des Tages: Edestus-Zahn

Mittwoch, Juli 18th, 2007

Diese Zahnreihe gehörte einst einem der seltsamsten Haie, die es jemals gegeben hat, Edestus giganteus.

 Edestus-Zähne

Diese Tiere erreichten in etwa die Größe eines Weißen Hais, und müssen während ihrer Lebzeiten zu den größten Raubtieren der Welt gehört haben. Die Zähne und Kiefer von Edestus waren vollkommen einzigartig. Sie besaßen sowohl im Ober-als auch im Unterkiefer nur eine einzige Reihe Zähen, die fest auf einer knochigen Gaumenplatte verwachsen waren, so dass das Maul wie eine Art zackige Heckenschere ausgesehen haben muss.  Wie sie genau aussahen, und was sie fraßen, ist bei dieser wenig bekannten Art aber unbekannt. Das (leider nicht besonders gute) Bild habe ich übrigens wie so vieles in der Sammlung des Naturhistorischen Museums in Wien gemacht.