Bestiarium

Fantastisches aus Biologie, Paläontologie und Kryptozoologie

Archive for the ‘Bild des Tages’ Category

Bild des Tages: Erzrabe

Sonntag, November 22nd, 2009

Da ich nun schon ziemlich lange nichts mehr geschriebe habe, dachte ich dass nun endlich mal wieder etwas Neues auf den Blog muss. Da ich schon beim letzten Beitrag über Vögel geschrieben habe, passt es vielleicht ganz gut, wenn der aktuelle Blogpost auch einen Vogel zum Inhalt hat. Es geht dabei um den Erzraben (Corvus crassirostris), eine riesige Rabenart, welche im Osten Afrikas vorkommt. Der Erzrabe erreicht eine Länge von 60-64 cm und ein Gewicht von 1,5 kg, womit er neben dem auch stellenweise bei uns heimischen Kolkraben (Corvus corax) zu den größten Rabenvögeln, und damit auch zu den größten Singvögeln der Welt zählt. Allerdings ist der Erzrabe noch weitaus auffälliger und beeindruckender als der Kolkrabe. Nicht nur der weiße Nackenbereich und die weiße Schnabelspitze einen starken Kontrast zum ansonsten pechschzwarze Gefieder darstellen, sondern vor allem auch der gewaltige Schnabel mit dem mächtigen konvex gebogenen Hornaufsatz machen diesen Vogel so auffällig, und fast unverwechselbar. Eine gewisse Ähnlichkeit besteht jedoch mit dem sehr ähnlich gezeichneten und ebenfalls mit einem recht hochrückigen Schnabel ausgestattetem Geierraben (Corvus albicollis). Dieser ist mit einer Länge von 50-54 cm allerings etwas kleiner als der Erzrabe, und bewohnt auch ein viel größeres Gebiet, nämlich die komplette Südspitze Afrikas und weite Teile Ostafrikas bis in den Süden des Sudans und Äthiopiens. Dagegen ist der Erzrabe nur in einem weitaus kleineren Gebiet heimisch, welches sich über Teile Eritreas, Somalias und Äthiopoen erstreckt, und dort in Gebirgen bis in Höhen von 4000 Metern vorkommt. Ohne die genaueren Hintergründe zu kennen, wage ich an dieser Stelle mal zu behaupten, dass der Geierrabe die evolutionär gesehen ältere Art ist, und sich der Erzrabe aus dem Geierraben, bzw einer sehr ähnlichen früheren Form, entwickelt hat. Dafür sprechen nicht nur die sehr große Ähnlichkeit (eigentlich sieht der Erzrabe aus wie eine aufgeblasene Version des Geierraben), sondern auch die nur recht geringe lokale Verbreitung des Erzraben. Dieses Photo eines Erzraben habe ich im Zoologischen Museum von Kopenhagen gemacht:

Erzrabe Kopenhagen

Man sieht gut den extrem ausgeprägten Schnabel:

Erzrabe

Ähnlich dem Kolkraben ernährt sich der Erzrabe ebenfalls recht opportunistisch, wobei allerdings Aas und Insektenlarven, welche er auch vor allem aus dem Dung von Huftieren aufnimmt, eine wichtige Rolle spielen. Sie fressen aber auch menschliche Abfälle und Schlachtabfälle, und allem Anschein nach sogar Getreide.

Bilder des Tages: Urwalddingo

Mittwoch, August 19th, 2009

Der Tierpark in Berlin (nicht zu verwechseln mit dem ebenfalls in Berlin gelegenen Zoo Berlin, der weiter westlich ist) gibt es eine Vielzahl von Tieren, die man sonst kaum jemals zu Gesicht bekommt. Ein auf den ersten Blick vielleicht extrem unspektakulärer Bewohner, ist der aus Neuguinea stammende Urwalddingo. Er sieht im Prinzip nicht viel anders aus, als ein kleiner und relativ kurzfelliger Haushund, ein bisschen wie ein Husky oder ein anderer nordischer Hund wie der Laika. Es handelt sich dabei aber um eine gänzlich andere, sehr ursprüngliche und primitive Rasse, die vielfach verwildert lebt, und nur relativ wenige Domestikationszeichen trägt:

Urwald-dingo (3)

Diese Hunde sind auch nur ziemlich klein, bloß etwa 8-10 kg schwer. Sie sind auch etwas kleiner als die australischen Festlanddingos, die sich vermutlich aus ihnen entwickelt haben. Als Haushunde lassen sie sich trotz ihrer Zutraulichkeit nicht halten, doch halten sie sich häufig in der Nähe der Siedlungen der Ureinwohner auf, wo sie sich von verschiedensten Abfällen und Ratten ernähren. Manchmal helfen sie auch bei der Jagd. Interessant ist auch, dass sie nicht bellen, sondern “singt” eher, weshalb er im Englischen auch “singing dog” genannt wird.

Urwald-dingo (2)

Bild des Tages: Chamäleon-Skelett

Dienstag, August 18th, 2009

Dieses wunderschöne Präparat eines Chamäleons (ich meine es war ein Jemenchamäleon) ist momentan in einer kleiner Sonderausstellung über verschiedene Tierpräparate im Naturhistorischen Museum Berlin zu sehen:

Chamäleon-Skelett Berlin

Mal abgesehen von der Leistung ein solcherlei fragiles Skelett in einer lebensechten Pose zu montieren, fallen auch wieder einiger der chamäleontypischen Merkwürdigkeiten auf, etwa der Kamm des Schädels, die stark modifizierten Füße sowie der Wickelschwanz.

Schon wieder Palmendiebe!

Montag, August 17th, 2009

Ich hatte es ja schon mal über Palmendiebe, aber diese Tiere sind einfach dermaßen krass, dass ich kein Problem damit habe, schon wieder ein paar Photos dieser Riesenlandeinsiedlerkrebse zu bringen. Dieses hier stammt aus dem Zoo Berlin, wo man in einem großen Terrarium eines dieser Tiere bewundern kann, zumindest wenn man es findet (das ist zumindest als ich da gewesen bin, ziemlich vielen Leuten nicht gelungen):

Palmendieb Zoo Berlin

Zugegebenerweise sieht man auch hier nicht allzu viel, auch war dieses Exemplar noch ein gutes Stück von der Maximalgröße seiner Art entfernt. Dafür sieht man recht gut die intensive bläuliche Färbung, die bei Präparaten meistens nicht mehr zu sehen ist, es sei denn sie ist nachlackiert.

Hier noch ein paar Detailansichten eines präparierten Palmendiebes in der Darwin-Sonderausstellung des Naturhistorischen Museums Berlin:

Palmendieb

Und noch mal eines:

Palmendieb (2)

Man sieht dass der Hinterleib im Gegensatz zu anderen Einsiedlerkrebsen recht gut geschützt ist, und dicht an den Körper gepresst wird, und nicht in einem Schneckenhaus. Lediglich die jungen Palemdiebe verbergen ihren Hinterleib noch ganz in typischer Einsiedlermanier in Schneckenhäusern.

Bilder des Tages: Stiefelgeissbock mit ungewöhnlicher Hornform

Sonntag, August 16th, 2009

Im weitläufigen Park um das Kreuzlinger Seemuseum (siehe letztes “Bild des Tages) sind auch einige Gehege und Volieren, in denen einige Wildvögel und seltene Haustierrassen zu sehen sind. Darunter sind auch einige Stiefelgeissen, eine alte Ziegenrasse aus der Schweiz. Dabei viel mir vor allem ein sehr großer und kräftiger Bock auf. Leider sieht man auf dem Photo schlecht wie groß er gewesen ist, denn selbst wenn man bedenkt dass er durch das lange Fell etwas massiger wirkt als er in Wirklichkeit ist, muss er immer noch gut 80 kg auf die Waage gebracht haben.

Stiefelgeiss Bock

Auf dem letzten Bild sieht man es nur schlecht, aber hier kann man gzt erkennen, dass die großen und dicken Hörner so eng beieinander stehen, dass sie beinahe wie ein einzelnes Horn aneinander entlang wachsen, bevor sie sich zur Seite biegen:

Stiefelgeiss extrem eng stehende Hörner

Hier noch mal von der Seite, wobei man noch besser sieht, wie die Hörner direkt aneinander anliegen:

Stiefelgeiss extrem eng stehende Hörner seitlich

Dass hörnertragende Haustiere wie Rinder, Schafe oder Ziegen zuweilen recht merkwürdige Ausbildungen der Form, Größe und Anzahl der Hörner hervorbringen, ist ja durchaus bekannt, doch diesen speziellen Fall fand ich doch kurios genug, um darüber zu bloggen. Auch unter den wildlebenden Arten findet man nichts entsprechendes, und selbst unter der vielgestaltigen Armada ausgestorbener Huftiere findet man kam etwas ähnliches. Hier noch ein kleines bisschen über die Stiefelgeiss:

Stiefelgeiss Information

Bilder des Tages: Partielle Blässhuhn-Albinos

Montag, August 3rd, 2009

Da es schon wieder Montag wird, noch ein paar Photos. War es beim letzten Mal ein Reh das zu Lebzeiten übermäßig viele Pigmente ausbildete, so kommt heute ein Photo zweier Blässhühner (Fulica atra), welche zu wenige Pigmente ausbildeten, und daher ein geschecktes Gefieder besaßen. Die beiden Präparate sind übrigens im Kreutzlinger Seemuseum, auf der Schweizer Seite des Bodensees, zu sehen. Dort gibt es auch noch diverse andere Präparate lokaler Vögel des Bodensees, einige interessante Informationen über die früheren Fischereimethoden, Nachzuchtprogramme und noch einige andere, aus zoologischer Sicht interessante Sachen.

Albino Blässhühner (3)

Albino Blässhühner

Albino Blässhühner (2)

Bild des Tages: hypermelanistisches Reh

Donnerstag, Juli 30th, 2009

Albinos kommen ja immer wieder bei allen möglichen Arten vor, auch beim Menschen, nämlich dann wenn der Körper zu wenig oder auch gar keine Pigmente bildet. Umgekehrt kann der Körper aber auch zu viele Pigmente bilden, ein Phänomen das besonders bei Jaguaren und Leoparden bekannt ist, und oft fälschlicherweise als “schwarze Panther” bezeichnet wird. Oft führen solche Mutationen zu einer verringerten Wahrscheinlichkeit zu überleben, etwa weil die Tarnung damit verhindert wird, aber es kann unter Umständen auch positive Folgen haben. Zum Einen können komplett schwarze Individuen teilweise durchaus in entsprechendem Lebensraum besonders gut getarnt sein, und zum anderen kann gerade in kalten Gebieten ein sehr dunkler Körper dabei helfen, die Körpertemperatur schneller zu erwärmen. Daher findet man etwa bei der Kreuzotter vor allem in höher gelegenen Regionen oft Schwärzlinge. Bei Säugern dürfte in aller Regel der Temperaturfaktor eine eher untergeordnete Rolle spielen, und eher die bessere Tarnung Schwärzlinge begünstigen. Es gibt etwa einige sumpfige Gegenden, wo man relativ häufig schwarze Rehe findet. Woher dieses spezielle Reh stammt, welches im Naturhistorischen Museum in Berlin ausgestellt ist, kan ich allerdings nicht sagen:

hypermelanistisches Reh

Bild des Tages: Iranischer Bachmolch

Montag, Juli 20th, 2009

Heute gibt es leider nur ein Bild des Tages und nur ganz wenig Hintergrundinformationen, da ich zum Einen wenig Zei habe, und zum anderen wenig über das auf dem Photo zu sehende Tier weiß. Es handelt sich um einen wunderschön gefärbten Iranischen Bachmolch (Neurergus kaiseri), welcher auch Zagros Molch genannt wird. Dieses Exemplar bewohnt mit mehreren Artgenossen ein großes Aquaterrarium in der Ausstellung des Naturkundemuseums Karlsruhe:

Iranischer Bachmolch Neurergus kaiseri

Diese Art kommt nur in einem äußerst kleinen Gebiet in den iranischen Zagros-Bergen in Höhen von ca 500 bis 1430 m vor. Sie besiedeln dort vielfach unterirdisch gelegene Karstgewässer, da die dortige Gegend sehr trocken ist, und nur wenige typische Amphibienhabitate vorhanden sind.

Bild des Tages: Stygimoloch Schädel

Freitag, Juli 17th, 2009

Leider gibt es auch heute nur wieder ein Bild des Tages, oder genau genommen mehrere Bilder des Tages. Es handelt sich dabei um den Schädel des Pachycephalosauriers Stygimoloch spinifer aus dem Museum für Naturkunde Berlin:

Stygimoloch spinifer Schädel (2)

Stygimoloch war ein etwa 3 m großer Pflanzenfresser aus der oberen Kreide Nordamerikas. Eigentlich habe ich es ja nicht so mit Pflanzenfressern, aber der Schädel von Stygimoloch sieht einfach dermaßen “kurios” aus, dass ich ihn hier mal zeigen wollte.

Stygimoloch spinifer Schädel (3)

Stygimoloch gehörte zu den wenigen Dinosauriern, die wirklich eine gewisse Ähnlichkeit zu Drachen haben, wenngleich man hier natürlich primär die Fantasydrachen des 20. und 21. Jahrhunderts als Vergleich heranzieht, welche vielfach multiple Hörnern, Zacken und sonstige Auswüchse haben. Die ursprünglihen Drachen auf den alten Darstellungen waren dagegen in der Regel eher hundeartig und hatten wenn überhaupt, zumeist nur sehr bescheidene Kopfzierden. Ein Verwandte von Stygimoloch, Dracorex hogwartsia, bekam seinen Namen sogar in Ahnlehnung an die Harry Potter-Reihe. Auch in Primeval (habe ich ehrlich gesagt noch nie gesehen, nur darüber gelesen), kommt in einer der neuen Episoden ein Wesen vor, das als Dracorex bezeichnet wird, dem wirklichen Aussehen dieses Pachycephalosauriers wie so viele andere Primeval-Kreaturen aber nur rudimentär gleich kommt.

Hier noch mal eine Frontalansicht:

Stygimoloch spinifer Schädel

Bild des Tages: Spinnengecko

Donnerstag, Juli 16th, 2009

Die Geckos haben eine ganze Reihe von ziemlich bizarren Formen hervorgebracht, vor allem auf Madagaskar. Aber auch in anderen Teilen der Welt haben sich einige wirklich ungewöhnliche Arten entwickelt, etwa der Spinnengecko (Agamura persica), welcher in Pakistan, Afganisthan und dem Iran vorkommt. Diese Tiere haben extrem lange dünne Beine und einen sehr dünnen Schwanz, was ihnen auch den treffenden Namen einbrachte. Die Photos habe ich im Vivarium des Museums für Naturkunde in Karlsruhe aufgenommen:

Spinnengecko Agamura persica

Spinnengeckos leben in Gebieten die teilweise extreme Temperaturunterschiede aufweisen, während des Sommers mit glühender Hitze am Tag und teilweise bitterer Kälte in der Nacht wenn es Winter ist. Sie bewohnen vor allem sehr steinige und felsige Lebensräume, wobei ihnen die langen Beine gute Dienste leisten. Es sind relativ kleine Tiere, die Weibchen erreichen Koprfumpflängen von etwa 42 bis 77 mm und einer Schwanzlänge von 34 bis 59 mm, währned die Männchen etwas kleiner bleiben.

Spinnengecko Agamura persica