Buchrezension:The Big Cats and Their Fossil Relatives: An Illustrated Guide to Their Evolution and Natural History

Kürzlich habe ich ja bereits das Buch „Evolving Eden: An Illustrated Guide to the Evolution of the African Large Mammal Fauna“ vorgestellt. Das ist aber zum Glück nicht das einzige Buch das von Alan Turner und Mauricio Anton veröffentlich wurde. Mit „The Big Cats and Their Fossil Relatives: An Illustrated Guide to Their Evolution and Natural History“ haben die beiden nicht wenige als DAS absolute Standardwerk über fossile Katzen geschrieben. Nirgendwo sonst findet man derartig viele und hintergründige Informationen zur Entwicklung, Anatomie und Biologie ausgestorbener Katzenartiger. Wie dem Titel schon zu entnehmen ist, finden aber auch die heutigen Arten Erwähnung, was in direkten Vergleichen zu ihren ausgestorbenen Verwandten durchaus sehr interessant ist.

Extem positiv fällt die enorme Fülle an Illustrationen auf. Man merkt sofort dass Mauricio Anton einer der fähigsten und wohl auch produktivsten Paläo-Illustratoren ist, in Bezug auf ausgestorbene Säugetiere womöglich sogar weltweit der beste. Der Großteil der Zeichnungen sind Bleistiftzeichnungen, daneben findet man noch einige größere colorierte Bilder. Was den Inhalt der Bilder angeht, so kann man sich diesen fast nicht mehr besser wünschen. Man findet nicht nur jede Menge Lebendrekonstruktionen welche die entsprechenden Tiere von der Seite zeigen, was eine sehr gute Anschauung der Proportionen ermöglicht, sondern auch unzählige Zeichnungen von Schädeln und anderen anatomischen Details, wunderbare schrittweise Lebendrekonstruktionen die direkt auf dem Skelett und den darauf rekonstruierten Muskeln basieren, Vergleichsdarstellungen mit lebenden Arten, schematische Darstellungen wie etwa die beim Tötungsbiss im Halsbereich getroffenen anatomischen Strukturen des Beutetieres, Bewegungssequenzen, Verhaltensrekonstruktionen und und und. Man findet selbstverständlich auch nicht nur die bekannteren Vertreter ausgestorbener Katzenartiger wie etwa die populären Angehörigen der Gattung Smilodon, Machairodus oder Homotherium, sondern auch viele eher unbeanntere Arten wie etwa den Riesengeparden Acinomyx pardinensis oder der winzigen Säbelzahnkatze Paramachairodus. Auch wird auf eine ganze Reihe kleiner Formen aus der frühen Entwicklungszeit der Katzenartigen eingegangen, und man findet auch noch eine nicht unerhebliche Menge anderer prähistorischer Fleischfresser, angefangen bei Beuteltieren wie Thylacosmilus oder Thylacoleo zu verschiedenen Hunde-und Hyänenarten sowie ein paar anderen. 

Man kann dieses Buch wirklich nur absolut empfehlen, denn es handelt sich um ein absolutes Musterbeispiel paläontologischer Literatur, genau so sollte ein solches Buch sein.

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3 Kommentare zu Buchrezension:The Big Cats and Their Fossil Relatives: An Illustrated Guide to Their Evolution and Natural History

  1. Allosaurus sagt:

    Hallo!

    Ich glaube, dieses Buch hast du mir schon mal in einem der Foren empfohlen, ich habe erst kürzlich wieder daran gedacht, es zu bestellen. Dank diesen Beitrag werde ich es wahrscheinlich heute noch bestellen, ich interessiere mich ja auch sehr für ausgestorbene/ausgerottete Säugetiere und habe demnächst wieder mehr Zeit zum lesen. Zum Einstieg in die Paläontologie der Säugetiere habe ich mir vpr einiger Zeit übrigens „After the Dinosaurs“ von Prothero gekauft.

    Grüße,

    Daniel

  2. Sven sagt:

    Ein durchaus geiles Buch und auch das erste dieser Art das ich je besaß 🙂 Noch heute lese ich da sehr gerne drin. Wirklich interessant ist der Größenvergleich am Ende des Buches.

  3. Cronos sagt:

    Freut mich dass es Dir gefällt, ich werde in Bälde noch zu einem sehr ähnlichen Buch schreiben. Schon allein die unheimlich vielen und auch extrem akuraten Zeichnungen sind ja schon phantastisch, aber schließlich gibt es ja auch noch verschiedene Hintergründe. Außerdem werden hier so viele ansonsten kaum erwähnte Tiere gezeigt. Was ich lediglich etwas schade finde, ist dass nicht auch noch diverse fossile afrikanische Krokodile wie etwa Rimasuchus und Euthecodon oder einer der afrikanischen Riesenstrauße (und damit ist nicht Aepyornis maximus aus Madagaskar gemeint) als Begleitfauna beschrieben werden, aber schließlich sagt ja schon der Name, dass es um Säuger geht.

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