Bilder des Tages: Elefantenvogel-Schädel (Aepyornis maximus)

Um die Serie der Ratiten-Schädel und -Skelette weiter zur führen gibt es heute ein paar Photos eines Schädels des berühmten Elefantenvogels Aepyornis maximus, genau genommen um einen Abguss desselben, welcher in dem wirklich fantastischen Zoologischen Museum in Kopenhagen ausgestellt ist.

MINOLTA DIGITAL CAMERA

Aepyornis maximus gehört zweifellos zu den besonders bedauernswerten zoologischen Verlusten, denn dieser spektakuläre Riesenlaufvogel ist auf Madagaskar vor gerade mal ein paar hundert Jahren ausgerottet worden, und hat möglicherweise noch bis in die zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts überlebt.

Man darf sich Aepyornis auch keineswegs als eine besonders kompakte Version eines Afrikanischen Strauß vorstellen, auch wenn er zuweilen auch in älteren Büchern als „Riesenstrauß“ bezeichnet wird. Leider gibt es keinerlei Aufzeichnungen welche uns irgendwelche Aufschlüsse über das Lebendbild dieser Vögel liefern würden, daher sind natürlich sämtliche Darstellungen in Bezug auf Art, Farbe und Verteilung des Gefieders und eventuell sichtbarer und möglicherweise sogar auffällig gefärbter Hautpartien vollkommen spekulativ.

Es gibt aufgrund der Untersuchung von mitchondrialer DNA Hinweise darauf dass die Elefantenvögel näher mit Emus und Kasuaren verwandt waren als mit dem Afrikanischen Strauß, aber selbst dann muss man noch eine viele Jahrmillionen andauernde eigenständige Evolution auf Madagaskar mitbedenken. Insofern wird es wirklich sehr schwierig eine auch nur einigermaßen befriedigende Rekonstruktion zu wagen, insbesondere da sich die heutigen Laufvögel teilweise ganz erheblich in ihrem Gefieder oder dem Ausmaß und der Ausformung unbefiederter Hautpartien unterscheiden. Waren die Elefantenvögel eher unscheinbar wie Nandus oder weibliche Afrikanische Strauße, zeigten sie einen farbliche Sexualdimorphismus in der Gefiederfarbe oder möglicherweise sogar auffällig bunte oder voluminös ausgeformte Hautausformungen wie beim Kasuar? Man wird es leider höchstwahrscheinlich niemals wissen. Wenn man aber eine Sache sagen kann, dann dass es eher unwahrscheinlich ist, dass sie eine besondere Ähnlichkeit zum Afrikanischen Strauß hatten.

Leider hatte ich bei meinem Besuch in Kopenhagen kein Maßband oder ähnliches dabei, daher habe ich behelfsmäßig mein zur damaligen Zeit genutztes Handy als Größenvergleich benutzt.

MINOLTA DIGITAL CAMERA

Man sieht gut dass sich der Schädel vom Strauß und Aepyornis wirklich deutlich voneinander unterscheiden. Während bei ersterem der Schabel flach und eher konkav geformt ist, findet sich beim Aepyornis ein relativ nahtloser Übergang des Stirnbereichs in den Schnabels, welcher insgesamt auch kräftiger gebaut ist als bei Strauß.

MINOLTA DIGITAL CAMERA

Insgesamt ähnelt der Schädel viel eher dem eines Emus, aber mit einem etwas länger gezogenem Schnabel und insgesamt robuster im Bau.

MINOLTA DIGITAL CAMERA

 

Dieser Beitrag wurde unter Anatomie, ausgerottete Arten, Bild des Tages, Vögel veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.