Bestiarium

Fantastisches aus Biologie, Paläontologie und Kryptozoologie

Bild des Tages: Riesen-Tiefseeasssel (Bathynomus giganteus)

Eingetragen am 15. August 2007 von Cronos

Dass in der Tiefsee eine gane Reihe äußerst skurile und merkwürdige Wesen leben, ist ja allgemein bekannt. Allerdings handelt es sich bis auf wenigen Ausnahmen in aller Regel um sehr kleine Tiere, die in der Regel nur wenige Zentimeter messen, und nur ein paar Gramm auf die Waage bringen. Eine dieser Ausnahmen sind gewisse Tiefseeasseln der Bathynomus. Diese Tiere weisen eine kaum zu übersehende Ähnlichkeit mit den in praktisch jedem Garten heimischen Kellerasseln auf, und tatsächlich sind sie auch mit diesen verwandt. Aber einmal abgesehen davon dass es sich um Tiefseebewohner handelt, und gewisse äußerliche Differenzen in Bezug auf Gliedmaßen oder Augen bestehen, fällt vor allem der enorme Größenunterschied auf.

Bathynomus giganteus

Man kennt insgesamt neun Bathynomus-Arten, von denen die größte Bathynomus giganteus. Bei diesem in der Schausammlung des Paläontologischen Institutes in Tübingen ausgestellten Exemplar, handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um diese Art. Diese Tiere können Längen bis 37cm erreichen, bei einem Gewicht von etwa 1,5kg. Dieses Exemplar hatte in etwa die Größe eines ausgewachsenen Igels. Hier sieht man noch einmal den Kopf etwas besser:

Bathynomus giganteus

Lebende Exemplare sind von einem zarten Rosa, teilweise auch mit einem leichten Grau. Dieses Exemplar ist natürlich durch das Alter, und wahrscheinlich auch durch Konservierungsmittel praktisch vollkommen entfärbt. Bei diesen Tieren handelt es sich um Aasfresser, die am schlammigen Meeresboden in Tiefen von meistens 365-730m leben, und sich vor allem von herabsinkenden toten Tieren ernähren. Ob ihre enorme Größe aber, wie auf der Tafel am Präparat beschrieben, dazu entwickelt wurde, um lange Perioden ohne Nahrung auszukommen, wage ich einmal zu bezweifeln. Hier spielten sicher auch andere Faktoren eine Rolle. Zum Schluss noch mal eine (leider etwas verwackelte) Ansich welche auch die Unterseite zeigt:

Bathynomus giganteus

RSS 2.0 . Kommentar . Trackback

Leave a Reply