Bild des Tages: Babirusas

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Die Babirusas oder Hirscheber zählen wahrscheinlich zu den skurrilsten Huftieren überhaupt. Nicht nur die Tatsache dass sie zu den wenigen Landtieren gehören, die praktisch haarlos sind (wie das wohl die Vertreter der Wasseraffenhypothese erklären wollen?), sondern die Männchen bilden auch eines der ungewöhnlichsten sekundären Geschlechtsmerkmale aus, welches man bei Landsäugern kennt. Die oberen Hauer wachsen nicht aus dem Maul heraus wie etwa bei Wildschweinen, sondern durchstoßen die Schnauze oder der Oberseite außerhalb des Maules, wobei sie sich zu einem Bogen drehen. Allerdings sind diese Zähne kaum als Waffen geeignet und auch recht bruchempfindlich, weshalb sie primär zu Schauzwecken dienen. Diese Tiere sind zwar insgesamt noch recht schweineähnlich, aber tatsächlich nur relativ entfernt mit den echten Schweinen verwandt, weshalb es umso erstaunlicher ist, dass vor kurzem im Kopenhagener Zoo ein Hirscheber mit einer Hausschwein-Sau gesunde Junge in die Welt gesetzt hat.

Das Photo oben stammt übrigens von Sven Peter

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8 Kommentare zu Bild des Tages: Babirusas

  1. johannes sagt:

    > wie das wohl die Vertreter der Wasseraffenhypothese
    > erklären wollen?

    Damit dass Hirscheber von – halbaquatischen – Anthracotherien abstammen? Ist natürlich Unsinn – längst nicht alle Wassersäuger sind nackt, viele sind sogar zu ihrem Unglück ausgesprochene Pelztiere – aber ein richtig schön geschlossenes Weltbild kann nichts erschüttern ;-)!

  2. Cronos sagt:

    Natürlich. Aber prinzipiell ist es schon interessant dass diese Tiere so gut wie kein Fell besitzen, obwohl sie ausgesprochene Landbewohner sind. Vielleicht haben bei ihren Vorfahren ähnliche Gründe zum Verlust des Fells geführt, wie bei den Warzenschweinen (welche ja den gleichen Lebensraum bewohnten wie unsere Vorfahren, und sich wohl auch aus Waldbewohnern entwickelten). Was ich aber wirklich interessant finde, ist dass selbst das noch sehr terrestrisch gebundene Zwergflusspferd außer ein paar Borsten gänzlich nackt sind. In Anbetracht der Tatsache dass diese Tiere den Vorfahren der Wale wohl am nächsten stehen, und wahrscheinlich auch einen ähnlichen Lebensraum bewohnen, wäre es durchaus interessant zu wissen, ob vielleicht schon Tiere wie Pakicetus anfingen ihr Fell zu verlieren, und selbst schon frühe, noch an Land laufende Tiere wie Ambulocetus womöglich schon komplett unbefellt waren.

  3. johannes sagt:

    Beim Schweinswal soll der Foetus in bestimmten Entwicklungsphasen auch noch Reste von Osteodermen aufweisen. Ein äusserlich wolfsähnlich proportioniertes Tier wie *Pakicetus* muss dann aber, wenn es bis auf Borsten nackt und möglicherweise auch noch leicht gepanzert war, einen äusserst furchterregenden Anblick abgegeben haben. Wenn ich mich richtig erinnere, gab es mal in einem altem Fantasy-Schinken (Willow?) aus den 80ern einen solchen „Schweinehund“ zu sehen.

  4. Cronos sagt:

    Auch andere Wale haben Anlagen für Haare, und schließlich haben sogar manche von ihnen noch einzelne Borsten im Schnauzenbereich. Aber das schließt keineswegs aus, dass sie ihr Fell schon extrem früh verloren haben. Was die Panzerung angeht, so kann ich nur vermuten, dass du hier dem alten Irrglauben aufgesessen bist, dass Archaeoceti eine Hautpanzerung aufwiesen(was übrigens auch Bernard Heuvelmans zur Erklärung gewisser angeblich gepanzerter Seeungeheuer heranzog), aber tatsächlich war dies nie der Fall, denn die Knochenplatten welche der Walhaut zugeordnet wurden, stellten sich als Reste von Schildkrötenpanzer heraus. Über eine ähnliche Verwechslung entstand auch das Bild der Mosasaurier mit Rückenkamm. Tatsächlich handelte es sich aber um fehlinterpretierte Teile des Tracheaknorpels.
    Was den Film angeht, so schätze ich mal dass du den Eberwolf aus „Ewoks-Karawane der Tapferen“ meinst.
    http://starwars.wikia.com/wiki/Boar-wolf

  5. johannes sagt:

    Meine Quelle war tatsächlich nicht Heuvelmans (der einzige Band Heuvelmans, den ich besitze, behandelt nur Land- und Süsswassertiere und behandelt die Archaeoceti nur am Rande im Kapitel über riesige südamerikanische Schlangen), sondern Petzsch (1966), veraltet und konservativ, aber im allgemeinen zuverlässig. Nun ja, vielleicht hat man bei der Untersuchung der Schweinswalembrionen einfach das gefunden, was man finden wollte, oder es handelte sich um eine krankhafte Ichthyose, wie sie bei vielen Säugetieren (auch beim Menschen) vorkommen kann.

  6. Cronos sagt:

    Heuvelmans war ja nicht der einzige der das mit den gepanzerten Archaeoceti verbreitet hat, schließlich hat er sich ja auf frühere Quellen berufen. Bei ihm ging es ja eher darum, diverse schuppige oder segmentierte Seeungeheuer einzuordnen.

  7. Sven sagt:

    Sven P. Peter, ohne S 😉

  8. Cronos sagt:

    Alles klar Sven, hab´s geändert.

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