Ein paar Fakten über Alligatorschildkröten, Geierschildkröten und Schnappschildkröten

Was wäre das für ein Sommer gewesen, wenn es nicht noch irgendein Sommerloch-Monster gegeben hätte? Nach ausgerissenen Kaimanen, vermeintlichen Krokodilen sowie dackelfressenden und wadenbeißenden Welsen soll jetzt auch noch eine bissige Schildkröte in einem deutschen See ihr Unwesen treiben. Wie so oft siegt der Sensationalismus über den Rationalismus, und es werden eine Menge falsche Darstellungen in Umlauf gebracht. Ich schreibe ja normalerweise nicht über aktuelle Meldungen, aber in diesem Fall halte ich es doch für sinnvoll, ein paar Richtigstellungen zum Thema aufzuzeigen. Zunächst, für alle die es nicht mitbekommen haben, noch einmal der eigentliche Fall:

In einem Badesee nahe Irrsee bei Kaufbeuren, ist ein achtjähriger Junge beim Baden in den Fuß gebissen worden, wobei ihm eine Achillessehne durchtrennt wurde.

Der See wurde gesperrt, der Uferbereich wurde von Feuerwehrleuten mit Harken durchsucht, teilweise niedergemäht und in einem Anfall von Hysterie sogar letztendlich das ganze Wasser abgelassen und die Fische in einen 2 km entfernten Teich verfrachtet, um den Schlamm nach dem „Monster“ abzusuchen, sogar mit Hilfe eines Spürhundes. Es wurde sogar davon gesprochen im Notfall den Teichgrund auszubaggern.

Tatsächlich gesehen wurde der Angreifer nicht, es wurde lediglich verlautbart, dass es sich den Bissspuren nach um eine Alligatorschildkröte gehandelt haben soll, mit einer vermuteten Größe von circa 40 cm und etwa 14 kg Gewicht. Oder um eine Schnappschildkröte. Oder um eine Geierschildkröte.

Geierschildkröte (Photo von Wikipedia)

Das Problem ist, dass zahlreiche Journalisten allem Anschein nach einige Dinge nicht ganz verstanden haben, denn es werden Schnapp-, Geier- und Alligatorschildkröten munter durcheinander gewürfelt. An dieser Stelle zunächst einmal eine Klarstellung, um weitere Missverständnisse möglichst zu vermeiden. Zum einen gibt es die Schnappschildkröten der Gattung Chelydra, welche im Englischen „snapping turtle“ genannt wird. Zum anderen gibt es die Alligatorschildkröte Macrochelys temminckii, die im Deutschen synonym wegen ihres hakenförmigen Schnabels Geierschildkröte genannt wird, und im Englischen „alligator snapping turtle“. Die Schnappschildkröten umfassen drei Arten, die Gemeine Schnappschildkröte (Chelydra serpentina)  sowie die Mittelamerikanische Schnappschildkröte (Chelydra rossignonii) und die Südamerikanische Schnappschildkröte (Chelydra acutirostris). Teilweise wird für die Gewöhnliche Schnappschildkröte noch die Unterart Chelydra serpentina osceola aufgeführt, doch wird diese inzwischen nicht mehr als eigene Unterart angesehen. Die Geierschildkröte ist dagegen monotypisch, es gibt nur eine Gattung (Macrochelys) mit einer Art (Macrochelys temminckii). Geier-und Schnappschildkröten gehören zu unterschiedlichen Gattungen, aber immerhin noch zur gleichen Familie, den Chelydridae oder Alligatorschildkröten. Das kann natürlich leicht zu Missverständnissen führen. Ich werde daher für die Art M. temmincki ausschließlich den Begriff „Geierschildkröte“ verwenden, und Alligatorschildkröten (wohlgemerkt im Plural) für die Familie.

Geier-und Schnappschildkröten sehen sich oberflächlich ähnlich, weshalb sie auch häufig miteinander verwechselt werden. Sie unterscheiden sich jedoch in einer ganzen Reihe von Merkmalen, Verhaltensweisen und der Verbreitung. Die Geierschildkröte kommt im Osten von Texas, Teilen von Florida, dem Nord-und Südosten von Kansas, Missouri, dem Südwesten von Iowa, dem Westen von Illinois, dem Süden von Indiana, dem Westen von Kentucky und dem Westen von Tennessee vor. Insgesamt also eher die wärmeren Gebiete der Vereinigten Staaten. Dagegen reicht das Verbreitungsgebiet der Gemeinen Schnappschildkröte viel weiter nordwärts, bis in den Südosten Kanadas. Auch kommen sie insgesamt in einem weitaus größerem Gebiet vor als die Geierschildkröte, wie man auf dieser Karte von der englischen Wikipedia-Seite sehen kann:

Verbreitungsgebiet der Gewöhnlichen Schnappschildkröte (von Wikipedia)

Die Mittelamerikanische Schnappschildkröte kommt in Belize, Guatemala, Honduras und Mexiko vor, die Südamerikanische Schnappschildkröte in Kolumbien, Costa Rica, Ecuador, Honduras, Nicaragua und Panama.

Bei Schnappschildkröten in Europa handelt es sich eigentlich praktisch immer um die Gemeine Schnappschildkröte, wobei besonders jene aus dem nördlichen Verbreitungsgebiet erstaunlich kälteresistent sind, und an geeigneten Stellen ohne Probleme auch kalte mitteleuropäische Winter überstehen. Aber auch ausgesetzte Geierschildkröten haben erwiesenermaßen schon viele Jahre „wild“ in Europa überlebt.

Wer sich mit den verschiedenen Arten nicht auskennt, kann durchaus Probleme haben Geier-und Schnappschildkröten voneinander zu unterscheiden, doch eigentlich ist es gar nicht schwer. Da wäre zum Beispiel der Umstand dass die Geierschildkröte ganz erheblich größer wird als Schnappschildkröten. Wie groß genau ist schwer zu sagen, da es eine ganze Reihe von mehr oder weniger legendären, und teilweise sicherlich übertriebenen Größenangaben gibt. Doch kann man zweifelsfrei sagen, dass Geierschildkröten in Einzelfällen gut über 100 kg schwer werden können, mit Panzerlängen von über 80 cm. Dabei muss man aber wie immer bedenken, dass es sich hier um Ausnahmen handelt, der Durchschnitt liegt deutlich darunter. Zuweilen liest man dass Geierschildkröten die größten Wasserschildkröten der Welt sind. Allerdings erreichen auch verschiedene Weichschildkröte ähnliche, und wahrscheinlich auch noch etwas größere Dimensionen. Im Archiv des Museums für Naturkunde in Berlin ist ein riesiges Exemplar ausgestellt, dessen Kopf in etwa so groß ist wie der eines Kindes:

Geierschildkröte im Museum für Naturkunde in Berlin

Schnappschildkröten wiegen dagegen im Durchschnitt „nur“ bis etwa 16 kg, wobei einzelne Exemplare in seltenen Fällen auch zwischen 30 und 40 kg wiegen können, und damit durchaus sie Dimensionen einer kleineren Geierschildkröte erreichen.

Eine Besonderheit der Geierschildkröte ist ihre Zunge, denn auf ihr sitzt ein wurmförmiges bewegliches Organ, mit dessen Hilfe sie Fische praktisch bis zu ihrem Maul locken. Bei diesem Fortsatz handelt es sich um ein eigenständigen Teil, und nicht um die Zunge selbst.

Geierschildkröte mit geöffnetem Maul (Photo von Wikipedia)

Diesen wurmförmigen Zungenauswuchs sieht man allerdings auch nur bei genauem Hinsehen, und natürlich auch nur wenn die Geierschildkröte ihr Maul offen hat. Besser zur Artbestimmung geeignet ist der Kopf an sich, denn dieser ist für eine Schildkröte extrem groß und breit, und natürlich auch nicht mehr unter den Panzer einziehbar. Zwar haben auch Schnappschildkröten einen relativ großen Kopf, doch ist dieser im direkten Vergleich deutlich kleiner. Neben der Größe des Kopfes fällt auch der sehr stark ausgeprägte „Geierschnabel“ auf, welche auch im Unterkiefer stark hakenförmig gekrümmt ist. Zudem haben Geierschildkröten an Kopf und hals kleine „Zotten“ welche wahrscheinlich der Tarnung dienen, und die bei Schnappschildkröten nicht vorhanden sind.

Gelegentlich liest oder hört man auch, dass Geierschildkröten den stärksten Biss aller Tiere haben, doch auch das entspricht nicht der Wahrheit, tatsächlich ist ihre Bisskraft noch nicht einmal besonders hoch, geschweige denn die höchste unter allen Tieren.

Ein weiteres typisches Merkmal der Geierschildkröte sind die stark ausgeprägten Höcker des Panzers, welche auch ein ausgeprägtes Oberflächenprofil haben, das man besonders gut auf dem ersten Photo am Anfang des Blogposts sehen kann. Junge Schnappschildkröten haben ähnliche Panzer, doch werden bei ihnen die Höcker im weiteren Verlauf des Lebens immer unscheinbarer, was auch an der stärkeren Abnutzung aufgrund ihrer aktivieren Lebensweise liegt. Bei erwachsenen Schnappschildkröten sieht man in der Regel nur noch drei eher unscheinbare flache Längsgrate oben auf dem Panzer.

Sowohl die Höcker des Panzers als auch den extrem großen Kopf kann man sehr gut an diesem nicht mehr ganz farbechten Präparat einer Geierschildkröte im Flur der Zoologischen Staatssammlung in München sehen:

Geierschildkröte in der Zoologischen Staatssammlung München

Dagegen ist der Kopf und Schnabel dieser Schnappschildkröte im Nymphaea-Tierpark in Esslingen deutlich kleiner, und auch dier Panzer ist weitaus glatter und weniger strukturiert. Zum Vergleich eine davor liegenden „normale“ Schildkröte, eine Gelbbauch-Schmuckschildkröte (Trachemys scripta scripta):

Schnappschildkröte und Gelbbauch-Schmuckschildkröte (Trachemys scripta scripta) im Nymphaea Tierpark, Esslingen (3)

Schnappschildkröten haben einen für Schildkröten ziemlich großen Kopf und einen gut ausgeprägten Schnabel, aber eben doch in weitaus weniger extremen Maße als Geierschildkröten.

Schnappschildkröte im Nymphaea Tierpark, Esslingen (5)

Auffallend ist auch der ausgesprochen dicke Hals der Schnappschildkröten, welcher allerdings selten zur vollen Länge aus dem Panzer ragt, und erstaunlich lang ist.

Schnappschildkröte im Nymphaea Tierpark, Esslingen (4)

Während die Panzer junger Schnappschildkröten noch relativ stark strukturiert sind, zeigen ältere Exemplare als einzige offensichtliche Besonderheit drei mehr oder weniger stark ausgeprägte Längskiele:

Schnappschildkröte im Nymphaea Tierpark, Esslingen (2)

Wie bereits weiter oben geschrieben, unterscheiden sich Geier-und Schnappschildkröten auch im Verhalten. Erstere leben fast ausschließlich im Wasser, und kommen so gut wie nie ans Land, ausgenommen natürlich Weibchen welche ihre Eier ablegen. Schnappschildkröten dagegen kommen durchaus häufiger ans Land und entfernen sich auch weit von Gewässern, und sie können erstaunlich schnell laufen und sogar kleine Sprünge machen. Sogar Maschendrahtzäune können sie erklettern.

Schnappschildkröten im Nymphaea Tierpark, Esslingen (6)

 

Einzelne Exemplare der Schnappschildkröten werden wirklich riesig. Die bisherigen Photos zeigen leider kaum einen Größenvergleich, zudem war keines der Exemplare übermäßig groß, und wahrscheinlich maximal im Gewichtsbereich von 10 bis maximal 15 kg. Mein Freund Cameron McCormick entdeckte in der Sammlung des Environmental Education Center der Audubon Society of Rhode Island einen Schnappschildkrötenschädel von fast 15 cm Länge.

Schnappschildkrötenschädel (Photo Cameron McCormick)

 

Anhand von Vergleichsdaten von Schnappschildkröten mit bekannter Schädel-und Panzerlänge aus der Literatur hat Cameron die Panzerlänge (wohlgemerkt die tatsächliche und nicht über den gewölbten Panzer gemessene Länge) des Exemplars auf etwa 48 cm hochgerechnet.

Cameron entdeckte in einem Teich in Maine ein lebendes Exemplar das vermutlich noch größer sein dürfte. Es gelang ihm mehrere Photos zu machen, unter anderem eines das eine vernünftige Größenschätzung möglich macht:

Riesenschnappschildkröte (Photo Cameron McCormick)

Der Vergleich mit Camerons Hand auf dem Panzer zeigt ebenfalls dass dieses Exemplar wirklich gigantisch für eine Schnappschildkröte ist:

Riesenschnappschildkröte (Photo Cameron McCormick)

Dieses Exemplar ist weitaus größer als alle Schnappschildkröten welche ich im Esslinger Zoo gesehen habe, und es ist durchaus möglich dass ihre Panzerlänger sogar mehr 50 cm beträgt. Bei dieser Größe kann eine Schnappschildkröte durchaus gut über 30 kg wiegen.

Dennoch ist es vollkommen übertrieben aufgrund der bloßen Vermutung einer Schnapp-oder Geierschildkröte in einem Gewässer einen solchen Aufwand zu betreiben wie es in Kaufbeuren der Fall gewesen ist. Es macht ziemlich wenig Sinn wenn eine Gruppe von lärmenden Leuten mit Harken in der Hand der Uferbereich nach einer Schildkröte durchsucht. Geierschildkröten halten sich dort normalerweise ohnehin nicht auf, und Schnappschildkröten würden, ähnlich wie andere Wasserschildkröten auch, schnell ins Wasser flüchten wenn sie sich gestört fühlen würden. Schildkröten in freier Natur sind teilweise extrem scheu, und flüchten bereits ins Wasser wenn man noch 20 bis 30 Meter von ihnen entfernt ist. Den ganzen Badesee abzulassen ist ebenfalls geradezu absurd, vor allem wenn man bedenkt was für ein Schaden an den dort lebenden Wassertieren dabei angerichtet wird. Ob eine solche Schildkröte im matschigen Grund eines abgelassenen Gewässers besser zu finden ist, bleibt ohne fraglich. In ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet werden Schnappschildkröten und leider auch die teilweise schon stark bedrohten Geierschildkröten immer noch gefangen um sie zu essen. Eine der am häufigsten benutzten Methoden diese zu fangen, besteht in der Verwendung beköderter Reusen. Da diese Schildkröten gerne Aas fressen, ist dies eine sehr gute und auch einfache Methode sie zu fangen. Warum man sich in Kaufbeuren nicht darauf beschränkt hat, ist mir ein Rätsel.

Man muss sich ohnehin fragen ob man diese – nur durch ihre vermeintlichen Bissspuren vermutete Schildkröte – überhaupt ein Grund ist einen See zu sperren. In den USA leben diese Tiere in tausenden Gewässern in denen auch Menschen baden, und es gibt keinen (!) dokumentieren Fall in dem ein Schwimmer von einer Geierschildkröte verletzt worden wäre. Die wenigen Fälle in denen Menschen tatsächlich gebissen wurden, ereigneten sich üblicherweise wenn sie außerhalb des Wassers in die Hand genommen wurden, und sich die Schildkröten berechtigterweise verteidigten. Hier sei noch eines angemerkt: Man sieht häufig auf Bildern wie Schnapp-und Geierschildkröten am Schwanz hochgehoben werden. Das sollte aber unbedingt vermieden werden, da sich die Tiere dabei ernsthaft verletzten können. Es kann zu schweren Verletzungen des Schwanzes oder sogar zu Einrissen der im Schwanzwurzelbereich gelegenen Kloake führen, was für die Schildkröten nicht nur äußerst schmerzhaft, sondern unter Umständen sogar lebensbedrohend werden kann.

Abschließend noch ein Photo einer winzigen Babyschnappschildkröte mit einer Panzerlänge von damals gerade nur 3,5 cm, welche Cameron in einem Haufen Tang am Strand gefunden hat (was ein eher ungewöhnlicher Fundort dieser eher im Süßwasser lebenden Art ist):

Baby-Schnappschildkröte (Photo Cameron McCormick)

 

 

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21 Kommentare zu Ein paar Fakten über Alligatorschildkröten, Geierschildkröten und Schnappschildkröten

  1. L.W. sagt:

    Hallo,

    zunächst mal ein Lob für den objektiven und gut geschriebenen Artikel!

    Meine Frage: Das Jungtier auf dem letzten Foto ist offensichtlich auf einem Buch/Dokument/Schriftstück zur Biologie der Schnappschildkröte abgelichtet worden.
    Gibt es eine Möglichkeit, den genauen Titel und die Autoren dieser Publikation zu erfahren??

    Besten DAnk im Vorraus,

    L.W.

  2. Markus Bühler sagt:

    Das ist „Biology of the Snapping Turtle: (Chelydra Serpentina)“ von Anthony C. Steyermark, Michael S. Finkler und Ronald J. Brooks.

  3. Kay sagt:

    Ich habe lange nach so einem Artikel gesucht wie deiner… Sehr übersichtlich und aufschlussreich.
    Gibt es eine Möglichkeit rein vom äußerlichen die drei Schnappschildkrötenarten zu unterscheiden?
    Würde mich über eine Antwort freuen.

    Grüße,
    Kay

  4. Markus Bühler sagt:

    Es gibt durchaus ein paar Möglichkeiten die drei Schnappschildkröten-Arten zu unterscheiden, etwa an Eigenheiten des Panzers oder der Kinnbarteln. Allerdings muss man sie sich dann schon sehr genau ansehen.

  5. auch bei uns kam es gestern in einem Badesee zu einem Zwischenfall, bei dem ein kleines Mädchen in den Arm gebissen wurde. Die bissspuren sind auf der angegebenen website deutlich zu sehen. Auch hier scheidet ein Fisch aus und die Experten vermuten ein Reptil bzw. Amphibie.

  6. Markus Bühler sagt:

    Eine Amphibie als Verursacher der Bissverletzung kann man sicher nicht in Betracht ziehen. Die einzigen heimischen Amphibien bei uns sind Frösche, Kröten, Molche und Salamander, und die können ganz gewiss keine Bisspuren bei einem Menschen verursachen. Unter den exotischen Arten können theoretisch bestimmte Blindwühlen oder Riesensalamander auch einen Menschen verletzen, aber die hat ganz bestimmt niemand in einen See ausgesetzt, insbesondere Japanische oder Chinesische Riesensalamander.
    Ich habe mir mal die die Bissspuren angesehen, und sie sehen in der Tat merkwürdig aus. Von einer Schnappschildkröte oder Geierschildkröte stammen sie ganz bestimmt nicht, da eindeutig einzelne Zähne die Wunden verursachten. Dies könnte durchaus zu den großen spitzen Unterkieferzähnen eines Hechts passen, die enger stehenden runden Verletzungen sind da allerdings nicht so gut erklärbar. Man muss aber auch bedenken dass Ärzte nicht zwangsläufig Experten für Bissverletzungen exotischer Tiere sind.

  7. Maka sagt:

    Vielen Dank für diesen aufschlussreichen Artikel. Ich muss momentan eine Facharbeit schreiben und habe dort die Geierschildkröte aufgelistet. Ich hab ewig gesucht um mal ein paar gute Informationen zu finden. Jetzt hab ich endlich mal etwas handfestes.

  8. Tobi sagt:

    Schnappschildkröten sind echt beeindruckende Tiere! Ich wurde mal von einer kleinen Baby Schildkröte in den Finger gebissen und das tat schon verdammt weh… Kein Wunder, dass eine Schnappschildkröte die Kraft hat eine Achillissehne zu durchbeißen.

    Ich finde es aber das es eine totale Schweinerei ist diese Tiere einfach so auszusetzen. Wenn man sich so ein Tier kauft, gibt es „Verantwortung“ gratis dazu. Man hätte das Tier auch einfach in einer Auffangstation abgeben können…

  9. Markus Bühler sagt:

    Wobei es ja immer noch die Frage ist, ob hinter der Verletzung überhaupt wirklich eine Schnapp-oder Geierschildkröte stand.

  10. Anja Leis sagt:

    Hallo,
    Bei uns wurde auch eine Schildkröte gefunden ….momentan ist sie im Zoo untergebracht …alle reden von einer Geierschildkröte, aber ihr Panzer ist eher glatt

  11. Mike wandelt sagt:

    Hallo, super Beiträge .
    Auch wir haben eine Schnappschildkröte von einer Kopf bis Schwanzlänge von Ca 75 cm
    Leider ist sie seit einigen Tagen in einem größeren Gartenteich spurlos abgetaucht (zum Sterben??? )
    Ich hoffe unsere Angst ist unbegründet . Aber die Schildkröte war in letzter Zeit etwas merkwürdig , keine Scheu ! Langsam !nix gefressen ( aus der Hand )
    Wir denken das Alter ist 25-30 Jahre .
    Im übrigen auch eine bekannte Zeitungsatraktion ( Schnappi vom Rabensteiner Stausee!) Vom Vorbesitzer zu Verantworten !!!!! Wir lehnten solch Medienrummel stets ab , was der Schnappi immer sehr gut getan hat
    Aber egal , schön wäre vielleicht ein Tipp zu unseren Lage
    Viele Grüße

  12. Markus Bühler sagt:

    Das lässt sich mit einem Photo sehr schnell sagen. Gibt es da irgendwo welche? Die Arten werden ja
    sehr oft miteinander verwechselt. Ein glatter Panzer spricht grundsätzlich stark für eine Schnappschildkröte.

  13. Markus Bühler sagt:

    Wie groß ist denn der Gartenteich? Kann man die Schildkröte darin noch sehen? Falls nicht, kann es natürlich auch schlichtweg sein dass sie schon wieder weg ist, da Schnappschildkröten prinzipiell sehr mobil sind. Wenn man wirklich beabsichtigt die Schildkröte zu fangen kann man es mit einer beköderten Reuse oder einem Käfig probieren, da ist es aber von entscheidender Wichtigkeit dass diese nicht komplett untergetaucht ist, sondern teilweise noch über der Wasseroberfläche ist, denn andernfalls wird eine darin gefangene Schildkröte ertrinken.

  14. Anja Leis sagt:

    Hallo,
    Ich habe Bilder von der Schildkröte, welche bei uns gefangen wurde …hier kann ich sie nicht hochladen …mich würde es interessieren, ob es eine Geierschildkröte oder Schnappschildkröte ist
    Gruß Anja Leis

  15. Markus Bühler sagt:

    Ich habe eine E-mail geschrieben, an die kann man dann einfach die Photos zu Identifizierung schicken. In welchem Zoo befindet sich die Schildkröte denn jetzt?

  16. Anja Leis sagt:

    Guten Morgen,
    Zuerst war sie im Siegelbacher Zoo ( bei Kaiserslautern ) – jetzt wurde sie nach Landau gebracht ..Fotos habe ich geschickt..
    Viele Grüße
    Anja Leis

  17. Markus Bühler sagt:

    Danke für die Info. Wie man den Photos entnehmen kann handelte es sich auch ganz eindeutig um einen Schnappschildkröte, und keinesfalls um einen Geierschildkröte.

  18. Irmtraud Groß sagt:

    Hallo, auch ich habe eine Frage. Beim gassi gehen am nahen See, habe ich 2 Schildkröten gesehen. Beim Anruf beim Landratsamt fühlte sich keiner so richtig zuständig, man wollte es weiterleiten. Ich kenne mich mit Schildkröten nicht aus, konnte aber ein Foto machen. Wo kann ich mich hinwenden, um den Beiden ein artgerechtes Zuhause zu geben, denn ich möchte nicht das sie leiden.
    Vielen Dank.
    Irmtraud Groß

  19. Markus Bühler sagt:

    In fast allen Fällen sind das ausgesetzte Rotwangenschildkröten, teilweise auch Gelbbauch-Schmuckschildkröten. An manchen Gewässern, vor allem stadtnahen Parkseen oder in Naherholungsgebieten, sind die sogar teilweise ziemlich häufig. Leiden tun sie da normalerweise überhaupt nicht, genau genommen ist das naturgerechter als jedes artgerechtes Terrarium. In Anbetracht der Tatsache dass sie oft übe viele Jahre, und sogar Jahrzehnte in deutschen Gewässern überleben, braucht man sich um ihre Gesundheit nicht viele Sorgen machen. Das größere Problem sind eher die Schildkröten selbst, da sie räubersich sind, und verschiedene, auch seltene, heimische Tiere fressen können. Ganz abgesehen davon ist es in der Regel extrem schwer solche Schildkröten überhaupt zu fangen. Das geht höchstens noch mit einer großen beköderten Reusenfalle. Aber das ist dann auch wieder ziemlicher Aufwand, und ob die Schildkröten es in irgendeiner Tierauffangstation besser haben, sei ohnehin mal dahin gestellt. Im besten Fall können sie manchmal an Zoos vermittelt werden, wobei die üblicherweise auch keine „Wald-und Wiesenschildkröten“ wie Rotwangen mehr brauchen. Insofern würde ich die Schildkröten im See einfach lassen wie sie sind. Raus fangen kann man sie kaum, anderswo besser haben werden sie es meistens auch nicht, und haben will sie auch keiner.

  20. Ulrich Schmitt sagt:

    Kann man zu den Schnappschildkröten auch Antennenwelse setzen ?

  21. Markus Bühler sagt:

    Schwer zu sagen. Teilweise kann es wohl funktionieren, aber ich weiß nicht ob ich es drauf ankommenlassen würde.

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