Bestiarium

Fantastisches aus Biologie, Paläontologie und Kryptozoologie

Archive for März, 2012

Bild des Tages: Südlicher Hornrabe

Donnerstag, März 29th, 2012

Heute gibt es ein Photo eines Südlichen Hornraben (Bucorvus leadbeateri) aus dem Heidelberger Zoo zu sehen:

Man sieht die bei Hornraben stark ausgeprägten Wimpern. Trotz ihres Namens und dem schwarzen Gefieder haben Hornraben nichts mit Raben zu tun, welche ja zu den Singvögeln gehören, sondern sie gehören zu den Nashornvögeln.

Bild des Tages: Blindschleiche mit blauen Punkten

Sonntag, März 25th, 2012

Ich habe grade wie so oft nur sehr wenig Zeit, aber trotzdem gibt es heute mal wieder ein Bild des Tages. Vielleicht erinnert sich der eine oder andere an die beinahe weltrekordverdächtige tote Riesenblindschleiche die ich vor ein paar Jahren einmal gefunden habe ( http://bestiarium.kryptozoologie.net/artikel/riesenblindschleichen/ ). Damals lag nur wenige Meter neben dem “Monster”, welches möglicherweise durch Vergiftung verstorben ist, eine andere tote Blindschleiche, welche allem Anschein nach durch physische Gewalteinwirkung, vermutlich durch einen Fahrradfahrer, aus dem Leben geschieden ist. Das besondere an jener zweiten Blindschleiche waren die zahlreichen himmelblauen Schuppen auf ihrem Rücken.

Unter den vielen lebenden und toten Blindschleichen die ich bisher gesehen habe, hatten bisher nur zwei dieses seltene Merkmal in so ausgeprägter Weise, einmal besagtes Exemplar, sowie ein anderes und zum Glück noch lebendes, welches ich vor vielen Jahren einmal direkt vor der Burg Gössweinstein entdeckt habe. Ich müßte eigentlich auch noch irgendwo ein Photo haben, allerdings war das lange bevor digitale Kameras der Stand der Technik waren, und entsprechend wenig dürfte man darauf sehen.

Die blauen Punkte kommen fast ausschließlich bei Männchen vor, und dann auch vornehmlich bei sehr großen und alten Exemplaren. In Anbetracht der Größe der beiden mir bekannten Individuen, könnte das durchaus zutreffen. Die Blindschleiche auf dem Photo ist wie man sieht nur ziemlich kurz gewesen, da ihr Schwanz regeneriert war und nicht besonders lang wieder nachgewachsen ist. Dafür war sie in Bezug auf den Körperumfang allerdings ziemlich groß. Auch die über 45 cm lange Riesenblindschleiche hatte ein paar einzelne blaue Schuppen, allerdings in weit geringerer Anzahl als dieses Exemplar. Die blauen Punkte kommen in einem sehr großen Teil des Verbreitungsgebietes der Blindschleichen vor, wobei Untersuchungen in Norditalien gezeigt haben, dass dort gerade einmal 0,8% der Gesamtpopulation dieses Mermal zeigt. Wie es scheint besteht eine gegensätzliche Selektion zwischen sexueller und natürlicher Selektion, da die blaugepunkteten Blindschleichen ein höheres Risiko besitzen von Fressfeinden entdeckt zu werden, möglicherweise aber einen Vorteil bei der Konkurrenz der Männchen bei der Paarung bieten.

Bei der Östlichen Blindschleiche Anguis colchica kommen blaugepunktete Individuen teilweise öfter vor, sogar bei Weibchen. Es wurde sogar ein Exemplar dokumentiert, dessen kompletter Bauch hellblau war.

Referenzen:

The blue?spotted morph of the slow worm, Anguis fragilis: Colour polymorphism and predation risks

Massimo Capulaa, Luca Luisellia & Ernesto Capannaa

Italian Journal of Zoology

http://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/11250009709356188

Spot polymorphism in Anguis colchica Nordmann, 1840 (Reptilia: Anguidae): inter-size class variation

Tibor SOS
Milvus Group, Bird and Nature Protection Association,

Herpetology Notes, volume 3: 295-296 (2010) (published online on 13 November 2010)

http://www.fileden.com/files/2008/1/6/1683128/Nwjz/vol7/nwjz.111204.Sos.pdf

 

Blue colour of the ventral body part of Eastern Slow Worm Anguis colchica (Nordmann, 1840)
Daniel Jablonski1*and Petr Meduna

Herpetology Notes, volume 3: 295-296 (2010) (published online on 13 November 2010)

http://www.herpetologynotes.seh-herpetology.org/Volume3_PDFs/Jablonski&Meduna_Herpetology_Notes_Volume3_pages295-296.pdf

Bild des Tages: Waben-Schilderwels

Sonntag, März 18th, 2012

Heute gibt es ein Photo eines Waben-Schilderwelses (Pterygoplichthys gibbiceps) aus dem Zoo in Esslingen:

 

Diese Welse finden sich relativ häufig im Aquarienhandel, wo sie in der Regel für wenig Geld als Jungtiere verkauft werden. Allerdings wachsen sie ziemlich schnell, und sind in der Regel schon bald viel zu groß für die meisten Heimaquarien, da diese Art Längen von 40-50 cm erreichen kann. Wer also einen solchen Fisch irgendwo zu kaufen sieht, und nicht gerade über ein wirklich großes Becken verfügt, sollte unbedingt darauf verzichten sich diese Art zuzulegen, und stattdessen lieber eine der vielen kleiner bleibenden Harnischwelse nehmen. Übrigens wird selbst der Waben-Schilderwels von einigen anderen Harnischwelsen noch deutlich an Größe und Masse übertroffen, wobei diese erheblich seltener in den Handel gelangen als sie sehr häufig zu findenden Waben-Schilderwelse.

Bild des Tages: Himmelblauer Zwergtaggecko

Freitag, März 16th, 2012

Reptilien, insbesondere jene aus tropischen Breiten, zeigen relativ häufig bunte Farben. Relativ viele Arten, selbst einige heimische Arten wie Smarageidechsen und Blindschleichen, können mehr oder weniger stark ausgeprägte blaue Anteile haben, doch nur sehr wenige Arten sind tatsächlich fast komplett blau. Eine dieser Arten ist der Himmelblaue Zwergtaggecko (Lygodactylus williamsi) aus Tansania, bei dem die Männchen eine sehr intensive blaue Färbung aufweisen können, wobei allerdings der Bauch orange ist. Diese Art ist ziemlich klein, und erreicht nur eine Kopf-Rumpf-Länge von 5-8 cm. Dieses Exemplar ist in der Stuttgarter Wilhelma zu bewundern:

Allerdings sind nicht alle männlichen Individuen derartig prachtvoll gefärbt, denn nur dominante Männchen bilden ein derartig intensives Blau aus, während rangniedere Männchen grünlich bleiben. Die Weibchen sind dagegen bräunlich oder oliv. Ich vermute mal dass dieses Exemplar eher ein nicht dominantes Männchen im Terrarium gewesen ist: