Bestiarium

Fantastisches aus Biologie, Paläontologie und Kryptozoologie

Archive for Dezember, 2011

Bild des Tages: See-Elefanten-Schädel

Freitag, Dezember 23rd, 2011

Heute gibt es zwei Photos eines See-Elefanten-Schädels, mal wieder aus dem Rosenstein-Musuem in Stuttgart. Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich nicht weiß ob es sich hier um einen Nördlichen Seeelefanten (Mirounga angustirostris) oder einen Südlichen See-Elefanten (Mirounga leonina) handelt.

Die Schädel von männlichen See-Elefanten sind unheimlich groß, und massiver als jeder Bärenschädel. Auch die Eckzähne sind wirklich riesig, und abgesehen von den Stoßzähnen der Walrosse größer als die jedes anderen lebenden Raubtieres (Carnivora). Im Gegensatz dazu sind die dahinter stehenden Molaren und Prämolaren recht klein. Es fällt auch auf dass das Nasenbein sehr weit hintern steht, und der komplette vordere Schnauzenbereich vom namensgebenden Rüssel bedeckt wird.

Bild des Tages: Klappmützen-Schädel

Dienstag, Dezember 20th, 2011

Hier der Schädel einer Klappmütze (Cystophora cristata) aus dem Stuttgarter Rosensteinmuseum:

Die männlichen Klappmützen besitzen einen äußerst merkwürdig aussehenden Hautsack über der Schnauze, den sie zum Imponieren aufblasen können, nicht unähnlich dem Rüssel von Seeelefantenbullen. Zusätzlich können sie einen geradezu grotesk anmutenden  Schleimhautballon aus dem Bereich der Nasenscheidewand mit Luft aufblaßen und aus einem der Nasenlöcher hängen lassen. Zusätzlich entsteht ein sehr seltsames Geräusch wenn die Klappmützenbullen ihren “Nasenballon” schütteln, was sich ein bisschen anhört wie Schläge auf ein Stahlrohr. Wenn man sich ansieht wie unglaublich merkwürdig das aussieht (beziehungsweise anhört), und wie sich das entwickelt haben mag, kommt man schnell zu dem Schluss dass es sich bei diesen ansonsten nicht übermäßig spektakulär anmutenden Robben um eine der bizarrsten Arten mariner Raubsäuger handelt. Dem Schädel sieht man diese seltsamen Organe und Verhaltensweise nicht allzusehr an, doch fällt besonders im Vergleich zu den bereits vorgestellten Schädeln auf dass die Nasenöffnung sehr weit hinten am Schädel ansetzt, und das Nasenbein nicht weiter hervorragt als die Augenhöhle.

Was ebenfalls auffällt sind die sehr kurzen, kleinen Seitenzähne, die überdies noch ziemlich stumpf sind.

Bild des Tages: Mähnenrobben-Schädel

Sonntag, Dezember 18th, 2011

Der Schädel einer Mähnenrobbe (Otaria flavescens),  aus dem Naturkunde-Museum in Karlsruhe:

Man sieht deutlich den Unterschied der Bezahnung im Vergleich zum Seeleoparden.

Bild des Tages: Seeleoparden-Schädel

Freitag, Dezember 16th, 2011

Es sollte eigentlich eine Reihe über Fische oder irgendwelche anderen Tiere geben, aber irgendwie ist es dann doch wieder in einer Reihe über die Schädel von Säugetieren rausgelaufen… Naja, dann gibt es jetzt eben diverse Bilder von Robbenschädeln. Den Anfang macht der Schädel einer meiner persönlichen Lieblingsrobben, nämlich der eines Seeleoparden (Hydrurga leptonyx) aus dem Rosensteinmuseum in Stuttgart. Von den lebenden Robben ist der Seeleopard die am stärksten auf die Jagd nach Warmblütern angepasste Art, welche neben Fischen und Cephalopoden auch Pinguine und häufig auch andere Robben wie etwa Krabbenfresser, Weddellrobben oder Seebären jagt. Es gab sogar mehere dokumentierte Angriffe auf Menschen und 2003 einen tragischen Fall in dem in der Nähe der Forschungsstation Rothera eine Forscherin beim Schnorcheln angefallen und getötet wurde.

Diese Vorliebe für “Großwild” spiegelt sich auch in der Bezahnung wieder, welche besonders gut dazu geeignet ist auch sehr große Beutetiere zu zerteilen, und von allen Robben noch am ehesten den Zähnen von räuberischen Landraubtieren ähnelt. Paradoxerweise machen aber daneben gerade sehr kleine Tiere, nämlich Krill, einen beachtlichen Anteil in der Ernährung aus. Daher sind die Molaren und Prämolaren auch Kamm-artig geformt, um damit die schwarmlebenden Krillkrebse besser fangen zu können.