Bestiarium

Fantastisches aus Biologie, Paläontologie und Kryptozoologie

Archive for September, 2011

Bild des Tages: Warzenschwein

Freitag, September 16th, 2011

Heute gibt es ein paar Photos eines Warzenschweines (Phacochoerus africanus) aus dem Berliner Zoo:

Wie man auf diesem Bild gut sehen kann, sind die oberen Eckzähne dieses Exemplars ungewöhnlich stark gekrümmt, so dass sie sich in der Mitte überschneiden:

 

Bild des Tages: Riesenwaldschwein

Mittwoch, September 7th, 2011

Das Riesenwaldschwein (Hylochoerus meinertzhageni) wurde trotz seiner namensgebenden Größe und seiner relativ weiten Verbreitung sehr spät, nämlich erst im Jahre 1904 wissenschaftlich beschrieben. Die Art wird in drei geographisch getrennte Unterarten getrennt, die sich auch in ihrer Größe teilweise etwas unterscheiden. Je nach Geschlecht und geographischer Unterart können Riesenwaldschweine Längen von 130 bis 210 cm erreichen, und Gewichte von 130 bis 275 kg. Man darf nun natürlich nicht den Fehler begehen die oberen Angaben als normal anzusehen, sie sind es absolut nicht, sondern beziehen sich auf Ausnahmeexemplare. Leider habe ich keine Photos von wirklich großen Riesenwaldschweinen, sondern nur ein Photo eines eher kleinen Exemplares aus der Zoologischen Schausammlung Hamburg:

Die Riesenwaldschweine haben wie die bereits vorgestellten Bartschweine ebenfalls teilweise ein nur äußerst schütteres dünnes Fell (es handelt sich hierbei auch nicht um ein Arfefakt durch Verlust von Borsten beim Präparat):

Dieses schöne Photo das mein Freund Cameron McCormick im American Museum of Natural History in New York gemacht hat, zeigt den Schädel eines großen Riesenwaldschweinkeilers. Man sieht deutlich den Unterschied zu Wildschweinschädeln, bei denen üblicherweise die oberen Eckzähne relativ kurz und abgeschliffen sind. Dagegen sind sie bei den Keilern des Riesenwaldschweines ziemlich groß, dick, und stark gebogen, und auch nur an ihrer Vorderkante leicht abgeschliffen.

Ebenfalls auffällig sind die stark ausgeprägten Wangenknochen, welche bei lebenden Riesenwaldschweinenkeilern zusätzlich auch noch mit wulstigen bindegewebigen Polstern umgeben sind, die möglicherweise als Schutz bei innerartlichen Kämpfen dienen.

 

Bild des Tages: Borneo-Bartschwein

Dienstag, September 6th, 2011

Nachdem ich nun mit einer kurzen herpetologischen Unterbrechung vor allem diverse Nagetiere, beziehungsweise ihre Schädel vorgestellt habe, möchte ich nun eine kurze Reihe über Schweine bringen. Es gibt eine erstaunlich große Anzahl von teilweise kaum bekannten Schweinearten, vor allem im südasiatischen Raum. Diese sehen zuweilen äußerst kurios aus, wie etwa dieses Borneo-Bartschwein (Sus barbatus barbatus) aus dem Berliner Zoo. Woher der Name stammt ist offensichtlich, denn vor allem die Keiler tragen einen teilweise sehr stark ausgeprägten “Schnauzbart”.

In der Körperform einem Wildschwein gar nicht einmal unähnlich, fällt auch sofort auf dass das Fell ausgesprochen schüttern ist, und die Haut ähnlich wie beim Babirusa beinahe schon nackt ist. Gelegentlich wird ja fälschlicherweise behauptet der Mensch sei eines von nur ganz wenigen landlebenden Säugetieren überhaupt, das kein Fell hat, aber tatsächlich gibt es gar nicht einmal so wenige andere Säugetiere, deren Fell kaum stärker ausgeprägt ist als die menschliche Körperbehaarung.

Am Kopf tragen die Keiler vier bindegewebige Auswüchse, ganz ähnlich wie beim Warzenschwein, doch sind sie durch die vielen Haare des Bartes fast völlig verdeckt.

 

Bild des Tages: Nördlicher Bandmolch

Sonntag, September 4th, 2011

Nachdem ich ziemlich lange in meinen Archiven nach einem passenden “Bild des Tages” gesucht habe, fand ich bei meinen Photos die ich vor einigen Jahren im Naturhistorischen Museum in Wien gemacht habe, dieses Alkoholpräparat zweier nördlicher Bandmolche der Spezies Triturus vittatus ophryticus:


Es handelt sich dabei um ein Männchen (oben) und ein Weibchen. Wie man sieht besitzen die Männchen einen äußerst spektakulären Kamm an Schwanz und Rücken, der bis zum Kopf reicht, und damit unseren heimischen Kammmolch deutlich übertrifft. Diese Art kommt um die Südküste des Schwarzen Meeres bis östlich in den Kaukasus zur aserbeidschanischen Grenze vor. Kurios ist die Tatsache dass dieser Molch zu allererst in England “entdeckt” und beschrieben wurde, genau genommen in einigen Parktümpeln in der Nähe Londons. Natürlich waren sie dort nicht von alleine hingekommen, sondern von einem frühen Terrarianer entweder ausgesetzt, oder sogar bewußt angesiedelt worden.