Bestiarium

Fantastisches aus Biologie, Paläontologie und Kryptozoologie

Archive for Juli, 2009

Bild des Tages: Oberarmknochen heimischer Vögel

Mittwoch, Juli 8th, 2009

Als kleine Fortsetzung des letzten Bildes wollte ich hier mal ein Photo zeigen, dass ich vor einiger Zeit in der Sonderausstellung des Botanischen Museums in Berlin gemacht habe. Dieses wirklich recht interessante Museum liegt direkt am Botanischen Garten in Berlin, und ist das größte seiner Art in ganz Europa, und wer sich nur ein kleines bisschen für Pflanzen interessiert, der sollte das Museum und natürlich erst recht die Park-und die riesigen Gewächshausanlagen bei Gelegenheit unbedingt anschauen. Als ich dort war, gab es gerade eine kleine Sonderausstellung über verschiedene archäologische Funde welche in Zusammenhang mit Jagd, Landwirtschaft, Fischerei und Holznutzung im vorindustriellen Berlin und Brandenburg. Dabei waren ein paar tolle Stücke, etwa ein großes Schädelfragment eines Auerochsen, oder Knochenplatten eines großen Störs. Es gab auch ein paar sehr schöne Schauvitrinen, in denen einzelne Knochen verschiedener Tiere verglichen wurden, etwa die Humeri, also Oberarmknochen, verschiedener Vögel. Das war vor allem insofern beeindruckend, als dass diese selbst bei einigen unserer heimischen Vögel erstaunliche Größen erreichen:

Vogel Humeri

Leider ist hier kein Größenvergleich möglich gewesen, aber gerade die Humeri von Höckerschwänen, Kranichen und Großtrappen sind schon wirklich imposant.

Ein Schwan zum ersten Mai

Sonntag, Juli 5th, 2009

Dieses Jahr war ja am ersten Mai recht gutes Wetter, darum hatte ich beschlossen mit einigen Bekannten zu einem in der Nähe gelegenen Baggersee zu gehen. Da dieser teilweise Naturschutzgebiet ist, konnte ich dort eine Reihe von interessanten Tieren wie etwa Kaulbarschen im Flachwasser der Uferzone, diverse Libellen, Schmetterlinge, Frösche und Kaulquappen sehen. Besonders interessant fand ich aber den großen Höckerschwan, der ans Ufer gekommen war um sich füttern zu lassen. Da der Baggersee und seine Ufer vor allem im Sommer und Frühjahr recht stark frequentiert werden, hat der Schwan über die Zeit gelernt, dass dabei häufig der eine oder andere Bissen für ihn abfallen kann, und zeigte daher auch praktisch keinerlei Scheu.

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Man macht sich selten bewußt, dass die auch bei uns heimischen Höckerschwäne zu den größten flugfähigen Vögeln überhaupt gehören, und dahingehend trotz ihrer oft sogar in urbanen Gebieten häufigen Verbreitung, schon etwas wirklich besonderes sind. Durch ihren extrem langen Hals erreichen sie auch eine äußerst beachtliche Länge von teilweise mehr als eineinhalb Metern. Wie lang der Hals wirklich ist, erkennt man vor allem, wenn sie ihn einmal komplett ausstrecken. Wie bereits erwähnt, war es der erste Mai, daher ließen es sich diverse Bekannte nicht nehmen den Schwan zu streicheln. Zum Glück war dieser schon ziemlich an Menschen gewöhnt, und zu meinem großen Erstaunen hat er noch nicht einmal den Versuch gemach, etwas dagegen zu machen… Dabei sind mir aber ein paar schöne Photos gelungen.

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Der Hals bei Schwänen ist wirklich extrem lang, denn sie weiden vor allem halb schwimmend, halb untergetaucht Unterwasserpflanzen ab. Man muss sich auch vor Augen halten, dass der eigentliche Hals sogar noch deutlilch dünner ist, denn die Federn lassen ihn noch deutlich voluminöser erscheinen, als er wirklich ist. Überhaupt besitzen viele Vögel, denen es man mit Befiederung gar nicht ansieht, einen geradezu absurd dünnen Hals. Man sieht auf dem Photo auch dass  man bei Schwänen wie bei vielen anderen Vögeln auch direkt von einem Nasenloch durch das andere hindurch sehen kann, da hier keine Nasenscheidewand wie bei uns vorhanden ist. Man sieht auch sehr gut den großen namensgebenden Höcker. Eine weitere Anpassung an das Abweiden von Pflanzen ist der breite und vorne stumpfe Schnabel mit den zahlreichen parallelen Rillen an den Rändern, welche das Abreißen von Pflanzen erleichtern.

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