Bestiarium

Fantastisches aus Biologie, Paläontologie und Kryptozoologie

Archive for Juli, 2009

Bild des Tages: hypermelanistisches Reh

Donnerstag, Juli 30th, 2009

Albinos kommen ja immer wieder bei allen möglichen Arten vor, auch beim Menschen, nämlich dann wenn der Körper zu wenig oder auch gar keine Pigmente bildet. Umgekehrt kann der Körper aber auch zu viele Pigmente bilden, ein Phänomen das besonders bei Jaguaren und Leoparden bekannt ist, und oft fälschlicherweise als “schwarze Panther” bezeichnet wird. Oft führen solche Mutationen zu einer verringerten Wahrscheinlichkeit zu überleben, etwa weil die Tarnung damit verhindert wird, aber es kann unter Umständen auch positive Folgen haben. Zum Einen können komplett schwarze Individuen teilweise durchaus in entsprechendem Lebensraum besonders gut getarnt sein, und zum anderen kann gerade in kalten Gebieten ein sehr dunkler Körper dabei helfen, die Körpertemperatur schneller zu erwärmen. Daher findet man etwa bei der Kreuzotter vor allem in höher gelegenen Regionen oft Schwärzlinge. Bei Säugern dürfte in aller Regel der Temperaturfaktor eine eher untergeordnete Rolle spielen, und eher die bessere Tarnung Schwärzlinge begünstigen. Es gibt etwa einige sumpfige Gegenden, wo man relativ häufig schwarze Rehe findet. Woher dieses spezielle Reh stammt, welches im Naturhistorischen Museum in Berlin ausgestellt ist, kan ich allerdings nicht sagen:

hypermelanistisches Reh

Einige interessante Missbildungen

Montag, Juli 27th, 2009

Die Embryonalentwicklung ist eine ziemlich faszinierende und auch ziemlich komplizierte Sache. Aus einer einzigen befruchteten Eizelle bilden sich mehr und mehr Zellen, die sich immer weiter und weiter differenzieren, bis sie ganze Organe und Körperteile bilden, so dass letztendlich ein hochkomplexes Lebewesen aus einer Unzahl einzelner Zellen entstanden ist. Leider funktioniert das aber nicht immer so, wie es eigentlich sollte, denn während dieser Entwicklung ist der Organismus höchst anfällig für Störungen, und schon kleine Fehler in einem frühen Stadium können unter Umständen dramatische Auswirkungen haben. Besonders extreme Missbildungen können entstehen, wenn sich eineiige Zwillinge entwickeln, ohne dass sie sich komplett trennen. Dann können teilweise wahrhaft groteske Doppelbildungen enstehen. Ein paar solcher Fälle wollte ich heute vorstellen. Es handelt sich dabei um junge Ziegen mit verschiedenen ausgeprägten Doppelbildungen, die in einem kleinen Museum auf der Kanareninsel La Palma ausgestellt sind:

CIMG0140

Man muss sich aber vor Augen halten, dass es sich hierbei üblicherweise nicht um Mutationen handelt, auch wenn dies immer wieder fälschlich behauptet wird. Solche Missbildungen entstehen in der Regel durch äußere Reize welche zu einer Fehlleitung während der Embryonalentwicklung führt. Die DNA ist aber davon nicht betroffen, weshalb derartige Missbildungen auch nicht erblich sind. In sehr seltenen Fällen können auch einmal echte Mutationen für vergleichbare Ausbildungen sorgen, die dann auch tatsächlich erblich weiter gegeben werden können, etwa die gespaltene Wirbelsäule mit der doppelten Schwanzflosse die man bei einigen Zuchtformen des Goldfisches findet.

CIMG0142

 

CIMG0141

Manchmal passiert es auch, dass ein Zwilling während der Embryonalentwicklung den anderen ganz oder teilweise resorbiert, was dann zuweilen zu ganz besonders bizarren Monstrositäten führt. Auch sind bei weitem nicht alle Fälle von teratologischen Zwillingsbildungen spiegelbildlich angeordnet, sondern teilweise auch spiegelverkehrt oder völlig ohne gegenseitige Orientierung.

CIMG0143

Bild des Tages: Iranischer Bachmolch

Montag, Juli 20th, 2009

Heute gibt es leider nur ein Bild des Tages und nur ganz wenig Hintergrundinformationen, da ich zum Einen wenig Zei habe, und zum anderen wenig über das auf dem Photo zu sehende Tier weiß. Es handelt sich um einen wunderschön gefärbten Iranischen Bachmolch (Neurergus kaiseri), welcher auch Zagros Molch genannt wird. Dieses Exemplar bewohnt mit mehreren Artgenossen ein großes Aquaterrarium in der Ausstellung des Naturkundemuseums Karlsruhe:

Iranischer Bachmolch Neurergus kaiseri

Diese Art kommt nur in einem äußerst kleinen Gebiet in den iranischen Zagros-Bergen in Höhen von ca 500 bis 1430 m vor. Sie besiedeln dort vielfach unterirdisch gelegene Karstgewässer, da die dortige Gegend sehr trocken ist, und nur wenige typische Amphibienhabitate vorhanden sind.

Riesenhummer

Samstag, Juli 18th, 2009

Hummer können teilweise erhebliche Größen erreichen, aber wie gewaltig einzelne Exemplare werden, machen sich nur die wenigsten bewußt. Wir kennen vor allem den Europäischen Hummer (Homarus gammarus) und den größer werdende Amerikanische Hummer (Homarus americanus), daneben gibt es auch noch eine Reihe von kleineren, und meist weniger bekannten Hummerarten. Erwähnenswert wäre hier vielleicht noch der Norwegische Hummer oder Kaisergranat (Nephrops norvegicus), der sich auch großer kulinarischer Beliebtheit erfreut, aber nur ziemlich klein bleibt. Aufgrund ihres delikaten Geschmackes sind Hummer schon seit langem in den meisten Regionen massiv überfischt. Selbst vor Helgoland gab es einstmals eine florierende Hummerfischerei, die dann aber irgendwann praktisch zusammenbrach, weil es kaum noch etwas zu fangen gab. Durch die starke Überfischung sowie der Tatsache dass Hummer sehr alt werden können, und die wirklich großen Exemplare in der Regel schon viele Jahrzehnte auf dem dem gepanzerten Buckel haben, sind die wirklich großen ziemlich selten geworden. Hinzu kommt natürlich auch noch, dass nicht bloß das Alter, sondern natürlich auch die Nahrungsgrundlage und auch die genetischen Vorraussetzungen wichtig für das Heranwachsen zu überdurchschnittlich großen Exemplaren wichtig ist. Ein wirklich monströses Exemplar, bei dem es sich sicherlich um einen Amerikanischen Hummer handelt, ist im Museum für Naturkunde in Berlin ausgestellt, auf einer großen Biodiversitätswand, auf der alle möglichen Tiere, von Mollusken bis hin zu Vögeln und Säugern abgebildet sind. Leider war es wegen der Scheibe und der eher schlechten Belichtung im Raum nicht so leicht Photos zu machen, dafür ermöglichen die anderen Tiere eine recht gute Vorstellung der enormen Größe des Hummers:

Hummer

Man achte vor allem auf den Nebelparder rechts im Bild, welcher in etwa in der gleichen Gewichtsklasse liegen dürfte…

Das höchste mir bekannte Gewicht das für einen Hummer dokumentiert wurde, liegt bei 22 kg, also durchaus so viel wie die kleinste Großkatze (eigentlich ja Großkatzen, da kürzlich nachgewiesen wurde, dass es sich beim Nebelparder in Wirklichkeit um zwei Arten handelt) der Welt. Damit kommen solche Riesenexemplare durchaus in eine ähnliche Größenordnung wie die “kleineren” ausgestorbenen Riesenmeeresskorpione, zumal diese deutlich flacher gebaut waren.

Hier mal noch ein etwas besseres Photo, allerdings mit weniger gutem Größenvergleich:

Hummer (2)

Noch mal eine Detailaufnahme (oben links mit einem Greifstachler im Bild):

Hummer (3)

Bild des Tages: Stygimoloch Schädel

Freitag, Juli 17th, 2009

Leider gibt es auch heute nur wieder ein Bild des Tages, oder genau genommen mehrere Bilder des Tages. Es handelt sich dabei um den Schädel des Pachycephalosauriers Stygimoloch spinifer aus dem Museum für Naturkunde Berlin:

Stygimoloch spinifer Schädel (2)

Stygimoloch war ein etwa 3 m großer Pflanzenfresser aus der oberen Kreide Nordamerikas. Eigentlich habe ich es ja nicht so mit Pflanzenfressern, aber der Schädel von Stygimoloch sieht einfach dermaßen “kurios” aus, dass ich ihn hier mal zeigen wollte.

Stygimoloch spinifer Schädel (3)

Stygimoloch gehörte zu den wenigen Dinosauriern, die wirklich eine gewisse Ähnlichkeit zu Drachen haben, wenngleich man hier natürlich primär die Fantasydrachen des 20. und 21. Jahrhunderts als Vergleich heranzieht, welche vielfach multiple Hörnern, Zacken und sonstige Auswüchse haben. Die ursprünglihen Drachen auf den alten Darstellungen waren dagegen in der Regel eher hundeartig und hatten wenn überhaupt, zumeist nur sehr bescheidene Kopfzierden. Ein Verwandte von Stygimoloch, Dracorex hogwartsia, bekam seinen Namen sogar in Ahnlehnung an die Harry Potter-Reihe. Auch in Primeval (habe ich ehrlich gesagt noch nie gesehen, nur darüber gelesen), kommt in einer der neuen Episoden ein Wesen vor, das als Dracorex bezeichnet wird, dem wirklichen Aussehen dieses Pachycephalosauriers wie so viele andere Primeval-Kreaturen aber nur rudimentär gleich kommt.

Hier noch mal eine Frontalansicht:

Stygimoloch spinifer Schädel

Bild des Tages: Spinnengecko

Donnerstag, Juli 16th, 2009

Die Geckos haben eine ganze Reihe von ziemlich bizarren Formen hervorgebracht, vor allem auf Madagaskar. Aber auch in anderen Teilen der Welt haben sich einige wirklich ungewöhnliche Arten entwickelt, etwa der Spinnengecko (Agamura persica), welcher in Pakistan, Afganisthan und dem Iran vorkommt. Diese Tiere haben extrem lange dünne Beine und einen sehr dünnen Schwanz, was ihnen auch den treffenden Namen einbrachte. Die Photos habe ich im Vivarium des Museums für Naturkunde in Karlsruhe aufgenommen:

Spinnengecko Agamura persica

Spinnengeckos leben in Gebieten die teilweise extreme Temperaturunterschiede aufweisen, während des Sommers mit glühender Hitze am Tag und teilweise bitterer Kälte in der Nacht wenn es Winter ist. Sie bewohnen vor allem sehr steinige und felsige Lebensräume, wobei ihnen die langen Beine gute Dienste leisten. Es sind relativ kleine Tiere, die Weibchen erreichen Koprfumpflängen von etwa 42 bis 77 mm und einer Schwanzlänge von 34 bis 59 mm, währned die Männchen etwas kleiner bleiben.

Spinnengecko Agamura persica

Megapiranha paranensis- der größte Piranha aller Zeiten

Dienstag, Juli 14th, 2009

Piranha Serrasalmus natteri

Die allermeisten Fische die beim Menschen für Horror sorgen können, sind ziemlich groß, nur ganz wenige, wie etwa die Piranhas, sind an sich ziemlich klein. Allerdings wurde kürzlich eine neue Art beschrieben, die durchaus recht erhebliche Ausmaße erreichte, und alle lebenden Arten deutlich in den Schatten stellte, Megapiranha paranensis. Diese in Argentinien entdeckte Art lebte vor etwa 8-10 Millionen Jahren während des späten Miozäns, und erreichte eine Länge von etwa einem Meter. Leider sind die Reste die man von Megapiranha kennt, nur äußerst spärlich, und bestehen nur aus einem gut 10 cm langen partiellem Oberkiefer mit einigen Zähnen. Tatsächlich wurden die Überreste bereits Anfang des 20. Jahrhunderts entdeckt, aber damals noch nicht weiter beachtet. Es scheint als wäre Megapiranha auch kein echter Piranha gewesen, sondern einer Seitenlinie angehört zu haben, denn die Bezahnung zeigt auch Merkmale der mit den Piranhas verwandten pflanzenfressenden Pacus. Seine Zähne nehmen eine Art Zwischenstellung ein zwischn den einreihig angeordneten Zähnen der Piranhas und der in einer Doppelreihe angeordneten Zähne der Pacus. Sie waren in zwei Reihen angeordnet, aber standen praktisch im Zickzack zueinander, jeweils so versetzt, keine zwei Zähne hintereinander angeordnet waren. Während aber die Zähne der Pacus relativ stumpf sind, und fast etwas aussehen wie die Prämolaren von Menschen, hatte Megapiranha Zähne mit scharfen, leicht gesägten Kanten. Das obere Photo stammt aus einem Aquarium der Pomologie in Reutlingen, und zeigt einen Roten Piranha (Pygocentrus, bzw Serrasalmus natteri). Auf diesem neben dem Aquarium angebrachten Schild, sieht man auch noch die Darstellung eines Piranhagebisses, leider ist die Qualität des Photos nicht besonders gut geworden:

Piranha Gebiss

Es wäre jetzt natürlich sehr interessant zu wissen, wie Megapiranha gelebt hat. Handelte es sich um einen reinen Fleischfresser, oder vielleicht sogar um einen Omnivoren? Interessant ist hierbei auch die Tatsache, dass auch die Paccus ziemlich große Fische sind. Selbst die größten Piranhaarten erreichen nur ausnahmsweise mal Längen von mehr als 45 cm, die allermeisten bleiben aber viel kleiner. Pacus können aber durchaus einen Meter und etwa 30 kg erreichen, auch wenn das ebenfalls schon sehr ungewöhnliche Maße sind. Der Schwarze Pacu (Colossoma macropomum) ernährt sich nur in seiner Jugend von Tieren, vor allem verschiedenen Invertebraten, später entwickelt er sich zu einem hochspezialisiertem Früchte-und Nussfresser. Dieses Photo aus dem Aquarium des Zoologischen Gartens Berlin zeigt zwei recht großen Pacus, leider ist aber auch dieses Photo nicht gerade überragend geworden. Im Hintergrund sieht man noch einen Rotflossen-Antennenwels:

Pacu Colossoma macropomum

Näheres findet man hier:

Alberto Luis Cione,1 Wasila M. Dahdul John G. Lundberg and Antonio Machado-Allison

 Megapiranha paranensis, a New Genus and Species of Serrasalmidae (Characiformes, Teleostei) from the Upper Miocene of Argentina

Journal of Vertebrate Paleontology 29(2):350-358. 2009

Ein Blick ins Innere mariner Tetrapoden und warum Weichteile lügen

Sonntag, Juli 12th, 2009

Im Laufe der Evolution haben ja zahllose bereits an Land lebende Wirbeltiere wieder den Schritt zurück ins Wasser gemacht, um sich zu amphibischen oder sogar vollaquatischen Lebensformen zu entwickeln.  Zu diesem Thema gibt es im Naturkunde-Museum Berlin eine Reihe wirklich schönen Ausstellungsstücken, welche die Skelette verschiedene marine Tetrapoden in Schwimmstellung zeigen, welche zur Hälfte als Modell des lebenden Tieres dargestellt sind. Dabei sieht man nicht nur sehr gut wie sich das Skelett ins Innere eines Tieres “einfügt”, sondern man erkennt bei den Detailaufnahmen auch viele anatomischen Besonderheiten. Da die Modelle in Vitrinen ausgestellt waren, konnte ich wegen der Spiegelung leider nicht die ganzen Präparate am Stück photographieren, sondern leider immer nur teilweise. Besonders schön finde ich dieses halbseitig verkleidete Skelett eines Pinguins (entweder ein Königspinguin (Aptenodytes patagonicus) oder ein Kaiserpinguin(Aptenodytes forsteri) ). Man sieht sehr schön die ringförmig um das Auge angeordneten Knochenplättchen, und auch dass die äußerliche Erscheinung des Halses völlig anders ist als die tatsächlichen skeletalen Verhältnisse. Von außen erscheint der Hals relativ kurz und gestreckt, tatsächlich ist er aber S-förmig angezogen, und kann noch deutlich nach vorne gestreckt werden.

Pinguin Skelett

Ähnliche Verhältnisse erkennt man auch bei diesem Skelett eines Seehundes (Phoca vitulina), der Hals erscheint auch hier von außen gerade zu sein, ist aber tatsächlich ebenfalls S-förmig gebogen. Diese typische Haltung des Halses ist innerhalb der Tetrapoden extrem weit verbreitet, angefangen bei Reptilien wie Leguanen und Krokodilen, bis hin zu Vögeln und den meisten Säugern, selbst wenn man es am lebenden Tier kaum vermuten würde, da das Weichgewebe oftmals keinerlei Rückschlüsse auf die Ausrichtung der Halswirbelsäule ermöglicht. Man achte auch auf das sehr lange Brustbein (Sternum) welches unterhalb des Halses an den Rippen entspringt.

Seehund Skelett

Ein anderes Bild findet man bei diesem Gewöhnlichen Schweinswal (Phocoena phocoena).  Die extrem kurzen und ineinander praktisch unbeweglichen Wirbel sind gerade nach vorne gerichtet, und ensprechen den äußeren Umrissen. Allerdings sieht man auch seh gut, dass die Umrisse des lebenden Tieres nur äußerst vage mit dem tatsächlichen Schädel übereinstimmen. Das liegt nicht nur an der Melone welche sich in der Stirnregion befindet, sondern vor allem auch an den großen Mengen an Fettgewebe, welche sich vor allem im Bereich zwischen Unterkiefer und Hals befinden. Auch das große und gut ausgebildete Zungenbein, sowie die für Schweinswale typischen kurzen stumpfen Zähne sind gut zu erkennen.

Schweinswal Skelett

Wieder andere Verhältnisse findet man bei dieser Schildkröte. Ich bin mir nicht ganz sicher um was für eine Art es sich handelt, möglicherweise war es eine Echte Karettschildkröte (Eretmochelys imbricata). Hier sind die Form des Schädels und die Form des Kopfes wie bei Reptilien üblich fast vollkommen kongruent. Es liegt kaum Weichgewebe über den äußeren knöchernen Schädelanteilen, sondern fast sofort die Haut mit den in sie eingelagerten Hornschildern. Die Halswirbelsäule ist auch hier wieder sehr interessant, wenn auch schlecht zu erkennen, denn sie ist an der Öffnung des Panzers fast rechtwinkelig nach oben gebogen, um dann in einem zweiten rechten Winkel in die mit dem Rückenpanzer verwachsene Wirbelsäule des Rückens überzugehen.

Schildkröte Skelett

Hier sieht man noch mal eine Frontalansicht des Schildkrötenschädels mit der halbseitigen Lebenddarstellung (bei der es sich vermutlich um einen Abguss handelt):

Schildkröte Schädel frontal

Mehr über die merkwürdige Divergenz zwischen der Form der Halswirbelsäule und des sie umgebenden Weichgebwebes findet man in vielen tollen Bildern und interessanten Hintergrundinformationen auch auf Tetrapodzoology und Sauropod Vertebra of the Week:

http://scienceblogs.com/tetrapodzoology/2009/05/sauropods_held_necks_erect.php

http://svpow.wordpress.com/2009/05/31/necks-lie/

Bild des Tages: Ein äußerst bizarrer Taschenkrebs

Freitag, Juli 10th, 2009

Im Museum für Naturkunde Berlin ist ein äußerst merkwürdiges Exponat ausgestellt, ein Taschenkrebs dessen Rückenpanzer von Röhrenwurmern vollkommen überwuchert ist. Diesen bizarren Krebs wollte ich daher der Bestiarium-Leserschaft nicht vorenthalten:

Taschenkrebs mit aufgewachsenen Sandröhrenwürmern

Der Panzer dieses vermutlich aus der Nordsee stammenden Taschenkrebses ist von einer ganzen Kolonie von Sandröhrenwürmer regelrecht übertürmt worden. Es gibt ja durchaus verschiedene Krabben bei denen verschiedene andere Wirbellose regelmäßig dem Panzer aufsitzen, aber für einen Taschenkrebs ist ein solcher Bewuchs, zumal in so extremen Maße, schon ziemlich ungewöhnlich. Leider war es mir nicht möglich, gute Bilder zu machen, die den ganzen Taschenkrebs zeigen, daher muss ich hier auf ein etwas weniger gelungeres Photo verweisen:

PICT8261

Großlibelle beim Ablegen von Eiern

Donnerstag, Juli 9th, 2009

Vor einigen Wochen gelangen mir an einem kleinen Teich im Botanischen Garten Tübingen einige, wie ich finde, sehr schöne Photos einer Großlibelle beim Ablegen ihrer Eier. Um was für eine Art es sich genau handelt, kann ich allerdings leider nicht sagen, da es innerhalb der zu den Großlibellen gehörenden Edellibellen eine Reihe von sehr ähnlich aussehenden Arten gibt, und ich gerade keine (was für eine Schande) entsprechende Literatur zu Hand habe, um eine genauere Identifizierung vorzunehmen. Libellen sind ohnehin schon aus einer ganzen Reihe von Gründen hochinteressante Insekten, aber gerade die Edellibellen erreichen zudem auch noch äußerst imposante Größen. Die großen Arten können durchaus mit vielen tropischen Rieseninsekten mithalten, und müssen sich auch in puncto Farben keineswegs verstecken. Oft ist es nicht ganz einfach, diese wunderschönen Tiere aus der Nähe zu beobachten, darum war ich auch äußerst froh, dass das Libellenweibchen sich bei der Eiablage nicht stören ließ, und ich einige Photos aus direkter Nähe machen konnte:

Libelle beim Ablegen ihrer Eier

Man sieht sehr schön, wie das Weibchen mit dem biegsamen Hinterleib die Eier direkt in das Seerosenblatt injiziert. Man achte auch auf den Wasserschlauch (Utricularia vulgaris) im Hintergrund unter der Wasseroberfläche.

PICT1724

Da ich wirklich bis auf allernächste Nähe herankam, konnte ich auch einige Photos machen, die noch erstaunlich feine Details des Libellenkörpers zeigen.

PICT1732

Besonders auffallend sind aber natürlich die riesigen Augen der Libellen, die zu den komplexesten und besten optischen Sinnesorganen im Insektenreich gehören:

PICT1727