Bestiarium

Fantastisches aus Biologie, Paläontologie und Kryptozoologie

Archive for Dezember, 2007

Bild des Tages: Männlicher Gangesgavial

Montag, Dezember 24th, 2007

Zu einem längeren Beitrag hat es leider nicht mehr gereicht, darum kann ich heute an Weihnachten auch nur ein Bild des Tages bringen. Es handelt sich dabei um einen von zwei sehr großen präparierten Gavialen aus dem Naturhistorischen Musem Wien. Das Männchen ist etwa 5m lang, also schon ziemlich groß. Sehr gut erkennt man die auf der Schauze siteznde knollenförmige Bulla, ein geschlechtsspezifisches Merkmal älterer Gangesgavialmännchen:
Gangesgavial

Tsuchinoko-Modell in Zinn gegossen

Freitag, Dezember 7th, 2007

Lange Zeit hatte ich mir ja schon vorgenommen von einigen meiner Modelle Abgüsse herzustellen, aber irgendwie habe ich das dann nie auf die Reihe gekriegt, und auch der schon vor geraumer Zeit gekaufte Silikonkautschuk harrte lange seiner Verwendung. Aber gestern habe ich dann endlich einmal die Zeit gefunden mit den schon länger gemachten Silikonkautschukformen ein paar erste Gussversuche zu starten. Nach ein paar Fehlgüssen hat es dann durch zusätzliche Guss-und Luftkanäle doch noch geklappt ein paar annehmbare Modelle zu machen. Als Modell habe ich mir bewußt ein sehr einfach gehaltenes und kleines herausgesucht, dass auch in einer möglichst einfachen Form gegossen werden kann. Daher habe ich mich für mein Tsuchinoko-Modell entschieden. Für alle die nicht wissen was eine Tsuchinoko (oder manchmal auch Tzuchinoko geschrieben) ist, empfehle ich kurzes googlen. Zur Schnellerklärung reicht es eigentlich, dass es sich dabei um eine mythologisch-kryptozoologische kleine Schlange aus Japan handelt, die einen ungewöhnlich kurzen und breiten Körper mit beinahe dreieckigen Querschnitt handelt, und auch einen sehr breiten Kopf und einen extrem kurzen Schwanz besitzt. In gewisser Hinsicht eine Art japanischer Tatzelwurm, der auch angelich immer mal wieder gesehen wird. Auf jeden Fall eine interessante Vorlage für ein Krypto-Modell. Bei der Gestaltung habe ich mich stark an alten japanischen Tuschezeichnungen orientiert, außerdem habe ich extra Bilder von vergleichbaren Schlangen herangezogen, um eine möglichst naturnahe Anordnung der Schuppen am Kopf sowie die korrekte Darstellung der Nasenlöcher und Grubenorgane (mit denen können gewisse Schlangen beinahe wie mit Augen Wärem wahrnehmen) zu gewährleisten. Natürlich geht bei dem kleinen Maßstab nicht allzu viel Detailarbeit, aber ich habe versucht mein möglichstes zu machen, ohne dabei einen unrealistischen Zeitrahmen zu überschreiten, das Modell war ja auch so schon genug Arbeit.

tsuchinoko-zinnabguss-5.JPG

 Jedenfalls habe ich dieses kleine Modell jetzt auch als Zinnduplikat. Da ich reines Zinn verwendet habe, ist die Detailschärfe geringfügig schlechter als wenn ich spezielles Gußzinn verwendet hätte, aber dafür ist dieses Material nicht bleihaltig, und daher auch nicht giftig. Natürlich kann man die Modelle auch patinieren oder mit verdünntem dunklen Lack lackieren, wodurch die im blanken Zustand noch nicht so gut erkennbaren Detail viel besser zur Geltung kommen, und natürlich kann man sie auch anmalen. Das ich kann solche Abgüsse jetzt auch verkaufen. Ich weiß jetzt noch nicht für welchen Preis ich die Teile verkaufen würde, und wie ich das genau mit der Verkaufsabwicklung machen würde, aber prinzipiell steht dem nichts entgegen. Falls jemand prinzipielles Interesse haben sollte, kann er sich ja einfach mal hier melden. In absehbarer Zeit sind auch noch andere Modelle geplant, etwa ein Abuss meines kleinen Tatzelwurmmodells, und auch von der einen oder anderen Paläofigur könnte ich Abgüsse machen. Dadurch dass ich jetzt weiß wie es geht, könnte ich bei entsprechender Abnahme auch mal von einer speziellen Figur auf Wunsch Abgüsse machen.

Hier mal noch ein paar andere Bilder:

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Dieser Abuss ist übrigens noch nicht bearbeitet, das heißt es sind noch die Reste der Gusskanäle am Modell, und an ein paar Stellen würde noch einmal nachpoliert werden. Außerdem kommen bei dieser Größe und dem stark reflektierenden Material natülich auch die Details nicht so gut raus. Da es sich hier um handgemachte Abgüsse handelt, ist natürlich auch jeder etwas individuell und auch nicht absolut 100%ig perfekt, aber dafür kann man sich sicher sein, auch etwas wirklich besonderes zu besitzen, was man auch sonst nirgends kaufen kann, und auch keine industrielle Massenware aus irgendeinem Dritteweltland ist. Und gerade in der Kryptozoologie gibt es ja so gut wie gar keine Modelle zu kaufen.

Bild des Tages: Gottesanbeterin aus Honduras

Mittwoch, Dezember 5th, 2007

mantis_02.gif

Da ich gerade nicht viel Zeit habe, mal wieder nur ein Bild des Tages. Dieses hier wurde von Rhett Butler aufgenommen, und ist auch auf der sehr zu empfehlenden Seite Mongobay.com zu sehen. Da ich mich sehr für Mantiden begeistere, und auch schon selbst ein paar Arten in Kultur hatte, muss ich natürlich auch mal von so etwas Bilder posten. Bei dieser kleinen Gottesanbeterin handelt es sich übrigens noch um eine Nymphe, was man daran erkennt, dass sie noch keine Flügel besitzt.

Bild des Tages: Babirusas

Montag, Dezember 3rd, 2007

babirusa.jpg

Die Babirusas oder Hirscheber zählen wahrscheinlich zu den skurrilsten Huftieren überhaupt. Nicht nur die Tatsache dass sie zu den wenigen Landtieren gehören, die praktisch haarlos sind (wie das wohl die Vertreter der Wasseraffenhypothese erklären wollen?), sondern die Männchen bilden auch eines der ungewöhnlichsten sekundären Geschlechtsmerkmale aus, welches man bei Landsäugern kennt. Die oberen Hauer wachsen nicht aus dem Maul heraus wie etwa bei Wildschweinen, sondern durchstoßen die Schnauze oder der Oberseite außerhalb des Maules, wobei sie sich zu einem Bogen drehen. Allerdings sind diese Zähne kaum als Waffen geeignet und auch recht bruchempfindlich, weshalb sie primär zu Schauzwecken dienen. Diese Tiere sind zwar insgesamt noch recht schweineähnlich, aber tatsächlich nur relativ entfernt mit den echten Schweinen verwandt, weshalb es umso erstaunlicher ist, dass vor kurzem im Kopenhagener Zoo ein Hirscheber mit einer Hausschwein-Sau gesunde Junge in die Welt gesetzt hat.

Das Photo oben stammt übrigens von Sven Peter